'lUi||ii;i'l!ii!l||!i!i|'i|Vit'1l!!|'^l^.il^^ |l|i|i |l!!i;iihi!iili.l!l iiliil!f«K!i!iiliiii!ii>;p^ 'ii|i!!iiliiiiiii'i!iilill!(i| i,,i,nii! ii'il'ü'll'! > ll! In iillr" mW' ii' •ii' il'i'lii'iii! ' 1 'i I ! l!iii!|i|iiii.;i.'!Sfe\iijji ül.ll!. liiillli 1(1 ' !i . fiy 'Vi ' i ll i !f i ! iNii'i! - H. Rathke, \ Streifen vor, an den Beinen aber auf solchem Grunde purpurrothe Binden. Gefunden ward diese Art bei Christiansund. «» 18. HIPPOLYTE RECüRVmOSTRIS n. sp. H. rostro longo, ensifornü, usque ad appendicuni antennarum externarum extremitatem porreclo, supra 6, infra o deiitibus armato, apice sirnpUci, adscendente. Der Rüssel, der gleichfalls vor der Mitte des Cephalothorax sei- nen Ursprung nimmt, ist lang, reicht bis an das Ende der blattartigen Anhänge der äusseren Fühlliörner, jedoch nicht so weit, als der dik- kere Ast der inneren Fühlhörner, ist säbelförmig etwas aufwärts gebo- gen, läuft in eine einfache Spitze aus, ist in seiner Mitte breiter als an den Enden, und hat an dem unteren Rande 3 Zähne, an dem oberen Rande 6 Zähne, von denen der hinterste am grössten, der vorderste am kleinsten ist, und von denen zwei sich hinter der Einlenkuug der Augen belinden. Die Stiele der Augen sind kurz und beinahe cylm- drisch. Der Forlsatz an der äusseren Seite des W urzelgüedes der in- neren Fühlhörner verhält sich in Hinsicht der Form und Grösse, wie bei der vorigen Art. Kein Glied des Stammes dieser Fühlhörner hat Stacheln. Der blaltartige Anhang der äusseren Fühlhörner ist länglich- oval. Die hintersten Kieferfüsse sind dimn, stiletformig, und reichen über jene Anhänge nicht hinaus. Die Beine des ersten Paares sind massig dick und reichen nur Jjis zur Mitte des Endgliedes jener Kie- ferfüsse. Die Beine des zweiten f^aares sind halb so dick, als die des ersten, haben einen vielgliedrigen Carpns und reichen über die An- hänge der äusseren Fühlhörner weit hinaus. Die Beine des dritten Paares sind ungefähr eben so lang, als die des zweiten, und kaum merklich dicker. Das mittlere Blatt des Fächers besitzt an seiner obern Seite nahe den seidichen Rändern vier Paare sehr kleiner Dorne. Sowohl au dem dritten, als an dem zweiten vor dem Fächer gelegenen Beiträge zur Fauna Norwegens. Cruslacea. 3.3 Gliede des Hinterleibes geht ein jeder Seitenrand in einen kleinen Stachel aus. Länge von der Spitze des Rüssels bis an das Ende des Fächers 7 bis 9 Linien. Fundort: Christiansund. Die Färbung habeich vergessen, mir zu notiren. »'Jlßß*( 19. HIPPOLYTE LOVENII n. sp, jy. rostro appendicum antennaruni externariini extremitatem attingente, recto, deflexo, supra 4, infra uno aut nullo dente arma- to, apice bifitlo. Der Rüssel, der vor der Mitte des Cephalothorax entspringt, ist gerade, schmal, recht stark abwärts gebogen, in der Mitte nicht brei- ter, als wo er vom Cephalothorax abgeht, sondern von seiner Wurzel bis zur Spitze alhnälig verschmälert, am oberen Rande mit vier beinahe gleich grossen spitzen und nach vorne gerichteten Zähnen bewaflfuet, von denen sich der hinterste gleich hinter der Einlenkung der Augen befindet, an dem unteren Rande entweder zahnlos oder nur mit einem einzigen Zahne versehen , und an der Spitze zweitheilig. Die beiden Theile oder Aeste der Spitze sind nach vorne gerichtet, ziemlich lang und überhaupt an Grösse einander ziemlich gleich. Ist ein unterer Zahn vorhanden, so steht dieser dicht hinter der Spitze. Uebrigens ragt der Rüssel eine ziemlich grosse Strecke über die Augen hinaus, die ziemlich lange und fast cylindrische Stiele haben, doch nur bis zu dem dritten Gliede der inneren, und bis zu der Mitte der blattartigen Anhänge der äusseren Fühlhörner hinreichen. Die Anhänge der äus- seren Fühlhörner sind länglich, last oblong, und an ihrem vorderen Rande von innen und vorne nach aussen und hinten abgerundet. Der Fortsatz am Wurzelgliede der inneren Fühlhörner verhält sich, wie bei H. recurviroslris und //. viltata, der äussere Rand dieses und des zweiten Gliedes läuft in einen Stachel aus. Das Endglied der hinter- sten Kieferfüsse ist stiletförmig, besitzt nur wenige und sehr zarte 14 H. Ratiire, Haare und reicht bis an das Ende des blattartigen Anbanges der äus- seren t uhlbörner. Die Beine des ersten Paares sind nicht dicker, als jene Kieferfüsse, und reichen nur bis zu der Mitte der Endglieder der hintersten Kieferfüsse, oder kaum über das Ende des Stammes der äusseren Fühlhörner. Die Beine des zweiten Paares haben einen viel- gliedrigen Carpus, sind kaum halb so dick, als die des ersten Paares und reichen nur bis an das Ende der Anhänge der äusseren Fühlhör- ner, oder doch kaum weiter. Die Beine des dritten Paares sind nicht völlig so lang, als die des zweiten, und ihre Oberschenkel sind so dick , wie die des ersten Paares. Die drei hintersten Beinpaare sind nicht merklich gezähnt. Die Stämme der drei vordersten Paare der Afterbeine sind bei den Weibchen auffallend breit. Der Seitenrand des vorletzten Gliedes des Hinterleibes läuft nach hinten in einen nur sehr kleinen Stachel aus, der gleiche Rand des dritten Gliedes von hinten ist ohne Stachel. Das mittlere Blatt des Fächers hat an seiner oberen Seite vier Paare sehr kleiner Dorne; die paarigen Blätter des Fächers smd an ihrer oberen Seite mit einigen sehr kleinen Höckern versehen. Länge von der Spitze des Rüssels bis an das Ende des Fächers 9 Linien. Fundort: Molde. 20. HIPPOLYTE LENTIGINOSA n. sp. H. rostro usque ad extremitatcm appendicum antennarum ex- ternaruni porrecto, supra 7, infra 4 dentibiis armato, apice simplici, aliquantum deflexo. Auch diese Species gehört zu derjenigen Abtheilung, in welcher der Rüssel auf der vorderen Hälfte des Cephalothorax beginnt und auf dieser eine Leiste bildet. Der Cephalothorax ist nicht mit einem Buk- kel versehen, sondern an seiner oberen Seite gleichmässig abgerundet. Der Rüssel entspringt eine kleine Strecke vor der Mitte desselben, ist in der Mitte seines oberen Randes ein wenig concav und mit der Beitrüge zur Fauna Norwegens. Crustacea. §S Spitze, die einfach zugespitzt ist, ein wenig nach unten gebogen; an dem oberen Rande desselben kommen 7, selten nur 6 dünne, spitze und nach vorne gerichtete Zähne vor, von denen 2, höchst selten 3 auf dem Cephalothorax , der dritte, höchst selten der vierte, zwischen der Einlenkung der Augen stehen; ähnlich beschaffen sind die vier Zähne, die an dem unteren Rande des Rüssels stehen. Der blattartige Fortsatz, der von dem WurzelgUede des inneren Fühlhorns abgeht, ist dreiseitig, läuft nach vorne in eine dünne Spitze aus, und reicht über das Auge noch eine Strecke hinaus. Die dickeren Aeste der inneren Fühlhörner reichen so weit nach vorne, als die Haare der blattartigen Anhänge der äusseren Fühlhörner. Diese Anhänge selbst sind beinahe oblong und vorne etwas verschmälert. Von den äusseren oder hinter- sten Kieferfüssen , die nur wenig über jene Anhänge hinausreichen, ist das Endglied lang, massig dick, vorne etwas verschmälert, an dem oberen und unteren Rande fein behaart, und ausserdem an dem vorde- ren Theile des oberen Randes mit 5 oder 6 kleinen schwarzen Zäh- nen versehen. Die Beine des vordersten Paares sind ziemlich dick und nur so lang, dass sie nicht ganz bis zu der Mitte der blattartigen Anhänge der äusseren Fühlhörner reichen. Die Beine des zweiten Paares reichen bis an das Ende dieser Anhänge, sind nur halb so dick, als die des ersten und haben einen viergliedrigen Carpus. Die Beine des dritten Paares sind noch etwas länger, aber auch dicker, als die des zweiten. Die obere Seite des Hinterleibes ist ganz glatt, aber die Seitenränder seiner drei hinteren Glieder laufen nach hinten in einen spitzen Winkel aus, so dass sie hier, besonders das vorletzte Glied, einen Stachel bilden. An den Seitenrändern des mittleren Blattes des Fächers kommen vier Paare sehr zarter Zähne vor; auch befindet sich auf dem Uebergange dieser Ränder in den schmalen hinteren Rand ein Paar Zähne; die beiden, dem mittleren Blatt zunächst liegenden Blätter sind ungefähr eben so lang, als dieses. 16 .»» H. Uatiike, ^ Die Länge des ganzen Thicres, gemessen von der Spitze des Rüs- sels bis an das Ende des Fächers, beträgt bis Vi Zoll. Der Körper ist mehr oder weniger halbdurchsichtig; die Grundfarbe ist vveisslich oder selbst beinahe milchweiss, und auf diesem Grunde stehen in gros- ser Zahl Puncte, die je nach den verschiedenen Individuen zinnober- roth, oder orangeroth, oder dunkel ockergelb sind, j ijc. .^n Häufig fand ich dies Thier bei Molde und Christiansund. Unter dem Hinterleibe desselben sieht man nicht selten eine Art von parasitischen Crustaceen aus der Familie der Bopyriden. 21. HIPPOLYTE RETZH n. sp. H. rosfro recto, antennnrum externarum appendices purum e.v- cedente, supra 7, infva o denlihus arniato, apice simplici longo. Der Rüssel, der in der Mitte des Cephalolhorax entspringt, ist gerade nach vorne gerichtet, in der Mitte breiter, als an den Enden, doch im Ganzen nur schmal; von seinen oberen Zahnen, die alle ziem- lich gleich gross sind, betinden sich drei hinter der Einlenkung der Augen. Die Augen sind gross und birnförmig. An dem ersten und zweiten GUede des Stammes der inneren Fühlhörner befindet sich ein kurzer Stachel. Der Anhang des ersten oder Wurzelgliedes ist schmal und reicht etwas über dies Ghed hinaus; der stärkere Ast der inneren Fühlhörner ist beträchtüch dick, so lang, als der Stamm, im Allgemei- nen aber länger, als bei manchen anderen Arten, und an seiner inne- ren Seite stark behaart. Der blattartige Anhang der äusseren Fühlhör- ner ist unrcgelmässig oblong. Das hinterste Kieferbein reicht lange nicht bis an das Ende jenes Anhanges, wohl aber eine Strecke über den Stamm des äusseren Fühlhorns hinaus; sein EndgUed ist stiletför- mig und ziemlich stark behaart, zumal an der inneren Seile. Die Beine des ersten Paares reichen nicht völlig bis zur Mitte der Endglie- der der hintersten Kieferfüsse und sind nur wenig dicker, als diese. Die Beine des zweiten Paares haben einen viergliedrigen Carpus, sind Beiträge zur Fauna Norwegens. Crustacea. i'V halb so dick, als die des ersten Paares und reichen über die hintersten Kieferfüsse hinaus, doch nicht bis an das vordere Ende der blattarti- gen Anhänge der äusseren Fühlhörner. Die Beine des dritten Paares smd nur wenig länger als die des zweiten , und zwar dicker als diese, doch nicht so dick, wie die des ersten. Die drei hintersten Beinpaare sind mit schwachen Dornen versehen. Das zweite und dritte vor dem Fächer befindliche GUed des Hinterleibes gehen ein jedes an ihren Seitenrändern in einen Stachel aus. Auf dem mittleren Blatte des Fächers kommen vier Paare sehr kleiner Dorne vor. Länge von der Spitze des Rüssels bis an das Ende des Fächers 1 Zoll. Fundort: Meerbusen von Drontheim. 22. PANDALUS BKEVIROSTRIS n. sp. jP. i^ostro hrevi, recto, apice simplici, supra dentibus 7 , infra dentihus 2 miniitissimis instructo. Der Rüssel entspringt hinter der Mitte des Cephalothorax , ist ge- rade, einfach zugespitzt, an dem unteren Rande mit zwei äusserst klei- nen, an dem oberen Rande mit sieben grösseren, doch nur sehr dün- nen Zähnen versehen; er reicht nur wenig über die grossen birnför- migen Augen hinaus, aber noch nicht bis zur Mitte der blattartigen Anliänge der äusseren Fühlhörner. Jene Anhänge sind lang, massig breit, fast oblong, doch nach vorne etwas verschmälert. Von den inneren Fühlhörnern ist der Stamm beinahe so lang, als die erwähnten Anhänge der äusseren Fühlhörner, die beiden gleich langen Aeste aber sind etwa noch einmal so lang, als dieselben. Der eine Ast ist der ganzen Länge nach sehr dünn und durchaus haarlos, der andere aber ist nur in seiner letzten Hälfte eben so dünn und haarlos, in der er- sten viel grösseren dagegen, die schwach gekrümmt und walzenför- mig erscheint, sehr viel dicker (etwa 4 bis 6 mal) und an der unteren concaven Seite derselben mit einer Reihe dicht stehender und ziem- lich langer Haare versehen. Im Ganzen sind die oberen Fühlhörner Vol. XX. p. I. 3 18 na-ii H. Ratiire, \ 'mm ay beträchtlich länger, als der Cephalothorax sammt seinem Rüssel. Die hintersten Kieferbeine sind dünn, stiletförmig und reichen kaum über jene Anhänge nach vorne hinaus. Die Beine des ersten Paares sind noch dünner als die hintersten Kieterbeine, und reichen nicht bis an das Ende derselben hin. Die Beine des zweiten Paares sind ein klein wenig länger, reichen aber ebentälls nicht bis an das Ende der hinter- sten Kieferiusse. Beide Beine des zweiten Paares sind zwar ziemlich gleich lang, das rechte aber dicker als das linke, namentlich ist die Hand des ersteren ungefähr noch einmal so dick, auch etwas länger als die des letzteren. Die Beine des dritten Paares sind beträchtlich länger, und reichen über die blattartigen Anhänge der äusseren Eühlhörner hinaus. Die drei hinteren Beinpaare haben an den Oberschenkeln sehr kleine Stacheln. Die Blätter des Fächers sind lang und schmal; das mittlere Blatt ist nach hinten sehr stark verschmälert. 'JA» Länge von der Spitze des Rüssels bis an das Ende des Fächers 1 Zoll. Färbung: weisslich, mit vielen kleinen mehr oder weniger smaragdgrünen Flecken. Fundort: Mol de. 23. PANDALIJS ANNÜLICORNIS Leach. Nicht selten an der Westküste von Norwegen. 24. MYSIS FLEXÜOSA Lara. Bei diesem Thiere, das O. F. Müller in der Zoologia Danica (Fasciculus II. Tab. 66) unter dem Namen Cancer flexuosus aufge- führt hat, bildet die Stirne einen breiten, abgerundeten und an der obern Seite etwas convexen tafelförmigen Vorsprung, der eine nur geringe Länge hat, und einen kleinen Theil der Augenstiele bedeckt. Die blatlarligen Anhänge der äusseren Fühlhörner sind ansehnlich lang und so schmal, dass ihre grösste Breite nur den sechsten oder sieben- ten Theil der Länge ausmacht, nach vorne übrigens etwas verschmä- lert, all ihrem Ende nur massig schräg von innen und vorne nach Beiträge zur Fauna Norwegens. Crustacea. ^ aussen und hinten abgeschnitten, und an ihrem inneren und auch am vorderen Rande mit langen Haaren besetzt. Ueber die Stämme der inneren Fühlhörner ragen sie, obgleich auch diese recht lang sind, weit mehr, als mit der Hallte ihrer Länge, nach vorne hinaus. Das mittlere oder unpaarige Blatt des l'ächers verschmälert sich nur wenig gegen sein Ende hin, und seine grösste Breite ist ziemlich genau drei- mal in seiner Länge enthalten; seine obere Seite ist schaul'elförmig sehr stark vertieft. An jedem Seitenrande dieses Blattes kommt eine Reihe von 27 bis 28 kleinen, sehr spitzen und eiwas gekrümmten Zähnen vor, am hinteren Rande aber beiludet sich ein nur massig tie- fer, das hinterste Viertel spaltender Einschnitt, der gleich von seinem vorderen Ende nach hinten zu allmälig und beträchdich an Breite zu- nimmt, so dass die dadurch gebildeten Lappen an ihren einander zu- gekehrten und mit sehr kurzen, zarten, nur bei stärkerer Vergrösse- rung deutlich erkennbaren Borsten besetzten Rändern ein wenig con- vex erscheinen. Die inneren paarigen Blätter des Fächers sind mas- sig breit, hinten stumpf abgerundet und an dem inneren, wie an dem äusseren Rande mit langen Borsten besetzt. Die äusseren paarigen Blätter des Fächers sind beinahe allenthalben gleich breit. Milne- Edwards giebt in seiner Hist. tiaturelle des Criistacees (Tom. II. p. 468) an, dass die in der Zoologia danica vorhandene Abbildung dieses Krebses vermuthen hesse, dass der Hinterleib desselben an den Seiten mit Stacheln versehen sei; allein dieser Schein liegt nur in der nicht besonders zarten Behandlung jener Figur; in der Wirklichkeit kommt an jenen Stellen nicht eine Spur von Stacheln vor. Länge des Thieres von den Augen bis an das Ende des Fächers 11 bis 12 Linien. Die Farbe variirt von Weiss, das durch Schwarz oder auch Gelb etwas unrein gemacht ist, bis zum Dmikel-Olivengrün. Immer aber kommen an verschiedenen Theilen kleine schwarze Flek- ken vor, unter andern drei Paare dergleichen Flecken auf dem mittle- 20 H. Ratiike, V. ren Blatte des Fächers, und einer in der Mitte der oberen Seite eines jeden Gliedes (Ringels) des Hinterleibes; von jedem solchen Flecken des Hinterleibes aber gehen noch einige geschlängelte schwarze Streifen strahlcniöriiiig aus, so dass er beinahe sternförmig erscheint. Häutig gefunden bei Droeback, Molde und Christiansund. 25. MYSIS INERMIS n. sp. M. rostro ntillo, appendice antennarum externarmn oblonga, margine externo pilis carente^ incisiirae laminae caudalis parte an- teriori admodum angxista. Die Stirn ist ganz stumpf und ohne alle Spur von Rüssel, so dass die Augenstiele bis zu ihrer Einlenkung hin ganz blos liegen. Der blattartige Anhang der äusseren Fühlhörner ist im Vergleich zu seiner Länge breit, indem seine Breite nicht völlig dreimal in der Länge ent- halten ist; über den Stamm der inneren Fühlhörner reicht er, obgleich dieser nur massig lang ist, lange nicht mit seiner einen Hälfte hinaus; sein vorderer Rand geht sehr schräge von innen und vorne nach aus- sen und hinten; sein äusserer vorderer Winkel geht in einen starkem Stachel über, als bei der vorigen Art und sein äusserer Rand ist ohne Haare. Bei Mysis oculata, die einen nur sehr kurzen und stumpfen Rüssel haben soll, und die in dieser Hinsicht der in Rede stehenden Art am nächsten verwandt sein wiü-de, ist nach KrÖyer der Anhang der äusseren Fühlhörner an allen seinen freien Rändern, wenn ich das von ihm gebrauchte Wort nndique recht verstehe, mit Haaren ver- sehen.*) Das mittlere Blatt des Fächers ist kaum etwas über dreimal so lang als breit, und von vorne nach hinten etwas mehr verschmälert, als bei der vorigen Art; ferner ist seine obere Seite nur massig concav, und jeder Seitenrand desselben trägt nur 16 kleine spitze und etwas gekrümmte Zähne; doch sind diese, wie bei der vorigen Art, um so *) Naturhistorisk Tulsskrift. Bd. II. S. 253. Beiträge zur Fauna Norwegens. Crustacea. tt kleiner, je weiter sie nach hinten stehen, und die beiden letzten einer jeden Seite sind am weitesten von einander entfernt; der Einschnitt am hinteren Rande geht durch das hintere Drittel des Blattes, bleibt in seiner vorderen Hälfte allenthalben beinahe gleich breit und ist da- selbst äusserst schmal, dann aber nimmt er rasch an Breite zu, so dass in Folge davon die einander zugekehrten und mit kleinen mikrosko- pischen Härchen besetzten Ränder der beiden Lappen, in die das Blatt ausläuft, in ihrer liinteren Hälfte sehr stark convex erscheinen. Die inneren paarigen Blätter des Fächers sind von vorne nach hinten stark verschmälert, hinten mehr zugespitzt als abgerundet, und ringsum an ihren freien Rändern mit Haaren, aber nirgend mit Stacheln besetzt. Die äusseren paarigen Blätter sind allenthalben beinahe gleich breit. Länge 7 Linien. Grundfarbe ein ziemlich reines Weiss. Die kleinen schwarzen Flecken, von denen namentlich auf der oberen Seite eines jeden Gliedes des Hinterleibes einer vorkommt, senden gewöhn- lich einige ockergelbe, dagegen keine, oder doch nur selten einige kaum merkbare schwarze Strahlen aus; auf dem mittleren Blatte des Fächers befindet sich nur ein Paar kleiner schwarzer Flecken. Es ist dies Thier nicht etwa ein Junges von der vorigen Art, denn häufig habeich weibliche Exemplare von ihm gefunden, die in ihrer Brut- höhle Eier oder Junge hatten. *< Fundort: Drontheim und Namsen-Fiord. •26. IDOTHEA TRIDENTATA Latr. Die äusseren Fühlhörner reichen meistens nur bis auf das dritte Glied des Thorax, selten beinahe bis zu dem vierten; ihre Geissei be- steht aus 15 bis 19 Gliedern. Die Beine des hintersten Paares reichen in der Regel lange nicht bis an das Ende des Hinterleibes, sehr selten bis zu diesem hin. Die Spitzen, in die der Hinterleib ausläuft, sind mehr oder weniger ausgebildet; dies gilt selbst von der mittleren, die bald länger, bald küizer ist. Die meisten Exemplare, die ich sähe, fiS{ j»»»alMrO H> Ratuke:,.,! tu« ^^ waren grünlich - braun oder gelblich -braun, mit vielen sehr kleinen schwarzen Pinicten besprengt; einige weibÜche Exemplare aber wa- ren bunt gefärbt, indem die obere Seite ihres Körpers zum Theil dun- kell)raun, zum Theil strohgelb war. Die Länge der grössten Männ- chen, die tlihlhörner nicht mitgerechnet, betrug 14, die der grössten Weibchen 10 Linien. An der Westküste Norwegens ist diese Art sehr verbreitet. Zu eben derselben Art gehört, ^vie mir eine genaue Vergleichung gezeigt hat, eine Idothea, die bei Danzig vorkommt. Die Idothea Basiert dagegen, die Audouin aufgestellt hat, und die ich in meinen Beiträgen zur Fauna der Kriuun ausführlich beschrieben habe, *) ist nicht, wie Roux vermuthet hat, einerlei nüt der Id. ttidentala, son- dern eine besondere Art, obgleich freilich im hohen Grade dieser ähn- lich. Ich habe eine Menge Exemplare von beiden jetzt mit einander verglichen und gefunden, dass die der Id. Basteri einestheils eine etwas geringere Grösse erreichen (die Männchen eine Länge von höch- stens OVij, die Weibchen von höchstens 7% Linien), anderntheils eine etwas andere Form des Hinterleibes haben. Der kahnförmige Theil des Hinterleibes nämlich verschmälert sich nicht so stark von vorne nach hinten, wie bei Id. tridentata, hat auch nicht, wie es bei dieser der Fall ist, beinahe ganz geradlinige Seitenränder, sondern schwach gebogene (convexe), und endigt sich mit drei viel kürzeren und stum- pferen zahnförmigen Vorsprüngen; der mittlere Vorspruug nament- lich ist kaum etwas länger als breit, indess er bei Id. tridentata etwa 1% mal so lang, als an seiner Basis breit zu sein pflegt. Ueberdiess ist der Winkel, mit dem die tafelförmigen Seitenauswüchse der hin- tersten Glieder des Thorax sich endigen, nicht so spitz und lang ausge- zogen, wie bei Id. tridentata, sondern kürzer und stumpfer; so wie *) Zur Fauna der Kriinm, in den Memoiren der Kaiserl. Akademie der W'issenscliaften zu St. Petersburg, Theil III. M Beitrüge zur Fauna Norwegens. Crus'acea. 23 auch diese Tafeln mit dem erwähnten Winkel nicht in so hohem Grade nach hinten gerichtet sind, wie es bei Id. tridentata der Fall ist. Beide Arten sind, wie es scheint, so vertheilt, dass die eine die nördlicheren, die andere die südlicheren Meere Europa's bewohnt. Anmerkung. Eine Idothea männlichen Geschlechts habe ich bei Christiansund gefunden, von der ich nicht weiss, ob sie nur ein Junges von der oben erwähnten Art ist, oder zu einer anderen Art gehört. Sie war 3 Linien lang und ihr hinten abgerundetes Abdo- men endigte mit einer sehr kurzen stumpfen Spitze; seitliche Spitzen aber waren hier nicht vorhanden. Die äusseren Fühlhörner reichten kaum bis zum dritten Gliede des Thorax, und ihre Geissei bestand nur aus 8 Gliedern. 27. IDOTHEA GRANULOSA n. sp. Id. caudae apice simplici obtuso j antennis externis tertiunt tho- raeis annulum non attingentibiis ^ superiore corporis facie granulosa. Die Augen sind, wie bei der vorigen Art, ziemlich gross und schwarz. Die äusseren Fühlhörner reichen nur bis auf die Mitte des zweiten Gliedes des Thorax, oder doch nur wenig über sie hinaus, sind im Ganzen ziemlich dick und haben eine nur aus 8 Gliedern be- stehende spitz geendigle Geissei. Der Hinterleib, der auf der oberen Seite seiner hinteren Hälfte eine nur sehr niedrige Leiste gewahr wer- den lässt, endigt mit einer einzigen nur massig langen stumpfen Spitze, und ist zu den Seiten dieser Spitze abgerundet. Auf der ganzen obe- ren Seite des Körpers findet man allenthalben ziemlich nahe stehende sehr kleine rundliche Hervorragungen, wodurch diese Seite etwas rauh gemacht ist; besonders deutlich findet man die Hervorragungen auf dem Thorax. Im Uebrigen ist der Rau des Thicres, wie bei Id. triden- tata. Die Farbe ist ein helleres oder dunkleres Ziegelroth; bei einigen Exemplaren findet man ausserdem auf der oberen Seite, als Mitteüinie derselben, einen schmalen strohgelben oder ockergelben Längsstreifen. Q4 ' H. Rathke, Ich habe von dieser Art nur weibhche Exemplare in die Hände bekommen, und von diesen betrug die Körperlänge bis 6 Linien. Fundort: Christiansund und Drontheim. 28. IDOTHEA BREVICORNIS n. sp. Id. cauda latiuscula ohtusa, apice carentej antennis externis crassis, secundum ihoracis annubim vix attingentihus. «J Die Au^en sind ziemlich gross und schwarz. Die äusseren Fühl- hörner haben eine 7 bis 8-gliedrige Geissei, sind im Ganzem ziemlich dick und reichen höchstens bis zu dem zweiten Gliede des Thorax. Die hintere Hälfte des Abdomens lässt nicht sowohl eine Leiste, als vielmehr nur eine sehr stumpfe Kante an der Stelle derselben bemer- ken, ist an ihrem Ende abgerundet und besitzt in der Mitte dieses Endes nicht eigentlich eine Spitze, sondern nur eine sehr schwache Andeutung von einer solchen. Uebrigens ist der Hinterleib kurz, ge- drungen und gegen sein Ende nur wenig verschmälert. Die Beine sind kurz und dick , doch reicht das liinterste Paar von ihnen wegen der Kürze des Hinterleibes eine kleine Strecke über diesen hinaus, was bei anderen Arten der Gattung Idothea nicht der Fall ist. ^n Die Männchen sind höchstens 772 Linien lang, die Weibchen da- gegen viel kleiner. Die Farbe ist ohvengrün , bei einigen Individuen mehr in's Schwarze, bei andern mehr in's Gelbe übergehend ; scheckige habe ich nicht bemerkt. Fundort: Christiansund, wo ich dies Thier zusammen mit Nereis pulsatoria zwischen den Mytilis fand , die dicht gedrängt bei- sammen an den Klippen fest sassen. 29. lANIRA MACULOSA Leach. Ich fand diesen kleinen Isopoden in dem Meerbusen von Chris tia- nia sehr häufig, selten dagegen in dem von Mol de, und weiter nörd- lich gar nicht mehr. Er variirt gar sehr in der Farbe. Viele Exem- plare sind einförmig olivengrün, entweder in's Gelbe oder Schwarze Beiträge zur Fauna Norwegens. Crustacea. 93 Übergehend; andere haben an der oberen Seite des Körpers auf einem eben solchen Grunde einen gelblichen runden Fleck von massiger Grösse, oder zwei bis drei dergleichen in einer Reihe hintereinander Hegende Flecken; und noch andere haben eine über den Kopf und über den vorderen Theil des Hinterleibes gehende breite dunkelbraune Binde, indess die übrigen Theile schwach ockergelb gefärbt sind. Für gewöhnlich hält sich dies Thier ganz nahe am Ufer auf Steinen auf, die selbst zur Zeit der Ebbe vom Wasser bedeckt bleiben. Die Weib- chen haben eine Länge von ungefähr 2 Linien, die Männchen sind etwas kleiner. 30. LIGIA OCEANICA Fabrlcil. Gefunden auf der Insel Griepe, wo sie an den Felsen kletterte. 31. AEGA BICARINATA Leach. (Tab. VI. Fig. 1-lS.) Die grössten mir vorgekommenen Exemplare hatten eine Länge von 20, und am sechsten Ringel des Thorax eine Breite von T'A Linien. Rückenseite und Bauchseite sind convex; letztere nur wenig, erstere sehr beträchtlich. Die Oberfläche der im Allgemeinen sehr harten und dicken Epidermis ist, mit Ausnahme einer grossen Anzahl am Rücken vorkommender Grübchen, die nur unter einer Loupe sich erkennen lassen, allenthalben glatt. Die Farbe ist weiss, mit schwa- cher Beimischung von Gelb. Der Kopf ist ziemlich gross, vorne imd an den Seiten in einem einfachen Bogen abgerundet, und an dem ganzen Rande, der diesen Bogen dai-stellt, beinahe zugeschärft. Die Augen verhalten sich in ihrer Organisation , wie die Oculi compositi der Insecten und besitzen eine sehr bedeutende Grössse, indem sie nicht blos vorne und seitwärts, sondern auch hinten bis an die Ränder des Kopfes ausgebreitet sind, also beinahe die ganze obere Seite des Kopfes einnehmen. Sie stellen zwei längliche, ziemlich dicke und an beiden Enden abgerundete Tafeln dar, convcrgiren nach vorne und stossen hier beinahe zusammen. Die Fapetten, welche ihre ansehnlich Vol. XX. p. I. 4 26 H. Ratiike, » dicke Hornhaut in unzählbarer Menge darbietet, und vvelclie an jedem Auge 18 bis 19 Querreihen bilden, sind ziemlich regelmässige gleich- seitige Sechsecke, und an ihrer nach innen gekehrten Seite recht stark, an der nach aussen gekehrten Seile aber kaum merklich convex. Ueber die innere Fläche der Hornhaut zieht sich, ihr allenthalben dicht anliegend, ein sehr dünnes, farbloses, durchsichtiges, recht festes und leicht abtrennbares Häutchen hinweg. Die Krystallkörper sind kurze, dicke und abgestumpfte Kegel, die an dem dünneren Ende etwas con- vex, an dem dickeren etwas ausgehöhlt sind. Das Pigment, das zwi- schen ihnen abgelagert ist, hat eine braune Farbe, die nach der Horn- haut hin sehr dunkel ist, nach den Sehnerven aber dem Goldgelb sich annähert. Die hinteren Fühlhörner (Fig. 2, c) reichen nicht völlig bis zum zweiten Ringel des Thorax; ihr Stiel besteht aus 5 Gliedern, von denen die 3 ersten sehr kurz sind, die Geissei aber höchstens aus 18 Gliedern. Die vorderen Fühlhörner (E'ig.2,6) stossen in ihren Grund- flächen beinahe zusammen und reichen nur bis zu der Geissei der hin- teren; von den 4 Gliedern ihrer Stämme oder Stiele sind die beiden ersten, was für die Gattung j^ega charakteristisch ist, im Verhältniss zu ihrer Ljänge ziemlich breit, an ihrer oberen Seite ganz platt und überhaupt beinahe tafelförmig; die Geissei besteht höchstens aus 12 Gliedern. Die Fresswerkzeuge sind zum Nagen eingerichtet und im Allgemeinen denen der Gattung Idothea ähnlich. Von den Kie- ferbeinen des zweiten Paares (Fig.2,/t, Fig. 3 u. Fig. 4), die nach ihrer ganzen Länge von einander getrennt sind, erscheint ein jedes als eine längliche, dicke und in vier an Grösse sehr ungleiche Glieder getheilte Tafel, das Endglied läuft in zwei fast kegelförmige und ungleich grosse, im Ganzen aber nur kurze E'ortsälze aus, von denen der kürzere dik- kere nnt einem einzigen Zahne, der längere mit 5 oder 6 gekrümm- ten Zähnen besetzt ist; das Wurzclglied, welches sich als das längste von allen zeigt, sendet an seiner Basis nach aussen einen ziemlich Beiträge zur Fauna Norwegens. Crustacea. §fi grossen und beinahe beilförmigen Fortsatz ab, der zur Befestigung des ganzen Gebildes dient, einen Theil der unteren Wandung des Kopfes ausmacht, und hauptsächlich für die Insertion einiger Muskelbün- del der Fresswerkzeuge bestimmt ist (l'ig. 5, b). Die Kieferbeine des ersten oder vorderen Paares (Fig. 2, g und Fig. 5) sind etwas klei- ner als die schon beschriebenen, ungegliedert, ein wenig gekrümmt und im Ganzen ziemlich dick; diejenige Hälfte eines jeden, mit der es an den Kopf befestigt ist, erscheint als die dickere und gleichsam angeschwollene; die andere Hälfte aber ist an ihrem inneren Rande beilförmig zugeschärft, am äusseren abgerundeten Rande mit drei klei- nen Dornen, und an ihrer Spitze mit einem einzigen kleinen Zahne bewaffnet. Die Maxillen sind im Vergleich zu den übrigen Fresswerk- zeugen nur sehr dünn und auch kürzer als diese ; eine jede stellt einen dünnen , etwas gebogenen , gegen das Ende etwas verjüngten und «ii dem Ende spateiförmig zusammengedrückten Cylinder dar (Fig. 6); der nach innen gekehrte Rand dieses spateiförmigen Theiles ist mit 7 hakenförmig gekrümmten und in einer Reihe stehenden Zähnen be- setzt (Fig. 7). Die ziemlich grossen und kräftigen Mandibeln (Fig.2,e) sind beinahe nach ihrer ganzen Länge an den Kopf angewachsen, weshaÜD das nach vorne und unten gekehrte Endo derselben eine nur geringe Beweglichkeit haben kann. Von oben und unten sind sie abgeplattet, doch allenthalben ziemlich dick (Fig. 9, a); an ihrer Basis haben sie eine ziemlich grosse Breite und laufen, in einem Bogen sich nach innen (gegen die Mittellinie des Körpers) krümmend, nach vorne verjüngt aus (Fig. 2, e und Fig. 8, a); ihr vorderes sehr hartes und fast keilförmiges Ende ist übrigens stark nach unten umgebogen. Mit dem äusseren oder convexen Rande einer jeden Mandibel ist ein dreiglie- driger, langer, doch nur massig dicker und etwas behaarter Taster verbunden (Fig. 2,/*, Fig. 8,6 und Fig. 9, 6). Die Mundspalte ist im Ver- hältniss zum ganzen Körper nur sehr klein, und vor derselben und 28 H. Rathre, l den Mandibeln befindet sich eine dünne, halbmondförmige und haupt- sächlich aus dicker Epidermis bestehende Oberlippe. An den Ringeln des Thorax, von denen der sechste am breitesten ist, sind die Seitenplatten oder seitlichen Vorsprünge im Ganzen nur kurz. Die Beine zeigen sich um so länger und schlanker, wie sie von vorne nach hinten auf einander folgen. Das vorderste (Fig. 10) ist am kürzesten und verhältnissmässig am dicksten. Die Beine der drei vor- deren Paare sind mit sehr kräftigen, sehr stark gekrümmten und un- gemein scharfen Krallen ausgerüstet, liegen gewöhnlich nach vorne gerichtet, und dienen wohl mehr zum Anklammern als zum Gehen; der Unterschenkel ist nicht viel breiter als der Metatarsus, und sein innerer Rand ist am vordersten Beine glatt, am zweiten und dritten aber (Fig. 11) mit einer Reihe stumpfer Zähne versehen, dagegen ist die hintere Fläche des Unterschenkels glatt. Die übrigen Beine haben kürzere und weniger gekrümmte Krallen (Fig. 12), sind an mehreren ihrer Güeder mit kurzen Dornen bewaffnet und dienen zum Gehen und Schwimmen. *) Im Allgemeinen ist der Bau der Beine so be- schaffen, wie bei den Thieren aus der Gattung Idothea. Sehr merkwürdig in Hinsicht auf die Entwickelung von ^ega war mir der Umstand, dass ich bei einem Exemplare, das schon eine Länge von 7 Linien erreicht hatte, also schon beträchtlich gross war, die Beine des hintersten Paares kaum zum dritten Theile so lang, als die des vorletzten, also noch sehr kurz, ferner ganz gerade gestreckt, unter dem siebenten Ringel des Thorax völlig quer gelagert, und nur mit ihren Klauen einander berührend fand, ganz so denmach sich verhaltend, wie ich sie bei Jungen von Oniscus murarius, die ihrer *) Die von Desmarest geraachte Angabe, dass die Beine des zweiten, dritten und vier- ten Paares sehr stark gekrümmte, die übrigen Beine aber nur wenig gekrümmte Kral- len besitzen, beruht vielleicht nur auf einem Schreibfehler. (Consideratlons mr la Clusse des Crustacees.) Beiträge zu?' Fauna Norwegens. Crustacea. 30 Grösse nach zu urtheilen nicht jünger waren, gesehen und abgebildet hatte. *) Es bilden sich also bei Aega die beiden hintersten Beine weit langsamer aus, als bei Oniscus. Der hinterste Ringel des Thorax hatte dagegen schon eine solche verhältnissmässig grosse Breite, wie bei Erwachsenen. Blätter für eine ßruthöhle habe ich bei keinem Exem- plare bemerkt, es ist daher sehr wahrscheinlich, dass Aega ihre Eier, wie Sphaeroma, dem Wasser zum Brüten übergiebt. Von den 6 Ringeln des Hinterleibes haben die 4 vorderen ziem- lich grosse Seitenvorsprünge , und diese stellen dicke, dreiseitige, mit ihren Flächen senkrecht stehende und einander dicht anliegende Ta- feln dar. Die vordere Fläche der Vorsprünge ist etwas convex, die hintere etwas concav. Weit kleiner sind diese Theile am fünften Rin- gel. Der hinterste Ringel, welcher der grösste ist, verschmälert sich gegen sein Ende ziemlich stark, ist aber an diesem beinahe noch halb so breit, als an seinem Anfange, und hat an selbigem einen nur wenig tiefen Ausschnitt. An seiner oberen Seite besitzt er zwei schwache und abgerundete Leisten, die von vorne nach hinten in einer nur massig grossen Entfernung von einander ihren Verlauf machen und Veranlassung zu dem Beinamen dieser Thierart gegeben haben. Die Xiemen, von denen fünf Paare vorkommen, haben einen ähnlichen Bau, wie in der Gattung Idothea. Die beiden Seitenanhänge des letzten Hinterleibs-Ringels sind ziemhch gross (Fig. 1 und Fig. 13), ein jeder besteht aas einem beträchtUch grossen tafelförmigen Stamme, der ein unregelmässiges sehr hohes Dreieck darstellt, und zwei tafel- förmigen, ziemlich dicken, an ihren Rändern nicht eingeschnittenen und an Grösse etwas ungleichen Aesten, die mit der einen längeren Seite des Stammes beweglich verbunden sind, und von denen das in- nere dreieckig, das äussere beinahe oval ist. *) Abhandlungen zur Bildungs- und Entwickelungsgeschichte der Menschen und der Thiere. ThI. II. S. 82, und Tab. VI. Fig. 19. gO .o<>5oU» H. Ratiike, ^ •ota. arv^V^iM'ifl Der Darmcanal lässt drei verschiedene Abtheilungen unterschei- den, von denen die mittlere am grössten, besonders am weitesten ist. Die vordere Abtheikmg (Fig. 16 und Fig. 17, a), die Ijis zum vierten Ringel des Thorax reicht, beginnt sehr enge, erweitert sich aber, wie sie hinter dem Gehirne hervorgetreten ist, mehr und mehr, und wird dann kurz vor ihrem Ende wieder enger, so dass sie ihrer Form nach mit der kroptförmigen Speiseröhre mancher Hymenopteren und Orthopteren viele Aehnlichkeit hat. Die aufgenommenen Nah- rungsmittel häufen sich zuerst in diesem Theile an, und je nachdem er damit mehr oder weniger angefüllt ist, findet man ihn natürlicher Weise auch mehr oder weniger erweitert. Gewöhnlich aber findet man ihn leer, weim das Thier durch Emtauchen m Weingeist getöd- tet wurde, weil es dann vor dem Tode den Inhalt desselben, der gröss- tentheils aus Fett besteht, auszuspeien pflegt. Seine Wandung ist massig dick, meistens ganz eben, mitunter aber an einer oder einigen Stellen halbringiörmig njehr oder weniger tief eingezogen, und der Haupsache nach aus einer Muskelhaut und einer fast eben so dicken Schleimhaut zusammengesetzt; die letztere Haut bildet mehrere und um so höhere Längsfalten, je mehr sich das Organ verengert hat. Gleich hinter dem Gehirne gehen in dieses Organ mittelst eines ge- meinschafthchen kurzen Ausführungsganges jederseits drei Fettkörper oder Lebern über, die alle nur massig dick sind, nur wenig über den dritten Ringel des Thorax nach hinten hinausreichen, ungefähr so, wie das Colon des Menschen, drei oder auch nur zwei Reihen von halb- ringförmigen Einschnürungen und kleinen Ausbuchtungen besitzen, ausserdem aber auch durch dicht gedrängt stehende, sehr kleine Her- vorragungen an der Oberfläche uneben gemacht sind (Fig. 16,'i ius 3^^»-\iv>a paare bemerken, sondern ist zu einem einzigen länglichen und ziem- lich dicken Körper verschmolzen, der sich zwar nur allein durch die drei vorderen Ringel des Hinterleibes erstreckt, doch deutlich fünf längliche in einer Reihe aufeinander folgende Anschwellungen erken- nen lässt. Nach aussen und hinten sendet dieser Körper fünf Paare schräg verlaufender Aeste in die Muskeln der Kieme, und gleich hinter dem dritten Ringel des Hinterleibes theilt er sich in zwei ziemlich starke divergirende Aeste, die gegen das Ende des Hinterleibes aus- laufen und sich in etliche Zweige theilen, von denen einer zum Ende des Darmes, ein zweiter stärkerer zu den Muskeln eines Seitenanhan- ges des Hinterleibes geht. Das Gehirn (Fig. 14, ad) hat eine ziemlich beträchtliche Grösse und besteht aus zwei verschmolzenen, mehr ova- len als rundlichen, und mit der Achse quer gelagerten Seitenhälften. Die Oeffnung zwischen demselben und dem vorderen Theile des Bauchmarkes, die für den Durchgang der Speiseröhre bestimmt ist, üest nicht sowohl hinter ihm , als unter ihm und ist nur sehr klein. Nach aussen geht jede Seitenhälfte des Gehirns in einen sehr dicken, massig langen, beinahe cylindrischen und am Ende abgerundeten Fort- satz aus, w^elcher der Stamm eines Augennerven ist (Fig. 14, 6 i»). Bei- nahe die ganze Oberfläche dieses Nervenstammes, ausgenommen näm- lich die untere Seite, sendet Zweige ab, die strahlenförmig auseinander- fahren, sich zu den einzelnen Krjstallkörpern des Auges begeben, und im Verein mit einem weissen Zellstoffe ein dickes Polster auf dem Stamme zusammensetzen, das nach allen Seiten über ihn hinausragt, und das von ihm leicht abgetrennt werden kann. Die Nerven für die Fühl- hörner zeigen sich deutlich als die vorderen Enden der beiden Stränge des Bauchmarkes, laufen etwas divergircnd nach vorne hin (Fig. 15, d u. e), und haben unter der inneren Hälfte der Polster, welche von den Zweigen der Sehnerven gebildet werden , ihre Lage. Der Nerve des kleineren Fühlhorns entspringt mit dem des grösseren aus einem Beiträge zur Fauna Norwegens. Crustacea. Sit gemeinschaftlichen Stamme (Fig. 15). Die Nerven für die Fresswerk- zeuge gehen, wie bei Idothea, von dem Bauchmarke zwischen dem ersten Ganglienpaare desselben und dem Gehirne ab. Das beschriebene Thier fand ich an der Insel Griepe auf Gadxis Molva, auf dem es ziemüch schnell herumlief. Ohne Zweifel nagt es diesen Fisch an und ernährt sich von ihm. Anmerkung. Bei einer Art von Aega, die Dr. Grube vom mittelländischen Meere mitgebracht hatte, und die ich für Aega emar- ginata halten zu dürfen glaube, ist der Unterschenkel des zweiten und dritten Beines sehr viel breiter, als der übrigens ebenfalls recht kräf- tige Metatarsus, und an seiner hinteren Seite mit zwei Reihen von Zähnen versehen, die sich schräge vom inneren Rande des Unter- schenkels nach aussen und gegen den Oberschenkel hinziehen; ferner ist der Stamm der Anhänge des Hinterleibes zwar ebenfalls, wie bei Aega hicarinata, unregelmässig dreieckig, reicht aber nur bis zu der Mitte des inneren Astes hin; dieser innere Ast hat an seinem äusseren Rande einen starken Ausschnitt, den Desmarest in der von ihm mit- getheilten Abbildung nicht angegeben hat; die Augen sind grosser, als in dieser Abbildung und stossen beinahe zusammen; der ganze Kör- per ist schlanker. Die Länge dieses Exemplars beträgt 14 Linien. 32. CROSSÜRÜS n. sp. (Tab. I. Flg. 1-7.) Ein kleiner, 2 Linien langer Isopode, den ich in zwei Exempla- ren bei Molde auf Austern fand, und der in seiner Organisation einige sehr merkwürdige Verhältnisse zeigte, hat mir dieservvegen Veranlas- sung zur Aufstellung einer besondern Gattung gegeben. Franse n- schwanz habe ich ihn deshalb genannt, weil um seinen Hinterleib zwei Reihen von Haaren oder kurzen Fäden ringförmig herumgehen, die einige Aehnhchkeit mit Fransen haben. *) *) Das Wort Crossurits ist gebildet aus «possos und uvqu. l(J S6 H. Ratiike, Der Körper des erwähnten Thieres ist im Verhältniss zu seiner Länge massig breit , besitzt gleich hinter dem Kopf die grösste Breite, und wird von da aus gegen sein hinteres Ende aUmälig schmäler. An der oberen Seite ist er ziemUch stark gewölbt, an der unteren dagegen im Ganzen nur wenig. Der Kopf ist verhältnissmässig recht gross, hinten am breitesten und mit zwei abgerundeten Ecken versehen, nach vorne beträchthch verschmälert, an der oberen Seite stark gewölbt, und besonders an dieser mit einer dicken, festen und übrigens ganz glatten Hautbedeckung bekleidet. Sein vorderes Ende lässt zwei kleine Ausschnitte bemerken, zwischen denen sich in der Mittelebene des Kopfes ein sehr kurzer stumpfer Vorsprung befindet, nach aussen aber werden sie von zwei viel grösseren Vorsprüngen begrenzt, die beinahe abgestumpfte Kegel darstellen, nach vorne gerichtet sind und ein wenig convergiren. Die letzteren scheinen auf den ersten Anblick zwei kurze und dicke gestielte Augen zu sein, sind es jedoch in der That nicht. Noch zwei andere Vorsprünge gehen etwas vor der Mitte des Kopfes von den Seitenrändern desselben ab und sind nach unten gerichtet, so jedoch, dass sie ein wenig convergiren; sie übertreffen jene vorderen seitlichen mehr, als um das Doppelte an Grösse, stellen massig dicke Platten dar, sind mit ihrer einen Seite nach aussen, mit der andern nach innen gerichtet, laufen von ihrem nur massig breiten oberen Ende oder der Basis gegen das andere oder untere Ende ver- schmälert aus und sind an diesem abgerundet. Von den vier Fühl- hörnern liegen zwei gerade unter den beiden anderen und sind dün- ner und kürzer als diese, welche jedoch ebenfalls nur kurz genannt werden können, weil sie kaum halb so lang als der Kopf sind. Im Verhältnisse zu ihrer Länge erscheinen alle vier, besonders aber die beiden oberen, recht dick. Jedes Fühlhorn besieht aus nicht mehr als vier Gliedern. (In Fig. 3. ist eines von den oberen abgebildet.) Die Augen liegen weit nach hinten zu beiden Seiten des Kopfes, Beitrüge zur Fauna Norwegens. Crustacea. äf haben eine ziemlich beträchtliche Grösse und erscheinen so gebaut, wie die Augen der Oniscineen, sind also wohl den Oculis aggregatis beizuzählen. Der Thorax besteht aus sieben Segmenten, von denen aber das vorderste viel schmäler als das zweite, und so kurz ist, dass man es, besonders bei der Betrachtung der Rückenseite des Thieres, leicht übersehen kann, weil es nur als ein sehr schmaler Saum am hinteren Rande des Kopfes erscheint, und weil die Furche, durch die es vom Kopfe abgegrenzt wird, kaum zu erkennen ist. Das zweite Segment ist das breiteste von allen, dagegen schmäler, als das dritte und die folgenden. Seitwärts springen die einzelnen Segmente, mit Ausnahme des vordersten, wie bei den Crustaceen aus der Gattung Idothea, indem sie kleine Tafeln aussenden, etwas vor. Ungeachtet der geringen Ausbildung des vordersten Segmentes des Thorax, über- triflFt doch das vorderste ßeinpaar die übrigen sehr bedeutend an Dicke, wie es denn auch etwas länger, als die übrigen ist. Im Verhältniss zu ihrer Länge haben die Beine des vordersten Paares, die über den Kopf nach vorne etwas hinausreichen , eine beträchtliche Breite und Dicke, so dass sie in dieser Hinsicht sich mit den vordersten Beinen der Maulwurfsgrille (Gryllus Gryllotalpa] vergleichen lassen, und be- sitzen eine Scheere mit kurzem Index und Pollex (Fig. 5). Der ver- hältnissmässig recht lange Carpus und der Unterschenkel sind an ihrer inneren Seite etwas concav, an der äusseren sehr convex; der an bei- den Seiten convexe Oberschenkel springt mit einem kurzen, dicken und abgerundeten Fortsatze über das erste Segment des Thorax nach hinten vor. Die übrigen Beine (Fig. 4) sind nur dünn, in der Form, obschon nicht auch völlig in ihren Dimensionsverhältnissen, einander gleich, und mit einer kleinen scharfen Kralle versehen. Der Hinterleib, dessen Länge ungefähr der Länge der beiden hintersten Segmente des Thorax gleich kommt, besteht aus 6 Segmen- ten, von denen das vorderste am grössten, das hinterste am kleinsten 38 ,,vj^u^'<> H. Ratiire, A ist. An der unteren Seite desselben sind drei Paare kleine und ganz einlache blattförmige Kiemen befestigt, von denen jede beinahe einer Hälfte von einer nach der Länge halbirten ellipsoidischen Tafel gleich kommt, und hinter einer ähnlich geformten, doch etwas grösseren Klappe versteckt liegt, durch die sie von vorne her geschützt wird (Fig. 2,6, und 7). Mit ihrem grössten Durchmesser ist die Kieme sammt ihrer Klappe quer gelagert, und beide sind mit ihrem nach aussen gerichteten Ende an einen sehr kurzen dicken Stiel, durch diesen aber an den Hinterleib selbst befestigt (Fig. 7). Kieme und Klappe sind an ihren freien Rändern , wie ihre Wurzel oder der er- wähnte Stiel an seiner nach aussen gekehrten Seite, mit einer Reihe von Haaren besetzt , die an zwei Seiten mit sehr zarten und dicht ste- henden Nebenhaaren versehen, also doppelt gefiedert sind. An den äusseren Enden der Athemwerkzeuge des vordersten Paares schliesst sich ein aus mehreren Reihen eben solcher und massig langer Haare bestehender Wulst, oder eine Franse an, die sich quer über die obere Seite des Hinlerleibes fortzieht, und niclit bloss an dieser Seite, son- dern auch rechts und links ziemlich weit vorspringt. Ein eben so beschaffener zweiter Wulst liegt in geringer Entfernung hinter dem erstem, und schliesst sich an die Athemwerkzeuge des dritten Paares an (Fig. 1.U.2). Ueber das Ende des Hinterleibes springen zwei kleine dünne stabförmige Anhänge vor, von denen ein jeder aus drei Glie- dern besteht. Beide Exemplare, die ich untersuchen konnte, waren Weibchen und trugen Eier unter dem l'horax. Diese aber, die übrigens ver- hältnissmässig ziemlich gross waren, lagen nicht, wie bei Idothea, Ligia und vielen andern Isopoden, in einer zum Theil aus Schuppen bestehenden Brüthöhle eingeschlossen, sondern bildeten zwei länglich- ovale, dicht neben einander liegende und an der Oberfläche nur wenig unebne Massen von ziemlich beträchtlicher Grösse. Jede von ihnen Beitrüge zur Fauna Norwegens. Cruslacea. Ä9 war zusammengesetzt aus den Eiern und einer durchsichtigen eiweiss- artigen Substanz, die um jene herumgegossen war, sie wie ein Kitt zusammen hielt, und sie zugleich auch an die Bauchseite des Leibes befestigte. Es zeigten demnach jene Massen ganz dieselbe Zusammen- setzung, wie die sogenannten Eiertrauben der Cyclopiden, Lernaea- den und ßranchiopoden. Die Fühlhörner, Beine, Kiemen, Kiemendeckel, Haarfransen des Hinterleibes, liintere Anhänge desselben und Eiertrauben sind rein weiss gefärbt. Die Grundfarbe der oberen Seile des Kopfes aber, wie die der Brust und des Hinterleibes, ist ein schwaches Ockergelb. Hie und da wird diese letztere Farbe von einem dunkeln Biesterbraun verdeckt. Auf einem jeden von den fünf hinteren Segmenten der Brust, und beinahe auch auf jedem Segmente des Hinterleibes bildet das Braun eine schmale Binde, auf dem ganzen Kopfe aber ein sehr engmaschiges, aus breiten Fäden bestehendes Netzwerk, so dass auf der oberen Seite des Kopfes eigendich die braune Farbe vorherrscht. Aller Wahrscheinlichkeit nach steht das eben beschriebene Thier zimächst den Gattungen Apseudes (Eupheus nach Des märest), Rhoe und Tanais, von welchen drei Gattungen Milne -Edwards behaup- tet, dass sie eine besondere Gruppe in der Familie der Idotheiden ausmachen. *) CROSSURUS VITTATÜS eschri( und Hinterleib. nenne ich die beschriebene Art wegen der ])raunen Binden auf Brust magnosis generis Crossuri. Antennae quatiior hreves crassiores j externae internis longio- res. Ociili duo sessiles. Corpus elont/afMm, dorso convexum. Abdo- men duahiis taeniis semicircidaribus e magno pilorum erectoriim nu- mero compositis fimhriasqtie duas cxhihentibus cinctum: apex eiiis *) Hist. nat. des animuux sans veHebres pur Lamarck: deuxieme Edition Tom. F. /x290. 40 H. Ratiike, duahus appendicihus hrevihus, cylindricis, articulatis praeditus. Pedes quatuordecim lonyiusculi, primi paris pedes cheliferi, rohustij reliqui tenues, paulo breviores, atnhulatorii. Branchiae sex, folia- ceae, simplices, niargine pilis lonyiorihus instrxictae } earum quaeli' het lamina eiusdem fere structtirae ohtecta. 33. PHRYXUS HIPPOLYTES n. gen. (Tab. II. Fig. 1-10.) Der Parasit, den ich mit diesem Namen belege, steht zunächst der Gattung Bopyrus, indem er mit den bekannten Arten derselben eine sehr grosse Aehnlichkeit hat, ist aber von Boptjrus Hippohjtes, den Kröyer entdeckt und beschrieben hat, *) durchaus verschieden. Von den Thieren aus der Gattung Bopyrus unterscheiden sich nament- lich die weibUchen Exemplare hauptsächlich dadurch, dass ihre Kie- men nicht einfache Blätter darstellen, sondern aus zwei von einem gemeinschaftüchen Stiele ausgehenden Blättern bestehen, ferner, dass der Thorax unten und an den Seiten eine so enorme Ausdehnimg erlangt, dass die Beine ganz nach oben hingedrängt werden und an der Rückenseite zu hegen kommen, und dass ausserdem mehrere von den Blättern, welche die Brüthöhle zusammensetzen helfen, eine solche Ausbreitung gewinnen, dass sie dieselbe von unten völlig schliessen. Ich glaube, dass |diese Organisations -Verhältnisse wohl eine hinrei- chende Veranlassung geben, für den erwähnten Parasit und für einen noch andern, den ich auf Pagurus Bernhardus gefunden habe, und bei dem sie ebenfalls vorhanden sind, eine neue Gattung aufzustellen. Den Namen Phi^jxus habe ich aus der griechischen Mythologie ge- nommen. Die Diagnose dieser Gattung könnte, mit Rücksicht auf die Gattung Bopyrus, etwa folgendermaassen abgefasst werden : Antennae quatuor hreves tenuesque. Oculi (marisj parvi. Dor- Hum feminae planum, maris convexum ^ venter illius convexiis, huius *) Groenlands Amfipoder. S. 78 — 82. Beitrüge zur Fauna Norwegens. Crustacea. -41 planus. Pedes feminae dorsum. versus inclinati, maris amhulatorii. Cavum fotorium propriis laminis clausuni. Branehiae feminae ma- gnae bilobae, maris rudimentarii. Der zu beschreibende Parasit hält sich unter dem Hinterleibe von Hippolytc lentiffinosa auf, in dem Winkel, den dieser Körpertheil bildet Das gi^össere Weibchen sitzt hier unter der vorderen Hälfte des Hinterleibes so, dass seine Bauchseite nach unten gekehrt ist, wenn man sich das Wohnthier schwimmend denkt, und ist meistens mit dem Hinlerleibsende, selten mit dem Kopfe, nach dem Thorax dieses seines Wohnthieres gerichtet. Eigentlich befindet es sich in dem er- wähnten Winkel, den der stets zusammengekrümmte Hinterleib der Hippolyte bildet, eingeklemmt, denn zum Festhalten sind seine Beine, ^vie sich ^■v eiterhin ergeben wird, nicht eingerichtet. Das viel kleinere Männchen dagegen, dessen Beine sich zum Gehen und Festhalten geeignet zeigen, sitzt nicht etwa, wie das Männchen von Bopyrus squillarum, zwischen den beiden Kiemenreihen seines Weibchens eingeklemmt, *) sondern hat sich mit seinen Beinen an dem Hinter- leibe des Weibchens angeklammert, und sitzt entweder quer unter demselben, oder rechts oder links von ihm in etwas schräger Richtung. Das Weibchen (Tab. II. Fig. 1 und 2) erreicht eine Länge von S'A, und eine Breite von S'A Linien. Im ausgebildeten Zustande erscheint dasselbe im hohen Grade asymmetrisch, namentlich ist seine eine Sei- tenhälfte immer viel kürzer und schmäler als die andere, und es stellt die Achse seines Körpers ein ziemlich grosses Segment von einem Kreise dar. Gewöhnlich ist die rechte Seitenhälfte die grössere, selte- ner die linke. Die obere Seite des Thorax ist zwar an der kleineren Seitenhälfte ein wenig concav, doch im Ganzen beinahe eben, die des Kopfes ist ganz platt, und die des Hinterleibes ein wenig gewölbt. Dagegen ist die ganze untere Seite des Körpers, wenn man die Blätter *) Ratlike de Bopi/ro et Nereide (Rigae et Dorpati). Tah. I. Fig. 5. Vol. XX. P. I. 6 (43 H. RA.TaKE, \ der sehr grossen Brüthöhle unbeachtet lässt, massig convex, wenn man aber diese Blätter berücksichtigt und die von ihnen gebildete Ebene als einen Theil der Bauchseite annimmt, sehr bedeutend convex. Der Kopf erscheint, wenn man ihn von der oberen Seite betrachtet, als ein unregelmässiges Oblong (Fig. 1), seine längeren Seiten sind concav, seine kürzeren, welche die beiden Enden dieses Körpertheiles ausma- chen, convex. Die Furchen, welche die sieben Ringel des Thorax von einander abgrenzen, gehen weder an der unteren noch an der oberen Seite des Körpers über die ganze Breite desselben, sondern befinden sich nur an dem mittleren kleineren Theile desselben. Der Hinterleib, der nicht völlig noch einmal so lang als der Kopf ist, bildet einen kurzen, von zwei Seiten et^vas zusammengedrückten und in zwei sehr kleine, kaum merkbare Spitzen auslaufenden Kegel, und besteht aus 6 durch massig tiefe Ringfurchen von einander abgegrenzten Ringeln. Der verhältnissmässig zum ganzen Körper nur kleine Kopf ist zwar im Allgemeinen ziemlich dick , läuft jedoch nach vorne in eine stumpfe Kante aus. Seine obere Seite ist, wie schon bemerkt wor- den, ganz gerade, seine untere dagegen bildet zwei verschiedene Ebe- nen, die unter einem sehr stumpfen Winkel in einander übergehen, und von denen die eine die kleinere vordere, die andere die etwas längere hintere Hälfte des Kopfes bezeichnet. An der vorderen befin- det sich, wie bei Bopyrus sqiiiUarum, eine verhältnissmässig zum gan- zen Kopfe bedeutend grosse Unterlippe (Fig. 5,«), welche, eine Klappe darstellend, die MundÖfiiiung verdeckt, die Form eines sphärischen Dreiecks hat, und mit ihrer Spitze beinahe an den vorderen Rand des Kopfes reicht. Die Epidermis ist am mittleren Theile der unteren Seite derselben stärker verdickt, und bildet hier eine längliche, fast zungeuförmige und mit der Spitze nach vorne gerichtete Platte; rechts und links von dieser Platte aber sieht man eine kleine rundliche Anschwellung oder Auftreibung. Ausser der beschriebenen Lippe Beiträge zur Fauna Norwegens. Crustacea. (Mi bemerkt man, wie auch bei Bopyrus, keine Fresswerkzeuge weiter. Die Fühlhörner (Fig. 5, 6 u.c) befinden sich ganz in der Nähe des vor- deren Randes nicht gar weit von den vorderen Ecken des Kopfes, haben eine nur geringe Grösse, und sind mit ihren Spitzen nach vorne und aussen gerichtet. Jedes äussere Fühlhorn besteht aus 6 Gliedern und hat die Form eines kurzen Pfriemens; jedes innere aber, das etwa nur zum vierten Theile so lang ist, als das dicht neben ihm stehende äussere, besteht nur aus 2 oder vielleicht aus 3 Gliedern, und hat die Form eines kurzen Kegels. An der hinteren grösseren Hälfte des Kopfes bildet die untere Seite ein niedriges Tonnengewölbe, indem ihre Mittellinie stärker hervortritt, rechts und links aber ist an dieser Hälfte ein Blatt angeheftet (Fig.4,a, Fig.5,»T(^«w;> H. Rathke,m''1 '«vs iVu\i'\»U als die übrigen haben, augenscheinlich so verdreht sind, dass sie ihre Klauen wider die Regel nach oben gekehrt haben , um ihren Besitzer doch einigermaassen an dem Wohnthiere festhalten zu können. Im Verhältniss zu dem ganzen Körper haben die Beine eine nur massig grosse Länge und Dicke, und was ihre Form anbelangt (Fig. 6 und 7), so sind sie kaum merklich gegliedert, besitzen dicke, gleichsam ange- schwollene und mit einer kurzen stumpfen Kralle versehene Endglie- der, und hal)en nach aussen von ihrem fast rundlichen und über die Rückenfläche des Leibes stai'k hervortretenden Hüftgliede einen klei- nen fast kegelförmigen Vorsprung, den ich nicht zu deuten vermag. Die Blätter der Brüthöhle gehen von den beiden Seitenrändern des Körpers ab, und haben eine sehr verschiedene Grösse (Fig. 2). An der kleineren Seitenhälfte des Leibes bemerkt man ihrer sechs, und von diesen hängt das eine mit dem Kopfe zusammen, indess die librigen nach innen von den Beineu an die fünf vorderen Ringel des Thorax befestigt sind. Das vorderste Blatt liegt der unteren Seite der hinteren Hälfte des Kopfes ziemlich dicht an, so dass demnach die Lippe, welche der vorderen Hälfte des Kopfes angehört, von ihm un- bedeckt bleibt und lässt, wie bei Bopyrus squillariim, in seiner Mitte, die am dicksten ist, eine scheibenförmig runde, ziemlich grosse und nach unten massig stark hervortretende Erhabenheit bemerken (Fig. 5, d). Das zweite Blatt, das etwa noch einmal so gross, als jenes erstere ist, bedeckt dasselbe ganz so, wie bei der erwähnten Art von Bopyrus, von unten völlig, indem es ihm mit seiner vorderen napf- förmigen Hälfte dicht anliegt (Fig. 4, 66 ist das gleichgestaltete Blatt der anderen Seitenhälfte). Die übrigen vier Blätter, die nur wenig grösser als das zweite sind, haben zum Theil einen oder zwei Ein- schnitte, gehen, wenn man sich das Thier auf dem Bauche hegend denkt, schräge von oben und aussen nach unten und innen und zei- gen sich so gestellt, dass ihr einer Seitenrand nach hinten und innen, Beilrüge zur Fauna Norivegens. Crustacea. ^ der andere nach vorne und aussen gerichtet ist (Fig. 2, bb). Mit dem grössern Theile ihrer Fläche liegen diese vier Blätter einander dicht an, übrigens aber sind sie an ihrer Basis unter einander etwas ver- wachsen und schliessen die BrüthÖhle nur nach aussen, nicht aber auch nach unten. — An der gi'össeren Seitenhälfte des Körpers befin- den sich zuvörderst vorne zwei Blätter, die in Hinsicht ihrer Form, Grösse, Lage und Verbindung den beiden vorderen Blätter der ande- ren Seitenhälfte gleich kommen, und mit ihrem nach innen gekehrten Rande diese fast der ganzen Länge nach berühren (Fig. 4). Auf sie folgt dann ein überaus grosses Blatt, das den bei weitem grössten Theil der unteren Wandung der Brüthöhle bildet, die vorderen Blätter beider Seitenhälften von unten her völlig bedeckt, die vier hinteren Blätter der anderen Seitenhälfte aber nur mehr berührt als bedeckt. Es geht dies grösste Blatt der Brüthöhle (Fig. 2, aaa) seiner ganzen Länge nach von dem einen Seilenrande des Thorax ab, verlässt dann dicht hinter dem fünften Beine diesen Rand, und läuft nun in einem Bogen dicht vor dem Hinterleibe nach dem anderen Seitenrande herüber, ist aber auch auf diesem Wege dem Thorax angewachsen. Es ist dasselbe zu betrachten als aus vier einzelnen Blättern zusammen- geschuiolzen, auch lässt es in der That einige tiefe Einschnitte bemer- ken, wodurch es in einige Lappen getheilt ist, die mit ihren Rändern zum Theil übereinander greifen, doch bemerkt man an ihm nicht 4, sondern nur 3 Lappen (E'ig. 2). Die beiden vorderen Paare Blätter der Brüthöhle, von welchen das erste in seiner ganzen Ausbreitung der unleren Seite des Kopfes dicht anliegt, können, wie es scheint, durch besondere Muskeln, wie bei Bopyrus squillarum, von jener Seite des Kopfes etwas abgehoben oder aufgeklappt werden, worauf dann die in der Brüthöhle eingeschlossenen Jungen diese Höhle ver- lassen können. Die übrigen Blätter aber scheinen einer jeden vvill- kührüchen Bewegung unfähig zu sein. Endlich wäre noch zu bemer- 40 II. Kathke, ken, dass die Blätter des ersten, also des an den Kopf angehefteten Paares eine Eigenthümlichkeit der Bopjriden (Bopijrus und Phry- xus) zu sein scheinen , indess den Blättern der übrigen Paare entspre- chende Gebilde auch bei den meisten übrigen Isopoden weiblichen Geschlechtes vorkommen. Die Kiemen sind Blätter von verschiedener Grösse und von xer- schiedener, doch im Ganzen einfacher Form (Fig. 1 und 2). Je zwei sind immer zu einem Paare vereinigt, sitzen auf einem kurzen Stiele an einem der beiden äusseren Ränder des Hinterleibes, und haben eine solche Stellung zu einander, dass sich das eine über dem andern befindet, beide aber von einander stark divergiren. Das untere Blatt eines jeden Paares, oder dasjenige, welches der Bauchseite des Leibes entspricht, ist jedenfalls bedeutend kleiner als das obere. Im Ganzen kommen acht Paare solcher Blätter vor, also vier Paare an jeder Sei- tenhälfte, oder mit anderen Worten vier Kiemen an jeder Seitenhälfte, von denen jede aus zwei Blättern besteht. Jederseits sind die Kiemen um so kleiner, je weiter sie nach hinten liegen; die der längeren Sei- tenhälfte aber, besonders die oberen Blätter derselben, sind im Ein- zelnen und Ganzen viel grösser, als die ihnen gegenüber liegenden der anderen Hälfte. Die Epidermis ist allenthalben nur massig dick und massig fest. Die Farbe sämmtücher Kiemen ist meistens ein reines Weiss. Eben so gefärbt sind auch die meisten Beine, das vordere Paar der Blätter der Brüthöhle, die obere Seite des Kopfes, der grösste Theil der glei- chen Seite des Rückens, und die untere Seite des Kopfes und Tho- rax. Die meisten Blätter der Brüthöhle aber, desgleichen ein Theil des Rückens, und häufig auch die zwei hintersten Beine, sind mehr oder weniger dunkelviolett gefärbt. Beide Farben gehen allmälig in einander über. Uebrigens schimmert hie und da am Rücken und Bauche die gelbliche Farbe der Eierstöcke und Fettköi*per durch. Beiträge zur Fauna Norwegens. Crustacea. itK Was den inneren Bau anbelangt, so ist derselbe im Ganzen sehr ähnlich dem des Bopynis squillarum, welchen ich in dem Werke: „Z>e Bopyro et Nereide'-'' ausführlich beschrieben habe. Der Darm- canal verhält sich ganz so, mir habe ich in Betreff desselben einen Iiithum zu berichtigen, der sich in jenem Werke vorfindet, und über den ich erst durch spätere Untersuchungen mich belehrt habe. Der Darm mündet sich nämlich bei beiden Tliieren gemäss der Regel, die für die Crustaceen Gültigkeit hat, am Ende des Hinterleibes, nicht aber am Anfange desselben. Der Magen ist rundlich, an der oberen Seite nur wenig abgeplattet und durchweg häutig. Der Darm bleibt allenthalben ziemlich gleich weit, ist im Ganzen nur wenig dick und bildet einen der Kiiimmung des ganzen Leibes entsprechenden Bogen. Mit dem Darme hängen auch bei Phi^jxus 14 in ihrer Wandung viel Fett enthaltende und gelblich gefärbte Lebern oder Fettkörper mit- telst kurzer und enger Ausführungsgänge zusammen, die auf die bei- den Seitenhälften des Körpers vertheilt sind und den sieben Ringeln des Thorax entsprechen. Die der grösseren Seitenhälfte übertreffen die ihnen gegenüber liegenden an Umfang bedeutend. Von den glei- chen Gebilden des Bopytiis squillarum weichen sie nur darin ab, dass sie an ihrer Oberfläche glatter, d.h. weniger gefaltet und eingebuchtet, also nicht eigentlich traubenlÖrmig sind, und dass ihre Ausführungs- gänge eine etwas grössere Länge als bei jenem Thiere haben. — Die inneren Geschlechtswerkzeuge stellen zwei einfache Säcke dar, und sind die grössten Eingeweide des Weibchens; derjenige, welcher der grösse- ren Seitenhälfte des Körpers angehört, zeigt einen enormen Umfang und füllt den grössten Theil des Thorax aus; der andere aber steht ihm in der Grösse sehr nach. Beide Säcke vereinigen sich hintenzu einem sehr kur- zen Ausführungsgange, der sich ganz am Ende des Thorax mündet. Die Männchen (Fig. 3) haben höchstens eine Länge von 1% Linie, sind also bedeutend kleiner als die Weibchen, besitzen eine schlankere 48 .»»owVwMtl H. llAriiiiE,'.1 -twa -^^üvtU .fl Gestalt, zeigen sich ganz symmetrisch gebaut, haben sieben ßeinpaare, und sind in ihrer Form sehr ähnlich den männlichen Exemplaren von Bopi/i'us squillarum, wie überhaupt dem allgemeineren BiLdungstypus der Isopoden treuer als dieWeibchen. Ihr Kopf ist viel breiter als lang, vorn abgerundet und oben mit zwei kleinen punclförmigen Augen ver- sehen. Von Fressvverkzeugen kommt auch bei ihnen nur eine grosse Unterlippe vor, die ähnlich, wie bei den Weibchen, gebildet ist (Fig. 10, a). Die Fühlhörner sind schlanker und weiter vom vorderen Rande entfernt angeheftet , als bei den Weibchen. Das innere oder kleinere ragt nur wenig über jenen Rand hervor und besteht aus drei Gliedern (Fig. 10, h); das äussere oder grössere springt stärker vor und besteht aus acht Ghedern (Fig. 10, c). — Der Thorax ist au der oberen Seite sehr stark gewölbt und seine sieben Ringel, die ringsum deutlicli und stark von einander abgegrenzt sind, zeigen ziemlich weit hinausragende, breite und abgerundete Seitenvorsprünge. Dagegen sind an dem nur kleinen, in eine stumpfe Spitze auslaufenden, und überhaupt dreiecki- gen Hinserleibe die Ringel, aus denen er besteht, nicht von einander scharf geschieden und an einander beweglich, sondern völlig verschmol- zen. Schwache Furchen aber, die sich an der oberen Seite desselben befinden, und kleine stumpfe Hervorragungen an den Seitenrändern, lassen erkennen, dass er aus fünf Ringeln zusaunnengesetzt ist. Die Beine sind massig lang, deutlicli gegliedert und mit einem stark ange- schwollenen und fast kolbenförmigen Endgliede versehen, das mit einer ziemlich langen, massig gekrümmten und spitz auslaufenden Kralle versehen ist (Fig. 8 u. 9). Alle Beine sind einander in der Form und Grösse ziemlich ähnlich. Die Kiemen sind unter dem Hinterleibe ganz versleckt und haben mehr die Form von Leisten als von Blättern, überhaupt aber eine absolut und relativ nur sehr geringe Grösse. Die- serhalb kann ich nicht einmal mit Bestimmtheit angeben, ob jede ein- fach, oder, wie bei den Weibchen, aus zwei Theilen zusammengesetzt Beilräge zur Fauna Norwegens. Crustacea. Wa ist; dem Anscheine nach aber kommen jederseits mehr als vier solche fast leistenförmige Vorsprünge des Hinterleibes vor, und es bilden diese zwei stark zwischen einander geschobene Reihen. Ist dies wirk- lich der Fall, so ist jede Kieme iii zwei Hälften getheilt, von denen die eine dem Deckel an den Kiemen mancher andern Isopoden ent- spricht. Zwischen den Kiemen beider Seitenhälften befindet sich ein ziemlich grosser Zwischenraum. \ oih (T^ijj Jüngere Männchen sind allenthalben weiss gefärbt, die älteren aber zeigen fast allenthalben eine schwach zitronengelbe JEi'arbe; denn nur die Beine und Fühlhörner behalten ihre ursprüngliche Farbe. ' f Auf die Beschreibung erwachsener Exemplare mögen jetzt einige Bemerkungen über die Entwickelung derselben folgen. Wenn die Eier von Phryxus Hippolytes in die Brüthöhle der Mutter gelangt sind, haben sie anfangs eine kugelrunde Form und einen Durchmesser von ungefähr Vso Linie. Nachher werden sie in- nerhalb dieser Höhle, indem sie zugleich an Grösse etwas zunehmen, ein wenig länglich und an der einen Seite schwach eingebuchtet, so dass sie in Hinsicht der Form eine Aehnlichkeit mit der JNiere , etwa der Katze oder eines Nagethieres, erhalten. Diese Veränderung hat ihren Grund darin, dass der Embryo bald, nachdem er sich zu bilden begonnen, so zusammengekrümmt Hegt, dass sein Kopf und Schwanz einander berühren. Die Einbiegung findet am Rücken des Embryo's statt, so dass demnach die Gliedmaassen den Eihäuten zugekehrt sind, und es ist dieselbe von der Art, dass die vordere und die hintere Hälfte des Embryo's beinahe ihrer ganzen Länge nach, nämlich bis beinahe gegen die beiden Enden des Leibes hin, einander berühren. Ueber die erwähnte Zusammenkrünnnung am Rücken blieb mir kein Zweifel übrig, indem ich Eier, in denen sich schon ein Embryo zu bilden begonnen hatte, theils im frischen Zustande, theils auch, nach- dem sie eine kurze Zeit im Weingeist gelegen hatten, untersuchte. Vol. XX. p. I. 7 Ich iiiuss daher jetzt glauben, dass wegen der nahen Verwandtschaft, die zwischen dem in Rede stehenden Thiere und dem Bopyrus squil' larum stattfindet, auch die Embryonen des Letzteren am Rücken ein- gekrümmt sind, und muss also in die Richtigkeit einer fiüher von mir gemachten Angabe, dass die Embryonen dieser Art des Bopyrus am Bauche zusammengebogen seien, *) Jetzt Zweifel setzen. Eier, die bereits eine Nierenform erlangt hatten, platzten mei- stens an einer Stelle auf, wenn sie eine kurze Zeit in Weineeist gelegen hatten, und es war mir daher auch leichter möglich, mich über die Krümmung der in ihnen enthaltenen Embryonen zu unter- richten, als über die der Embryonen von Bopyrus. Gewöhnlich quoll dann aber auch ein Theil des Dotters, der noch in reichlichem Maasse in den Embryonen enthalten war, aus diesen hervor, und aus dem hervorgedrungenen Dotter schieden sich nun mehrere grosse Tropfen Fettes aus. Nachdem die Embryonen innerhalb der Brüthöhle ihre Eihüllen durchbrochen und abgestreift haben, bleiben sie, wie es bei den Iso- poden im Allgemeinen Regel zu sein scheint, noch einige Zeit in jener Höhle zurück und nehmen in ihr an Grösse noch ziemlich zu, indess die leeren Eihüllen ganz verschwinden. So wie die Jungen die Ei- hüllen verlassen, strecken sie sich, wie ich glauben muss, sogleich gerade, denn niemals habe ich sie nach ihrer Enthüllung am Rücken zusammengekrümmt gefunden. Ferner haben sie dann die grösste Aehnlichkeit mit den noch in der Brüthöhle enthaltenen Jungfen des D Bopyrris squillarum (Tab. I. Fig. 16 u. 17). Näher angegeben, ist das Junge oder die Larve an der Bauchseite beinahe platt, an der Rücken- seite dagegen sehr stark gewölbt, und im Verhältniss zu seiner Länge recht breit, dick und nur kurz, überhaupt ganz so proportionirt, wie eine Larve von jenem Bopyrus. Die grösste Dicke und Breite des *) Reisebemerkungeu aus TauricH. S. 45. *•' Beitrüge zur Fauna Norwegens. Crustacea. 81 Köi'pers befindet sich in einer massig grossen Entfernung hinter dem Kopfe. Dieser fällt nach der Stime hin allraälig ab, und ist vorne beträchtlich breit und abgerundet. Der Hinterleib läuft viel schmäler aus und endigt mit einem kurzen, dicken, stumpfen und beinahe ke- gelförmigen Vorsprunge. Der Kopf ist von dem Rumpfe deutlich abgegliedert, und im Verhältnisse zu dem übrigen Körper beträchtlich gross. Weit nach hinten, in der Nähe seiner Abgliederung vom Rumpfe, zeigt er zwei kleine, runde und rostgelb gefärbte Augen, die sich in einer nur massig grossen Entfernung von den Seitenrändern desselben befinden, also weit auseinander hegen. JNicht weniger deutlich sind am Kopfe auch zwei Paar Fühlhörner zu erkennen. Die des einen Paares sind nur sehr kurz, aber verhältnissmässig recht dick, an ihrem Ende abgerundet und hier mit drei kurzen Borsten versehen; übrigens liegen sie weit auseinander, sind mit ihren freien Enden nach aussen gerichtet, und ragen über die Seitenränder des Kopfes mit dem gi'ös- seren Theile ihrer Länge hervor. Die beiden anderen sind dicht hin- ler jenen ersteren, zugleich aber auch ein wenig weiter nach aussen an der unteren Seite des Kopfes befestigt, zeigen sich ein wenig bo- genförmig gekrümmt, sind mit ihren freien Enden nach hinten gerich- tet, besitzen eine grössere Dicke, als die vorderen Fühlhörner und haben eine so bedeutende liänge, dass sie bis an den Hinterleib hin- reichen; an ihrem Ende besitzen sie 2 oder 3 Borsten, die viel länger sind, als die der vorderen Fühlhörner; eine Gliederung ist an ihnen zwar nur schwach ausgebildet, doch habe ich an jedem sechs Glieder deuthch unterscheiden können. An dem hinter dem Kopfe befindlichen, oder dem grösseren Theile des Körpers, lassen sich 4 bis 5 sehr schwache ringförmige Einschnürungen erkennen, die um so undeutücher sind, je weiter sie vom Kopfe entfernt Üegen. Die letzte von ihnen befindet sich noch weit vom hinteren Ende des Körpers entfernt, so dass sich wohl SKi .»'y^uWwO H. Rature,' «A twi :>'a«>ASv»ä. annehmen lässt, dass sie alle nur demjenigen Theile des Körpers an- gehören, welcher sich zum Thorax ausbilden soll. Die Zahl der Beinpaare schien mir bei den Larven verschiedener Mütter verschieden, denn bei einigen sah ich deutlich sechs Paare, bei anderen nur fiml", und bei noch anderen sogar nur vier; doch ist es möglich, dass ich mich besonders bei denjenigen, welche mir nur vier Paare zu besitzen schienen, und welche ich einige Tage fiiilier, als die anderen, untersuchte, aus einer Ursache, die ich gleich angeben werde, geirrt habe. Wie dem aber auch sein mag, so viel ist gewiss, dass die Larve gemäss der Regel, die für die Isopoden gültig ist, weniger Beine besitzt, als ihre Eltern, dass also späterhin noch einige Beine bei ihr nachwachsen müssen. Vier Beinpaare sieht man bei allen Larven, wenn man sie auf dem Bauche vor sich hegen hat, zwischen den Fühl- hörnern und den Kiemen deuthch über die Seitenränder des Leibes mit ihren Endgüedern, die nach aussen und etw^as nach unten gerich- tet sind, hervorragen. Ein fünftes Paar bekommt man bei jener An- sicht der Larve nur mideutlich zu sehen, weil es nnt seinen Endelie- dern mehr nach hinten als nach aussen gerichtet ist, und unter den Kiemen versteckt liegt, so dass man es durch diese Organe, obgleich sie ziemlich durchsichtig sind, doch nur undeutüch hindurch schim- mern sehen kann. Das sechste Paar aber ist noch mehr, als das fünfte, nach hinten gerichtet und gänzlich unter dem Leibe verborgen, wes- halb man es bei einer Ansicht auf den Rücken der Larve gar nicht zu sehen bekommen kann. *) GelegentHch will ich noch bemerken, dass ich von den Larven einige ganz frisch, andere, nachdem sie einige Stunden in Weingeist gelegen hatten, und noch andere, nachdem sie auf einer Glastafel eingetrocknet waren, untersucht habe, und dass ich ♦) Bei den Larven von Bopi/rus sqtällarum liabe icli nur vier Beinpaarc seilen können; ob ' ' " sie aber wirklich nur mit so wenigen ausgerüstet die Briifhöhle der Mutter verlassen, muss der Zukunft zu ermitteln überlassen sein. 'j Beiträge zur Fauna Norwegens. Crustacea. M an den eingetrockneten mich am besten über die Zahl der Borsten, die an verschiedenen Theilen des Körpers vorkommen, habe unter- richten können. Was nun weiter die Beine anbelangt, so ist das zweite Paar das grösste von allen; das dritte etwas kleiner, das erste und vierte noch kleiner, und das hinterste jedenfalls das kleinste. In der Form aber sind alle einander gleich , und haben itn Verhältniss zu ihrer nur mas- sig grossen Länge eine recht ansehnliche Dicke. Bei der Ansicht auf den Rücken des Thieres bemerkt man an denjenigen Beinen, welche nach aussen deutlich und recht weit hervorragen, höchstens nur drei Glieder, ein viertes Glied aber liegt jedenfalls unter dem Rumpfe ver- steckt, und dieses kann man nur bei Larven, die im Weingeiste etwas verhärtet sind, gewahr werden, wenn man bei concentrirtem von oben auffallendem Lichte ihre Bauchseite zu sehen bekommt. Das innerste und das äusserste Glied haben ungefähr gleiche Länge und sind die längsten von allen; jenes ist cjlindrisch und eben so ist auch das zweite geformt; das dritte hat die geringste Länge und ist unge- fähr so dick, wie lang, und das Endglied hat ganz die Gestalt der so- genannten Hand bei den männlichen Exemplaren von manchen Gam- mar US- Arten. Dies letzte Glied nämlich ist im Verhältniss zu sei- ner Länge beträchtlich dick und breit, an dem einen Ende abgerun- det, gegen das andere verschmälert, und an dem letzteren mit einer bogenförmig gekrümmten, starken und beweglichen Kralle versehen. Uebrigens haben die Endglieder derjenigen Beine, welche seitwärts über den Leib hervorragen, eine solche Stellung, dass ihre Krallen nach unten gekehrt sind, man also bei der Ansicht auf den Rücken der Larve die Krallen nicht zu sehen bekommt, dadurch aber verlei- tet wird, zu glauben, dass die Beine ganz stumpf geendigt seien. Noch wäre über die Beine anzuführen, dass die Anheftungspuncte der acht vorderen paarweise weit auseinander liegen, die der Beine des lünften Paares aber einander schon viel näher sind, und die der Beine des sechsten Paares sich nur in einer geringen Entfernung von einan- der befinden. ßij An der unteren Seite des Hinterleibes kommen fünf Paare Kie- men vor, die, wie überhaupt der ganze Hinterleib, verhältnissmässig viel grösser, als bei den Em'achsenen sind. Sie haben eine um so geringere Grösse, je weiter sie nach hinten liegen, so dass die Kiemen des ersten Paares am grössten, die des letzten am kleinsten sind. Alle aber sind einander in der Form ähnlich und stellen einfache, dicke, massig lange und beinahe quadratförniige Tafeln dar, deren jede an ihrem hinteren Rande drei lange Borsten besitzt; doch kann man ihre Borsten nur dann deutlich erkennen und unterscheiden, wenn man die Larve auf einer Glastafel hat auftrocknen lassen, denn im Nassen geben sie den Schein, als bildeten sie ein massig breites und zuge- spitztes Endglied der Kieme, üebrigens sind die Kiemen mit ihrem freien Ende theils nach unten und hinten, theils auch nach aussen gerichtet, so dass sie seitwärts über den Hinterleib zum Theil hervor- ragen, deshalb auch bei der Ansicht auf den Rücken der Larve zum Theil zu sehen sind. An dem hinteren Rande des Hinterleibes bemerkt man noch zwei Anhänge, die zu beiden Seiten des dicken und kurzen Vorsprunges, mit dem sich der Hinterleib endigt, in einiger Entfernung von diesem befestigt sind. Sie erscheinen als zwei massig lange Walzen, deren jede in zwei etwas kürzere und dicke pfriemenförmige Aeste ausläuft, also im Ganzen eine Gabel darstellt, hegen fast horizontal, konvergi- ren sehr stark nach hinten, haben eine leichte Krümmung, und keh- ren ihre convexe Seite von einander ab. Mit den Enden ihrer Aeste berühren sie emander, oder kreuzen sich sogar. Das Ei von Phryxiis Hippolytes hat ursprünglich, wenn es in die Brüthöhle seiner Mutter gelangt ist, eine milch weisse Farbe. Spä- Beiträge zur Fauna Norwegens. Crustacea. 01^ terhin, ^v«nn es sich weiter entwickelt, entsteht an ihm ein schwacher Anflug von einer rothbraunen Farbe. Dieser aber gehört nicht eigent- hch dem Dotter, sondern der Leibeswand des Embryo's an, befindet sich auf beide Seitenbauten des Rückens vertheilt, und stellt auf jeder Seite einen massig breiten, vom Kopfe bis beinahe an das Ende des Hinterleibes verlaufenden Streifen dar, der bei stärkerer Vergrösserung als ein Netzwerk oder Geäder erscheint, doch sehr verwischt und un- regelmässig ist. Dieselbe Färbung verbleibt auch während des Lar- venzustandes, wird aber allmälig etwas dunkler. Auch bei den reifsten Larven, die ich aus der ßrüthöhle ihrer Mutter genommen hatte, fand ich noch etwas Dotter. Er stellte bei ihnen zwei unter dem beschriebenen bräunlichen Netzwerke hegende Massen dar, die von dem vorderen Theile des Thorax bis beinahe an das Ende des Hinterleibes reichten, eine massig grosse Breite hatten, und aus verhältnissmässig recht grossen und klaren, in einer Reihe hinter einander liegenden Blasen zusammengesetzt waren. Ausserdem aber kam beinahe gleich hinter dem Kopfe zwischen jenen Massen ein kleiner Haufen von einer feinkörnigen weisslichen Substanz vor. Höchst wahrscheinlich war dieser Haufen ein Ueberrest des Dotters, der in dem Anfange des Darmes eingeschlossen lag. Jene beiden grösseren Massen aber, die auf die beiden Seitenhälften des Körpers vertheilt lagen, waren vermuthUch zwei Reihen von kleinen mit dem Darme zusammenhängenden und mit einem flüssigen Inhalte erfüllten Schläuchen, die sich zu sogenannten Fettkörpern oder vielmehr Le- bern ausbilden sollten ; darauf deutete insbesondere der Umstand hin, dass das Paar der hintersten Blasen immer deuthch von den übrigen etwas geschieden war, diese Blasen eine längliche Form hatten, und mit ihrem längeren Durchmesser der Achse des Körpers parallel lagen. Alle Larven einer Mutter zeigten mir immer eine und dieselbe Form und einen gleichen Grad der Entwickelung. Eine Geschlechts-^ Verschiedenheit war also an ihnen noch nicht bemerkbar. — Was für Veränderungen während der weiteren Entwickelung der Jungen bei- derlei Geschlechts vor sich gehen müssen, bis sie ihre gehörige Reife erlangt haben und als erwachsen gelten können, lässt sich Wohl leicht errathen, weshalb es auch überflüssig ^väre, darüber hier mehrere Worte zu machen. -H! JDiagnosis Phryaci Mippolytes. Femina omnihus fere unius lateris pedibus destitiitiij ejus brau- chiarum lobi maiores, suboblongi , maris canda in apicem brevem, obtusum producta. Anmerkung. Nachdem das Manuscript von diesen Beiträgen zur Fauna Norwegens bereits der Akademie übergeben worden war, erhielt ich von Herrn Kröyer die drei ersten Hefte des 3ten Bandes des von ihm redigirten Journals: Naturhistorisk Tidsskrift (Kiöben- havn 1840) und fand darin unter der Aufschrift: Bopyrus abdominalis eine von ihm gegebene sehr ausführliche und genaue Beschreibung eben desselben Thieres, welches ich Phrijxus Hippolytes genannt habe. Beide Beschreibungen stimmen im Wesentlichen mit einander über- ein, ergänzen sich aber einander in den beigegebenen Notizen über die Entwickelung dieses Thieres, so dass dieselbe jetzt als ziemlich vollständig bekannt erscheinen dürfte. Was ich nämlich über die Ent- wickelung des Thieres innerhalb der Brüthöhle seiner Mutter mitge- theilt habe, dürfte wohl ausführlicher sein, als das darüber auch von Kröyer Angeführte; dagegen ist dieser so glücklich gewesen, die weitere Entwickelung des Thieres, zumal des weiblichen, über die icli gar Nichts habe beibringen können, gehörig zu verfolgen und zu schildern. — Uebersehen hat übrigens Kröyer, dass bei den erwach- senen Weibchen eine jede Kieme aus zwei an Grösse ungleichen Blät- tern besteht, vielmehr sie für so einfach gehalten, wie bei Bopyrus squillarum. In Hinsicht jenes Organisations- Verhältnisses aber, das Beiträge zur Fauna Norwegens. Crusfacea. 57 Stärker noch bei meinem Phryxus Paguri ausgesprochen ist, weicht das in Rede stehende Crustaceam bedeutend von den früher bekann- ten Arten der Gattung Bopyrus ab, und ich glaube, dass dadurch wohl besonders die von mir gemachte Aufstellung der Gattung Phryxus gerechtfertigt sein dürfte. 34. PHRYXUS PAGURI n. sp. (Tab.I. Fig. 13 bis 15, und Tab. II. Fig. 11 und 12.) Eine andere Art von Phryxus fand ich am Hinterleibe von Pa- gurus Bernhardus, doch erhielt ich davon, obgleich ich eine bedeutend grosse Zahl des letzteren Krebses aus ihren Wohnungen herausholte, nur drei Paare, weshalb ich denn glauben muss, dass dieser Parasit recht selten ist. Das Weibchen liegt dem Hinterleibe des Pagunis mit dem Rücken an, hat also seine Bauchseite der Schneckenschaale zugekehrt, die sich der Pagurus als Wohnung ausgewählt hat. Sein Hinterleib mit den Kiemen ist der Mündung des Schneckengehäuses zugewendet. Das Männchen sitzt, wie bei der vorigen Art, am Hin- terleibe des Weibchens. Die Länge des ganzen Körpers beträgt höchstens 6, die grÖsste Breite 3 Linien. Die Farbe ist allenthalben ein reines Weiss. Von Beinen kommen 7 Paare vor. Nach der rechten Seite ist der Körper zusammengekrümmt, doch weniger, als bei der vorigen Art, und die rechte Seitenhälfte ist nicht jnerklich schmäler, als die linke. Ueber- haupt sind beide Seitenhälften viel weniger asymmetrisch , als bei der vorigen Art und bei Bopyrus sffuillarum. Der Thorax ist zum gröss- ten Theile seiner Länge allenthalben ziemüch gleich breit, und wird nur vorne ein wenig schmäler, doch sind die Beine der zwei vorder- sten und der zwei hintersten Paare einander näher, als die der übri- gen Paare. Der Hinterleib ist verhältnissmässig länger, als bei Phry- xtis Hippolytes, und läuft nach hinten stark verjüngt aus. Vol. XX. p. I. 8 1MB i%«>Y%>^«iwV> nt««'.-!!' Ratuke, ^H !M : Der Kopf hat im Verhältniss zu den übrigen Theilen des Körpers eine nur geringe Grösse, und bietet, an seiner oberen Seite betrach- tet, die Form einer gewöhnlichen Urne dar, doch ist diese Seite, wenn gleich etwas, nicht sehr stark gewölbt. Sein schmäleres Ende ist nach vorne gerichtet und abgerundet. Seine untere Seite ist ähnlich be- schaffen, wie bei Phryxus Hippolytes, namentlich mit einer grossen Lippe und zwei paarigen hinter denselben betindlichen Klappen ver- sehen. Augen fehlen. Die Fühlhörner sind noch weit weniger aus- gebildet, als bei den weiblichen Exemplaren von Phrijxus Hippolytes, imd kaum zu erkennen; ob eine Gliederung an ihnen vorkommt, kann ich nicht angeben. Vom Thorax ist die Rückenseite platt, die Bauchseite dagegen ziemüch stark convex. Die Furchen, wodurch der Thorax in 7 Ringel getheilt wird, laufen an beiden Seiten beinahe über die ganze Breite derselben hinüber. Die beiden vordersten Ringel sind die kleinsten von allen und namentlich äusserst schmal, zumal der erste; am breite- sten dagegen und überhaupt am grössten sind der fünfte und sechste. Die Beine, die, wie bei der vorigen Art, nach dem Rücken lünauf- gedrängt erscheinen, haben eine verhältnissmässig nur sehr geringe Grösse, sind stark zusammengekrümmt und verdreht, und können, wie es ganz den Anschein hat, nicht einmal zum Auklanunern, ge- schweige denn zum Gehen dienen. Die geringste Grösse haben die des vordersten Paares, die übrigen aber sind ziemlich gleich gross. Ihre liüftglieder sind ungefähr eben so dick, wie lang; der Oberschen- kel erscheint als ein schmaler Reifen, oder viehnehr als eine nur mas- sig dicke Scheibe; der Unterschenkel bildet einen kurzen Cylinder; der Tarsus ist ungefähr eben so dick als lang, wie der Unterschenkel, und die dicke Kralle ist am Ende stumpf Für die ßrüthöhle kom- men jederseits sechs Blätter vor und sind paarweise emander in der Form, Grösse und Lage ziemlich gleich. Ein Paar von ihnen gehört Beitrüge zur Fauna Norwegens. Crustacea. 09 dem Kopie an, die übrigen fünf Paare aber sind an die sechs vorde- ren Ringel des Thorax dicht unter den Beinen angeheftet. Das hin- terste Paar ist am grössten und gehört dem fünften und sechsten Rin- gel gemeinschaftlich an; die übrigen aber zeigen sich, je weiter sie nach vorne hegen, desto kleiner. Die zwei vordersten Paare, die ganz so gestaltet und gelagert sind, wie bei Phryxus Hippolytes, werden durch das dritte und vierte, die sich beide über den Kopf wegziehen, von unten gänzlich bedeckt. Der Hinterleib ist ungefähr halb so lang als der Thorax, läuft ge- gen sein hinteres Ende stark verjüngt aus und erscheint vorne, wo er beträchtlich breit ist, von oben und unten etwas abgeplattet, weiterhin auf den Qiierdurchschnitten rundlich und an seinem Ende abgestumpft. Zum Theil zeigt er sich nach der rechten Seite, zum Theil nach unten gekrümmt. Deutlich erkennbare Riugfurchen iheilen ihn in 5 Ringel ab. Von den 4 vorderen Ringeln trägt jede Seitenwand eine Kieme, die aus einem massig langen Stiele und zwei in der Grösse einander ähnlichen Blättern besteht. Die letzteren sind oval, mit dem breiteren Ende nach aussen gekehrt, ziemlich dick und an der Oberfläche ganz glatt. Die beiden Kiemen eines jeden Ringels haben ziemlich gleiche Grösse, die einzelnen Paare aber sind um so kleiner, je \veiter sie nach hinten hegen. Mit dem fünften oder letzten Ringel des Hinterleibes ist ein einziger massig grosser, keulenförmiger, etwas gekrümmter und ungegliederter Anhang verbunden, der vielleicht auch der Ath- mung dient, wenigstens scheint sein innerer Bau dem der Kiemen ähnUch zu sein. — Die Bnithöhle des einen von meinen Exemplaren war ausgefüllt mit Larven, die sechs Beinpaare hatten und ganz so geformt waren , wie die von Phryxus Hippolytes ,• die Brüthöhle der beiden andern enthielt aber Eier. Das strohgelb gefärbte Männchen erreicht nur eine Länge von IV2 Linie und ist dem von Phnjxus Hippolytes sehr ähnlich. Die (M H. Rathke^»4 •»ms *■»'.»-' \iiÄ hauptsächlichsten Merkmale, wodurch man es von demselben unter- scheiden kann, sind diese, dass die beiden Tafeln, die ein jeder Rin- gel des Thorax seitwärts aussendet, im Verhältniss ihrer Breite noch etwas länger und am Aussenrande mehr abgerundet sind, dass der Hinterleib sich nicht so stark nach hinten verjüngt und dass derselbe an seinem Ende abgerundet ist, nicht aber in eine kurze stumpfe Spitze ausläuft. Die Fühlhörner sind verhältnissmässig kleiner, doch eben- falls, wie bei den Männchen der vorigen Art, drehrund; von den äus- seren, die nur wenig über den Kopf hervorragen, besteht ein jedes aus 4 Gliedern (Fig. 15), von den inneren aber, die nahe bei einander entspringen, ungemein klein sind und unter dem Kopfe ganz versteckt liegen, ein jedes nur aus 3 Gliedern (Fig. 14). Mtiagnosis JPhryaci Paguri. Feminae hranchiarum lobt omnes subovales ; cauda appendice clavam exhibente instructa. Maris cauda sensim attentiata postice rotundata. 35. LIRIOPE PYGMAEA n. ampliipodum genus. (Tab. I. Fig. 8-12.) Diesen Namen wähle ich für einen kaum eine Linie langen schon geformten Amphipoden, von dem ich acht Exemplare in der unge- mein weiten und zugleich als ßrüthöhle dienenden Verdauungshöhle eines höchst sonderbaren parasitischen und später zu beschreibenden Wurmes fand, der sich am Hinterleibe des Pagurus Bemhardus ver- mittelst eines hornigen, festen und schildförmigen Bauchnapfes fest- ankert, und den ich deshalb Peltogaster Paguri nennen will. Alle jene Exemplare waren am Leben und unverletzt. Den für sie gewähl- ten Gattungsnamen führte eine Meernymphe, deren Ovid in seinen Metamorphosen (Buch HI. Vers 342) gedenkt. In der Form hat das zu beschreibende Geschöpf viele Aehnlich- keit mit einigen Isopoden aus der Gattung Idothea. Sein Körper ist Beiträge zur Fauna Norwegens. Crustacea. 61 massig schlank, nach hinten alhnälig verjüngt, vorne stark abgerun- det, hinten abgestumpft, an der oberen Seite sehr stark und an der unteren Seite massig stark gewölbt (Fig. 8). Seine ganze Oberfläche ist glatt und glänzend. Die Einschnitte, welche die verschiedenen Ringel scheiden, sind zwar sehr zart, doch scharf ausgeprägt. — Der Kopf ist massig gross, hinten etwas breiter als er lang ist, oben sehr convex, vorne und an den Seiten ziemlich scharfkantig; (He aggregir- ten Augen sind beträchtlich gross, schwärzlich und ziemlich weit aus- einander gelegen. Die beiden vorderen Fühlhörner sind nur kurz, sehr dünn, doch deutlich aus drei Gliedern zusammengesetzt. Mit der äusseren Seite des Wurzelgliedes eines jeden ist ein sehr dickes Büschel oder eine Quaste von Haaren verbunden, die ihrer Mehrzahl nach ein wenig länger sind, als das Fühlhorn selbst. Die äusseren Fühlhörner haben dagegen eine ziemlich beträchtliche Länge, indem sie bis beinahe zum fünften Ringel oder Segmente des Thorax hinrei- chen, doch sind auch sie im Ganzen nur sehr dünn. Jedes von ihnen besteht aus drei dicken Wurzelgliedern und einer neungliedrigen Geis- sei. Die Fresswerkzeuge habe ich ihrer Kleinheit wegen nicht einzeln unterscheiden und erkennen können. Von den 7 Ringeln des Tho- rax ist das zweite und dritte am grössten, das hinterste am kleinsten. Die Beine sind sämmtlich nur massig lang: das vorderste ist am kürze- sten, das fünfte und sechste am längsten. Die beiden vordersten einer jeden Seitenhälfte (Fig. 9) sind im Verhältniss zu ihrer Länge ziemlich dick, und jedes hat ein stark angeschwollenes, ziemlich dickes und überhaupt ziemlich grosses Endglied; eine Kralle habe ich an diesem nicht erkennen können, vielmehr schien es einer solchen zu erman- geln. Dagegen sind die vier folgenden Beine nüt ziemlich grossen und scharfen Krallen versehen, aber im Verhältniss zu ihrer Länge ziemlich zart sind; am stärksten erscheint das zweite Glied von oben, das massig breit und blattartig gestaltet ist, zumal am dritten und vierten, weniger am fünften und sechsten Beine (Fig. 10). Auf das el^en er- wähnte Glied, das den Oberschenkel vorzustellen scheint, folgen dann zwei nur sehr kurze und auf diese das mit einer Kralle versehene ziemlich lange und abgeplattete Endglied, welches Letzte Aehnlichkeit mit den Händen der springenden Amphipoden hat, wenn diese Hände nur wenig ausgebildet sind. Wieder ganz anders geformt ist das sie- bente Bein, das an Länge, und noch mehr an Dicke dem vorletzten sehr nachsteht; nur sein Oberschenkel ist dem der übrigen Beine ähn- lich, auf diesen aber folgt ein kleines scheibenförmiges, unregelmäs- sig rundliches Glied, auf dieses ein Paar noch kleinere, unregelmässig vierseitige Glieder, und zuletzt ein ziemlich langes, dünnes, ganz ge- rades und stiletförmiges Glied, das der Lagerung nach dem Endgliede der übrigen Beine entspricht (Fig. 11). An der unteren Seite des Hinterleibes, der aus 6 Ringeln besteht, sind 6 Paar Afterbeine befestigt, die in der Form alle einander ähnlich sind, und nur insofern sich von einander verschieden zeigen, als einige etwas länger und schlanker als die übrigen sind. Jedes Afterbein be- steht aus einem blattförmigen Stamme und zwei gleichfalls blattiormi- gen Aesten (Fig. 12). Der erstere ist an seinem oberen Ende nur massig breit, gewinnt aber nach der Mitte zu rasch und bedeutend an Breite, und zeigt an seinem unteren breiten Rande einen tiefen Aus- schnitt. Von den Aesten ist der äussere beinahe noch einmal so lang als der innere, beide aber haben eine nur massig grosse Länge und Breite. Von dem hinteren Rande eines jeden Astes gehen mehrere sehr lange Borsten ab. Diese Borsten der Afterbeine ragen im Allge- meinen theils seitwärts, theils nach hinten über das Abdomen weit hervor; demnach haben diese an den Hinlerleib befestigten Glied- maassen mehr Aehnlichkeit mit den vorderen Afterbeinen mancher Amphipoden, als mit den Kiemen der Isopoden. — An das Ende des letzten Leibesringels sind nejjen einander zwei gerade, dünne und Beitrüge zur Fauna Norwegens. Crustacea. §^ massig lange Anhäuge befestigt, deren jeder aus 4 Gliedern besteht, und von seinem letzten Gliede mehrere lange Borsten aussendet. Gewöhnlich sind die Anhänge nach unten und vorne gebogen, auch ist der ganze Hinterleib ein wenig nach unten umgekrümmt. Blasentör- mige Athem Werkzeuge, die an der unleren Seite des Thorax befestigt gewesen wären, habe ich nicht so deutlich bemerken können, dass ich ihr Dasein für gewiss ausgeben könnte. Der Kopf ist an der oberen Seite schwach biesterbraun. Ein ellipsoidischer grosser Fleck von eben derselben Farbe, dessen Achse der des Körpers parallel ist, kommt auf den hintersten Ringeln des Thorax und den vordersten Ringeln des Hinterleibes vor. Im übri- gen aber ist die iarbe des Thieres Ockergelb, mit einer geringen Beiuüschung von Braun. magnosis gener is Xdriopes. ^ntennae quatuor: internae minimae, setaceae, magno pilomirti fasciculo eoriini hast affixo instructae: externae longae, miiltiarti- culatae, filiformes. Oculi duo, sessiles, aggregati. Corpus elonga- tum., dorso convexiim. Abdomen in sex, Thorax in septem segmenta divisus. Pedes quntuordecim: quatuor antici manihus parvis (ada- ctylis?), duo uUimi in stylum simplicem producti, reliqui longiores ambulatorii. Pedes spurii sex complanati, in ramos diios divisi, se- tisque longissitnis terminati. Ahdoniinis appendices duae tenues, suhcylindricae , articulatae, setis longis terminatae. 36. GAiMiMARüS ANOx>IALUS n. sp. (Tab. IV. Fig. 7.) G. fronte inermi; oculis parvis rotundis^ antennis superioribus longitudine duplo inferiores superantibus ^ dorso laevi^ manibus primi paris iis secundi paris paulo niaioribus; ultimis stylis abdomi- nalibtis in ramos duos longiores conicos subaequales divisis, appcn- dicibus caudae nullis. 64 »'^ H. Ratiike, il Die Augen (Fig. 7,^) sind sehr klein und rund; die Stirn springt nicht vor, die oberen Fühlhörner sind noch einmal so lang als die un- teren, und ihre Geissei besteht aus 19 bis 20, ihr Anhang aber aus 3 Gliedern; die Geissei der unteren Fühlhörner, die nur bis zum vier- ten Ringel des Thorax reichen , besteht aus 8 Gliedern , alle Fühlhör- ner sind nur schwach behaart. Die Beine des ersten Paares und ins- besondere auch die Hände derselben sind wider die Regel, die für die Thiere aus der Gattung Gammarus und die ihnen verwandten Cru- staceen gültig ist, grösser, als die des zweiten Paares. Die Hände des ersten Paares sind beinahe quadratförmig, jedoch an ihrem nach unten und hinten gekehrten Winkel abgerundet, die des zweiten Paares aber haben beinahe die Form von Oblongen und sind zwar beinahe eben so laug, wie die des ersten Paares, jedoch nur halb so breit. Die Hände des ersten Paares haben eine verhältnissmässig recht lange, die des zweiten Paares dagegen eine nur sehr kleine und zwischen Haa- ren versteckte Kralle. Bei den Weibchen haben die zwei vorderen Beinpaare eine etwas geringere Grosse als bei den Männchen. Die Beine des dritten Paares sind bei den Männchen nur ein wenig länger als die des zweiten; die Wurzelglieder der hinteren Beine sind läng- lich-oval, ziemlich breit und am hinteren Rande massig stark mit Haaren besetzt, so wie auch an den übrigen Gliedern der hinteren Beine mehrere ziemlich lange Haare, und an einigen von ihnen aus- serdem noch etliche schwache, Borsten ähnliche Dorne vorkommen. Die Aiterbeine nehmen an Grösse ab, wie sie auf" einander folgen; das vierte Paar ist nicht viel kürzer als das dritte, das sechste nur halb so lang als tias vierte. An dem vierten und fünften Paare der Afterbeine sind die Aeste dünn, cylindrisch, an Länge einander gleich, um ein Geringes länger als ihre Stämme, und mit einigen kleinen Dornen versehen. An dem sechsten Paare sind die Aeste ähnlich geformt, doch mehr zugespitzt; an ihren Rändern sind sie nnt einigen wenigen Beiträge zur Fauna Norwegens. Crustacea. 65 kleinen Dornen, und am Ende mit zwei oder drei längeren Dornen besetzt; der eine ist beinahe um ein Viertel kürzer, als der andere, doch ist seihst der kürzere Ast etwas länger, als der Stiel. Blattarlige Anhänge fehlen an dem Ende des Hinterleibes, statt ihrer kommen nur zwei sehr kleine kaum merkbare Knötchen vor, von denen einige zarte nach oben gerichtete Dornen ausgehen; sonst aber kommen an der oberen Seite des Hinterleibes nirgend Dornen vor, vielmehr ist die ganze Rückenseite des Körpers glatt. Die Seitenplatten der vor- deren Ringel des Thorax sind viel breiter als hoch, also nur sehr schwach ausgebildet, und ihre freien Ränder machen zusammen einen einzigen wenig convexen Bogen aus. Die Länge des Körpers beträgt nur 3 Linien, doch trugen meh- rere von den Weibchen, die ich untersuchte, Eier in der Brüthöhlc. Die Farbe des Körpers ist weisslich, mit dunkelvioletten oder selbst bräunlichen kleinen Flecken oder kurzen Querstrichen zu beiden Seiten des Körpers. Fundort: Christiansund. [Die Fühlhörner brachen sehr leicht ab; unter allen eingesammelten Exemplaren fand ich , als ich nach Beendigung der Reise Zeichnungen machen wollte, kein einziges mehr, bei dem sie sämmthch ganz gewesen wären.] 37. GA31MARUS SüNDEVALLII n. sp. (Tab. III. Fig. 2.) G. fronte inermi^ oculis rotundis; quarto et quinto ahdominis segmento spinosoj antennis inferiorihus longioribiis, arttculo priino antennarum inferiorxini processum brevem acutum emittentej mani- bus secundi paris üs primi paris multo maioribus, pilosis^ ultim,is pe- dibus spuriis penultimos excedentibus, in ramos duos fere aequales, complanatos, lanceolatos divisis^ appendicibus caudalibus duabtcs foliaceis, subovatis, postice spinosis. Die Augen (Fig. 2,^ sind ziemlich gross und rund. Die oberen Fühlhörner reichen nicht völlig bis an das Ende des dritten Gliedes Vol. XX. p. I. 9 66 H. Rathue, ^^'^ tviz »t»W\S,'4\ der unteren; diese reichen beinahe bis an das Ende des Thorax und ihre Stiele sind ein wenig länger, als die Geissein. Die Geissei der oberen besteht aus 15 bis 17, und ihr sehr kleiner, leicht übersehba- rer Anhang aus 2 Gliedern, die Geissei der unleren aber aus 22 Glie- dern, welche letztere jedoch nicht alle ganz deutlich abgegrenzt sind. Alle 4 Fühlhörner sind dünn und nur schwach behaart. An der äus- seren Seite des Wurzelgliedes des unteren Fühlhorns befindet sich am hinteren Theile dieses Gliedes ein Auswuchs, der ein sehr spitzwinkli- ges, schmales, gleichseitig -dreieckiges und mit der Spitze nach vorne gekehrtes Blatt darstellt , und über halb so lang als jenes Glied ist , so dass es scheint, als üefen die Seitentheile des Kopfes in zwei den obe- ren Fühlhörnern anliegende Stacheln aus. Die Hände des zweiten Paares (Fig.2,J5) sind sehr viel grösser, als die des ersten, last völlig, wenn ihre Wurzel (Carpus) hinzugerechnet wird, länglich - eiförmig, gegen beide Enden beinahe gleich sehr verschmälert, etwa noch ein- mal so lang als breit, eben so lang, wie der übrige Theil der Beine des zweiten Paares, an ihren inneren Flächen und den Rändern mit vielen ziemlich langen, gefiederten und gekrümmten Haaren besetzt, und mit einer starken Klaue versehen, die sich nicht an den Rand, sondern an die innere Fläche der Hand anlegt. Die Hände der Beine des ersten Paares sind beinahe oblong, über zweimal so lang als breit, und gegen das Ende ein wenig verschmälert. Die Beine des dritten Paares sind sehr dünn, und reichen ungefähr bis zur Mitte der Hände des zweiten Paares hinab. Die Wurzelglieder der hmteren Beine (C) sind oblong, jedoch von oben nach unten ein wenig verschmälert. Die übrigen Glieder dieser Beine sind mit Dornen besetzt. Die Sei- tenplatten der vorderen Ringel des Thorax sind alle nur sehr klein, ungefähr so hoch als breit, nach unten etwas verschmälert und hier abgerundet. Die Afterbeine des ersten Paares reichen bis zur Mitte der hintersten Beine herab. Die Afterbeine des vierten Paares sind Beitrüge zur Fauna Nonvegens. Crustacea. Wf beinahe so lang, wie die des dritten; ihre Aeste sind so lang, wie die Stiele, und nur dünne. Die Afterbeine des fünften Paares (D) sind viel kürzer als jene, die des sechsten aber noch etwas länger und weit dicker, als die des vierten. Die Aeste dieses letzten Paares sind fast noch einmal so lang, als die Stiele, beinahe gleich lang, blattartig, lan- zetförmig und mit etlichen Dornen versehen ; das linke Afterbein die- ses hintersten Paares ist übrigens gewöhnlich etwas kleiner, als das rechte. Auf dem letzten Ringel des Hinterleibes stehen zwei kleine abgeplattete, beinahe eiförmige Anhänge aufgerichtet, die an ihren Enden mit 2 bis 3 Dornen bewaffiiet sind (E). Gleichfalls kommen Dornen auch auf der oberen Seite des vierten und fünften Ringels des Hinterleibes vor. Länge 3 % Linie. Fundort: M o 1 d e. Den Beinamen habe ich die- ser Art nach dem mir werthen schwedischen Zoologen Sunde wall gegeben. 38. GAMMARÜS LOCüSTA Montagu. Dieser Amphipode scheint eine sehr weite Verbreitung zu haben. Bekannt ist es, dass er an den Küsten von England und Frankreich vorkommt, nach Kröyer's Angabe kommt er auch bei Grönland vor *); in Norwegen habe ich ihn nicht blos an mehreren Stellen der Westküste, sondern auch bei Christiania und Droeback ge- funden; ferner habe ich ihn bei Dan zig in der Ostsee bemerkt, und allem Anscheine nach gehört auch ein krebsartiges Thier, das ich am schwarzen Meere eingesammelt und in meinen Beiträgen zur Fauna der Krimm unter dem Namen von Gammarus Locusta beschrieben habe, in der That zu eben dieser Art. Die Vergleichung der bei Nor- \'\"egen mit den bei Danzig gefundenen Exemplaren zeigte keine Ab- weichung weiter, als dass bei den Letztern die Augen im Verhäitniss zu ihrer Länge etwas breiter waren. Die aus der Krimm mitgebrach- *) Groenlands Amfipoder, p. 27. ^ "^ yu^H. Rathke, tt teil Exemplare aber zeigten mir, als ich sie mit jenen der Nordsee und der Ostsee verglich, keine Verschiedenheit weiter, als dass bei ihnen die unteren Fühlhörner mit sehr viel längeren Haaren besetzt sind, und dass der kleine Ast des sechsten oder siebenten Aiterbeines an seiner Basis eine gleiche Breite mit dem grösseren Ast hat, indess er bei jenen an der Basis nur ungefähr zwei Drittel von der Breite ties grösseren hat. Diese geringen Verschiedenheiten aber dürften wohl nicht hinreichend sein, das Krimmsche Crustaceum für eine andere Art auszugeben. Die Länge des Körpers der in Norwegen gefundenen Exemplare betrug bis IOV2 Linien. 39. GAMMARUS POECILURUS n. sp. (Tab. IV. Fig. 2.) G. fronte hiermit oculis reniformibus ; antennis superiortbus inferiores aliquantum excedentibiis ^ thorace faevi; abdominis se- gnientis trihiis posterioribus spinosis^ ramis peduni spuriorum ulti- inorum valde inaequalibus, maiore eorutn ramo piloso ,' appendicibus tluabus caudalibus foliaceis, ovatis, postice rotundatis. Es steht dies Thier dem Gammcwus Olivii, welche Art von Mi Ine Edwards aufgestellt worden ist, *) am nächsten, unterscheidet sich aber von ihm dadurch, dass die Hand des zweiten Beines (B) etwas breiter, als die des ersten ist, dass die Kralle dieser beiden Beinpaare auf dem hinteren Rande der Hand zu ruhen kommt, wenn sie einge- schlagen worden ist, nicht aber über denselben hinausgleitet, dass die Bückenseite der letzten Ringel des Hinterleibes mit einigen Dornen versehen ist, dass die beiden kleinen Anhänge des sechslen Hinter- leibs-Gliedes nicht kegelförmig, sondern platt und oval sind, dass der kleinere Ast der Afterbeine dieses Gliedes nicht in dem Grade rudi- mentär ist, wie bei Gammarus Olivii, sondern etwa zum sechsten *) Annales des sc. nat. Tom XX. ji. 372. Beitrüge zur Fauna Nortvegens. Crustacea. 89 Theile so lang, wie der grössere (D)^ dazu kommt noch, dass die Fär- bung eine ganz andere ist. Die Stirn ist stumpf; die Augen sind nie- renförmig, gross, viermal so lang als breit, und in der Mitte ein wenig schmäler als gegen die Enden (A). Die unteren Fühlhörner (^), die nur wenig kürzer als die oberen sind, reichen bis zum vierten (die oberen bis zum fünften) Gliede des Thorax und sind, wie die oberen, nur wenig behaart. An der Geis- sei der oberen Fühlhörner zählte ich meistens 35, an dem Anhange derselben 6, und an der Geissei der unteren Fühlhörner 21 Glieder. Auf den 3 letzten Gliedern des Hinterleibes befinden sich kleine Bün- del von zarten Dornen. Das erste Glied der hinteren Gangbeine ist unregelmässig oval. Das sechste xifterbein des Hinterleibes ist so lang, wie das vierte, aber länger als das fünfte, überhaupt verhältnissmässig recht gross; der Leib ist von den Seiten sehr stark zusammengedrückt, der Hinterleib ist kaum um ein Drittel kürzer, als der Thorax. Die Seitenplatten der Ringel des Thorax, besonders die des vierten, sind beträchtlich gross, höher als breit, an ihrem hinteren Rande ausge- schweift, und an der vorderen unteren Ecke stark abgerundet. Die Länge des Körpers, gerechnet von der Stirne bis an das Ende des Hinterleibes, beträgt 7 bis 8 Linien. Die Grundfarbe ist ein Braun- gelb von verschiedenen Graden der Stärke; an jedem Güede des Hin- terleibes aber kommt rechts und links in der Nähe der Bauchseite ein ziemlich grosser und unregelmässig vierseitiger mennigrother Fleck vor; an den Gliedern des Thorax dagegen befindet sich mitunter jeder- seits ein leichter Auflug von solcher Farbe. Fundort: Molde, Drontheim und Namsen-Fiord. 40. CAMMARUS KRÖYERI ii. sp. (Tab. IV. Fig. 1.) G. fronte inernii^ oculis reniformihus j antennis superioribiis inferiores excedentibus ^ thorace laevij ahdominis segmento (fuarto H. Rathke^ n'A -ivii >'.V ;^\iH et f/uinto spinoso ; ultimoi'um pedum spuriorum ramo uno hrevissimo, vix visihili, altero magno, complanato, spinoso^ appendicihus dua- biis cmidalibus complanatis, ovato - lanceolatis, postice spinosis. Es schliesst sich diese Art zunächst an die vorher beschriehene und an Gammarus Olivii an, unterscheidet sich aber von der ersteren hauptsächlich dadurch, dass an den Afterbeinen des sechsten Paares der grössere Ast Domen, aber keine Haare besitzt, und dass der Rük- ken nirgend Stacheln trägt, von der letzteren Art aber dadurch, dass die Kralle der Hände des zweiten ßeinpaai*es nicht über den hinteren Rand dieser Hände hinausgleitet. — Die Augen (A) sind nierenförmig, ungefähr noch einmal so hoch als breit, und in der Mitte etwas schmä- ler, als gegen die Enden. Die Stirne ist stumpf; die unteren f'ühl- hörner sind beträchtlich kürzer als die oberen, und reichen nur bis zu dem vierten Ringel des Thorax, indess die oberen bis zum sechsten reichen; die Geissei der unteren Fühlhörner besteht aus 11 bis 12 Gliedern, die der oberen Fülilhörner aber nur aus 18 bis 20, und der Anhang derselben aus 4 Gliedern. Der Hinterleib ist nur um ein Drit- tel kürzer als der Thorax, und der ganze Leib nur massig von den Seiten zusammengedrückt. Die Seitenplatten des Thorax sind oblong, 172 mal so hoch als breit, an den beiden unteren Ecken abgerundet. Die Hände der beiden vorderen Beinpaare (B) sind ziemlich gleich gross, im Ganzen aber nur klein; die Wurzelglieder der hintersten Beinpaare (C) sind unregelmässig oval und etwas länger, als breit. Das hinterste Beiupaar ist im Ganzen nur kurz, nur sehr wenig länger, als das vor- derste Paar der Afterbeine. Die Afterbeine des hintersten Paares (D) sind viel länger, als die des fünften und eben so lang, oder selbst ein wenig länger, als die des vierten, haben aber ein viel dickeres Wur- zelglied ; ihr längerer Ast ist ein ziemlick dickes lanzetförmiges Blatt, das einige wenige kleine Dornen, aber keine Haare trägt. Auf dem letzten Ringel des Hinterleibes stehen zwei kleine oval-lanzetförmige, Beiträge zur Fauna Norwegens. Crustacea. ~ 11 und am Ende mit einigen kleinen Dornen versehene Anhänge {Ej. Der Rücken ist, wie bei den schon beschriebenen Arten, ohne Kiel; auf der oberen Seite des vierten und fünften Ringels des Hinterleibes befindet sich eine kleine Erhöhung, die einige kleine Dornen trägt. Länge des Körpers 2% Linien. Fundort: Christiansund. Benannt habeich dies Thier nach dem bekannten dänischen Zoologen Kröyer. 41. GAMMARÜS SABINI Leach. Dieser sehr schöne und grosse Amphipode, den Sabine in den Polarmeeren der nördlichen Hemisphäre gefunden hat, kommt auch an den Küsten von Norwegen und selbst im Sunde vor. Nahe ver- wandt mit ihm ist ein anderer, den ich bei Christiansund gefangen habe, und noch näher ein Thier, das ich am schwarzen Meere gese- hen und in meinen Beiträgen zur Fauna der Krimm unter dem Na- men Amathia carinata beschrieben und abgebildet habe. Alle diese drei Arten unterscheiden sich von anderen Arten des Geschlechtes Oammarus nicht blos dadurch, dass ihr Rücken mehr oder weniger gekielt ist, sondern auch dadurch, dass ihre oberen Fühlhörner etwas kürzer, als die unteren sind, und dass auf dem letzten Gliede des Hin- terleibes nicht ein aus zwei Blättchen bestellender Anhang vorkommt, sondern ein ganz einfaches ziemlich breites Blatt, das am oberen oder Endrande ein wenig ausgeschweift ist. Will man dieserhalb aus die- sen Thieren ein besonderes Genus machen, so wird der Name Ama- thia wohl mit einem andern vertauscht werden müssen, weil schon früher eine Gattung von Dekapoden diesen Namen erhalten hat. Um von dem Gammarus Sahini die beiden andern ihm nahe ver- wandten Arten gehörig unterscheiden zu können, gebe ich von ihm eine ausführlichere Beschreibung, als die, welche ich vorfinde. Das Auge ist gross, an der vorderen Seite etwas ausgeschweift, und an dem oberen Ende etwas schmäler, als an dem unteren. Die 72 \A H. Ratiike, [\ Stirne springt ein wenig vor und bildet eine stumpfe Spitze. Das un- tere oder längere Fühlhorn hat eine aus 28 Gliedern bestehende Geis- sei; an dem oberen etwas kürzeren Fühlhorn aber besteht die Geis- sei nur aas 24 und ihr x\nhang aus 4 Gliedern. Die Beine sind kurz und dick , und die hinteren Paare derselben haben ziemlich starke Dornen; das hinterste Af'terbein ist uui ein Viertel kürzer, als das vierte; der eine Ast des hintersten Afterbeines ist nur wenig kürzer als der andere, beide aber sind nur dünn und lanzetförmig; der Tho- rax, ist ungewöhnlich hreit im Verhältniss zu seiner Höhe. Ein stark vorspringender Kiel kommt auf allen Gliedern des Thorax und des Abdomen vor, und dieser läuft auf den drei hinteren Gliedern des Thorax und den zwei vorderen Gliedern des Hinterleibes nach hinten in einen stark vorspringenden und nach hinten umgebogenen spitzen Winkel aus. Dicht an dem hinteren Rande aller Glieder des Thorax bemerkt man eine quer gehende Reihe sehr kleiner warzenförmiger Hervorragungen. Dornen oder Stacheln fehlen auf der oberen Seite der Glieder des Hinterleibes. — Länge des Körpers 1 Zoll. Die Fär- bung ist weiss mit einem Geäder und mit Flecken von gelbbrauner oder auch karmoisinrother Farbe. Anmerkung. Der oben erwähnte Amphipode des schwarzen Meeres unterscheidet sich von GammarusSabini hauptsachlich dadurch, dass bei ihm nur auf den 3 vorderen Gliedern des Hinterleibes, und auf den 3 letzten Gliedern des Thorax ein Kiel vorkommt. 4-2. GAMMARÜS ANGULOSüS n. sp. (Tab. III. ¥\^. 3.) G. roslro brevi obtuso j oculis subovatis^ antennis siiperioribtis breviortbus ; carina in 4 anterioribus abdominis anntilis obsoleta; superiore thoracis facie angulosa ^ peduni spiiriorum ultimorum ra- inis fere aequalibus lanceolatis ^ caudis appendice unicti, foliacea, lata, postice subemarginata. Beiträge zur Fauna Norwegens. Crustacea. Ifff Die Augen (^ sind gross, an dem unteren Ende breit, gegen das obere melir oder weniger versclnnälert, um ein Viertel länger, als unten breit, nii'gend ausgeschweift, im Ganzen oval, und mit ihrem längsten Durehmesser schräge von unten und vorne nach oben und hinten gerichtet. Die Stirn läuft in einen kurzen und breiten Rüssel aus, der nach unten umgebogen und abgestumpft ist. Ein massier stark hervorragender Kiel, der an der Stirne vorkommt, verliert sich auf dem Rüssel. Die oberen Fiihlhörner sind etwas, doch nicht viel kürzer als die unteren, und ihre Geissei besteht aus 18 bis 21, ihr Anhang aber aus 4 Gliedern; von den unleren Fühlhörnern besteht die Geissei aus 22 bis 25 Gliedern, und reicht bis zu dem fünften Gliede des Thorax hin. An beiden Fühlhörnern ist die Geissei etwd;s länger, als der Stiel. Die Hände an den beiden vorderen Beinpaaren (C) sind ziemlich gleich gross, im Ganzen aber nur massig gross; eine jede ist von oben nach unten ganz allmälig verschmälert, und stellt ein sphärisches Dreieck dar. Die Beine sind nur kurz, die drei hinteren Paare Ijesitzen viele Dornen, und ihr Wurzclglied ist beinahe so breit als lang, und nur wenig nach unten verschmälert (/>). Die Afterbeine der drei vorderen Paare sind beinahe gleich lang, und das vorderste von ihnen reicht etwas über das vorletzte Glied des hintersten Bein- paares hinab. Das vierte Paar der Afterbeine ist nur wenig kürzer, als das dritte, und das sechste (/i) ist beinahe nur halb so lang, als das vierte, überhaupt aber das kürzeste von allen. Die beiden Aeste der hintersten Afterbeine sind beinahe gleich gross, lanzetförmig, doch ziemlich dick, uud mit Dornen und Borsten besetzt. Die Breite des hlattartigen, einfachen, am oberen Rande sehr schwach ausgeschweif- ten und nur massig grossen Anhanges am letzten Gliede des Hinter- leibes ist zweimal in der Länge desselben enthalten (P). Am oberen Rande desselben kommen zwei sehr kleine Dornen vor. — Ein Kiel kommt nur auf der oberen Seile der vier vorderen Glieder des Hin- Vol.XX. P. I. 10 terlciljcs vor, ist aber nur selir niedrig; am Tliorax bilclc-l die obere Seite der Glieder nur einen Winkel, und dieser verliert sich um so mehr, je näher dem Kopfe. Dornen fehlen auf den hinteren Gliedern des Hinterleibes. Der Hinterleib ist fast so lang, als der Thorax. Der ganze Leib ist von den Seiten nur massig stark zusammengedrückt. Die Seitenplatten sind oblong, nur wenig höher als breit; an ihrem hinteren Rande fast gerade, an der vorderen unteren Ecke stark abgerundet. Die Länge des Körpers beträgt 4 bis 4V2 Linien. Die Farbe ist weiss mit gelbbraunen oder rothbraunen kleinen Flecken. Doch ist das hier beschriebene Crustaceum niclit etwa ein Junges von Gammu- rus Sahini, denn einestheils liabc ich von ihm mehrere Exemplare mit Eiern gesehen, anderntheils haben eben so grosse Junge von Gam- marus Sablni schon ganz dieselbe Gestalt, wie die Alten. Fundort: Christiansund. Es schliesst sich dieser Amphipode an Sabiuc's Gammarus loricaUis und Kröyer's Gummavus pinguis an, die beide bei Grönland vorkommen und von Kröyer ausführ- lich beschrieben sind, *) ist aljer von ihnen in mehrfacher Hinsicht verschieden. 43. GAMMARUS ZEBRA n. sp. (Tab. HI. Fig. 4.) G. fronte inei'mij oculis rotundis minutis , dorso lacvtj atden- nis rohustis, flaf/ello hrevi terminaÜs, superioribiis brevioi'ibus ; ulti- inis pedibns spuriis simplicibus, conieis, incurvatis, spinös diio breves inacqiiales emitlentibus ^ uppendicibus caudae duabiis minutissimis suhlanceolatis . Dieser Amphipode gehört zu denjenigen Arten, welchen M. Ed- wards in seiner Uebersicht der Gattung Gammarus folgende Charak- tere zugeschrieben hat: Yeux circulaires: fausses palles abdominales de la sixieme paire ne portant pas 2 rjrands articles cilies. •ii'i*) Groenlands Aiiifipoder, ^;. 22 — 27. Beitrüge zw Fauna Norwegens Crustacea. 75 fuii Meiner Meinung nach durfte es wohl nicht unzweckmässig sein, die Tliiere, welche die eben angeführten Organisations -Verhältnisse zeigen, von der Gattung Gammarus zu trennen, und für sie eine besondere Gattung aufzustellen. Der Körper ist ziemlich schlank und von den Seiten massig stark abgeplattet {A). Die Länge des Hinterleibes macht mehr, als ein Drit- tel von der Länge des ganzen Körpers (ohne die Fühlhörner) aus. Ein Rüssel fehlt. Die Augen sind sehr klein und rund. Von den öbeiieh Fühlhörnern besteht der Stamm aus 3, von den unteren aus 4, die Geissei aber von jenen aus 7, von diesen nur aus 5 Gliedern. Die Stämme der Fühlhörner sind ziemlich dick, die der oberen jedoch weniger, als die der unteren. Eben dasselbe gilt von den Geissein derselben, die eine verhältnissmässig nur geringe Länge haben, denn die der oberen sind kaum länger und die der unteren nicht einmal so lang, als die Endglieder ihrer Stämme; überdiess sind von den Geis- sein der unteren Fühlhörner die einzelnen Glieder, wie bei Podocc- rus, aneinander kaum beweglich. Mit dem Endgliede des Stammes eines jeden oberen Fühlhorns ist, wie bei Gammarus, neben der Geis- sei ein kleiner dünner kegelförmiger Anhang befestigt, der aber ganz ungegliedert ist. Alle Fühlhörner sind an ihrer unteren Seite der gan- zen Läncre nach mit ziemlich langen und dicht stehenden Haaren D o besetzt. Die oberen reichen kaum bis zu der Mitte der Geissein der unteren, und diese reichen, wenn man sie nach hinten umgebogen hat, bis auf den fünften Piingel des Thorax. An den hintern Kiefer- füssen ist der Palpus {B) massig gross und aus drei länglichen blatt- förmigen Gliedern zusammengesetzt, von denen das äusserste an sei- nem Ende massig breit und schräge abgeschnitten ist. — Thorax und Abdomen zeigen an ihrer oberen Seite weder einen Kiel, noch irgendwo Dornen. Auch zeigt der hintere Rand der einzelnen Ringel des KÖr- pers nirgend tiefere Ausschnitte und vorspringende Winkel. Die ■il .MMBrtmur» if. Ratiikc, ii Seitenplatten der vier vorderen Ringel des Thorax haben eine nur geringe Länge, und smd allenthalben beinahe gleich breit und unten stark abgerundet. Die Beine haben eine um so grössere Länge, wie sie aul" einander folgen: die des vordersten Paares sind sehr klein, die des zweiten (bei den Weibchen) wenig länger und überhaupt grösser als jene, die des hintersten beträchtlich lang. Die Beine der zwei vor- deren Paare endigen mit einer kleinen Hand, die ungefähr um die Hälfte länger als breit ist, ein unregelmässiges sphärisches Dreieck darstellt, und eine ziemlich lange und starke Kralle trägt, die sich an den hinteren Rand der Hand anlegt (C). Die Beine des zweiten und dritten Paares sind nur wenig länger, als die des ersten, und im Ver- hältniss zum ganzen Körper nur sehr klein; ihr Wurzelglied ist recht dick und kräftig, ihre übrigen Glieder aber sind nur sehr dünn (D). An dem hintersten Beine ist das Wurzelglied um die Hälfte länger als breit; sein vorderer und sein hinterer Rand sind massig convex und ohne Dornen oder Borsten; an den übrigen Gliedern dieses Beines aber konuncn einige kleine Dornen vor. Das erste Paar der Afterbeine reicht kaum bis zu dem vorletzten Ghede der Beine des hintersten Paares. Die drei hintersten Paare von Afterbeinen bilden zusammen einen Spring -Apparat; die des vierten sind etwas kürzer, als die des dritten, und bestehen aus einem ziemlich kräftigen Stamme und zwei kürzeren massig dicken x^esltm, die, wie der Stamm, an ihrer nach aussen gekehrten Seite mit Dornen besetzt sind {E). llmen ähnhch sind die Afterbeine des fünften Paares gebaut, doch kürzer und etwas dünner. Die Afterbeine des hintersten Paares aber, die etwas, doch nicht viel kürzer, als die des fünften sind, sieht man nach hinten und oben gerichtet; ein jedes stellt sich als einen nach oben und vorne umgekrümmlen Kegel dar, ist an der Basis etwa noch einmal so dick, als der Stanmi des vor ihm liegenden Afterbeines, und läuft in zwei an Dicke und Länge sehr ungleiche, im Ganzen aber nur kurze hör- Beitrüge zur Fauna Norwegens. Crustucea. Hif nige Spitzen aus, von denen die dickere und längere nach oben und vorne umgebogen, die andere gerade nach hinten gerichtet ist (F). Zwischen diesen hintersten Afterbeinen springt das Ende des Hinter- leibes, gleichsam einen kurzen dicken und abgestumpften Zapfen bil- dend, noch eine kleine Strecke vor (G); auf der oberen Seite dieses Vorsprunges, aber in einiger Entfernung von den Enden desselben, ste- hen dicht neben einander zwei äusserst kleine, nur bei stärkerer Vcr- grösserung deutlich «erkennbare, lanzetförmige, blattartige Anhänge. Länge des Körpers ohne die Eühlhörner 3'/2 Linien. Färbung schwach strohgelb mit breiten kirschrolhen Binden um den Thorax, und eben so gefärbten, emige Binden zusauunensetzenden Flecken auf dem Abdomen. — Fundort: Christiansund. Das Thier scheint selten zusein, denn ich habe nur ein einziges und zwar weibliches Exemplar gefangen, das übrigens Eier in seiner Brüthöhle enthielt. 44. AMPHITHOE TENÜICORNIS n. sp. (Tab. IV. Fig. 3.) A. fronte inermi; o cutis ma ff nis vcniforimbus ^ anlennis louffis- siinis, tenuibns, superiorihus inferiores alitjuantinn excedentibus ^ an- terioribus abdotninis seffinentis carinatis, poslicc in dentein productis^ ultimis pedibus spuriis in duos rumos foliuceos, lanccolatos, ferc aequales divisis; appendice caudafi nulla. Ein rüsselartiger Vorsprung der Slirne fehlt, und dadurch schon unterscheidet sich dieser Amphipode YowAmphilhoe carinata Ileinhardt und Amph. Serra Kroyer, mit denen er in der Form seines Rückens Aehnlichkeit hat. Die Augen sind sehr gross, nierenformig, 2'/2 mal so lang als breit, und unten ein wenig schmäler als oben {A). Die sehr langen i'ühlhörner sind beinahe gleich dick, und ihre äusserst dünnen, langen und aus 38 bis 40 Güedern bestehenden Geissein sind viel länger, als die Stiele; die unteren reichen bis zur Mitte des Hin- terleibes; die oberen, die merklich, obschon nicht viel kürzer sind. nicht völlig so weit; doch sind von den oberen die Stiele etwas län- ger, als von den unteren; jedes Glied der Geissein besitzt nur eine einzige sehr kurze und kaum merkbare Borste; die Glieder der Stiele aber sind mit kurzen, sparsam stehenden Dornen, und die zwei ersten Glieder der unteren Fühlhörner ausserdem noch mit einigen Haaren versehen. Auf jedem der vier vorderen Glieder des Hinterleibes kommt eine dünne und niedrige Leiste (Kiel) vor, die nach hinten in einen dünnen, ziemlich langen und horizontal gelegenen Stachel oder Zahn ausläuft. Die Hände der beiden vorderen ßeinpaare sind nur sehr klein, die des ersten aber viel kleiner, als die des zweiten; an dem hinteren ilande dieser letzteren (B) bemerkt man eine Reihe von mas- sig langen Haaren, aber keine Dornen, indess bei Amph. serrata Say, die in vieler Hinsicht mit dieser Art übereinstimmt, am hinteren Rande der Hände drei Dornen vorhanden sein sollen, wie ich aus der von Mi Ine Edwards gegebenen Abhandlung über die Amphipoden ersehe. Die Wurzelglieder der drei hinteren Beinpaare sind breit und tafelförmig, der übrige Theil dieser Beine aber ist nur sehr dünn, wie denn überhaupt die Beine im Ganzen zart gebaut sind (/>). Das Abdo- men ist fast eben so lang, als der Thorax und überhaupt der Körper ziemlich schlank gebaut. Die Seitenplatten der vorderen Ringel des Thorax sind ziemlich gross; die grössten sind oblong, zweimal so lang als breit, an den unteren Ecken abgerundet, am hinteren Rande kaum merklich ausgeschnitten (concav). Die Stämme der drei vorderen Paare von Afterbeinen sind dick und beinahe cylinderförmig, ihre Aeste dagegen nur sehr dünne. Die Afterbeine des ersten Paares sind sehr viel kürzer, als das hinterste Beinpaar. Das hinterste Paar der Afterbeine (Z>) ist kürzer, als das vorletzte, aber immer noch ziemlich lang, doch gilt dies eigentlich nur von den beiden Aesten dieser Beine, die last gleich gross, blattartig zusammengedrückt, und schmal lanzet- förmig sind, denn ihr Stamm ist nur kurz. Von einem Anhange des Beitrüge zur Fauna ISorwegens. Cruskicea. 'Kl letzten Hinterleibsringcls konnte ich keine Spur bemerken. — Die Länge des Körpers, die Fühlhörner nicht mitgerechnet, beträgt 4 lii- uien. — Fundort: Drontheini. 45. AiMPHITÜOE PODOCEROIDES n. sp. (Talj. IV. FJg. 4.) ^. fronte inermi^ dorso laevi^ oculis parvis rülundisj anten- nis inferioribus rohiislis flayello hrevi terminatis, supcriores mullo tenuiores longitiuline feve aeqiiantihus j manibus secundi paris robu- stis, eos primi paris duplo fere superanlibus, ultiniis pcdibus spuriis brevibus, in ranios duos conicos fere aequales diuisis ; appendice cau- dali tinica, brevi, foliacea, postice rolundata. Es steht dies Thier am nächsten der von M. Edwards aulge- stellten Art ^inph. indae. Ein Rüssel fehlt gänzlich. Die Augen sind klein und rund {J.). Der Stamm der unteren l'ühlhörner ist über das Doppelle so dick, als der Stamm der oberen, und bei dem Männchen stärker, als bei dem Weibchen; ihre Geissei ist im Verhältniss zum Stamme nur kurz, indem sie bei dem Männchen nur halb so lang, als jener erscheint (bei dem Weibchen aber nicht viel kürzer ist), besteht nur aus 12 bis 13 Gliedern, und nimuit gegen ihre Spitze, mit der sie bis auf das Abdomen hinreicht, rasch an Dicke ab, so dass mithin die unteren Fühlhörner eine grosse Annäherung an die der Gattungen Podoceros und Ischtjroceros zeigeu. Im üebrigen aber ist der Bau dieses Thieres, wie er sich für die Gattung ^mphithoe charakteristisch zeigt. An den oberen Fühlhörnern ist die Geissei viel länger als der Stamm, und besteht aus 24 bis 25 Gliedern. Uebrigens sind die obe- ren, je nach den vei'schiedenen Individuen, entweder eben so lang, oder etwas länger, als die unteren; alle Fwhlhörner aber sind nur schw^ach mit kurzen Haaren besetzt. Die Hände sind bei den Männ- chen viel grösser, als bei den Weibchen; die des zweiten Paares (B) sind bei ihnen noch einmal so gross, als die des ersten; alle Hände S0 H. Ratuke, >ft aber sii.d beinalic noch oinnial so lang als breit, und in ihrer oberen grösseren Hälfte allenthalben ziemlich gleich breit, in der unteren Hälfte aber am hinleren Rande, gegen den die Klaue sich einschlägt, sehr schräge concav abgeschnilten; auch sind sie alle, besonders bei den Männchen, an ihrem hinteren Rande und an der Einlenk ung der Klaue mit vielen und zum Theil recht langen Borslenbündeln verse- hen. Die Klaue der Hände ist recht stark, ziemlich lang, und gleitet mit ihrer Spitze, wenn sie eingeschlagen wird, etwas auf die innere Fläche der Hand. Wo bei'm Einschlagen die Spitze der Klaue die Hand berührt, kommt an dieser ein massig grosser Zahn vor. Die ' OD Beine des dritten Paares reichen bei den Männchen nur bis zu den Händen des zweiten, bei den Weibchen verhältnissmässig weiter hinab. Die Hüftglieder der hinteren Beinpaare (C) sind tafeltÖrmig und bei- nahe oblong. Der Hinterleib ist nur halb so lang als die Brust. An den fünf vorderen Ringeln der Brust kommen ziemlich £;i-osse Seiten- ])latten vor, von denen wider die Regel die hinterste ungefähr eben so gross als die vierte ist; sie sind etwas höher, als breit, oben merklich schmäler, als unten, an beiden längeren Rändern ein klein wenig con- cav, an den beiden Ecken stark abgerundet. Die Afterbeine des vor- dersten Paares reichen bis zu dem vorletzten Gliede der Beine des hintersten Paares hinab. Von den Afterbeinen des vierten und fünf- ten Paares sind die Stämme beinahe noch einmal so lang, als die Aeste, jene übrigens, Avie diese, sind an ihrer hinteren Seite mit einer Reihe von Dornen versehen. Die Afterbeine des sechsten Paares, AAclche kleiner als die des fünften sind, bestehen aus einem kurzen dicken Stamme und zwei noch kürzeren, fast gleich grossen kegelförmigen ' O O OD Aesten (Z>). Am Ende des Hinterleibes belindet sich ein einfacher Anhang (F). Lange der grössten Exemplare, Fühlhörner nicht mitgerechnet, 7 r.inien. Die l^arbung der Rückenseite des Körpers besteht aus Beitrüge zur Fauna Nortoegens. Crusiacea. 9S^ abwechselnd auf einander folgenden dunkelbraunen und goldgelben Binden, von denen die ersteren die Mitte der Segmente des Körpers einnehmen. — Fundort: Christiansund. Das beschriebene Crustaceum macht einen Uebergang von der Gattung Amphithoc zu der von Kröyer aufgestellten Gattung Ischy- roccros *). Mit dieser letzteren stimmt es überein durch die Form und Stärke seiner unteren Fühlhörner und die bedeutende Grösse der Hände seines zweiten Beinpaares, unterscheidet sich aber von ihr an- derseits durch den Mangel eines geisseiförmigen Anhanges an den obe- ren Fühlhörnern und dadurch, dass das letzte Glied der ansehnlich grossen Palpen der Mandibeln nicht eiförmig, kurz, und fast abge- stutzt, sondern mehr in die Länge gezogen und unregelmässig ellipsoi- disch ist. 46. AMPHITHOE PRE\ OSTII M. Edwards? (Tab. IV. Fig. 5.) Ob das hier zu beschreibende Thier mit der oben genannten Art nur nahe verwandt ist, oder vielmehr zu ihr selbst gehört, vermag ich nicht anzugeben, da M. Edwards diese Art nur erst in seinem Tableau über die Amphipoden aufgestellt, noch aber nicht ausführlich beschrie- ben hat. Die Diagnose desselben würde folgende sein : A. fronte inermiy oculis inagnis rotundis^ dorso laevi^ anten- nis hrevihus, inferioribus superiores excedentibus j manibus secundi paris magnisy robustis, cos primi paris multo sttperantibus ; ultimis pedibus spuriis parvis, biarticulatis ; appendice ceiudali nulla. Ein Piüssel fehlt. Die Augen sind gross und rund (A). Die obe- ren Fülilhörner, deren Gcissel aus 9 bis 10 Gliedern besteht, reichen nur eine massig grosse Strecke über das dritte Glied, oder überhaupt über den Stiel der unteren Fühlhörner hinaus. Diese letzteren reichen bei älteren Exemplaren bis zum dritten Segmente des Thorax, bei den *) Groenlands Amßpoder. VoUXX. P.I. 11 90 n- H. Ratuke, ,a nicht völlig ausgewachsenen nur bis zur Mitte des zweiten Ringels, sind ziemlich dick und haben eine aus 10 bis 13 Gliedern bestehende Geissei, die kaum so lang als ihr Stiel ist. Alle 4 Fühlhörner sind nur schwach behaart. Die Hände des zweiten Paares (B und E) sind bei den Männchen sehr viel grösser, als die des ersten, ziemlich dick und nur wenig länger als breit; ihre Form ist bei verschiedenen Exempla- ren etwas verschieden, denn bei einigen ist ihr hinterer Rand beträcht- lich kürzer, bei anderen, namentlich grösseren Exemplaren, nur we- nig kürzer als der vordere, und bei jenen stellen sie im Allgemeinen unregelmässige, verschobene Vierecke, bei diesen unregelmässig runde Scheiben dar; ihr nach lünten gekehrter Rand ist bei jenen älteren nicht S-förmig ausgeschnitten, besitzt aber ein Paar längliche und nie- drige schwielenartige Erhöhungen, eine Menge gefiederter Haare und zwei neben einander stehende massig grosse Dornen, zwischen wel- che sich die Spitze der kurzen und dicken Klaue hineinlegt, indess er bei jüngeren Exemplaren schwach S-förmig ausgeschnitten und un- behaart ist. Die Hände des ersten Paares sind fast oblong und 1 V2 mal so lans als breit. Bei den Weibchen sind die Hände des zweiten Paa- res etwa nur um die Hälfte grösser, als die des ersten Paares. Die Beine des dritten Paares sind bei den Weibchen länger, bei den Männ- chen aber etwas kürzer, als die des zweiten Paares. Das Wurzelglied der hintersten Beinpaare ist gross, bei älteren Exemplaren (C) unre- gelmässig oblong, bei jüngeren {uu'cgelmässig scheibenförmig -rund und ohne Dornen; die übrigen Theile dieser Beine aber besitzen einige wenige Dornen. Die Seitenplatten der vier vorderen Brustringel sind massig gross, etwas höher als breit, am hinteren Rande ein wenig con- cav, vorne und unten etwas convex. Der Hinterleib ist ungefähr % so lang, als die Brust. Die Afterbeine des ersten Paares sind über halb so lang, als das hinterste Beinpaar. An den Afterbeinen des vier- ten und fünften Paares sind die Aeste beinahe so lang, wie die Stämme, Beiträge zur Fauna Norwegens. Crustacea. WSt zwar kräftig, doch etwas zusammengedrückt und mit starken Dornen bewaffnet. Die Afterbeine des sechsten Paares (D) sind sehr klein, und endigen sich nicht mit zwei Aesten, sondern jedes besteht nur aus zwei im Verhältniss zu ihrer Länge ziemlich dicken GUedern, von denen das Endglied kleiner als das Wurzelglied ist, und am Ende einige kleine Stacheln trägt. Der Rücken ist allenthalben ganz glatt. Die Länge des Körpers beträgt SVe bis 4 Linien. Die Farbe ist ein einförmicres unreines Gelbbraun. o Fundort: Christiansund. Sehr nahe verwandt ist dieses Thier mit einem Amphipoden, den ich im schwarzen Meere gefunden und unter dem Namen Htjale pontica beschrieben habe, *) unterscheidet sich aber von ihm hauptsächUch durch den Mangel eines Schwanz- anhanges. Die ganze Form der Beine des zweiten Paares ist übrigens bei beiden Arten so beschaffen, dass sie bedeutend von der abweicht, welche jene Gliedmaassen bei anderen Amphipoden, die man zu der Gattung ^m/j/t«) sind beinahe so lang, wie die des vierten, springen also über die zunächst vor ihnen liegenden stark vor. Die beiden Aeste der Afterbeine dieses letzten Paares sind gleich lang, mehr rund als platt, und jeder mit einem starken gekriimmten Dorn geendigt, rings- um aber mit kleineren Dornen versehen. Auf dem Ende des Hin- terleibes steht ein einziges schmales, längliches, schwach zugespitztes und gekrümmtes Blatt, das so lang ist, wie der Stiel eines Afterbeines des letzten Paares {E). Länge des Körpers beinahe 4 Linien. Fundort: Christiansund. Beiträge zur Fauna Norwegens. Crustacca. SS 48. IPHIMEDIA OBESA n. gen. (Tab. III. Fig. 1.) Ein schön gezeichneter Amphipode, von dem ich eine Menge von Exemplaren bei Christiansund einsammelte, steht der Gattung Leii- cothoe insofern zunächst, als die Beine des ersten Paares auch bei ihm in eine Scheere auslaufen, die des zweiten Paares a])er eine solche Hand besitzen, wie etwa bei Gammavus und Amphithov. Dagegen unterscheidet er sich von den bekannten Arten jener Gattung dadurch, dass der Pollex seiner Scheerenfüsse nicht aus zwei Gliedern, sondern deutlich nur aus einem einzigen Gliede besteht, dass die Stämme der Fühlhörner nicht aus zwei Gliedern zusammengesetzt sind, sondern der Stamm der oberen aus drei und der Stamm der unteren aus vier, und dass ausserdem die oberen Fühlhörner nicht länger, sondern gegentheils kürzer, als die unteren sind. Diese Unterschiede haben mich veranlasst, das gleich näher zu beschreibende Thier als den Ty- pus einer neuen Galtung von Amphipoden aufzustellen. Iphimedia habe ich diese nach einer Geliebten Neptuns benannt. Der massig grosse Kopf sendet einen ziemlich langen, sich allmä- lig verjüngenden Rüssel aus, der bogenförmig sehr stark nach unten gekrümmt, und mit seinem unteren Theil zwischen den oberen Fühl- hörnern versteckt ist. Die Augen sind gross, nicht viel höher als breit, am vorderen Piande etwas concav, am hinteren sehr stark convex. Die oberen Fühlhörner sind ein wenig kürzer, als die unteren, wel- che beinahe bis zum fünften Ringel des Thorax hinreichen, besonders aber ist der Stamm von jenen kürzer, als der von diesen, indem er kaum mehr als die Hälfte von der Länge des Stammes der unteren hat. Die Geissei der oberen Fühlhörner besteht aus 20 bis 21 , die der unteren aus 17 bis 19 Gliedern; übrigens ist sowohl jene als diese nur schwach behaart, indem an ihr nur kurze und überhaupt nur kleine ßorstenbüschel vorkommen {31). Die Mandibeln {C und D) sind ziemlich kräftig. Eine jede stellt beinahe eine unregelmässig 86 H. Ratiire, ^ vierseitige, lang ausgezogene und etwas gekrümmte Pyramide dar, und sendet in der Nälie der Spitze von ihrer nach innen gekehrten Seite einen kleinen von vorne und hinten abgeplatteten , massig brei- ten und nach unten in einen scharfen mit Zähnchen besetzten Rand auslaufenden Fortsalz ab, der nicht völlig so weit herabreicht, als die Spitze der Pyramide (Z>). Der Palpe besteht aus drei Gliedern, von denen das mittlere und äussere blattartig sind; das letztere, welches das kleinste ist, hat im Verhältniss zu seiner Länge eine nur geringe Breite, stellt ein unregelmässiges Dreieck dar und läuft spitz aus. Die Maxille {E) ist blattartig, an ihrem nach innen gekehrten Rande unten mit Zähnchen, oben mit kurzen Borsten besetzt, und sendet nach aus- sen einen schmalen, ziemUch langen, abgeplatteten Fortsatz ab, der etwas oberhalb seiner Mitte eine Gliederung zeigt und einen Palpus vorstellt. Das vordere Kieferbein (F) ist ähnlich beschaffen, wie die Maxiila, aber an seinem nach innen gekehrten Rande nur allein mit kurzen Borsten versehen, auch besitzt der Fortsatz, den es nach aus- sen und unten absendet, keine Gliederung. Die an ihrer Wurzel verwachsenen Kieferbeine des zweiten Paares {G) senden von dieser ihrer gemeinsamen Wurzel zwei Paare einfache, diinne, längliche, unregelmässig ellipsoidische Platten, und ein Paar viel längere und überhaupt grössere Palpen aus. Von jenen Platten sind die des einen Paares kleiner, als die des anderen, und liegen vor ihnen, bemhren sie aber mit ihrer hinteren Fläche. Der Palpus ist viergliedrig und grösstentheils blattarlig dünn; das vorletzte Güed sendet nach vorne und unten einen ziemUch grossen blattförmigen und am Ende abge- rundeten Fortsatz aus. Die Beine des vordersten Paares {H) sind sehr dünne und überhaupt nur klein; ihr Endglied (J) ist ziemlich lang und stellt eine ähnUche Scheere dar, wie sie bei'm Flusskrebse an den Beinen des zweiten und dritten Paares vorkommt, doch sind der Pollex und Index, von denen der erstere den letzteren ein wenig Beiträge zur Fauna Norwegens. Cruslacea. 87 Überragt, imVerhältniss zu den übrigen Theilen der Scheere nur sehr kurz; übrigens kommen an der Seite, die der Pollex und Index ein- ander zukehren, nahe dem zugespitzten Ende derselben, einige wenige in einer Reilie stehende sehr kleine Zähne vor; auch befinden sich an beiden einige wenige massig lange Haare. An dem zweiten ßeinpaare (K) kommen nur Andeutungen von Händen vor, indem das letzte Glied derselben kaum etsvas breiter, als das vorletzte, übrigens aber ziemlich lang, tafelartig dünne und mit seinem hinteren unteren Winkel so her- vorspringend ist, dass es hier einen platten, breiten und abgerundeten Fortsatz bildet, der ungefähr halb so lang erscheint, als die dicht vor ihm eingelenkte Klaue. Ich habe über 20 Exemplare dieser Art von Amphipoden vor mir, und finde bei ihnen allen die eben beschriebene Form des Endgliedes des zweiten Beinpaares, weshalb ich denn ver- muthe, dass sie nicht blos den weiblichen Individuen eigenthümlich ist, sondern auch bei den männlichen vorkommt. Bei einigen Exem- plaren sind die Beine des zweiten Paares etwas dünner und nicht völ- lig so lang, bei andern aber eben so dick und etwas länger, als die des dritten Paares; jene Exemplare halte ich theils deshalb, theils auch, weil sie eine Brüthöhle besitzen, für weibliche, die übrigen aber für männliche. Bei allen jedoch sind auch die Beine des zweiten Paares nur klein zu nennen. An den drei hintersten Beinpaaren sind die Wm'zelglieder beträchtlich gross; an dem letzten stellen sie beinahe runde Scheiben dar, indem sie nur wenig länger als breit sind; an dem dritten von hinten aber (iV) sind sie oblong, mit abgerundeten Ecken. Die übrigen Glieder aller dieser Beine besitzen etliche Dor- nen. Die Afterbeine der drei ersten Paare sind ziemlich gleich lang, und reichen bis zu dem letzten Gliede des hintersten Beinpaares. An ihnen, wie an den beiden folgenden Paaren, sind die Aeste viel länger als der Stamm. Die Afterbeine des vierten Paares sind um ein Gerin- ges länger, als die des diitten; die des fünften sind etwas kürzer, und SS H. Ratiire, ■ jÜ die des sechsten springen etwas über die des fünften vor, ohne jedoch länger, als sie zu sein. Alle drei hinteren Paare von Afterbeinen aber sind recht lang. An dem vierten (O) sind die Aeste dünn, etwas abgeplattet und an Länge etwas ungleich; der längere ist an seinem einen Rande, wie der Stamm, mit einigen wenigen kleinen Dornen besetzt; beide Aeste sind um ein Beträchtliches länger, als der Stamm. Aehnlich beschaffen sind die Afterbeine des fünften Paares. Von den Afterbeinen des sechsten Paares (P) sind die Aeste ungefähr dreimal so lang, als der Stannu, und zicmUch genau so lang, als der Stamm der Afterbeine des vierten Paares; der eine Ast von ihnen ist etwas länger und breiler, als der andere, beide aber sind stark abgeplattet, lanzettförmig, spitz geendigt, und an ihrem einen Rande mit etlichen kleinen Dornen besetzt. Auf der oberen Seite des letzten Ringels des Hinterleibes steht ein dünnes ziemlich hohes und breites, an der nach vorne gekehrten Seite concaves, an dem oberen Rande abgerundetes und hier mit einem tiefen Einschnitte versehenes Blatt aufgerichtet (Q). Der Hinterleib ist nicht viel kürzer, als der Thorax. Der ganze Leib, besonders aber der Thorax, ist dick und gedrungen, am Rücken breit gewölbt, von den Seiten sehr wenig abgeplattet. Ein Kiel und Dor- nenbüschel fehlen am Rücken. Dafür aber zeigt der hintere Rand der ersten drei Ringel des Hinterleibes in seiner Mitte einen Ausschnitt, und zu den Seiten desselben zwei spitze M^inkel (B); am auffallend- sten ist diess am vordersten Ringel des Hinterleibes. Die Seitenplat- ten des ersten firustringels sind kaum bemerkbar, dagegen die des vierten beträchtlich gross; dieser letztere stellt ein unregelmässiges Viereck dar, und hat einen stark ausgeschnittenen Rand, der nach hinten und unten gekehrt ist; die Seitenplatten des zweiten und drit- ten ßrustringels stellen unrcgelmässige Dreiecke dar. Gleichfalls haben die Seitenplatten der drei vorderen Ringel des Hinterleibes eine ansehnliche Grösse, und überdiess sendet an dem hintersten von Beiträge zur Fauna Norwegens. Crustaceu. 89 diesen Ringeln eine jede Seitenplatte an ihrem hinteren Rande zwei kleine spitze Fortsätze aus {A). \>'j .\u>*l Die Länge des Thieres ohne die Fühlhörner beträgt 5 Linien. Die Grundfarbe ist Weiss mit schwacher Beimischung von Strohgelb; auf der oberen Seite des Körpers zeigen sich Querbinden, deren jede aus zwei Reihen schwarzer Puncte und einem zwischen diesen liegen- den ockergelben oder auch rothgelben schmalen Streifen besteht. Fundort : C h r i s t i a n s u n d. niagnosis generis Mphiniediae. Antennae superiores inferioribus hreviores: illarum pedunciiliis e trihus, hartitn e quatiior articulis compositus : ommum flagellum tenue, tnultiarticulatum. Pedes secundi paris manibtis simplicibiis, primi paris, Ulis minores, chelis instructi, f/uarum pollex ex uno tän- tum articulo constat: reliqid pedes iis Gammarorum similes. Pedes spurii in duos ramos plus minusve complanatos divisi. Iphimedia obesa, rostro longiore deflexo, arciialo ; ociilis magnis, subreniformibus j antennis inferioribus superiores aliquaU' tum excedentibus ^ dorso laevi^ corpore crasso j pedibus anteriori- bus tenuissimis j ultimis pedibus spuriis longis in ramos duos lanceo- latos subaef/uales divisis; appendice caudali unica, foliacea, magna, lata, postice emarginata. 49. PODOCERUS CAPILLATÜS n. sp. (Tab. IV. Fig. 8.) Er nähert sich dem Podocerus variegatus Leach., unterscheidet sich aber hinlänghch von demselben. Bei der von Leach aufgestellten Art Podocerus variegatus sind die oberen Fühlhörner viel kürzer, als die unteren. Die Hände des zweiten Paares haben keine Zähne an ihrem unteren oder hinteren Rande; die Beine des dritten Paares sind viel kürzer, als die des vier- ten, und auf dem letzten Ringel des Thorax, wie auch auf dem vor- voi. XX. p.i. 12 Wb H. Katuke, dersten Ringel des Abdomeii's, kommt in der Mittellinie ein starker Zahn vor. Bei unserem Pod. capillatus sind die oberen Fühlhörner nur wenig kürzer, als die unteren, die Hände des zweiten Paares mit zwei Zähnen versehen; die Beine des dritten Paares nur ein wenig kürzer, als die des vierten, und sämmtliche Ringel des Leibes an ihrer oberen Seite ohne Zähne. Ausserdem beträgt die Zahl der Gheder, aus welchen ein jedes untere Fühlhorn besteht, bei P. variegatus 5, bei meiner Art 6. In Hinsicht dieser Zahl stimmt hier meine Art mit Pod. pulchellus Leach überein; sie unterscheidet sich aber von der- selben dadurch, dass die Beine des vierten Paares nicht kürzer, son- dern etwas länger sind, als die des dritten, und dass bei ilir an den Händen des zweiten Paares der obere Zahn nicht sehr lang, sondern gegentheils nur kurz ist. Beide Fühlhörner sind , besonders bei den Männchen , sehr stark behaart, und ihre Haare sind massig laug, ziemlich dick, und stehen zum kleinem Theile einzeln, zum grössern Bündelweise; die einzeln stehenden Haare sind einlach, die übrigen aber fein gefiedert {^). Die unteren Fühlhörner sind ungefähr noch einmal so dick, als die obe- ren, nur wenig länger, als diese, und um ein Drittel kürzer, als der Körper; die Geissei aller Fühlhörner ist in der Nähe der Spitze zwei- mal, selten nur einmal gegliedert. Ein Rüssel fehlt. Der Rücken ist glatt und nur massig stark gewölbt; von den Seiten ist der Körper nur massig stark abgeplattet. Der Hinterleib ist ungefähr um ein Drittel kürzer, als der Thorax. Die Seitenplatten des letzteren sind nur sehr klein, ähnlich einer Hälfte eines der Quere nach durchschnit- tenen Ovals. Die Augen sind klein, rund und etwas vorspringend. Die Hände des zweiten Beinpaares sind selbst bei den Weibchen über dreimal so gross, als die des vordersten Paares, dick, unregelmässig oval, an ihrem hinteren Rande zugeschärft, und an diesem Rande mit zwei massig tiefen und ziemlich gleich grossen Ausschnitten versehen. Beiträge zur Fauna Norwegens. Crustacea. jH|: Bei den Männchen sind sie absolut und relativ etwas grösser, als bei den Weibchen (B). Die Kralle dieser Hände des zweiten ßeinpaares ist dick, doch spitz auslaufend; sie ausgestreckt gedacht und mitge- rechnet sind die Hände des zweiten Beinpaares viel länger, als der übrige Theil dieser Beine, ja sogar etwas länger, als die ganzen Beine des dritten oder des vierten Paares. Die Afterbeine sind um so kleiner, je weiter sie nach hinten hegen, und das sechste oder hinterste ist nur sehr kurz. Dies letzte Bein (Z>) besteht aus einem verhältnissmässig recht dicken, gegen sein äusseres Ende massig verjüngten Stamme, und zwei viel kürzeren, sehr dünnen, an Grösse einander gleichen, kegelföi'migen, etwas gekrümmten und in einen kurzen Stachel aus- laufenden Aesten. Ein Anhang fehlt an dem letzten Ringel des Hin- terleibes. Die Länge des Körpers, die Fühlhörner nicht mitgerechnet, be- trägt 3 Linien. Färbung weiss mit vielen kleinen biesterbraunen Flecken. — Fundort: Christiansund. 50. PODOCERÜS CALCARATUS n. sp. (Tab. IV. Fig. 9.) Von Podocenis cylindricus Say, womit ich diese meine Species ehemals zu verbinden gedachte, ist sie, wie ich mich später überzeugt habe, in gar mancher Hinsicht wesentlich verschieden, worüber am Schlüsse dieser Beschreibung das Nähere angegeben ist. Die Augen sind klein, rund und ein wenig hervorragend. Die unteren J uhlhörner {A) sind bei beiden Geschlechtern viel dicker, als die oberen und reichen bis zum letzten Drittel des Körpers, doch sind beiderlei Fühlhörner bei den Weibchen dünner, als bei den Männ- chen. Die oberen sind bei den Weibchen beinahe so lang, wie die unteren, bei den Männchen aber reichen sie noch nicht bis an das letzte Glied von diesen ; ferner sind die oberen an ihrer unteren Seite mit langen nicht sehr gedrängt stehenden, die unteren mit viel kürze- 92! nor^iuljui^ H. R.vtueg, ^^ -«u& 'ri^u-üUSi ren, aber dichter stehenden Haaren besetzt; übrigens ist das letzte Glied, oder die Geissei der oberen, 9 bis 10-gliedrig, das der unteren aber nur 6 bis 7-gliedrig. Die Hand des zweiten Beinpaares ist bei beiden Geschlechtern dreimal länger und dicker, als die des ersten, aber bei den Männchen etwa noch einmal so lang, als bei den Weib- chen (im Ganzen, wenn die Klaue ausgeschlagen ist, ungefähr so lang als der Thorax mit sammt dem halben Hinterleibe), und auch anders geformt. Bei den Männchen (B) ist der Metacarpus länglich, unregel- mässig cylindrisch und ein wenig gekrümmt, so dass seine concave Seite nach hinten gerichtet ist; von dieser Seite geht nahe der Einlen- kung des Carpus mit dem Metacarpus ein nach unten und hinten ge- richteter, etwas abgeplatteter, beinahe allenthalben gleich breiter, und am Ende abgestumpfter zahnartiger Auswuchs ab, der über halb so lang, als der Metacarpus selbst ist; über der Einlenkung der Klaue aber, und zwar in geringer Entfernung über ihr, kommt an derselben Seite ein kleiner Zahn vor, die Klaue ist stark, nur wenig gekrümmt und nur um ein Drittel kürzer, als der Metacarpus. Bei den Weib- chen (Z>) ist der Metacarpus unregelmässig länglich- oval, an dem hin- teren schneidenden Bande behaart (was bei den Männchen nicht der Fall ist), und nnt drei kleinen stumpfen Zähnen versehen, von denen der mittlere von dem unteren sehr viel weiter entfernt ist, als von dem oberen. Die Beine des dritten Paares sind bei den Männchen beträcht- lich kürzer, als die des zweiten ohne die Hände, bei den Weibchen dagegen etwas länger. Die Afterbeine sind um so kürzer. Je weiter sie nach hinten liegen; die drei hinteren Paare sind im Ganzen nur kurz. Der Körper der Männchen ist ziemlich schlank und von den Seiten stärker zusammengedrückt, als bei der vorigen Art. Der Hin- terleib ist nicht viel länger, als die [lälfte des Thorax. Die Seitenplat- ten des dritten und vierten Ringels vom Thorax sind ziemlich gross, oblong, etwa noch ein halbmal so hoch als breit, und an der hinteren Beiträge zur Fauna Norwegens. Crustacea. ^■ unteren Ecke stark abgerundet. Von den drei hintersten Paaren der Afterbeine ist das erste am grössten, das letzte am kleinsten. Die des letzten Paares sind, wie die der übrigen, in zwei walzenförmige Aeste getheilt; diese Aeste aber sind im Verhältniss zum Stamme viel kür- zer, als bei jenen. Ein Anhang des Hinterleibes fehlt. Länge des ganzen Körpers ohne die Fühlhörner höchstens 4% Linien. Färbung weiss, mit vielen kleinen kirschbraunen Flecken. Fundort: Christiansund, wo er sich, wie die vorige Art, auf den Seepflanzen aufhält. Die von Say aufgestellte Art Pod. öylindricus lebt an der Ost- küste von Nordamerica, ist viel kleiner, als Pod. calcaratxis, hat eine zugespitzte Stirn , was bei diesem nicht der Fall ist, und besitzt an den Beinen des zweiten Paares Hände, deren vorletztes Glied eiförmig ist und einen eben so langen Nagel trägt, was gleichfalls bei der von mir gefundenen Art nicht der Fall ist. Ferner unterscheidet sich diese meine Art von Pod. variegatiis unter andern durch den ganz glatten Rücken, von Pod. pulchellus Leach aber dadurch, dass ihre unteren Fühlhörner, wenigstens bei den Männchen, viel länger sind, als die oberen, dass die Geissei derselben, im Ganzen genommen, nicht aus 6, sondern aus 10 bis 11 Gliedern besteht, und dass an den Händen des zweiten Paares der längere Zahn offenbar von dem vorletzten Gliede derselben, nicht aber dem Anscheine nach von dem über diesem lie- genden Gliede abgeht. Die Beine des vierten Paares aber sind, wie bei Pod. pulchellus, etwas kürzer, als die des dritten. 51. MELITA PALMATA Leach? Bei M o 1 d e fand ich ein Exemplar aus der Gattung Melita, des- sen Fühlhörner und Afterbeine aber, als ich es nach der Rückkehr von der Reise wieder zu Gesicht bekam, zum Theil verstümmelt wa- ren, weshalb sich denn nicht mit Sicherheit angeben lässt, ob dasselbe 9^ H. Ratuke^.cA titc >iym\v«fl wirklich zu der oben genannten Art gehöre; der Schein ist allerdings dafür. Der Leib dieses Thieres war, als ich es fing, weiss mit einem schwachen Aufluge von Zinnoberroth; an den Beinen zeigten sich abwechselnd weisse und dunkelrothe Binden. 52. CAPRELLA PIIASMA Lamarek. Von den verschiedenen bekannten Arten der Gattungen Caprella und Leptomera sind die Kennzeichen, so viel mir bekannt, bis dahin noch nicht so festgestellt worden, dass man diese Arten von einander leicht unterscheiden könnte. Ich will daher versuchen, diejenigen, welche ich in Norwegen gefangen habe, möglichst genau zu beschrei- ben und zu charakterisiren. Vorher möge jedoch die Bemerkung gemacht sein, dass, wenn gleich bei diesen Thieren das erste Glied (Ringel) des Leibes mit dem Kopfe verwachsen und an ihm unbeweg- lich ist, man doch jederseits eine schwache Furche bemerken kann, die sich als eine Marke zwischen beiden schräge von oben und vorne nach hinten und unten hinzieht, und dass dicht hinter dieser Marke das erste Beinpaar befindlich ist. *) Uebrigens unterscheiden sich die Ca prellen von den Leptomeren dadm'ch, dass bei ihnen an dem dritten und vierten Gliede des Thorax Beine fehlen, und dass nur allein an diesen Gliedern Athemblasen vorkommen, indess bei den Lepto- meren auch an jenen Gliedern Beine vorhanden sind, und nicht blos an eben denselben Gliedern, sondern auch am zweiten Atheuiblasen vorkommen, im Ganzen also drei Paare dergleichen Blasen. *) Schon Kröyer liat sich iii seinem Werke über Grönlands Ampliipoden (S. 91), in Be- treff dieses Umsfandes, folgendermaasscn ausg:edrückt: „Desmarest sagt, dass das erste Fusspaar an den Kopf befestigt ist. Dies halte ich für unrichtig. Auch ist nicht Burmeister's Behauptung gegründet, dass der erste Ringel der Brust mit dem Kopfe versclimolzen ist. Unter dem Mikroskop, oder selbst mit einer guten Loupe, kann man deutlich so^^ohl eine Grenze zwischen dem Kopfe und dem ersten Ringel der Brust erkennen, als auch eine Befestigung des ersten Fusspaares an diesen Ringel.**«"» < Beitrüge zur Fauna Norwegens. Crustacea. 16 Bei Caprelta Phasma nun, deren Körper lang gestreckt und schlank ist, reichen die oberen Fühlhörner genau bis zu dem dritten Gliede des Thorax, und haben eine aus 15 Ghedern bestehende Geis- sei, die etwas, obgleich nur sehr wenig, behaart ist, indess der übrige Theil derselben, oder der Stiel, sich haarlos zeigt. Die unteren Fühl- hörner reichen bis zu dem Anfange der Geissei der oberen, oder auch wohl nicht völlig so weit, und besitzen an ihrer unteren Seite in der ganzen Liänge sehr viele lange Haare. Alle Beine sind kurz und dick im Verhältniss zu den Beinen einiger anderen Arten. Die Hände des zweiten Beinpaares sind, selbst abgesehen von ihrem Klauengliede, länger, als der übrige Theil dieser Beine; doch reichen sie mit ihrem Ende, an dem das Klauenglied eingelenkt ist, wenn man sie nach vorne richtet, nur bis zu der Insertion der Beine des ersten Paares hin, weil das erste und zweite Glied des Thorax ansehnlich lang sind. Fer- ner sind die Hände des zweiten Paares im Verhältniss zu ihrer Länge beträchtlich dick, an ihrer Oberfläche durch einige sehr kleine Höcker etwas rauh gemacht, und an ihrem hinteren Rande theils mit vielen kurzen Haaren, theils mit drei stark ausgeprägten Vorsprüngen oder Zähnen versehen; der eine Zahn befindet sich dicht über der Stelle, wohin die Spitze des Klauengliedes reicht, wenn dasselbe eingeschla- gen worden , ist der grösste von allen und bildet eigentlich einen vor- springenden Winkel; der zweite Zahn liegt unter der Mitte jenes Ran- des, ist sehr viel kleiner, als der obere und stellt einen niedrigen stum- pfen Kegel dar; der dritte Zahn befindet sich dicht über der Einlen- kung der Klaue, hält in Hinsicht der Grösse das Mittel zwischen den beiden anderen, und ist sehr stumpf und breit. Die Beine des vier- ten Paares reichen nur bis an das Ende des Leibes. An der Rücken- seite befindet sich gleich zu Anfange des Thorax, also dicht hinter dem Kopfe, ein kleiner von vorne und hinten zusammengedrückter Vor- sprung mit einem Einschnitte an seinem breiten oberen Rande; auf 0iB H. Ratiike, jetlein der drei folgenden Glieder kommt ein einziger kegelförmiger kleiner Vorsprung vor; auf dem fünften Gliede aber sieht man vier, und auf jedem der beiden folgenden Glieder des Thorax zwei paarige kegelförmige Vorsprünge oder Höcker. Ob jedoch diese Höcker bei erwachsenen Exemplaren beständig vorhanden sind, inuss dahin ge- stellt bleiben. Bei jüngeren Exemplaren von 5 bis 5 Vi Linien Länge sind sie noch nicht vorhanden. — Länge eines erwachsenen Exempla- res 9 Linien, ohne die Fühlhörner. 53. CAPRELLA ACÜMINIFERA Leach? Der ganze Leib ist bei dieser Art kürzer und dicker, überhaupt gedrungener, als bei der vorigen. Die oberen Fühlhörner reichen etwas über die Mitte des dritten Gliedes des Thorax hinaus, und haben eine aus 13 Gliedern liestehende Geissei; die unteren reichen eine ge- raume Strecke über den Stiel der oberen hinaus, und sind überhaupt im Verhältniss zu diesen länger und auch dicker, als bei der vorigen Art. Die Behaarung aller vier Fühlhörner ist so , wie bei der vorigen Art. Die relative Länge der einzelnen Theile der Beine des z\veiten Paares ist ähnlich, wie bei der vorigen Art; im Verhältniss aber zu dem Theile des Thorax, der vor ihnen liegt, erscheinen sie länger, indem sie bei eingeschlagenen Klauen etwas über die Insertion der Beine des ersten Paares hinausreichen; ihre Hände sincl dünner und etwas höckriger, als bei der vorigen Art, und haben an ihrem hinte- ren Rande nur sehr kurze und sparsam stehende Haare, so wie auch die drei Vorsprünge oder Zähne dieses Randes, besonders der obere, nur klein sind. Die Beine des vierten Paares reichen ein klein wenig über den Leib hinaus. Auf der Rückenseite kommen eben so viele und eben so gestellte Höcker vor, wie bei der vorigen Art, sind aber der Mehrzahl nach verhältnissmässig grösser; ausserdem aber belinden sich nocii viele kleinere Höcker theils auf dem Rücken, theils zu bei- den Seilen des Thorax. — Länge höchstens 7 Linien. Beitrage zur Fauna Norwegens. Crustacea. 97 54. CAPRELLA SCOLOPENDROIDES Lam. (C. LINEARIS Latr.) Der Leib ist sehr dünn und langgestreckt, auch sind alle Beine nur sehr dünn. Die oberen Fülilhörner reichen bis an das dritte Glied des Thorax, haben eine aus 13 Gliedern bestehende Geissei, und sind an ihren Stielen ringsum mit sehr kurzen Haaren besetzt. Die unte- ren Fühlhörner reichen nur bis an das dritte Glied der oberen, und sind an ihrer unteren Seite mit langen Haaren versehen. Die Hände der Beine des zweiten Paares sind, wenn man die Klaue nicht in An- schlag bringt, kürzer, als der übrige Theil dieser Beine; ferner sind sie nur dünn und massig breit, überhaupt schlanker, als bei den bei- den vorigen Arten; die drei Zähne an ihrem hinteren Rand sind zwar ziemlich lang, doch nur dünn; übrigens kommen an diesem Rande viele und ziemlich lange Haare vor. Die Beine des dritten Paares reichen nicht über den Leib nach hinten hinaus. Nur auf denjenigen Gliedern des Thorax, an welchen die drei hinteren Beinpaare ange- heftet sind, befinden sich schwache Andeutungen von Höckern; sonst ist der Körper allenthalben ganz glatt. Länge: 6 Linien. 55. LEPTOMERA PEDATA Lam. (Proton pedatlm Desmar.) Die oberen Fühlhörner reichen bis an das vierte Glied des Tho- rax, sind nur sehr dünne, und haben eine 12-gliedrige schwach be- haarte Geissei. Die unteren Fühlhörner reichen nicht völhg bis an die Geissei der oberen, sind kaum halb so dick, als diese, und nm' sehr schwach behaart; von den gleichen Theilen der Capr eilen un- terscheiden sie sich sehr merklich dadurch, dass ihr letztes oder vier- tes Glied in 4 bis 5 kleinere Glieder getheilt ist, also eine Geissei bildet, indess es bei jenen Thieren ganz ungetheilt erscheint. Alle Beine sind im Ganzen genommen nur sehr dünn, doch ist an ihnen Vol. XX. p.i. 13 §8 II. RVTIIKE, das zweite Glied von oben etwas aufgetrieben oder verdickt, üii' Ilandc der Beine des zweiten Paares, abgesehen jedocli von ihren Klauen, sind merklich kürzer, als die über ihnen liegenden Thcile derselben Beine zusammengenommen; die hintere Seite einer solchen Hand zeigt, so weit das Klauenglied sich ihm anlegen kann, eine tiefe Rinne, vmd die Seitenwände dieser Rinne sind blattarlig dünn, und durch einen Ausschnitt unter ihrer Mitte in zwei Lappen getheilt; auch diess ist ein Organisationsverhältniss, das bei den Capr eilen nicht vorkommt. Uebrigens sind die Hiinde fast ganz unbehaart. Der Leib ist sehr schlank und allenthalben ganz glatt. Die Länge des Körpers beträgt 772 Linien, wenn die Fühlhörner nicht mitgerechnet werden. Die hier aufgeführten Thiore aus den Gattungen Caprelta und Leptoincra fand ich bei Mol de und Christiansund. Die meisten von ihnen waren purpurroth, einige Exemplare aber gelblich mit einem purpurrothen Schiunncr. 56. PHOXICIIILUS SPIiMPES Lamarck. Die Mandibeln endigen mit einer Scheere, wie etw a bei den Scor- pionen; von Palpen aber kommt an ihnen keine Spur vor. Die Farbe dieses Thieres, das sich mir im Meerbusen von Christiansund auf Seepflanzen, doch nur selten darbot, ist schwach strohgelb, mit Aus- nahme eines Längsstreifeus an der oJjeren Seite eines jeden Beines, der milchweiss ist. 57. CALIGUS CURTÜS Blüller. Die von O. F. Müller unter diesem Namen aufgestellte kn ist, nach Kröyer, *) einerlei mit Nordmann's Calitfus hicuspidatus (Männchen), mid Caligus Mülleri QN e]hc\\e\\) ^ wie auch mit Leach's Califjm Mülleri. ♦) Natur hhlorisk Tldss/mß. Jahrgang 1. lieft 6. S. 622. Beifn'lge zur Fauna Norwegens. Crusfacea. 99 Ich fand dies Thier in Menge bei der Insel Griepe auf Gadus Molva^ sonst ist es meistens auf Gadus Callarias und Gadus Aegle- fmus gefunden worden. Seine äussere Gestalt haben Nordniann *) und Kröyer**) schon so ausfidn-lich und genau beschrieben, dass ich darüber kein Wort weiter anzuführen hätte. Die von mir be- merkten Exemplare waren weiss gefärbt, mit einem karmoisinrothen oder auch dunkel -ockergelben, oder selbst orangefarbenen feinen Geäder auf der ganzen Piückenseite des Körpers. Die Augen aber waren bei allen zinnobeiToth. E'ür die Augen sehe ich übrigens mit Kroyer zwei nahe bei einander liegende und fast viereckige Puncto an, welche an der oberen Seite des Körpers in beträchtUcher Entfer- nung von dem vorderen Rande desselben, und ungefähr gegenüber dem Rüssel vorkommen, im Weingeist aber mit der Zeit undeutlich werden, ja selbst verschwinden. Die zwei halbmondförmigen Aus- buchtungen, die sich am vorderen Rande des Kopfes nach innen von den Fühlhörnern befinden, eine flache Höhle enthalten, am Umkreise dieser Höhle mit einem Kranze von sehr dicht stehenden, kurzen und etwas geschlängelten Haaren besetzt sind, oder 0. F. Müller's Lunu- lae, haben gewiss nicht die Vorrichtung von Augen, wie v. Nord- mann glaubt, wenn gleich freilich ihre wahre Bedeutung für jetzt noch rälhselhaft ist. Der Darmcanal, der geradeswegcs durch den Körper hindurch läuft, beginnt an der Basis des Rüssels mit einer äusserst dünnen, sehr *) Mikrograpliische Beiträge zur Naturgcscliiclite d. wirbellosen Thiere. Bd. II. S. 17-24. *) Kröyer liat in mehreren Heften seiner Zeitschrift eine sehr ansehnliche Zahl von parasitischen Crustaceen, unter ihnen auch viele neue, gründlich und ausführlich be- schrieben. Das Verdienst, das er sich dadurch um die Wissenschaft erworben, würde aber mehr Anerkennung finden, und die Früchte seiner Bemühungen würden der Wis- senschaft mehr zu Gute kommen, wenn er dem W'unsche Mancher, die der so wenig verbreiteten dänischen Sprache nicht mächtig sind, nachgeben, und seine Untersuchun- gen auch in einer gangbareren Sprache bekannt machen möchte. 100 H. Ratiikg, kurzen, und in einem Bogen nach hinten gekrümmten Speiseröhre, erweitert sieh hinter dieser sogleich l)edeutend, und bleibt bis in die Nahe des sogenannten Hinlerleibes allenthalben ziemlich gleich weit. Bei seinem üebergange in diesen aber verengert er sich ziemlich stark, und erweitert sich dann noch einmal, jedoch nicht in dem Grade, wie in dem Vorderleibe. Der Anfang jenes ersteren weiteren Theiles, den man als den Magen ansehen darl", ist durch etliche dünne und von ihm schräge nach aussen und unten lautende Muskelbündel an die Leibes- wände befestigt; andere dergleichen, doch mehr vereinzelt stehende Bündel, gehen auch weiterhin von ihm ab. Die Wandung des Darm- canales ist allenthalben nur massig dick, doch deutlich mit Muskel- bündeln versehen, und sein Inhalt ist eine weissliche Flüssigkeit. Im Leben lässt er, wie schon Kröyer bemerkt hat, unaufhörlich eine wellenförmige, durch abwechselnde Verengerung und Erweiterung bewirkte Bewegung gewahr werden. Fettkörper oder Lebern fehlen. Die Geschlechtswerkzeuge verhalten sich im Allgemeinen, wie ich sie bei Dichclesthtum Sturionis gefunden , und in einem fi'üheren Bande dieser Verhandlungen beschrieben habe. Die Eierstöcke bcfmden sich im Cephalothorax zu beiden Seiten des Rüssels, liegen nur massig weit von einander entfernt, haben eine weisse Farbe, eine nur unbe- trächtliche Grösse und eine unrcgclmässige Kugelform, und sind an die Bauchwand des Körpers mehr, als an andere Körperlheile befe- stigt. Jeder besteht aus einem dünnhäutigen, doch ziemlich festen und mit sehr kleinen Dottern angefüllten Sacke, und sendet nach hin- ten einen äusserst dünnen und etwas geschlängelten Canal oder Eier- leiter ab , der neben dem Darme nach hinten geht. Indem aber die- ser Canal in den Hinterleib eintritt, erweitert er sich bedeutend, wird auch viel dickwandiger, und behält dann dieselbe W^eite bis zu der äusseren GeschlechtsöfFnung. Die letztere oder dickere Abtheilung macht zwei sehr starke Windungen, von denen die eine nach hinten, Beiträge zur Fauna Norwegens. Crustacea. 101 die andere nach vorne gerichtet ist, und dient als Uterus, in vvelchcni sich die Eier, in einer einzigen Reihe hintereinander hegend, weiter ausbilden, namenthch auch eine Schalenhaut (Chorion) erhalten. Un- ter dem Uterus aber liegt das Kittorgan, ein ungefähr eben so weiter, oder selbst noch weiterer Canal, der ziemlich geradesweges (nur we- nig nach aussen gekrümmt) durch die ganze Länge des Hinterleibes geht, am vorderen oder blinden Ende stumpf, am hinteren plötzlich sehr stark verengt ist, und eine dicke eiweissartige Flüssigkeit bereu- tet, welche die Eier, wenn sie den Uterus verlassen, einhüllt und zu- sammen mit ihnen die sogenannten Eiertrauben bildet. Der Uterus und das Kittorgan einer jeden Seitenhälfte münden, wie es den An- schein hat, durch eine und dieselbe OefFnung. Die männlichen Ge- schlechtswerkzeuge sind in Hinsicht der Gestalt nach eben dem Plane, wie die weiblichen gebaut, nur hat derjenige Theil des Samenleiters, welcher im Hinterleibe liegt, lange nicht eine solche Dicke, wie der Uterus, und Organe, welche dem Kittorgane der Weibchen entsprä- chen, fehlen gänzlich. Das Bauchmark besieht aus zwei deutlich ge- schiedenen, doch nahe bei einander liegenden zarten Nervensträngen. Bis über die Mitte des Hinterleibes konnte ich sie biosiegen; noch weiter nach hinten aber vermochte ich nicht sie zu verfolgen, weil sie hier zu zart wurden, und zu fest mit den umgebenden Theilen zusam- menhingen. Dicht hinter der Speiseröhre schwellen beide Stränge auf dem Wege von hinten nach vorne stark an, und sind am Anfange dieser ihrer Aufschwellung innig mit einander verbunden, bleiben verdickt, indem sie die Speiseröhre von den Seiten umfassen, und gehen dicht vor ihr in ein nur massig grosses Gehirn über. So wird denn die Speiseröhre von einem dicken, beinahe herzförmigen, aus Nervenmasse bestehenden, und mit einer nur kleinen Oeffhung ver- sehenen Ringe ähnüchermaassen umgeben , wie bei den Scorpionen und Spinnen. Aus diesem Ringe nun strahlt eine ansehnliche Menge 102 H. Ratiike, vcrsclnedentlich dicker Nerven hervor. Eiiiio;e ctpIk^u nach vorne zu den Fühlern und den halbniondfönnigen Organen am vorderen Rande des Kopfes, andere nach oben zu den Augen, wieder andere nach unten zu den FressNverkzeugen, und noch andere nach hinten zu den Beinen. Sogar das sechste oder hinterste, also weit von jenem Hinge entfernte Beinpaar, erhält ^^on ihm seine Nerven; hinter dem erwähn- ten Ringe konnte ich am ßauchmarke nirgend ein Ganglion bemer- ken. Auch konnte ich keine Nerven gewahr werden, die hinter dem- selben vom Bauchmarke a])gegangen wären; wahrscheinlich aber sen- det es wenigstens ganz hinten einige Nerven an die Geschlechtswerk- zeuge ab. 5S. CALIGUS DIAPHANLS Noidniann. Wie Kröyer, fand auch ich diesen Parasiten auf Trigla Cur- imrdus, v. Nord mann dagegen auf Ti'ujla Hirxmdo. An einigen Exemplaren sassen solche kleine Würmer, wie Kröyer an Caliyus curtus und v. Nordmann an Califjus clongatus bemerkt haben. Sie gehören entweder zur Gattung yixine oder Phylline. 59. CALIGUS niPPOGLOSSI Kröyer. (Binoculus pischms Fabr.) auf Pleuroncctes Hippoglossus an der Insel Griepe gefunden. Der innere Bau dieses Tliieres ist so, wie hei Caligtts curtus beschafTen. Eine ausführliehe Beschreibung der äusseren Gestalt desselben hat Kröyer in seiner Zeitschrift mitwetheilt. Am vorderen Rande des Kopfes fehlen die halbmondfönnigen Aus- buchtungen oder Lunulae, und es gehört daher dieser Parasit zu der- jenigen Abtheilung der Caligiden, aus welchen v. Nordmann die Gattung Lepeophtheirus gebildet hat. 60. NICOTHOE ASTACI (Tab. V. Fig. 1-10.) ,;„„fOYi lieber <\ie äussere Gestalt dieses an den Kiemen des Hummers vorkonnnenden Parasiten, der eine Länge von 1 V4 und eüac Breite vqn Beiträge zur Fauna Norwegens. Crustacea. 103 1% Linien erreicht, haben zuerst Audouin und M. Edu urds im 9ten Bande (\qx Annales des scienccs naturelles^*) späterhin Kroyer im 2ten Bande seiner Naturhistorisk Tidsskrift (S. 146-150) so aus- führliche Beschreibungen gegeben, dass ich zu ihnen, wenn gleich Einiges, doch im Ganzen nur wenig hinzuzufügen habe. Der Zweck der folgenden Zeilen soll daher hauptsächlich dahin gerichtet sein, einige Angaben über den inneren Bau und die Entwickelung dieses Thieres mitzutheilen. Die äussere Gestalt der Erwachsenen abei" soll nur in so weit berücksichtigt werden, als sie zum Verständnisse jener Angaben nöthig ist, und als ich die Beschreibungen der genannten Gelehrten zu berichtigen und zu ergänzen habe. Es lassen sich am Körper der weiblichen Exemplare von Nico- Uwe zuvörderst drei von vorne nach hinten auf einander folgende Theilc unterscheiden, nämlich der Kopf, die Brust und der Hinterleib. Am Kopfe, der von oben und unten abgeplattet und verhältnissmässig nur sehr klein ist, befinden sich ausser zwei ganz einfachen Augen und zwei dünnen Fühlhörnern, deren jedes nach Kröyer's richtiger Zählung aus 10 Gliedern besteht, einige Klannnerorgane und ein Saug- rüssel. Der letztere, den die genannten Gelehrten übersehen haben, stellt eine kurze und überhaupt nur kleine , abgestutzte und allenthal- ben ziemUch gleich weite Röhre dar (Fig. 5, «), die in einiger Entfer- nung vom vorderen Ende des Kopfes vorkommt, auf die untere Seite dieses Körperabschnittes senkrecht aufgesetzt ist, eine ziemlich dicke Wandung hat, und aus einem gelblichen so harten liorngewebe be- steht, dass er nur schwer zwischen zwei Glasplatten zerdrückt werden kann. In seiner Höhle schien er mir zwei Stechborsten (Mandibulaej einzuschliessen, doch kann ich hierüber nichts Gewisses angeben. Zu beiden Seiten desselben und ganz in dessen Nähe kommen, wie bei *) Einen Auszug aus dieser Beschreibung Iiat Oken in der Isis (Jahrgang \on ISol. S. 1228— 30) gegeben. =^..',. r, ' i.,.. ii^... 104 H. Uatiike, manchen anderen parasitischen Crustaceen, zwei GHedmaassen vor, die eine geringere Länge, als der Rüssel haben. Sie sind sehr klein und überhaupt schwer zu erkennen, scheinen mir ganz einfach und mit einigen kurzen Borsten besetzt zu sein , und stellen entweder die Taster der Mandibeln, oder diese selbst vor. "Weder Kröycr, noch die französischen Naturforscher haben ihrer erwähnt. (Weil ich über ihre Gestalt nicht in's Reine kommen konnte, habe ich sie auch nicht abgebildet). In einiger Entfernung hinter dem Rüssel aber, und wei- ter von einander selbst entfernt, als jene ersteren Gliedmaassen, befin- den sich zwei andere etwas grössere (Fig. 2), deren jede aus einem kur- zen dicken Wurzelgliede und einem spitz auslaufenden, massig stark gekrümmten Klauengliede, das an der concaven Seite zwei ziemUch lange , dünne und spitze Zähne hat, zusammengesetzt ist. Auch dieses Paar von Gliedmaassen ist von Edwards und Audouin übersehen worden. Kröyer dagegen hat es beschrieben und abgebildet, doch ist von ihm die Klaue desselben unrichtigerweise für ganz einfach aus- gegeben. Ganz dicht hinler dem letzteren Paare steht noch ein zwei- tes Paar Klammerorgane (Fig. 3), die aber grösser, als jene sind. Die französischen Naturforscher haben sie ganz richtig beschrieben und abgebildet. Jedes von ihnen besteht aus zwei länglichen massig dik- ken Gliedern und einer langen Klaue, die spitz ausläuft und an der concaven Seite mit zwei Zähnen versehen ist. Kröyer hat sich durch diese Zähne täuschen und verleiten lassen, das Organ für fünfgliedrig zu halten. Der Thorax hat im Verhältniss zum Kopfe und Hinterleibe eine enorme Grösse, und läuft seitwärts in zwei grosse, nach hinten gerich- tete, und mehr oder weniger divergirende schlauchförmige oder keu- lenförmige Anhänge oder Flügel aus. An der unteren Seite dieses Mittelstückes des Körpers ist keine Gliederung zu bemerken, auf der oberen Seite aber sieht man gleich hinter dem Kopfe an dem mittleren. Beitrage zur Fauna Norwegens. Crustacea. 103 oder zwischen den beiden Flügeln gelegenen Theiie drei auf einander folgende Glieder, die nur der vorderen kleineren Hälfte jenes Theiles angehören, luid nur kleine quer gelagerte Schienen oder drei sehr kurze Abschnitte von schmalen Ringen darstellen (Fig. 1). Die hintere viel grössere Hälfte dieses Theiles scheint also eigentlich einen vierten Ringel oder Segment des Thorax zu bezeichnen. Gegenüber den erwähnten drei Schienen oder stärker ausgeprägten Theilen von Glie- dern des Thorax bemerkt man an der unteren Seite des Leibes drei Paare absolut und relativ sehr kleiner Extremitäten, die schon von Edwards und Audouin richtig beschrieben und abgebildet sind, und deren jede aus einem Stamme und zwei dreigliedrigen Aesten zusammengesetzt ist (E'ig.4). Ein viertes Paar eben so gestalteter und ungefähr eben so grosser Organe aber liegt dicht hinter jenen an der unteren Seite des präsumirtcn vierten Gliedes des Thorax, also ganz am Anfange dieses Gliedes. Die dritte Abtheilung des Leibes (Fig. 6) lässt deutlich 6 Ringel oder Segmente erkennen (nicht 5, wie Kr ö 3^ er angiebt), die um so kleiner werden, wie sie von vorne nach hinten auf einander folgen. An der unteren Seite des vordersten oder grösseren Segmentes, das, wie es mir schien, eigentlich aus zweien, einem vorderen kleineren und einem hinteren grösseren zusammengesetzt sein mag, und zwar ganz hinten befinden sich in geraumer Entfernung von einander die beiden OefFnungen der Geschlechtswerkzeuge; es gehört also dieses Glied eigentUch noch dem Thorax, nicht aber dem Abdomen an, und der Thorax besteht mithin eigentUch aus 5 Ringeln. Vor der Mitte dieses Gliedes aber lassen sich an dessen unteren Seite noch ein Paar kleiner Gliedmassen ^vahrnehmen, die Beine darstellen (Fig. 6), und von den schon mehrmals erwähnten französischen Gelehrten überse- hen worden sind. Jede von diesen Gliedmassen besteht aus zwei länglichen, etwas abgeplatteten und ziemlich gleich langen Gliedern, Vol. XX. p. 1. 14 106 II. Ratiike, von denen das äussere mit fünf ziemlich langen Borsten besetzt ist. Kröyer hat diese Organe zwar gesehen und abgebildet, sie aber nur für eingliedrig ausgegeben. Am Ende des Hinterleibes konmien zwei sehr lange und dicke Borsten, und einige sehr viel dünnere und sehr viel kürzere vor. Vor anderen Lernäaden zeichnet sich die Nicothoe durch die bei- den grossen flügeiförmigen Anhänge, die an den Seilen des Thorax vorkommen, auf eine merk^vürdige Weise aus. Diese Anhänge nun enthalten nichts weiter, als weibliche Geschlechtsorgane, und es sind dieselben dadurch entstanden, dass die erwähnten Organe, indem sie einen sehr bedeutenden Umläng gewannen, die i^eibeswand rechts und links stark hervortrieben und gleichsam aussackten. In jedem von ihnen liegen zwei an Grösse und Farbe verschiedene Organe, die schon durch die Hautbedeckung zu erkennen sind, indem sie durch diese stark hindurchschimmern. Das grössere Organ hat eine rosen- rothe Farbe, und scheint bei schwacher Vergrösserung aus einer dik- ken breiigen Masse zu bestehen; bei stärkerer Vergrösserung aber wird man gewahr, dass es einen Haufen von unzähligen rundlichen rosenrothen Eiern bildet, die durch eine farblose schleimstofllge Masse, welche wohl ohne Zweifel die Wandung des Organs ausmacht, zu- sammengehalten werden. Das rosenroth gefärbte Organ ist also der Eierstock. Das andere und viel kleinere Organ liegt unter jenem auf der Bauchwand des Leibes, unterscheidet sich von dem erstem durch eine milch weisse Farbe, und stellt einen allenthalben gleich weiten, mehrfach geschlängelten und gewundenen Canal dar, der beinahe bis an das stumpfe (hintere oder äussere) Ende des flügeiförmigen Anhan- ges hinläuft, dort aber, wo der Anhang vom Leibe abgeht, unter einen Bogen aus dem Anhange hervortritt und in den mittleren Theil des Leibes eindringt, wo er nun deuüich bis zu der Geschlechtsöffnung derselben Seitenhälfte seinen weitern Verlauf macht. Dies letztere Beitrüge zur Fauna Norwegens. Crustacea. 107 Organ, das eine etwas dickliche Flüssigkeit zu enthalten pflegt, und das ich einmal zum grösseren Theile auspräparirt habe, ist wahrschein- lich nicht etwa ein Ausführungsgang des Eierstockes, sondern gleich- bedeutend mit denjenigen Organen anderer Lcrnäaden und der Cy- clopen, welche ziu' Bildung der sogenannten Eiertrauben dieser Thiere eine eiweisshaltige, im Wasser gerinnende Flüssigkeit hergeben, und welche ich in einer Abhandlung über Dichelesthium sturionis und Lernaeopoda stellata die Kittorgane genannt und näher beschrie- ben habe. *) Der Darm ist ein einfacher Canal, der keine auffallend starke, einen Magen bezeichnende Anschwellung bemerken lässt. Bei allen grösseren Exemplaren der Nicothoe fand ich am hin- leren Ende des Leibes zwei solche grosse rosenrothe Eiertrauben, wie sie von den oben genannten Gelehrten beschrieben worden sind, oder vielmehr zwei grosse aus einer festen und ganz durchsichtigen Sub- stanz gebildete ovale Säcke, in denen die Eier eingeschlossen lagen. Bei den kleineren Exemplaren dagegen, von denen ich zu eben den- selben Zeiten eine beträchtliche Menge gesehen habe, fehlten derglei- chen Trauben. Daraus folgere ich, dass das Thier \vahrscheinlich stirbt und von den Kiemen des Hummers abfällt, wenn es gebrütet hat, und dass es nur einmal im Leben brütet. Doch muss ich hiebei noch bemerken, dass ich auch bei solchen Exemplaren, welche Eier- irauben trugen, die Eierstocke, wenn gleich kleiner, so doch nicht leer von Eiern gesehen habe. Alle Exemplare, die ich an den Kiemen des Hummers festsitzend fand, halten die erwähnten flügelförmigen Anhänge des Leibes, wa- ren also wohl nur Weibchen; denn weil man bei einem Hummer in der Regel nur sehr wenige Exemplare des beschriebenen Parasiten findet, so lässt sich nicht erwarten, dass, wenn auch die Männchen *) Verliandlungeii der Kais. Leop. Carol. Akademie der Naturforscher. Bd. XI. Abtli. 1. 108 II. IUthke, für immer festgeklammert und zur Ortsbewegung ganz unfähig wä- ren, die geringe Menge des Saamens, den sie ausleeren könnten, im Stande wäre, die fern von ihnen in derselben Kiemenhöhle des Hum- mers sitzenden Weibchen zu befruchten. Vermuthlich sind demnach die Männchen, wie die Männchen anderer Arten vun Lernäaden, be- deutend kleiner, entgehen daher leichter der Beobachtung und heften sich nicht an den Kiemen des Hummers an , sondern sitzen auf ihren Weibchen angeklammert. Leider habe ich auf der Reise unterlassen, mich nach den männlichen Individuen näher umzusehen. Die Eier, welche sich innerhalb der Eiertrauben befinden, sind kugelrund, haben einen Durchmesser von ungefähr Vao Linie, und besitzen eine viel saturirtere rosenrothe Farbe, als die Uautbedeckung der Mutter, und als die in den Seitenanhäugen des mütterlichen Lei- bes eingeschlossenen uurcifcn Eier, so dass sie massig dunkel-karmin- roth erscheinen. Diese I'arbe gehört entweder nur allein oder doch hauptsächlich einem Fette oder Oele an, das in dem Dotter in beträcht- licher Quantität vorkommt, und das sich aus diesem in kleinen Tro- pfen klar ausscheidet, wenn man das aus der Eiertraube herausge- nommene Ei in Weingeist gelegt hat. Die Substanz, welche die Eier einer Traube zusammenhält, ist an der Oberfläche der Traube sehr erhärtet, und bildet hier eine dickwandige, sehr elastische und nirgend eingefurchte, sondern ganz glatte Blase, nach innen aber ist sie weich und fast gallertig. — Das Chorion der einzelnen Eier muss sehr dünn sein, denn wenn man eine Eiertraube unter Wasser oder Weingeist geöffnet und daraus die Eier enUeert hat, so durchbricht der Dotter oder auch der Embryo, selbst wenn dieser sich nur wenig ausgebildet hat, in Folge der Einwirkung jener Flüssigkeiten, schon von selbst das Chorion. Wenn sich der Embryo noch nicht zu bilden begonnen hat, sieht man zwischen Chorion und Dotter so wenig, wie an den Eiern des Phryxxis Hippohjtes, einen Z\-\'ischenraum, der mit einer Beiträge zur Fauna Noricegens. Crustucea. 109 durchsichtigen Flüssigkeit angefüllt wäre. Wenn sich aber der Em- Ijryo zu bilden angelängen hat, erscheint zwischen Chorion und Dotter ein massig grosser heller Zwischenraum, der in verschiedenen Eiern eine verschiedene Breite hat, und der wohl als ein Zeichen gelten darf, dass sich zwischen dem Embryo und dem Churion eine eiweissartige Flüssigkeit rein ausgeschieden hat. Schon innerhalb der Eiertrauben durchbricht der Embryo das Chorion, bleibt dann nach einiger Zeit in der Traube zurück, und wird grösser, als das Ei war, in welchem er seine Entstehung nahm. Es ist diese sehr merkwürdige Erscheinung, so viel mir bekannt, noch bei keinem andern parasitischen Crustaceum bemerkt worden. Ver- muthlich erfolgt die erwähnte Vergrösserung des enthüllten Embryo's auf Kosten des sich auflösenden Chorion's und desjenigen Theiles der Kittsubstanz der Trauben, welcher die Eier untereinander und an die äussere Wanduucr Jer Traube oder den Behälter der Eier befestigt. Denn anstatt, dass die Eier Anfangs ganz fest in dem Behälter lagen, liegen sie späterhin, wenn ihre Entwickelung schon weiter vorgeschrit- ten ist, und also auch die enthüllten Embryonen, ganz lose in ihm. Der Embryo ist innerhalb seines Eies, wie der Embryo der Ler- näaden im Allgemeinen, niemals am Bauche oder aui Rücken zusam- mengekrümmt, sondern gerade gestreckt. Hat er innerhalb des Eies schon grössere Fortschritte in seiner Entwickelung gemacht, oder hat er das Chorion bereits abgestreift, so stellt er, von der Kückenseite oder Bauchseite betrachtet, ein etwas unregelmässiges Oval dar, und ist an diesen Seiten, besonders an den letzteren, etwas abgeplattet. Im Ganzen aber erscheint er dann als ein durchsichtiger Sack, der ganz mit Dotter angefüllt ist, und an dessen einer abgeplatteten Seite sich zwei Paare gliedmassenartiger Auswüchse befinden (Fig. 7). Der Sack oder die Hülle des Dotters ist an der Seite, von welcher jene Aus- wüchse abgehen, also an der Bauchseite, etwas dicker, als an anderen 110 II. R ATIIRE, Stellen, und IjcsLelit \'\ ahrscheinlich aus einem serösen Blatle und einem Schleimblatle, von denen sich das erstere zur Leibeswand, das letztere zum Darmcanale ausbildet. Die erwähnten gliedmassenartigen Organe, die einfache, kurze und am Ende abgerundete Säulen darstellen, und die ich schon an Embryonen erkennen konnte, welche noch in den Eihüllen eingeschlossen lagen, gehören der dickern oder derjenigen Hälfte des Körpers an, welche sich zu einem Cephalothorax ausbildet, und springen über den Körper seitwärts ein wenig vor, indem sie seit- wärts ausgespreizt zu sein scheinen. Nur dieser vorspringende Theil einer jeden Gliedmasse ist es, den man bei der Ansicht auf dem Rük- ken oder dem Bauche des Embrjo's deutlich erkennen kann. Beide Paare liegen in einer massig grossen Entfernmig von einander. Die des vorderen Paares sind wohl ohne Zweifel die Andeutungen von Fühlhörnern, die des hinleren Paares aber wandeln sich wahrschein- lich in Klammerbeine um. Ob ausser diesen z\vei Paar Gliedmassen dann schon, wenn der Embryo das Chorion durchbricht, auch noch andere vorkommen, konnte ich nicht auslindig macheu. Einige Zeit hindurch nehmen alle in einer Traube eingeschlos- sene Embryonen gleichmässig an Grösse zu, und verändern auch gleichmässig ihre Form, indem ihr Körper sich mehr verlängert und dadurch nach hinten spitzer wird, seine Oberfläche 3 bis 4 ringför- mige schwache Einschnürungen erhält und sich dadurch gliedert, die Bauchseite sich mehr abplattet, die schon vorhandenen GHedmassen grösser werden, und zu den schon vorhandenen noch neue unter der dünnern oder hintern Hälfte des Körpers hinzukommen. Dann aber nehmen einige Embryonen mehr, als die übrigen in derselben Traube, an Grösse zu, werden in ihrer vordem Hälfte auch breiter und platter, und nehmen überhaupt einen ganz anderen Ent wickelungsgang, ^ so dass zuletzt in einer und derselben Eiertraube zwei bedeutend von ein- ander abweichende Formen von Embryonen vorkommen. Ich kann Beiträge zur Fauna Norwegens. Cruslacea. 111 mir diese Erscheinung nicht anders deuten, als dass die eine, und zwar die breitere und grössere Form die weibliche, die andere aber die männliche bezeichnet, dass also von Nicothoe die beiden Ge- schlechter schon innerhalb der Eiertrauben eine verschiedene Gestalt erhalten. Es steht diese Erscheinung bis jetzt einzig in ihrer Art da, weil man bis dahin bei keiner Lernäade, oder überhaupt bei keinem krebsartigen Thierc, das seine Eier in Trauben mit sich herum trägt und brütet, dergleichen bemerkt hat; vielleicht aber hat sie nur darin ihren Grund, dass die Larven der Nicothoe eine verhältnissmässig län- gere Zeit in den Eiertrauben verbleiben und sich in diesen weiter ent- wickeln, als es bei anderen auf ihre Entwickelung untersuchten nie- dern Crustaceen der Fall ist. Ich will nun beiderlei Formen der Embryonen aus einer Periode, wo ich sie am meisten entwickelt sähe, näher beschreiben, und zwar zuerst diejenige Form , welche ich für die weibliche halte, diejenige also, welche sich vor der anderen auch durch eine ansehnlichere Grosse unterscheidet. Der Embryo, oder die Larve, w^enn man das junge Thier so nennen will, ist an der Bauchseite fast ganz platt, und am Rücken nur massig convex (Fig.8u.9). An seinem Leibe lassen sich eine vordere grössere und eine hintere kleinere Hälfte unterscheiden. Die erstere, die ich den Cephalothorax nennen ^vill, stellt ein sphäri- sches Dreieck dar, das etwas länger, als breit, und an seinen Winkeln abgerundet ist. Der Scheitelwinkel dieses Dreieckes bildet die Stirn, und in einiser Entfernung hinter ihm kommen an der oberen Seite des Körpers zwei auf beide Seitenhälften vertheilte, aber weit ausein- ander liegende hellrothbraune Puncte vor, die ohne Zweifel die Augen bezeichnen. Die beiden anderen Winkel und die zunächst vor ihnen liegenden Theile der Seitenränder des Dreieckes bilden sich, wie man vermuthen darf, nachher zu den zwei grossen flügelformigen Anhän- gen des Leibes aus. Die hintere Hälfte des Körpers, die ich den Hin- 112 H. Ratuke, terlcib nennen \\i\\, ist entweder gleich lang mit der vorderen, oder sogar ein wenig länger, jedenfalls aber viel schmäler, und zwar um so mehr, je weiter nach hinten; denn ihre Breite nimmt nach hinten bedeutend ab. Durch schwache ringförmige Einschnürungen ist sie in vier Glieder eiugetheilt, von denen das vorderste am grossten, das hinterste am schmälsten und dünnsten ist. Das letzte Glied ist hinten abgestumpft, und durch einen ziemlich tief gehenden Einschnitt seines hinteren Randes etwas gespalten, so dass es in zwei neben einander liegende Lappen ausläuft, von denen ein jeder an seinem hinteren Rande etUche Borsten trägt. Im Allgejneinen zeigt also der Leib, in Hinsicht seiner Form, eine auffallende Aehnlichkeit mit dem der Caligidcn. An der unteren oder platten Seite des Cephalothorax sieht man eine warzenförmige abgeplattete Hervorragung, die in der Mittellinie desselben und etwas weiter nach hinten steht, als die Augen; allem Anscheine nach deutet sie einen Saugrüssel an. Vor dieser Hervor- ragung aber, jedoch ganz nahe den Seitenrändern des Cephalothorax, befinden sich zwei Fühlhörner, die über diese Ränder ziemlich weit vorspringen; jedes von ihnen besteht deutlich aus drei Gliedern, von denen das äusscrste am längsten, und gegen sein Ende kolbenförmig etwas angeschwollen ist. Gleich hinter diesen Theilen und auch ein wenig weiter nach hinten, als der muthmaassliche Saugrüssel, bemerkt man ein Paar andere GUedmassen, die kiu'zer als jene sind, und über die Seitenränder des Körpers nicht vorspringen. Es sind dies Klam- merorgane und sie bestehen, einzeln betrachtet, soviel ich erkennen konnte, nur aus einem einzigen Gliede, das kurz, überhaupt nur mas- sig gross, jedoch verhältnissuiässig ziemlich dick ist, und an seinem Ende einen beinahe eben so langen und schwach gekrümmten Haken oder Klaue trägt. In ziemlich grosser Entfernung liinter diesen Klam- merbeinen kommen zwei Paare anderer Organe der Art vor, von Beiträge zur Fauna Norwegens. Crustacea. 113 denen nur das letztere ein wenig über die Seitenränder des Cephalo- thorax vorspringt. Die des vorderen Paares sind kürzer, als die des hinteren, doch etwas länger, als die schon beschriebenen Klammer- beine, und bestehen aus zwei Gliedern, nämlich aus einem ziemlich dicken und überhaupt ziemlich grossen Wurzelgliede, und einem sehr viel kleineren anderen, das mit einer langen und gegen ihr Ende stark gekrümmten, also hakenförmigen Klaue ausgerüstet ist. Die Klam- merorgane des hintersten Paares aber, die schlanker als die der bei- den anderen Paare sind, bestehen aus 3 Gliedern, von denen das mitt- lere am längsten ist, und tragen gleichfalls eine hakenförmige, jedoch nur wenig gekrümmte Klaue. — Auf diese verschiedenen Klammer- organe folgen dann 2 Paare stark abgeplatteter Gliedmassen, die später- hin vi'ohl wahrscheinlich als Schwimmorgane dienen sollen. Das vor- derste gehört noch dem Cephalothorax an, das zweite aber dem ersten Gliede desjenigen Körperabschnittes, welchen ich vorläufig Hinter- leib genannt habe. Alle diese vier Gliedmassen sind ziemlich lang, massig breit und bestehen ein jedes aus drei verschiedenen Gliedern, nämlich aus einem längeren Wurzelgliede oder Stamme, und zwei schmäleren und kürzeren neben einander liegenden Endgliedern oder Aesten , die zum grossen Theile einander decken und au ihrem Ende mit mehreren langen Borsten besetzt sind. Die Embryonen der anderen Form (Fig. 10, ^ und B) sind nicht bloss etwas kürzer, sondern auch in ihrer vorderen Hälfte verhältniss- mässig weit schmäler, indem ihr Körper in geringer Entfernung hin- ter den Augen am breitesten ist, und schon von da aus sich nach hin- ten allmälich verschmälert. Dessenungeachtet lassen sich an ihnen ein Paar Fühler, 2 Paare Schwimmorgane und eben so viele Glieder oder Ringel des Leibes unterscheiden, wie bei den Embryonen der ersteren Form : nur sind die Schwimmorgane kürzer und gedrunge- ner, die Fühlhörner dagegen, wie es den Anschein hat, Verhältnisse Vol. XX. p.i. 15 114 H. Ratiike, massig etwas länger. Klammerorgane aber habe ich an ihnen nicht bemerken können, zweifle jedoch nicht, dass sie vorhanden sind, und dass ich sie nur wegen ihrer versteckten Lage und ihrer geringen Grösse nicht habe deutlich erkennen können. Noch muss ich gele- gentlich anfuhren, dass ich in einer und derselben Eiertraube immer weit mehr Embryonen von der letzteren, als von der ersteren Form gefunden habe. Zu den beiden so eben beschriebenen Formen reiferer Embryo- nen halje ich in den Eiertrauben anderer Mütter eine fortlautende Reihe von Uebergängen gesehen. In einigen hatten sämmtliche Em- bryonen eine ähnliche Form, wie diejenigen reiferen Embyronen, welche ich oben für muthmaasslich männliche ausgegeben habe, wa- ren aber kleiner, auch weniger deutlich geringelt, und besassen ^veni- ger ausgebildete Fühlhörner und Schwimmorgane. In noch anderen Eiertrauben Hessen sich zwar schon zwei Formen unterscheiden, doch waren diejenigen Embryonen , welche mir die weiblichen zu sein schienen, viel weniger breit, als die oben näher beschriebenen, so dass sie noch eine grosse Aehnlichkeit mit denen der anderen Form hatten. Die Substanz, woraus der Körper der Embryonen besteht, ist anfangs allenthalben ganz durchsichtig und farblos, so dass der röth- liche Dotter durch sie klar hindurch scheint. Späterhin färben sich nicht blos die Augen, sondern es entstehen auch kleine röthliche Flek- ken in der Leibeswand. Was aber den Dotter anbelangt, so sieht man ihn, nachdem sich seine Masse bedeutend verringert hat, in zwei von einander entfernt liegende längliche Massen gespalten, die auf bei- den Seitenhälften des Cephalothorax vertheilt und mit ihrem grösseren Durchmesser der Achse des Körpers parallel sind. Ich vermuthe da- her, dass sich auch bei der Nicothoe, wie bei den A m p h i p o d e n und einigen Isopoden, zwei längliche Ausstülpungen des Darmcanales Beiträge zur Fauna Norwegens. Crustacea. 115 bilden, die einen Theil des Dotters in sich aufnehmen, ihn am läng- sten aufbewahren, und zuletzt sich in sogenannte Fettkörper oder vielmehr in schlauchförmige Lebern umwandeln. Vergleicht man die oben beschriebenen reiferen Embryonen in Hinsicht iln'er OrganisatiQn.jnit völlig ausgebildeten Exemplaren der Nicothoe, so ergiebt sich, unter andern Folgendes: 1) die reiferen Larven besitzen schon eben so viele Klammerorgane als die erwach- senen, nämUch im Ganzen 3 Paare: die Form der beiden hinteren Paare aber verändert sich nachher etwas, indem die ursprünglich ein- fache Kralle dieser Organe einige Seitenauswüchse erhält und da- durch zusammengesetzter wird. 2) Ausser den Klammerorganen kom- men bei den reiferen Larven noch 2 Paare Gliedmassen vor, bei den Erwachsenen dagegen 5 Paare. Es wachsen also 3 Paare noch nach. Alle diese übrigen Gliedmassen sind bei Jungen und Alten stark ab- geplattet, haben also die Form von Schwimmorganen anderer Cru- staceen. Bei den älteren Weibchen können sie freilich nicht zum Schwimmen dienen, theils weil sie zu klein sind, theils auch weil die Weibchen ihren Ort gar nicht zu verändern scheinen: wohl aber müssen sie für die Jungen von Nutzen sein, und vielleicht werden sie auch von den Männchen zum Schwimmen gebraucht. 3) Der vordere grössere und einfache Körperabschnitt der Larven sondert sich mit der Zeit in zwei an Grösse ungleiche Hälften, von denen sich der vordere kleinere als Kopf, der hintere als Thorax darstellt. 4) Das hinterste Paar von Klammerorganen hegt bei den Larven nicht weit vom hinteren Ende jenes ihres grösseren Körperabschnittes: bei den Erwachsenen aber gehören alle Klammerorgane nur dem Kopfe an. Demnach ist es hauptsächlich der Thorax, der auch in Hinsicht der Länge an Umfang zunimmt, und sich vorherrschend über die beiden anderen Hauptabschnitte des Leibes entwickelt. 5) Das hinterste Paar von Schwimmorganen ist bei Jungen und Alten demjenigen Theile 116 H. Ratuke, des Leibes angeheftet, welcher der vorderste Ringel des Hinterleibes zu sein scheint, aber eigentlich der hinterste Ringel des Thorax ist. Demnach besteht bei den reiferen Larven der Hinterleib nur aus 3, bei den Alten aber aus 5 Ringeln, und es wachsen also bei jenen zwei Ringel noch nach. Joh'sti^n . m36 61. CHONDRACANTHUS LOPHH -H«4tf. (Tab. V. Fig. 11-18.) In der Kieraenhöhle eines ungefähr 3Fuss langen Lopimis pisca- toritis fand ich eine beträchtliche Menge von Exemplaren dieses Para- siten zerstreut; sie sassen an der Schleimhaut, die jene Höhle ausklei- dete, nicht aber an den Kiemen selbst. An eben derselben Fischart fand auch schon Kröjer dieses Thier, das er in seiner Zeitschrift aus- führlich beschrieben und mit dem Namen Chondracatithus (jihhosus be- legt hat*). Theils des erwähnten Wohnortes wegen, thcils auch, weil der Beinamen gihhosus mir nicht genug bezeichnend zu sein scheint, wie sich weiterhin ausweisen wird, möchte ich daher den in der Ueber- schrift gebrauchten Namen vorschlagen. — Das Weibchen erreicht eine Länge von ßVz und eine Breite von 2% Linien. Seine dünnen völlig cylindrischen Eierschnüre, die spiralförmig um einander ge- wunden sind, haben eine zwei - bis dreimal grössere Länge, und ent- halten eine sehr grosse Zahl von verhältnissmässig nur kleinen runden Eiern. Das Männchen ist, wie bei den anderen Arten von Chondra- catithus, winzig klein im Vergleich zum Weibchen, indem es nur eine Länge von V2 Linie erreicht. Die Farbe beider Geschlechter ist ein reines Weiss: die Eierschnüre aber sind strohgelb gefärbt. Beschreibung des Weibchens. Am Körper desselben unterscheidet man leicht drei Abtheilun- gen, die ich vorläufig Kopf, Hals und Rumpf nennen will: doch be- *) Naturhistorisk Tidsskrift. Jalirg. 1836. Hft. 3. S. 252— 37. Die liier von dem in Rede stehenden Thiere gegebenen Abbildungen sind zu wenig ausgeführt, als dass ich hätte Anstand nehmen dürfen, neue von ihm zu geben. Beiträge zur Fauna Norwegens. Crustacea. 117 merkt man nirgend eine eigentliche Gliederung. Der Kopf ist der kleinste, derRumpf der grÖsste Abschnitt. Auswüchse von verschie- dener Grösse und Form, oder vielmehr Ausstülpungen der Hautbe- deckung, gehen in ziemlich grosser Zahl vom Halse und Rumpfe ab, und geben dem Thiere ein höchst sonderbares Aussehen. Der Kopf (Fig. 11, a) ist etwas höher, als breit, also von den Seiten abgeplattet. Bei der Ansicht von oben zeigt er sich vorne in einem massig starken und in seiner Mitte etwas eingebuchteten Bu- gen abgerundet, verschmälert sich dann nach hinten massig stark, und lässt an seinem hinteren Ende einen ähnlichen eingebuchteten Bogen bemerken. Seine Länge übertrifft nur wenig seine Breite. Ueber die ganze Länge desselben zieht sich an der oberen Seite eine massig dicke Hautfalte hinweg, die in der Mitte am höchsten ist, nadi vorne und hinten sich in einem Bogen allmälich absenkt, und einen am Rande glatten Kamm darstellt. Augen fehlen. Am vorderen Ende des Kopfes befinden sich zwei fast lappenförmige Fühlhörner, die aber seitwärts über ihn nicht hinausragen (Fig. 11 a, 12 a, 16 a). Jedes hat im Verhältniss zu seiner Länge eine ziemlich grosse Breite, ist etwas abgeplattet, wird gegen sein Ende schmäler und auch etwas dünner, lässt in der Nähe seines Endes, doch nur undeutlich, zwei ringförmige Einschnürungen bemerken, so dass es demnach aus drei Gliedern zu bestehen scheint, und besitzt sowohl an diesen Einschnü- rungen, als auch am Ende selbst, einige wenige (2-3) sehr kurze Borsten. Gleich liinler den Fühlhörnern sind an der unteren Seite des Kopfes zwei ziemlich starke Klammerorgane vorhanden (Fig. 12 b, 16 6) deren jedes, wie bei andern Arten von Chondracanthus , aus einem harten und sehr gekrümmten Haken (Kralle), und einer viel kürzeren, aber auch weit dickeren Basis besteht, welche letztere einen theils aus Haut und Muskeln, theils, wie es scheint, aus einigen zar- ten hornigen Reifen zusammengesetzten Hügel darstellt: an dem letz- ]1S H. Rathke, teren lässt sich undeutlich eine ringförmige Einschnürung, also eine Souderung in zwei Glieder erkennen. Nordmann hält diese beiden Klammerorgane für ein Beinpaar*): ihre Lage vor dem Munde aber lässt nicht füglich eine andere Deutung zu, als dass sie in eine unge- vvöhnUche, von der Regel abweichende Form übergegangene Fühl- hörner sind. Andere Lernäaden bieten andere dergleichen Abwei- chungen dar. Etwas über die Mitte des Kopfes nach hinten hin- aus liegt auf einem niedrigen und überhaupt nur kleinen Hügel, auf einer Andeutung von einem Saugrüssel, die MundöfFnung (Fig. 16, c). Versteckt in diesem Hügel kommen zwei kurze, an der Basis dicke, und in eine scharfe Spitze auslaufende dreikantige Ij'resswerkzeuge vor, die hakenförmig etwas gekrümmt sind, und aus einer harten und gelblichen Hornsubstanz bestehen (Fig. 17, a). Nach der ganzen Länge derselben verlaufen Reihen äusserst zarter, zierlicher und dicht ge- drängt bei einander stehender Zähne, wie dies nach Nordmann auch bei Chondr. tuherculatiis der Fall ist: wie es mir aber schien, finden sich auf jedem Haken nicht zwei, sondern drei Zahnreihen vor, und es entsprechen diese den Kanten desselben. Ob die beiden Haken, die offenbar die Bedeutung von Mandibeln haben, in der Höhle des erwähnten Hügels oder Rüssels, also in der Mundhöhle selbst, oder wie bei Dichelesthium ausserhalb derselben unter Falten des Rüssels verborgen liegen, konnte ich nicht herausbringen, ver- muthe aber das Letztere. Dicht hinter dem Rüssel wird man zwei andere Fress Werkzeuge gewahr, die etwas grösser, als die schon beschriebenen sind, und für Maxillen gelten können (Fig. 16, d u. Fig. 17, h). Sie liegen in ge- ringer Entfernung von einander, und Jedes von ihnen besteht aus ei- nem niedrigen und massig dicken Theilc, der aus Haut und Muskeln *) Mikrographische Beiträge. Theil II. S. 111 u. 120. Beiträge zur Fauna Norwegens. Crustacea. 119 zusammengesetzt ist, und undeutlich eine ringförmige Einschnürung, also eine schwache Gliederung erkennen lässt; ferner aus einem län- geren, wenig dicken, sehr spitz auslaufenden, und mit zwei Rei- hen zierlicher Zähnchen besetzten hornigen Haken, und aus einem kurzen, sehr dünnen und dem Anscheine nach aus zwei Gliedern zu- sammengesetzten Taster, der von der hinteren Seite des ersteren Thei- les abgeht (Fig. 1 7, c). Durch ihre Bewaffnung mit Zähnen sind die Mandibeln und Maxillen zum Zersägen der Schleimhaut des Lophius geschickt gemacht. JNoch zvyei andere und viel grössere Organe stehen in einiger Entfernung von den Maxillen, und in noch grösserer von einander, am Ende des Kopfes (Fig. 16, e u. Fig. 17, d). Sie dienen wohl nur zum Festhalten und lassen sich ihrer Stellung nach mit den Kieferbeinen höherer Crustaceen vergleichen. Jedes ist aus zwei ziem- lich dicken, aus Haut und Muskeln bestehenden Gliedern, und aus einer beweglichen, massig grossen und zahnlosen Kralle zusammen- gesetzt. Der Hals hat bei einigen Exemplaren ungefähr die halbe Länge des Rumpfes, bei anderen aber ist er viel kürzer. Vorne ist er nicht ganz so breit, als der Kopf vor seiner Mitte; etwas weiterhin aber nimmt er an Breite bedeutend zu und verschmälert sich dann wieder etwas gegen sein Ende. Auch ist er vorne am niedrigsten, hinten aber be- deutend höher. Uebrigens ist an beiden Enden seine Höhe grösser als die Breite, indess an seiner Mitte das umgekehrte Verhältniss Statt findet. Wo er am breitesten erscheint, sendet er jederseits einen ziem- lich langen, fast cylindrischen und ain Ende abgestumpften Fortsatz aus, der bogenförmig nach hinten und unten gekrümmt ist. Einen zweiten solchen, jedoch viel kürzeren und auch etwas dünneren Fort- satz, sendet er seitwärts dicht vor seinem Ende aus. Ein massig lan- ger Fortsatz ferner, der beinahe die Form eines Kegels hat, geht von der oberen Seile des Halses ab (Fig. 11 u. 12). Zwei Paare längerer, 120 H. Ratuke, unregelmässig cylindrischer und in zwei kurze Aeste auslaufender Fort- sätze aber gehen, wie bei Chondracanthus Triglae, von der unteren Seite des Halses ab, das eine Paar (Fig. 11, cc und Fig. 12, rf) nahe dem vorderen, das andere (Fig. 11, dd und Fig. 12, e) nahe dem hin- teren Ende desselben. Der Rumpf, der sich etwa noch einmal so breit, als der Hals in seiner Mitte, zeigt, ist nicht blos der breiteste, sondern auch der dick- ste Theil des Körpers: doch übertrifft seine Breite im Allgemeinen mehr oder weniger die Dicke. Ungefähr in seiner Mitte ist er von den Seiten massig stark eingezogen, so dass er aus zwei Abtheilungen zusammengesetzt erscheint, die an Grösse ungefähr einander gleich- kommen. Die vordere von ihnen schickt an ihrem hinteren Ende, wo sie die grösste Breite hat, jederseits nach aussen und hinten zwei einfache massig grosse Fortsätze aus, die abgestumpfte Kegel darstel- len, und von denen der eine, der dicht hinter und über dem andern liegt, an Grösse jenen nachsteht; die hintere Abtheilung aber sendet an ihrem Ende jederseits einen einzigen, noch etwas grösseren Fort- satz ab, der nach unten und aussen gebogen ist. Andere einfache Fortsätze gehen von der oberen und unteren Seite des Rumpfes aus der Mittellinie derselben hervor. Drei von ihnen sieht man an der unteren Seite: und von diesen ist der mittlere (Fig. 12, g) der dickste und überhaupt der grösste, der vordere weit von ihm entfernte (Fig. 12, f) der dünnste, der hinter ihm nahe liegende der kürzeste. An der oberen Seite aber befinden sich fünf dergleichen Fortsätze, und von diesen sind die vier vorderen beinahe warzenförmig und über- haupt nur niedrig, indess der hinterste, der fast ganz am Ende des Rumpfes vorkommt, gleichsam einen kurzen dicken Schwanz dar- stellt, wie er sich bei manchen Säugethieren findet. — Zwischen den hinteren seitlichen Fortsätzen des Rumpfes und hinter jenem schwanz- artigen Auswüchse, sendet der Rumpf noch einen kurzen , einfachen, Beiträge zur Fauna Norwegens. Crustacea. 121 abgestumpften und v^on oben und unten abgeplatteten Vorsprung aus (Fig. 11), an dessen Ende rechts und links sich die Mündungen der weiblichen Geschlechtswerkzeuge, an der unteren Seite aber, in der Mitte, der After befinden. Als ein Anhang des Rumpfes ist an das Ende dieses Vorsprunges ein noch viel kleinerer Theil angeheftet, der eine unregelmässig viereckige und ziemlich dicke Scheibe darstellt, mit seinen Flächen nach oben und unten sieht, rechts und links einen dünnen und geraden pfriemenförmigen Fortsatz aussendet, und im Innern ganz dicht ist. Wenn nicht etwa die beiden Paare von Fortsätzen, welche sich an der unteren Seite des halsfönnigen Abschnittes vorfinden, und von denen ein jeder in zwei kurze stumpfe Aeste ausläuft, ungeformte und missgestaltete Beine sind, wie ich sehr vermuthe, so fehlen Beine dem Weibchen gänzlich. Wenn ich in dem Obigen die eine Abtheilung des Körpers Hals genannt habe, so geschah dies, wie sich aus der Beschreibung des gan- zen Thieres schon ergeben haben wird, nur uneigentlich, denn der ganze, an Grösse so bedeutende Theil des Körpers, welcher auf den Kopf folgt und an seinem Ende die OefTnungen der Geschlechtswerk- zeuge enthält, entspricht nur allein demjenigen Abschnitte höherer Crustaceen, welchen man Thorax zu nennen pflegt. Als Hinterleib kann man nur den sehr kleinen scheibenförmigen Anhang bezeich- nen, der am Ende jener grÖssten Abtheilung des Körpers befestigt ist. Doch schHesst derselbe nicht das Ende des Darmcanales ein, son- dern dieser geht wider die Regel, die man in der Classe der Crusta- ceen antrifft, schon zwischen den Geschlechtsmündungen aus. Die Haulbedeckung ist weich und schwach durchsichtig, so dass die Eingeweide durch sie etwas hindurchschimmern. — Der Darm- canal ist ziemlich dickwandig, lässt deutlich Muskelfasern in seiner Wandung erkennen und besitzt eine weisse, sehr schwach in's Bräun- Vol. XX. p.j. 16 122 H. Ratiike, liehe spielende Farbe. Es lassen sich an ihm drei an Grösse sehr ver- schiedene Abtheilungen unterscheiden, naniUch eine mittlere ansehn- lich grosse, eine vordere sehr viel kleinere, und eine hintere noch kleinere. Die vordere (Fig. 15, u) entspricht der Speiseröhre anderer Thiere, ist anfangs sehr eng, wird aber allmälich etwas weiter, geht eine massig grosse Strecke in den Hals hinein, und besitzt eine ganz glatte Oberfläche. Die mittlere Abiheilung (Fig. 15, bh) reicht beinahe bis an das Ende des Leibes, verläuft ganz gerade durch den Körper, ist von oben und unten etwas abgeplattet, und hat im Verhältniss zu ihrer Länge eine recht beträchlhche Weite, besitzt aber im Verhält- niss zu ihrer Weite eine nur wenig dicke Wandung. Untersucht man diesen Theil, den man wohl als gleichbedeutend dem Magen an- derer Crustaceen ansehen darf, bald nach dem Tode des Thieres, so findet man ihn mit einer Menge verschiedentlich grosser Ausbuchtun- gen oder kurzer und stumpfer Aussackungen versehen, durch die nun seine Oberfläche sehr uneben gemacht ist, die aber bei verschiedenen Exemplaren weder einander an Grösse gleich sind, noch auch in gleich grosser Zahl vorkommen , also überhaupt in Hinsicht der Zahl und Grösse sehr variiren. Viele kommen rechts und links, andere und gleichfalls paarige, aber kleinere, an der oberen Seite vor. Da- gegen habe ich bei Exemplaren, die einige Monate im Weingeist ge- legen hatten, fast alle diese Aussackungen, mit Ausnahme nämlich der grössten von ihnen, verstrichen und die Oberfläche des Magens ziemlich eben gesehen. Befestigt ist der Magen an die Leibes wände durch weichen Zellstoff und eine Menge zarter Muskelstränge, nicht aber durch häutige, einem Gekröse ähnliche Bänder. Sein Inhalt er- scheint, wenn er bald nach dem Tode des Thieres untersucht wird, als ein schneeweisser , massig dicker, krünnnlicher und allenthalben gleicher Brei. — Die letzte Abtheilung des Darmcanales, oder der Darm (Fig. 15, c), ist eine äusserst kurze und enge Röhre, die sich Beiträge zur Fauna Norwegens. Crustacea. 123 gegen ihr Ende trichterförinig schnell verjüngt, und an ihrer Ober- fläche, wie die Speiseröhre, ganz glatt ist. Der After erscheint als eine sehr kleine Längsspalte. — Von einer Leber oder von f'ettkÖrpem habe ich keine Spur auffinden können. Die beiden Eierstöcke sind die grössten Eingeweide, reichen nach vorne bis fast zum Kopfe hin, und scheinen bei älteren Exem- plaren , wenn sie schon etwas reifere Eier enthalten , durch die halb- durchsichtigen Leibeswände hindurch. Bei mehreren schon näher bekannten Lernäaden haben diese Organe die Form von einfachen Schläuchen, bei Chondracanthtis Lophii aber die Form eines Bau- mes, und eben dasselbe ist nach Nordmann's Angabe auch bei an- deren Arten dieser Gattung der Fall. Näher angegeben, besteht bei Chondracanthus Lophii ein jeder Eierstock aus einer grossen Anzahl mehr oder weniger langer, doch im Ganzen nur massig langer und auch nur massig stark verzweigter röhrenförmiger, dünnhäutiger und dünner Aeste (Fig. 18), deren einzelne Zweige alle mit einer kleinen birnförmigen , seltner fast kugelförmigen und milchweiss gefärbten Anschwellung beginnen. Diese Farbe kommt jedoch eigenthch nur allein den Eiern zu, die in den angeschwollenen Enden der Zweige hegen, und in deren jedem ich ein Keimbläschen mit seinem Keim- flecken bemerken konnte. Die Aeste der Eierstöcke sind durch die ganze Lcibeshöhle zerstreut, und dringen, wenn sie ihre völlige Aus- bildung erlangt haben, in einige von den grösseren Auswüchsen des Leibes, so namentlich in die beiden hintersten seitlichen, hinein, ja kommen über und unter dem Darme einander so entgegen, und la- gern sich hier zum Theil so zwischen einander, dass man die Grenze zwischen beiden Eierstöcken nicht mehr unterscheiden kann. Sogar zwischen Haut und ßauchmark habe ich einigemal Zweige derselben liegen gesehen. Die Aeste eines jeden Eierstockes gehen von allen Seiten her in einen gemeinschaftüchen Ausführungsgang oder Eier- 124 H. Ratiike, leiter über, der jedoch nicht dicker ist, als es die grösseren Aeste an ihrem Ende sind, und der auch gleichfalls, wie die Aeste, eine nur sehr dünne und halbdurchsichtige Wandung besitzt. Seinen Verlauf macht er etwas geschlängelt beinahe parallel dem Darmcanale, doch in einiger Entfernung von demselben, und mündet sich, wie schon bemerkt worden, am Ende des Thorax. An dieser seiner Mündung verbindet er sich noch mit einem einfachen und etwa fünfmal dicke- ren Canale, der eine ansehnhche Länge hat, und allenthalben eine ziemlich gleiche Weite besitzt, im Verhältniss zu seiner Länge aber imr sehr schmächtig erscheint. Es ist dieses Gebilde das Kittorgan, d. h. derjenige Behälter, welcher die dickflüssige und im Wasser ge- rinnende Substanz bereitet, welche die Eier, wenn sie aus dem Leibe des Thieres hervorgetrieben werden , untereinander zu einer Schnur verbindet. Seine Lage hat das so eben erwähnte Gebilde unter dem Eierstocke derselben Seite auf der Bauchwand , und es beginnt das- selbe gleich hinter derjenigen Abtheilung des Leibes, die oben der Hals genannt wurde, von wo aus es dann möglichst weit nach aussen, nämlich dicht neben einer Seitenwand der Leibeshöhle hinläuft, und auf seinem Wege die Krümmungen beschreibt, welche die Seiten- wände des Leibes bemerken lassen, ohne jedoch in die Auswüchse hineinzudringen, welche an diesen Wänden vorhanden sind. — Die Aeste der Eierstöcke, die Eierleiter und die Kitlorgane werden durch ein halbdurchsichtiges weiches Schleimgewebe zusammengehalten, das alle zwischen ihnen befindlichen Zwischenräume ausfüllt, und sie auch einestheils an die Leibeswände, anderntheils an den Darmca- nal anheftet. — Die Eierschnüre haben meistens einen Querdurch- messer von etwas über Va Linie, und enthalten eine überaus grosse Zahl sehr kleiner, schwach strohgelber und kugelförmiger Eier, die jedoch nicht, wie etwa in den Eierschnüren der Caligiden und des Dichelesthimn , nur in einer einzigen Reihe hinter einander liegen. Beiträge zur Fauna Norwegens. Crustacea. 125 sondern deren mehrere in jedem Querdurchschnitte dieser Schnüre vorkommen. Die Achse der einzelnen Eier beträgt meistens V12 Linie. Das Herz scheint ein dünner, gegen beide Enden zugespitzter Canal zu sein, der gleich oder doch beinahe gleich hinter der halsar- tigen Verengerung des Körpers seinen Anfang nimmt, und bis an das Ende der vorderen dickeren Hälfte des Rumpfes reicht. Ich sah einen solchen Canal besonders dann bei jüngeren Exemplaren, wenn sie nach dem Tode etwa 24 Stunden in Wasser gelegen hatten, weil er dann eine weissliche Farbe angenonnnen hatte. Sind die Eierstöcke stärker entwickelt, so ist jener Canal von ihnen grösstentheils bedeckt und unkenntlich gemacht. Ein ßauchmark lässt sich deutlich, mitunter theilvveise selbst schon durch die Hautbedeckung hindurch erkennen : doch habe ich es nicht der ganzen Länge nach herauspräpariren können. Es besteht aus zwei diclit neben einander liegenden und durch Zellstoff innig verbundenen zarten Strängen und einigen wenigen verhältnissmässig ziemlich grossen Ganglienpaaren, die ziemlich weit von einander ent- fernt sind. In jedem von den beiden breitesten und überhaupt grös- seren Abschnitten des Leibes, kommt ein Paar solcher Ganglien vor. Ein drittes Paar befindet sich in dem vor diesen liegenden Abschnitte, welcher gleichsam einen Hals darstellt, und es ist dasselbe grösser, als die beiden anderen: doch konnte ich nicht erfahren, ob es nur ein- fach oder aus mehreren zusammengesetzt war. Ein viertes, wieder kleineres Paar liegt dicht hinter der Mundöffnung an der Speiseröhre. Das nur wenig von ihm entfernte Gehirn ist kaum grösser, als die- ses zuletzt erwähnte Ganglienpaar. Zu beiden Seiten des Bauchmarkes befinden sich sehr zarte und ihm parallele Muskelbündel, die dünne Schichten zusammensez- zen, durch eine beträchtliche Masse eines zähen Zellstoffs auch mit dem Bauchmarke verbunden sind , und die Erkenntniss von diesem 136 H. Ratuke, sehr erschweren. Bei Exemplaren, die im Weingeist gelegen haben, macht dieser Zellstoff die Untersuchung des Bauchmarkes ganz un- möelich. An die Hautbedeckun" sind die erwähnten Muskelbündel mit ihren Enden da befestigt, wo die einzelnen Abschnitte des Leibes an einander grenzen. Im Ganzen genommen findet man zwischen dem Kopfe und dem kleinen Endstücke des Leibes, mit welchem die Eierschnüre zusammenhängen, vier hintereinander Hegende Schich- tenpaare von Muskelbündeln: hienach zu urtheilen, besteht der zwi- schen jenem Anhange und dem Kopfe liegende Tlieil des Leibes aus 4 Ringeln oder Segmenten. Beschreibuufr des Männchens. o ■ Das pygmäenartige, im Vergleich zum Weibchen nur winzig kleine Männchen (t'ig. 12, h und Fig. 13 u. 14) hat eine Länge von höchstens V2 Linie. In der Regel findet man nur eins bei je einem Weibchen, und zwar, merkwürdig genug, zwischen dem After und der rechten, seltener der linken GeschlechtsöfTnung desselben, wo es sich fest angeklammert hat,*) und mit seiner Bauchseite derselben Seite des Weibchens zugekehrt, mit seinem Hintertheile aber nach hinten und rechts, seltener nach hinten und links gerichtet ist, indess bei Chondr. cormdus und Ch. Triglae zwei Männchen an je einem Weibchen sitzen. Einmal jedoch bemerkte Kröyer auch am Kör- per eines Weibchens zwei Männchen, von denen das eine an dem ge- wöhnlichen Orte festsass, das andere aber fern davon seinen Sitz hatte. In seiner Eorm und seinem ganzen Baue stimmt das Männ- chen auffallend mit den männUchcn Exemplaren von Chondr. cornu- tus überein, die Alex. v. Nord mann ausführfich beschrieben hat: nur ist seine hintere Hälfte etwas dünner und länger, als bei diesen. ♦) Kröyer gicbt an, dass «las IMännchfii mit dem Vordcrtheile di's Körpers tief verbor- gen im After des Weibchens sässe, dies aber liabe ich nie bemerken können. Beiträge zur Fauna Norwegens. Crustacea. 127 Sein Körper ist im Ganzen länglich -oval, rechts und links ein wenig abgeplattet, und nach der Bauchseite massig stark zusammen- gekrümmt. Einschnürungen und andere Hervorragungen, als die Gliedmassen, fehlen: selbst eine Gliederung der hintern dünneren Hälfte habe ich nicht deutlich erkennen können. Ganz aui vorderen Ende des Körpers findet man zwei ähnlich gestaltete Klammeror- gane oder modificü'te Fühlhörner, wie bei dem Weibchen : nur sind sie im Verhältniss zum Umfange des ganzen Körpers viel grösser (Fig. 13, b und Fig. 14, aa). Vermittelst derselben hält sich das Männ- chen an dem Weibchen fest. Dicht über ihnen sieht man zwei kür- zere, sehr viel dünnere, cjlindrische und zum Tasten dienende Fühl- hörner, die nach oben und aussen umgebogen sind, und deren jedes eine Zusammensetzung aus 2 Gliedern bemerken lässt. (Fig. 13, a, Fig. 14, bb). Die massig grosse und auch auf einer schwachen Er- höhung liegende Mundciff'aung (Fig. 13, c), befindet sich in einer be- trächtlich grossen Entfernung hinter den erwähnten Klammerorganen. Gleich hinter ihr sind zwei Paare Fresswerkzeuge, nämlich die Man- dibeln und Maxillen vorhanden. Die Mandibeln (ij'ig. 13, d) sind, wie bei den Weibchen, zwei kleine durchaus hornige und massig stark gekrümmte Haken, deren jeder mit zwei oder vielleicht drei Reihen sehr feiner Zähne besetzt ist. Von den etwas grösseren Maxillen (Fig. 13, e) besteht jede aus einem ähnlichen Haken, und einem ihn tra- genden, aus Haut und Muskeln zusammengesetzten Hügel, der, wie gleichfalls bei den Weibchen, eine schwache ringförmige Einschnü- rung erblicken lässt. Demnächst folgt ein Paar viel grösserer Glied- raassen, die weiter, als jene ersteren, von einander entfernt stehen, und sich in ihrem Baue denjenigen Klammerorganen ähnlich zeigen, welche bei den Weibchen an das Ende des Kopfes befestigt sind und die Kieferfüsse anderer Crustaceen bedeuten mögen. Für gewöhn- lich hält sich jedoch das Männchen nicht mittelst ihrer am Weibchen 128 H. Ratiike, fest (Fig. 13, f). Ausserdem befinden sieh aber an den Bauchseiten noch zwei Paare Gliedmassen, die wieder viel kleiner, als die zuletzt erwähnten sind (Fig. 13, g und h). Eine jede von diesen Gliedmassen besteht aus 3 Gliedern, hat im Ganzen die Form eines stumpfen Kegels und trägt an seinem Ende zwei kurze Borsten. Wahrscheinlich ent- sprechen sie denjenigrn paarigen und in zwei kurze Aeste auslaufen- den Auswüchsen der Weibchen, die von demjenigen Körperabschnitte herabhängen, welcher gleichsam einen Hals bildet. Das vordere Paar von ihnen liegt in massig grosser Entfernung hinter dem Paare der grössten und die Kieferbeine vertretenden Gliedmassen der Bauch- seite; und ungefähr eben so weit ist von ihm das andere, oder über- haupt das hinterste Paar der Gliedmassen entfernt. — Das Ende des Körpers läuft in zwei kleine kegelförmige und nach oben etwas ge- krümmte Eortsätze aus (ij'ig. 13, ?*), die nur aus Haut bestehen, nahe bei einander liegen und etwas divergiren. — Von Eingeweiden habe ich nichts weiter erkennen können, als einen sehr dünnen Canal, der sich beinahe durch die ganze Länge des Körpers verfolgen liess und vermulhlich der Darmcanal war. Burnie ister hat ein Bedenken ausgesprochen, ob diejenigen Exemplare von Lernäaden, welche zuerst von Nord mann als die männlichen ausgegeben wurden, auch in der That nur solche seien, indem er es glaublich findet, dass sie überhaupt nur unausgebildete oder jugendliche Exemplare sind*). Der Umstand aber, dass diejeni- gen Wesen, welche man an den GeschlechtsöfFnungcn weiblicher In- dividuen von Lernäaden findet, bei derselben Species immer densel- ben Grad von Entwickelung und denselben Bau zeigen, und dass bei einigen Species, wie namentlich hciChondvacanthusLophii, immer nur ein einziges kleineres Exemplar an den Geschlechtsöffnungen je eines ♦) Verhandlungen d. Kais. Leop. Carol. Akademie d. Naturforscher. Bd. XVII. Abth. 1. Beiträge zur Fauna Norwegens. Crustacea. 129 Weibchen, bei anderen Species dagegen gewöhnlich zwei kleinere Exemplare an den GeschlechtsöfFnnngen je eines Weibchens gefun- den werden, dürfte wohl ein hinreichender Bestimmungsgrund sein, der Ansicht von Nordmann's sich anzuschliessen und ihr treu zu bleiben. ■' 6-2. LERXAEA BRy^NCHIALIS Linne. (Lernaea gadina Müller, Lernaeoceva hranchialis Blainville). Dieses schon längst bekannte und schon oft abgebildete Thier ist, was die Gestalt und die Beschaffenheit seiner Fresswerkzeuge an- belangt, wohl am genauesten von meinem Freunde Nord mann be- schrieben \-s orden*). Ich will daher nur einige Bemerkungen iiber den inneren Bau weiblicher Exemplare und die Entwickelung dieses Thieres mittheilen. — Der unter der dicken Epidermis vorkom- mende Theil der Leibeswände besteht 1) aus einem massig dicken Corium. 2) aus einer Schichte von dünnen in grosser Anzahl vorhan- denen Muskelbimdeln, die sich kreuzen, indem einige nach der Länge des Körpers verlaufen, andere aber, und zwar die Mehrzahl, Ringe bilden; und 3) aus einer unter dieser Muskelschichte befindlichen ziem- lich dicken Lage von Fett und Zellgewebe. Das Fett ist weiss und konnnt in isolirten verschiedentlich grossen Tropfen oder Kugeln vor: das Zellgewebe aber, in dem es enthalten ist, hat ein völlig schwamm- artiges Aussehen. Die zuletzt erwähnte Schichte ist ohne Zweifel der- jenige Theil, welchen Alex. v. Nordmann für eine Leber ausgege- ben hat; dazu aber, dass ich dieser Ansicht nicht beistimme, veran- lasst nüch der Umstand, dass ich nirgends Oeffnungen bemerkt habe, die aus jener Schichte in die Höhle des Darmcanales geführt hätten, und dass die gedachte Schichte auch da vorkommt, wo die Ge- schlechtswerkzeuge mit der Leibeswand in Beiiihrung stehen. — Der *) Mikrogiaphisclie Beiträge. Tlieil 11. S. 130—133. Vol. XX. p.j. 17 130 H. Rathke, Darmcanäl hat eine sehr dünne und beinahe ganz durchsichtige Wan- dung. In Hinsicht der l'orni verhält er sich ganz so, wie der Leib des Thieres überhaupt: er ist demnach anfangs in einer beträciitlich grossen Strecke sehr enge, dann sehr stark erweitert, und zuletzt, und zwar in demjenigen Abschnitte des Leibes, welcher über die Ge- schlechtsmündungen hinausragt und einen langen und dicken Hinter- leib vorstellt, wieder enger. Diesen hinteren Theil kann man als Darm, den mittleren als Magen, den vorderen oder engsten als Spei- seröhre; ansehen : allein besondere, durch eine Verschiedenheit in dem Baue der Wandung, oder durch starke ringförmige Einschnürungen sich auszeichnende Abllieilimgen des Darmcanales sind ni(^ht vorhan- den. Die Länge dieses Canales ist gleich der des ganzen Thieres, und der After bclindet sich ganz am Ende des Leibes. Magen und Darm sind durch eine grosse Anzahl von zarten, fadenförmigen, und sehr kur- zen Muskelbündeln, nicht aber durch häutige gekrösartige Bänder, an die Leibesvvand befestigt, und diese Bündel gehen jederseits in ei- ner einfachen, aber langen Reihe von ihnen ab. Ausserdem noch sind sie zu beiden Seiten und oben durch die Schichte von Zellgewebe und Fett, deren ich schon gedacht habe, an die Leibesvvand befestigt. Magen und Darm fand ich bald nach dem Tode des Thieres mit einer o wässrigblutigen l'lüssigkeit angefüllt. — Die Eierstöcke sind zwei lange einfache Röhren, die in ihrer Mitte die grösste Weite haben, und gleich hinter dem diumeren oder halsartigen Theile des Leibes beginnen. Hier liegen sie, jeder einen mit der Convexität nach vorne gekehrten Bogen bildend imd mit ihrem blinden Ende unter der Rückwand des Leibes einander l)einahe berührend, zu beiden Seiten des Magens; bald aber begeben sie sich unter den Magen, und laufen dann unter ihm dicht neben einander, indem sie der Krüminung des- selben und des Leibes sich angepasst haben, bis zu den äusseren Ge- schlechtsöffnunf:;en hin. Ein Unterschied zwischen Eierleitern und Beiträge zur Fauna Norii'egens. Crustacca. 131 Eierstöcken lässt sich an dein Baue der beschriebenen Gebilde nicht erkennen. Dicht unter denselben, zwischen ihnen und der Bauch- vvand, kommen noch zwei andere einfache Röhren vor, die gleichfalls auf die Geschlechtsverrichtung eine Beziehung haben, und sich zusam- men mit jenen nach aussen münden; ich meine die Kittorgane. Auch sie erstrecken sich vom Halse bis zu den GeschlechtsöfFnungen , ohne andere Krümmungen zu machen, als diejenigen, welche der ganze mittlere oder dickere Theil des Leibes beschreibt, und liegen dicht neben einander. Allenthalben haben sie eine ziemlich gleiche Weite, sind aber enger, als die Eierstöcke, und zeichnen sich vor diesen durch eine weissere Farbe und durch eine etwas grössere Dicke ihrer Wan- dung aus. Weder sie, noch die Eierstöcke, sind durch häufige Bän- der, oder durch Muskelfasern an die Leibeswand befestigt. — Für die Richtigkeit der von mir bereits vor einigen Jahren aufgestellten An- sicht, dass alle Crustaceen, welche ihre Eier in sogenannten Eier- trauben oder Eierschnüren, die an ihrem Leibe herabhängen, brüten, besondere Organe besitzen, welche eine zum Zusammenkitten der Eier dienende Flüssigkeit bereiten, haben mehrere in der vorliegen- den Abhandlung aufgeführte Thiere neue Belege gegeben, wie na- mentlich Nicothoe Astaci, einige Arten von Caligiis, Chondracan- thus Lophii, und Lernaea hranchialis : auch habe ich unlängst der- gleichen Organe bei einer grossen Pennelline des mittelländischen Meeres, und bei Nordmann's Anchorella wncmösfa bemerkt; wel- ches letztere Thier ich an der Nordsee häufig auf den Kiemen ver- schiedener Arten von Gadus fand. An den frisch eingesammelten weiblichen Exemplaren von Ler- naea hranchialis habe ich vergessen, mich nach den Männchen um- zusehen: an den im Weingeist nntgebrachlen Exemplaren aber kann ich keine Männchen mehr finden. 132 H. Rathke, Die in den dünnen und vielfach gekrümmten Eierschnüren ent- haltenen Eier sind in einer einzigen Reihe liintereinander gelagert, haben, wie bei vielen verwandten Crustaceen, die Form von gewöhn- lichen Käsen, und liegen einander mit den platten Seiten an. Er- wünscht war es mir, ein Paar Exemplaare zu erhalten, deren Eier schon reifere Embryonen enthielten, weil ich an ihnen erfahren konnte, wie die Embryonen in den plattgedrückten Eiern der Lernäa- den gelagert sind. Was nun dieses Verhältniss anbelangt, so sind die Embryonen höchst regelmässig und zwar in der Art gelagert, dass ein jeder seine Bauchseite dem zunächst unter ihm, und seine Rük- kenseite dem zunächst über ihm befindlichen zugekehrt hat, und dass vier schwarze Flecken, welche am Kopfe und den Seiten der Em- bryonen vorkommen, bei allen einander benachbarten Embryonen nach genau denselben Richtungen hin liegen, weshalb man denn an jeder Eierschnur, welche schon reifere Embryonen enthält, vier ganz regelmässige und von einander massig weit abstehende Reihen schwar- zer Puncte sich hinziehen sieht. Dies Lagerungsverhältniss nun aber deutet darauf bestimmt hin, dass die Bildung der Frucht an derjeni- gen platten Seite des Eies beginnt, welche, wenn wir uns die Eier- schnur ganz gerade gestreckt denken, dem Leibe der Mutter abge- kehrt ist, dass das Kopfende aller Früchte schon ursprünglich nach einer bestimmten Seite hin zu hegen kommt, und dass es überhaupt wohl äussere Verhältnisse sind, von welchen die regelmässige Lage- rung der l'rüchte abhängt. iU Beitr. z. Fauna Noi'wegens. Mollusken, Echinodermen u. Polypen. 133 II. mcoiiiiUssKiDiir, ECiirwooKRiii]]^ Nur wenige Arten aus diesen Abtheilungen des Thierreichs ge- denke ich hier zu beschreiben. Die Ophiuren und Seesterne, die ich von der Reise mitgebracht habe, habe ich Joh. Müller iibergeben, der mit der Abfassung eines grösseren Werkes über dergleichen Thiere jetzt beschäftigt ist: von den Mollusken, die ich in Norwegen gesam- melt habe, sind die meisten schon hinreichend bekannt, und diejeni- gen, welche weniger bekannt sein dürften, wird vielleicht schon Loven, der an den Küsten von Schweden und Norwegen längere Zeit vorzüglich Mollusken untersucht hat, in einem darüber abgefass- ten Werke abgehandelt haben; von Polypen aber habe ich in Nor- wegen nui' wenige Arten bemerkt. 63. ASCIDIA (CYNTHIA) ECHINATA Fabr.? (Tab. VI. Fig-. 26-28.) Im vierten Bande der Zoologia Danica hat F. Rathke, Profes- sor in Christiania, eine nähere Beschreibung und Abbildung der mit dem angeführten Namen belegten A sei die, die nach ihm an den Küsten von Grönland, Island und Norwegen vorkonunen soll, mit- getheilt. Eine Ascidie nun, die ich bei Christiansund in mehre- ren Exemplaren gefangen habe, scheint zwar mit jener Art überein- zustimmen; doch bin ich dessen nicht ganz gewiss geworden, weil die in dem erwähnten Werke (Tab. CXXX Fig. 1) gegebene Abbil- dung nicht ganz dersellien entspricht und auch die Beschreibung über die charakteristischen Merkmale derselben nicht hinreichende Aus- kunft giebt. Der Körper ist unregelmässig kugelförmig, und der Durchmes- ser des grössten von mir gesehenen Exemplares 6 Linien lang. In 134 « »aiH'vaV^oiü H. ilATiiKr., seinem äusseren Baue hat dieses Geschöpf" eine auflallende Aehnlich- keit mit manchen rundlichen und starke Stachelbündel tragenden Ca- ctusarten, nämlich mit den sogenannten Echinocactis. Ich war theils dieserhalb, theils auch weil ich gar keine Bewegung an ihm bemer- ken konnte, anfangs ungewiss, ob ich ein Seegewächs oder ein Thier vor mir hätte, bis ich einen Einschnitt in dasselbe gemacht und die Eingeweide zu Gesicht bekommen hatte. — Mit Ausnahme der ziem- hch grossen Basis, ist der übrige Theil der Oberfläche des Körpers mit verschiedentlich grossen, etwas verschieden geformten, und ziem- lich dicht beisammenstehenden Auswüchsen versehen, deren jeder ein Bündel von Stacheln trägt (l^'ig. 26). Die kleineren sind warzen- förmig und an der Basis viel breiter als hoch: die grösseren stellen entweder regelmässige abgestumpfte Kegel dar, oder sind, was noch häufiger der Fall ist, in der Mitte etwas eingezogen, so dass sie an ihrem Ende, wenngleich etwas weniger dick, als an der Basis, doch dicker, als in der Mitte sind. An älteren Exemplaren überwiegt die Zahl der si'össeren Auswüchse die der kleineren, und es sind diesel- ben im Verhältniss zu dem Umfange des ganzen Thieres so bedeutend gross, dass sie eine Länge von V2 bis % Linien haben, wenn die Achse des Mantels 6 Linien beträgt. Die Stacheln, die ein jeder Auswuchs von seinem Gipfel aussendet (J:''ig.28), fahren strahlenförmig so aus- einander, dass sie einen weiten Trichter zusammensetzen, gehen nicht alle von einem einzigen Puncte ab, sondern einige ein wenig tiefer als die übrigen, sind sehr staiT und steif, obschon noch biegsam, be- sitzen zu beiden Seiten eine Menge verschiedentUch grosser Neben- stacheln und haben auch selber eine verschiedene Grösse. Die gröss- teu von ihnen haben eine bedeutendere Länge als die Auswüchse, von denen sie ausstrahlen. Uebrigens greifen die Stacheln benachbarter Auswüchse zum Theil zwischen einander. Mund und After liegen zwischpn den beschriebenen Auswüchsen und Stacheln ganz versteckt Beitr. z. Fauna Noitvegens. Mollusken, Eclitnodermen u. Polypen. 13;5 und sind von einander massig weit entfernt; jener befindet sich ziem- lich in der Achse des Körpers der Basis gegenüber, dieser liegt zur Seite, doch in der Nähe des oberen Theiles. Der eine, wie der an- dere, erscheint als eine viereckige Oeffnung mit convexen einander zugekehrten Rändern (Fig. 27), ob aber diese ihre Ränder und Lippen scharlachroth sind, wie es in der Zoologia Danica angegeben ist, kann ich mich nicht erinnern, bemerkt zu haben. Der Mantel ist ziemlich dick, zumal an der Basis, lederarlig lest, ganz undurchsichtig, an der inneren Fläche silberglänzend, und hier von der Beschaffenheit einer fibrösen Haut, dagegen in der Mitte zwischen beiden Flächen von dem äusseren Aussehen eines Knorpels. Ein eben solches Aussehen hat der innere Theil \o\\ der Substanz der Auswüchse. Die Epidermis ist ziemlich dick; der Muskelsack, welcher die Eingeweide zunächst unigiebt, ist sehr dünn, so dass durch ihn die Eingeweide, namentlich auch ein grosser Eierstock (Fig. 26), klar hindurchschimmern. Der Kiemensack lässt an seiner inneren Fläche schwache Längsfi.n'chen bemerken. Das Thier würde also theils deshalb, theils seiner leder- artigen Hülle wegen, und weil es nicht gestielt ist, zu Savigny's Un- tergattung Ci/ntlua gehören. Seine Farbe ist entweder dunkel-ohven- grün oder graugelb. Mit seiner Basis sitzt es an grösseren Fucis fest, und auf ihm selbst haben sich mitunter Sertularien, Cellularia ehur- nea und sogar Byssomya (Mytilus) Pholadis angesiedelt, wodurch es noch rauher gemacht wird. Wenn die citirte Abbildung der Zoologia Danica sich auf das hier beschriebene Thier beziehen soll, so sind in ihr die Hervorragun- gen der Haut und deren Stacheln zu klein angegeben, übrigens aber dürfte es wohl sehr schwer sein, das Thier im Ganzen, falls man es nicht stark vergrössert abbilden wollte, recht naturgetreu darzustellen; ich habe daher auch vorgezogen, nur einen Durchschnitt desselben ab- zubilden. 136 H. RvTiiRK, 64. HOLOTHUIUA (SYNAPTA) INHAEREiNS 3Iiill. Der Leih ist cjlinclriscli, gegen das hintere Ende und gewöhnlich auch gegen das vurdere ein wenig serjüngt, selten an dein letzteren autgehläht, iniVerhältniss zu seiner Lange aher nur massig dick, über- haupt wurnii'örniig. Die grössten von mir gefundenen Exemplare waren etwas über 2 Zoll lang und so dick , wie die Spule einer ge- wöhnlichen Schreibfeder. Am Vorderende kommen 12 gefiederte Tentakeln vor. Diese sind ziemlich stark abgeplattet, und im Verhalt- niss zu ihrer Breite nur massig lang (etwa noch einmal so lang als breit). Sie bestehen aus einem einfachen massig dicken Schafte und einigen wenigen lanzelförniigen Blattchcn, die ziemlich dicht hinter- einander an dem Schafte paarweise gestellt und nach aussen (abge- kehrt vom Munde) umgebogen sind. An jedem Tentakel fand ich 5, höchstens 6 Paare solcher Blättchen, und ein ähnlich gestaltetes End- blättchen. Füsschen fehlen. Die Leibeswand ist massig dick. An der inneren Fläche derselben bemerkt man fünf ziemlich dicke und nach innen stark hervortretende Längsmuskeln, nach aussen von die- sen aber eine Schichte kräftiger Querfasern. Die Tentakeln sind entweder ganz weiss oder röthlich. Die Haut- bedeckung ist halb durchsichtig, so dass die fünf weisslich gefärbten Längsmuskeln des Körpers durch sie als weisse Streifen hindurch- schimmern, ünrichtigcrweise giebt O. F. Müller sechs solche Strei- fen an. *) An sich erscheint die Haut sehr schwach ockergelb mit einem leisen Uebergange in Piosenroth. Sehr kleine, weiche, massig weit von einander entfernte Wärzchen machen die Haut uneben. Sie stehen in Längsreihen, doch nicht ganz regelmässig, und erscheinen, von der Seite angesehen, schwach rosenroth, von oben aber weiss. Bei stärkeren \ ergrösserungen l)emerkt nian in jedem solchen Wärz- '} Zooloffia Danica I. (Expliculiu T^), giebt er einen Zweig ab (Eig. IC, a) der, wie erwähnt, den Nervenstiang (w) speist, und nach einer kleinen Strecke einen zweiten ansehnlicheren, halbgefiederten (Eig. 15 und 16 ß), welcher längs der Innenseite des eben beschrie})enen Blindschlauches (m) ver- läuft, und ihn an seiner Umbiegungsstelle endlich zu erreichen scheint. Die Eederstrahlchen des Zweiges scheinen blind, hängen Irei, und sind alle gegen den Nervenstrang hin gerichtet. Die Eorlsetzug des Beitrüge zur Fauna Norwegens. Würmer. 201 Astes selbst geht nun auf die Kieme zu, zeigt aber auch noch einige, obwohl sehr kurze, knotige Ausläufer, und vereint sich endlich mit dem Ast des Rückengefässes (F'^). — Dieselbe Art der Gefässveräste- lung trifft man Jedoch auch an den hinteren Segmenten (Fig. 16), wo nicht dergleichen ßlindschläuche existiren, nur finde ich die Ausläu- fer des Astes selbst hier länger, und die halbgefiederten Zweige ß er- strecken sich immer bis zu dem nächst hinteren Ast des Bauchgefäs- ses, mit dem sie sich wirklich vereinigen. Ueber die Bedeutung jener sackartigen Organe, die wir nun bei den Arenicolen, Terebellen nnd Amphitriten kennen gelernt haben, ist die Wissenschaft nicht im Klaren. Die von mir zuerst geäusserte Vermuthung, dass sie befruchtende Organe sein dürften, hat, seitdem wir durch Stannius treffliche Untersuchungen über ^renicola einen bedeutenden Schritt vorwärts gethan haben, sehr an Wahrscheinlich- keit verloren, er konnte darin keine Samenthiere entdecken, und sah nur einmal aus einem solchen Bläschen ein Tröpfchen Flüssigkeit her- vorquellen. Vielleicht muss man jene Blindschläuche mit den Schleim bereitenden Organen der Regenwürmer und Blutegel vergleichen, Avelche ebenfalls zu beiden Seiten des Nei'venstranges liegen. Wenn es nun aber keine Organe giebt, die man als Hoden betrachten kann, wenn vielmehr Rathke zweierlei Individuen von Amphitrite und Stannius zweierlei Individuen von Arenicola gefunden hat, solche, deren Bauchhöhle Eier enthält, und andere, in denen nicht Eier, son- dern kuglige, mit geschlängelten Fäden besetzte Körper vorkommen, so möchte ich auch, mit Stannius, in letzteren Spermatozoen vermuthen und annehmen, dass das Geschlecht bei diesen Würmern getrennt sei. — Eierchen fand ich fi'ei in der Bauchhöhle eines Exemplares. Schliesslich habe ich noch Einiges über die Muskeln hinzuzufü- gen. Diese bieten nichts besonders Auffallendes dar: die Längsmuskeln bilden zwei Partieen, eine an der Bauchfläche, die der Nervenstrang Vol. XX. p. I. 26 202 H. Rathke, durchläuft, und eine an der Rückenfläche; sie sind gegen einander durch zwei flache Rinnen hegrenzt, Stellen, wo die Längsmuskeln fehlen, und nur die sie nach aussen bedeckenden Ringmuskeln die Wandung ausmachen (Fig. 16 u. 16 l, auch in der Hauptfigur 13,/). Nahe den Rändern dieser Rinnen sind die ßorstenbündel einge- pflanzt, eines in der Bauch- und eines in der Rückenmuskelschicht; die zu ihrer Bewegung bestimmten Muskelfasern stossen an der Basis jedes Bündels strahlig zusammen (Fig. 17, «). Zwischen den beiden Borstenbündehi, in der Rinne selbst, bemerkt man eine feine Oeff"- nung (Fig. 15, o), welche wahrscheinlich zur Ausleerung der in der Bauchhöhle befindlichen Eier dient. — Aber auch die OefFnung, durch welche das obere Borstenbündel hervortritt, hat unmittelbar noch eine andere hinter sich (Fig. 17, o'): beide sind gleichsam in einen Rahmen hineingeschnitten, nur durch eine schmale Brücke getrennt. Dieses hintere Loch führt in die Kieme, welche also wenigstens theilweise ein hohler E'aden sein muss. — Die muskulösen Querbinden der Arenicolen, Terebellen und Amphitriten fehlen unserer Ammotrypane nicht; ich zähle ihrer in jedem Segment 4 oder 6 (Fig. 15, c, Fig. 16, und in der Hauptfigur 13), sie entspringen von dem Nervenstrang, setzen über die halbgefiederten Gefässzweige und die Blindschläuche hinweg, und befestigen sich jenseits der Rinne an der unteren Grenze der Längsmuskeln des Rückens. Von den Pharjnxmuskeln habe ich mehrere erkannt, welche diesen gewöhnlich faltigen, gewiss einer grossen Ausdehnung fähigen, noch vor dem ersten Disscpiment gele- genen Theil des verdauenden (Kanals erweitern, oder, wenn er vor- gestülpt ist, zurückziehen können (Fig. 14, 3')- B. AMMOTRYPANE LIMACINA. Da das mir zu Gebote stehende Exemplar dieser Art sich leider nicht so gut erhalten hatte, als die eben beschriebenen, so kann ich von dem inneren Bau nur das Nothdürftigste sagen. Beitrüge zur Fauna Norwegens. Würmer. 203 Was zuvörderst die Gliederung betrifft, so giebt es auch hier Segmente, welche wieder in mehrere schmale Ringel zerfallen, allein die Zahl der letzteren ist grösser, als bei der vorigen Art (nämUch 5), und ihre Anordnung eigenthiimlich. Denn die Furchen, durch wel- che die Ringel auf der Rückenseite getrennt werden, laufen nicht senkrecht zur ßauchfläche herab, sondern in schräger Richtung nach vorn, woher es kommt, dass die obere Hälfte jedes Ringels, im Ver- gleich zur unteren, zurücktritt. Nur hinter dem fünften Ringel, wo sich an der Bauchfläche ein halber Ring einschiebt, wird dieser Un- terschied ausgeglichen. Längs der Grenze der beiden Ringhälften lau- fen die beiden Zeilen der Borstenbündel ganz nahe über einander, doch finden sich die Bündel immer nur an dem ersten der 5 Ringel: den engen Zwischenraum zwischen dem oberen und unteren Bündel nimmt regelmässig eine Oeffnung ein (Tab. XI. Fig. 14, o), durch welche man in die Bauchhöhle gelangt, und welche wohl dazu bestimmt ist, die Eierchen aus ihr in's Freie zu führen. Eben so nahe, aber vor dem unteren Borstenbündel, durchbohrt eine andere grössere Oeff- nung die Leibeswand (Tab. XI. Fig. 14, o'), es ist die Mündung der Blindschläuche, welche zu beiden Seiten des Nervenstranges liegen, bei dieser Species aber nicht in so grosser Anzahl existiren, denn ich erkannte bei meinem Exemplar nur sechs solche Foranuna von der zweiten bis siebenten Kieme. Von den Säckchen selbst kann ich noch hinzufügen, dass sie an dem vorderen Ende durch einen zarten Faden an die Leibeswand befestigt sind. Ausser den eben beschriebenen zwei OefTnungen, von welchen schon die eine in die Leibeshöhle führt, existiren noch, was für diese Art charakteristisch ist, eine grosse Menge feinerer, wie zarte Nadel- stiche: sie stehen in Querreihen zu zehn, auch mehr neben einander, und zwar in den Furchen, welche die einzelnen Ringel trennezi, auch nur in ihrem schräglaufenden seitlichen Theile. Gewöhnlich sieht 204 H. Rathke, man sie blos an dem Ringel, der die Kieme und die Borsten trägt, und den zwei, höchstens drei folgenden Ringeln, der viertfolgende bleibt frei davon (Tab. XI, Fig. 14, o^')- Wo die Kiemen verschwinden, hören auch diese Reihen von feinen Löchelchen auf. Uebrigcns habe ich zuweilen selbst in der Nähe des Nervenstranges runde Oeffnungen von etwas grösserem Lu- men bemerkt. Da in dem Thier keine Eier vorhanden waren, konnte ich nicht im mindesten beurtheilen, ob auch die feinsten Oeffnungen gross genug zu ihrem Durchgang seien; in jedem Fall würden sie Meerwasser in die Leibeshöhle treten lassen. Die Borsten sind nicht zweierlei Art, sondern alle haarförmig, und wie ein Säbel schwach gekrümmt, doch die dem oberen Bündel angehörigen länger und zahlreicher. Unmittelbar hinter dem oberen Bündel haben die schlanken Kiemenfäden ihren Platz, aber nur an 23 Segmenten, vom eilften Borstenbimdel bis zum dreiunddreissigsten incl. Ihre Gestalt ist ein wenig anders, als bei Ammotrypane oestroi- des, indem von einem einfachen Stamm seitlich hin und wieder sehr kurze Ausläufer hervortreten (Tab. XI, Fig. 14, b). Die entschieden untere Mundöffnung liegt zwischen dem ersten und zweiten Borstenbündel. Der verdauende Caual bietet manches Abweichende dar: er ist ein ziemlich weites, aber durchaus nicht ge- wundenes, sondern gerades Rohr, \velches nur vorn durch einige Dissepimente an die Leibes wand befestigt scheint; indessen waren die nmskulösen Wandungen des Körpers in so schlechtem Zustande, dass ich darüber nichts Sicheres angeben kann. Vergeblich suchte ich nach den, in den Magen mündenden zwei Blasen, sie fehlen entweder, oder sind so klein und eng an ihn angewachsen, dass ich sie nicht erken- nen konnte. Am After belinden sich unten zwei dicke Fäden, wel- che an die Aflercirren der Nereiden und Eunicen erinnern, und aus- ser ihnen ein Kranz von neun oder zehn viel kürzeren. Beitrüge zur Fauna Norwegens. Würmer. 205 Von den Gefässen habe ich blos ein Paar am Darme befindliche llauptstämme wahrgenommen: einen auf ihm verlaufenden und einen unteren, beide ihm genau anhängend. Der untere sendet in jedem Segment einen rechten und linken Ast nach der Leibeswand ab (wohl zu den Kiemen hin), und ähnliche scheinen auch von dem oberen zu entstehen. Jene waren immer mit Blut gefüllt und dicker, als diese, die freilich an dem einen Ende abgerissen waren. Deutlich habe ich etwa in der Gegend des zehnten Borstenbündels ein Paar Zweige wahrgenommen, welche am Darme von dem Rückengefässe in schrä- ger Richtung hinterwärts zum Bauchgefässe hinabsteigen, jedoch erlaubte mir die Zartheit der Darmwandung nicht, die Untersuchung auf die etwa von den Hauptstämmeu zu ihr tretenden Gefässzweige auszudehnen. C. AMMOTRYPANE AÜLOGASTER. Durch die gestrecktere Gestalt, so wie durch den geraden Verlauf des Darmcanales und die Beschaffenheit der Borsten nähert sich dieser Ringel wurm der Ammotrypane Ihnacina. Die Güederung ist bei weitem weniger sichtbar angedeutet, als in den vorigen Arten, denn wenn auch der Abstand der Kiemenfäden für die Länge der Hauptsegmente das Maass giebt, so ist es doch schwierig, die einzeluen Ringel zu unterscheiden, die in einem Haupt- segment enthalten sind. In der That sind ihrer fünf vorhanden, und sie markiren sich am besten an den Seiten, wo man drei vertiefte Längsslriche von geringer Länge sieht. Die ßauchfläche bildet eine wahre Sohle, gegen die Wölbung des übrigen Körpers durch zwei tiefe Furchen abgesetzt, und an ihr verschwindet die Güederung gänz- lich. Wie sich aber diese abgesetzte Sohle bildet, begreift man leicht, wenn man an jene bei Ammotrypane oeslroides beschriebenen musku- lösen Querbinden denkt; diese existiren nämlich auch hier, entsprin- gen aber nicht rechts und links vom Nervenstrange, um sich an die 206 •■■• • H. Ratiike, Ränder der Seitenrinnen zu begeben, sondern laufen geradezu von der einen Seite der Leibeswand quer zu der andern hinüber, setzen also über den Nervenstrang hinweg, und schnüren so eine obere Wölbung, in welcher der Darm liegt, von einer unteren flachen ab (Tab XI. Fig. 15, c). Die Haut besitzt eine auffallende Glätte und starken Glanz, mit Farbenspiel verbunden, und es giebt wenige Anneliden, bei welchen man die Ursache desselben so leicht nachweisen kann. Bringt man ein Stückchen der Haut unter das Mikroskop, so gewahrt man deut- lich, dass sie von feinen Furchen durchzogen ist, welche einander rautenförmig schneiden. Nimmt man die Haut weg, so stösst man nicht auf eine Muskeldecke, welche aus einer Schicht äusserer Ring- und innerer Längenmuskeln besteht, sondern die Stelle der ersteren vertritt eine, in meinem Exemplare leicht ablösbare Membran, unter welcher dann die gewöhnlichen breiten Längsmuskelbinden hegen, zwei neben einander an der Rücken-, und zwei viel schmälere an der Bauchfläche. Am Nervenstrange, längs welchem äusserlich eine Fur- che läuft, und an den Rändern der Sohle ist die Muskeldecke durch kurze Fasern an die äussere Haut befestigt. Ganz eigenthümlich end- lich ist eine durchsichtige Membran, welche innen die Leibeshöhle auskleidet (Tab. XI. Fig. 15, t). Von den Borstenbündeln kann man kaum sagen, dass sie in zwei gesonderten Zeilen stehen, vielmehr ist jedes einzelne nur in eine Partie nach oben, und in eine nach unten gerichteter Borsten getheilt, die durch keine Zwischenräume getrennt sind; ihre Gestalt gleicht denen der vorigen Art. In hohem Grade fiel mir es aber auf, dass der Kör- per dieses Ringelwurms durchaus keine Reihe von den seitlichen Oeff- nungen enthält, die sonst zwischen den Borstenbündeln zu suchen sind, und es liegt die V^ermuthung nahe, dass die beiden grossen, noch vor dem Munde befindlichen Seitenöffnungen ihre Stelle vertreten, Beiträge zur Fauna Norwegens. Würmer. 207 und zur Ausleerung der Eier dienen (Tab. X. Fig. 2, A). Die blinden Beutelchen, welche an den Seiten des Leibes münden, und in beiden anderen Arten vorhanden sind , suche ich hier vergebens. > Der verdauende Canal verläuft gerade, ist sehr dünnwandig, mas- sig weit, und nur vorn durch 2 oder 3 Dissepimente (Tab.X. Fig. 19) an die Leibeswand befestigt. Der Schlund fangt sehr enge an, erwei- tert sich bald an der Oberseite und verengt sich wieder; an dieser Stelle hängen dem Speisecanal zwei ßlindsäcke an (Tab.X. Fig. 19,/i), ähnlich wie bei Ammotnjpane oeslroides, er erweitert sich nun aber- mals, und geht in gleichmässiger Weite eine lange Strecke fort, bis er sich etwa im letzten Körperviertel wieder bedeutend verengt. Die untere Fläche des weiten Abschnitts vom Darmcanal bildet viele sak- kige Erweiterungen, welche wohl davon herrühren, dass er in die Lücken zwischen den Querbinden, wie in die Lücken einer Leiter, eindringt. Der After stellt eine nach unten offene Schaufel dar, deren Rand mit kurzen Girren besetzt ist; eine ähnliche Bildung kenne ich nur bei Nais digitata, wo sich jedoch die Schaufel nach oben öffnet. Soweit ich den Nervenstrang erkannt habe, ähnelt er der vorigen Art, nur scheint der Schlundring, im Verhältniss zu der Enge des Mundes, noch weiter. Von Gefässen habe ich an dem vorderen Theile des Darmcanales ein Rückengefäss beobachtet; es schwillt gleich hinter den beiden Hülfsorganen des verdauenden Canals zu einer spindelförmigen Erwei- terung (mit gekräuselten Rändern) an, (Tab.X. Fig. 19, /^<^), von de- ren Anfang jederseits ein Ast schräg nach hinten herabsteigt zu dem frei über den Querbinden liegenden Bauchgefässe (Tab.X. Fig. 19,^'^'). Dieses schickt eine, der Zahl der Segmente entsprechende Menge paa- riger Zweige nach den Seiten des Körpers ab; ausserdem ist mir aber noch ein anderer paariger Stamm aufgestossen, der auch an der Bauch- seite, jedoch eng am Darme liegt, und ebenfidls Zweige nach den Ki«- 208 H. Rathke, men hin absendet (Tab.XI. Fig. 15, v«). Endlich entstehen solche Sei- tenzweige auch vom Rückengefässe, und da ich letztere nur am vor- deren Theile des Körpers, die Zweige des paarigen Darmbauchgefäs- ses nur weiter nach hinten bemerkt habe, wäre es wohl möglich, dass beiderlei Stämme einander ergänzten, und eine von dem freien, auf den Querbinden verlaufenden, unpaarigen Bauchgefässe {V^) ver- schiedene Bedeutung hätten. Die Seitenzweige des Rückengefässes mid der paarigen Darmbauchgefässe zeichnen sich überdies durch ihre ansehnliche Länge und ihre schräge Richtung nach vorne aus. — Die Kiemen, deren Zahl 44 beträgt, sind einfache Fäden; unter einigen Kiemenfäden erkenne ich deutlich noch einen zweiten, sehr kleinen Faden. An manchen Stellen war der Darmcanal mit einer dichtge- drängten Schicht von Eiern umgeben. 93. SIPHONOSTOMA PLUMOSUM mihi. (Tab.XI. Fig. 1-2.) (Amphitrite plumosa. Müller, Pherusa Mülleui Blainville.) S. corpore attenuato ; cute verrucosa j superioribus setarum fasciculis inferiores longitudine multo superantihus ^ cirris octo cy- lindraceis magnis ^ tentaculis pernio latiorihus. Diesen Wurm hat O. F. Müller im dritten Theile der Zoologia Danica abgebildet und kurz beschrieben. Eine etwas ausführlichere Beschreibung des äusseren und inneren Baues desselben habe ich in den Schriften der natur forschenden Gesellschaft zu Danzig bekannt gemacht. Hier möge aus dieser Beschreibung nur so viel entnommen sein, als zur Charakterisirung des Wurms nöthig sein dürfte. Der Körper ist im Allgemeinen drehrund, besitzt in seiner vor- deren Hälfte eine grössere Dicke, als in der hinteren, und nimmt nach hinten nur ganz allmälig, nach vorne aber sehr rasch an Dicke ab, weshalb man ihn wohl keulenförnng nennen könnte (Fig. 1). Die grössten Exemplare, die ich sah, hatten eine Länge von 3 Zoll 2 Lin., Beiträge zur Fauna Norwegens. Würmer. 209 und waren in einiger Entfernung von ihrem Vorderrande beinahe 4 Linien dick. Ringel zählte ich 53 bis 64. Mit Ausnahme der hin- tersten von ihnen sind die übrigen ziemlich scharf von einander abge- grenzt. In ihrer Form sind sie alle einander ziemlich gleich. Kiemen oder andere Auswüchse kommen an ihnen nicht vor. Dagesen besitzt ein jeder jederseits zwei Bündel von glänzenden, schillernden, gelbli- chen Borsten, von denen das eine in massig grosser Entfernung über dem andern steht. In den Bündeln des ersten Ringels sind die Borsten recht zahlreich, haben eine beträchtliche Länge, und ragen weit nach vorne hinaus. Die Borsten des zweiten und dritten Ringels sind schon kürzer, doch haben sämmtliche Bündel eines jeden dieser Ringel, wie die des ersten, noch ziemUch gleiche Länge. An allen iibrigen Ringeln aber sind die Borsten des unteren Bündels nur sehr kurz, doch ziemUch dick und gegen ihr äusseres oder freies Ende ein wenig gekrümmt; die des oberen sind zwar beträchtlich länger, doch bei weitem nicht mehr so lang und so dick , wie die der drei ersten Rmgel, auch nur in massig grosser Zahl vorhanden. Sämmtliche Bor- sten sind einfach, und an der Oberfläche mit dicht neben einander verlaufenden und ungemein zarten Längsfurchen versehen; im Innern aber besitzen sie massig dicke Scheidewände, so dass jede aus einer Reihe kurzer Zellen besteht; doch sind diese Zellen mit einer festen Masse angefüllt. Wo sich eine Scheidewand befindet, ist die Borste weder eingeschnürt, noch gegentheils etwas dicker als nebenbei, also in der That nicht geringelt, wie es auf den ersten Anblick der Fall zu sein scheint. Die Haut ist undurchsichtig, recht dick, und durch kleine, dicht stehende und meistens kegelförmige Wärzchen, die Schleim absondern, rauh gemacht. Am Rücken sind diese Wärzchen am grössten. Uebrigens bestehen alle Wärzchen zum grössten Theile aus der Epidermis, die dicker als das Corium ist, doch sich leicht zer- reissen und sich auch leicht von dem Corium abtrennen lässt. — Aus Vol. XX. p. I. 27 210 H. Rathke, 1 dem vordersten Ringel können verschiedene Theile hervorgeschoben werden, die einen Kopf zusammensetzen. Es sind dies folgende: 1) Ein kurzes, dickes, beinahe trichterförmiges, vorne abgestumpftes und nicht mit Warzen besetztes, sondern ganz glattes Gebilde, das an und fiu' sich selbst dem Scheine nach nur einen Rüssel darstellt (i^ig. 2, a). In der Mitte des vorderen, dünneren Endes desselben befindet sich die MundöfFnung, die ziemlich stark erweitert werden kann, und unre- gelmässig vierseitig ist. Zwei Ecken dieser OefFuung sind nach aus- sen (rechts hin und links hin) gerichtet, und jede von ihnen geht über in einen kleinen rinnenförmigen Vorsprung, der hörnerartig nach unten und hinten umgebogen ist. Erweitert sich die MundöfFnung bedeutender, so werden die beschriebenen Vorsprünge ganz verstri- chen. Der untere Rand des Mundes bildet eine kurze und dicke wulst- artige Lippe. 2) Dicht über dem Munde stehen nahe bei einander 2 Tentakeln von weisslicher Farbe, ziemlicher Dicke und noch grös- serer Breite, die an ihrer unteren Seite mit einer liefen und breiten Längsfurche versehen, an ihren dünneren Rändern aber mitunter hie und da etwas eingezogen oder eingebuchtet sind (Fig. 2). 3) Leber und etwas hinter diesen Tentakeln sind acht ziemlich grosse Cirren befestigt, die in zwei Reihen, die eine über der andern, stehen, aber alle etwas dünner, als die Tentakeln, drehrund und grünlich gefärbt sind. Mitunter zeigen sie sich länger, ein andermal dagegen kürzer, als die Tentakeln (i^ig. 2). Irrigerweise hielt O. F. Müller sie für Eierstöcke. — AWe die genannten Theile können völlig in den Körper hinein gezogen werden, so dass sogar die Enden der Tentakeln und Cirren verschwinden. Sind sie aber ausgestreckt worden, so liegen sie geschützt unter den Borstenbündeln der zwei vordersten Leibes- ringel. Der After liegt am hinteren Ende des Körpers. Die Farbe des Körpers ist durchweg ein unreines Olivengrün, und diese Farbe gehört der beträchdich dicken, aber ziemlich weichen Beiträge zur Fauna Norwegens. Würmer. 211 Epidermis an, die sich in grösseren Lappen von dem schwach rosen- rothen Corium abziehen lässt. Das Blut ist grün. Die Bewegungen des Thieres sind nur sehr träge. Gefunden habe ich dies Thier nicht ganz selten bei Christian- sund, bei Drontheim und im Namsen-Fiorde, wo es sich an schlammigen Stellen des Meeresgrundes aufhält. Die von Grube am mittelländischen Meere gefundene und Si- phonostoma verrticosum genannte Art stimmt mit der meinigen darin iiberein, dass ihre Haut undurchsichtig und mit Wärzchen besetzt ist, und dass die Borsten der unteren Reihen kürzer, als die der oberen sind, unterscheidet sich aber von ihr dadurch, dass sich an ihr die Grenzfurchen der Ringel nur mit Mühe erkennen lassen, dass die Zahl der Ringel grösser ist, dass die Girren kleiner und zahlreicher sind und in Büscheln stehen, und dass die Borstenbüudel des ersten Rin- gels nur aus 2 bis 3 Borsten bestehen. *) Wie sich aus dieser Ver- gleichung, ferner aus dem, was Otto, der die Gattung Siphonostoma aufstellte, über Siphonostoma diplochaitus angegeben hat,**) wie auch aus dem, was ich noch in den drei folgenden Nummern anführen werde, ergiebt, so scheint bei den verschiedenen Arten von Siphono- stoma die Zahl der Tentakeln nie zwei zu überschreiten, indess die Zahl der Girren, je nach den Arten, sehr verschieden ist. (i 94. SIPHONOSTOMA VAGINIFERUM n. sp. (Tab. XI. Fi^. 3-10.) ^ S. corpore attenuato, cute subrugosuj setarum fasciculis cute tanquam vagina obductis j cirris numerosis, parvis, in duos fascicu- los collatis^ tentaculis inulto latioribus et longioribus. Der Körper besteht aus 40 bis 44 deutlich von einander abge- grenzten Ringeln, ist von oben und unten etwas abgeplattet, hat in *) Actinien, Echinoderraen und Würmer des Adriatischen u. Mittelmeeres. S. 68 u.69. *♦) Verhandl. d. Leop. Carol. Akad. d. Naturf. Bd. It. S. 628-633. :J 212 ..m&« H. Ratuke, einiger Entfernung hinter dem Kopfe die grösste Dicke, verschniäch- tigt sich nach hinten nur massig, erscheint am hinteren Ende stumpf abgerundet, und besitzt im Verhältniss zu seiner Länge eine el\vas grössere Dicke, als bei der vorigen Art, doch variirt seine (icstalt nicht wenig, je nachdem er sich verkürzt oder verlängert, und je nach- dem der Darmcanal sich mehr oder weniger mit NahrungsstofFen an- gefüllt hat. Eine ähnliche Gestalt, wie das in Fig. 5 abgebildete Exem- plar, zeigten auch noch einige andere. Das grösste von mir gesehene Exemplar hatte eine Länge von ungefähr 2 Zoll, und seine grösste Dicke betrug %^U Linien. — Der Kopf ist an allen seinen Theilen an der Oberfläche ganz glatt, besitzt eine nur dünne Hautbedeckung, hat eine grünlich-weisse Farbe, und zeigt zwar im Allgemeinen eine ähn- liche Zusammensetzung und Form, wie bei der vorigen Art, doch im Einzelnen folgende Verschiedenheiten. Das vordere dünne, ellipsoi- dische, den Mund umgebende Ende erscheint mitunter als ein ganz einfacher und ziemlich dicker Wulst (Fig. 5); gewöhnlich aber ist sein unterer Theil ziemlich stark vorgeschoben, und bildet dann gleichsam eine fast rinnenförmige Unterlippe (Fig. 4). Die Tentakeln sind ver- hältnissmässig etwas kürzer, doch gleichfalls rinnenförmig; die Cirren sind sehr dünne, insbesondere aber, im Verhältniss zum ganzen Kör- per, bei weitem nicht so lang, als bei der vorigen Art, allenthalben ziemlich gleich dick, und kürzer als die Tentakeln; im Ganzen kom- men bei grösseren Exemplaren zwischen 40 bis 50 Cirren vor, und diese setzen zwei Büschel oder Quasten zusannnen; die Basis derCir- renbüschel wird von oben bedeckt durch einen tafelförmigen Fortsatz oder Vorsprung der oberen Seite des Sipho, welcher Fortsatz nur schmal, massig lang, mit dem grössten Durchmesser quer gelagert, halbmondförmig, mit dem convexen Rande nach vorne gerichtet, und auf seinen Flächen so gekrümmt ist, dass die nach oben gekehrte von links nach rechts ziemlich stark convex erscheint (Fig. 6 und 7, 6). Beiträge zur Fauna Norwegens. Würmer. 213 Ferner hat dieser Vorsprang oder Schirm eine ziemUch grosse Dicke, sendet aus der Mitte seines vorderen Randes einen kleinen, last kegel- förmigen Fortsatz ab, und besitzt am vorderen Theile seiner oberen Seite eine solche Verdickung der Epidermis, dass diese hier eine mas- sig breite, grün gefärbte und ziemlich dicke hornige Platte bildet, die sich an dem ganzen vorderen Rande des Schirms hinzieht, und auch den kegelförmigen Fortsatz dieses Randes bedeckt. — Die Haut des Körpers ist undurchsichtig, hat allenthalben eine ziemlich grosse Dicke, besitzt aber nicht auffallend grosse warzenförmige Erhöhungen, son- dern ist nur durch sehr kleine, mikroskopische, dicht stehende Erhö- hungen der Art rauh gemacht, und besitzt viele kleine und unregel- mässig der Quere nach verlaufende Runzeln, zumal an der Bauchseite. Die Epidermis ist, wie bei der vorigen Art, die dickste Schichte der Hautbedeckuug, doch ebenfalls leicht zu zerreissen, und auch leicht von dem Corium abzulösen. — Von allen Ringeln des Leibes, mit Ausnahme des vordersten und hintersten, besitzt ein jeder an jeder Seite zwei Hervorragungen, die hauptsächlich aus Haut bestehen, im Allgemeinen das Aussehen von ziemlich dicken, unregelmässig dreisei- tigen Lappen haben, und den beiden Aesten der Ruderplatten ver- schiedener Chaetopoden entsprechen. An der dickeren vorderen Hälfte des Körpers sind die Hervorragungen einer jeden Seitenhälfte eines Ringels von einander getrennt; an der hinteren Hälfte aber hat sich auch zwischen ihnen die Haut faltenartig erhoben, so dass hier an jedem Ringel jederseits eine quergehende, massig breite und etwas runzlige Platte vorkommt, die zwei von einander ziemlich weit ent- fernte Aeste absendet. Die Hervorragungen oder Aeste der unteren Reihe sind, im Verhältniss zu der Breite ihrer Basis, nur massig hoch (Fig. 3, 5 u. 10), und schhessen meistens zwei kurze, dicke, ganz steife und an der Spitze, etwa wie das Hörn einer Gemse, gekrümmte Bor- sten ein, die nur sehr wenig aus ihnen hervorstehen (Fig. 12). In 214 H. Rathke, '^ einigen aber befindet sich nur eine einzige solche Borste, und an den hintersten Ringeln kommen in ihnen statt derselben viel dünnere und ganz gerade vor. Die Hervorragungen der oberen Reihe sind bedeu- tend länger, als die der unteren, und meistens dünne zugespitzt, an ihrer Basis aber im Verhältniss zu der Länge nur schmal, also über- haupt sehr lang gestreckt (Fig. 3, 5 und 9). In ihnen kommen immer mehrere Borsten vor, die alle sehr dünne, gerade, sehr biegsam und ziemlich lang sind, jedoch nur kaum aus ihnen mit ihren Spitzen her- vorstehen , so dass mithin die unteren Hervorragungen nur als lange Scheiden für ihre Borstenbündel erscheinen. Uebrigens haben die Borsten, sowohl die dicken, als die dünnen seidenartigen, einen eben solchen inneren Bau, wie bei Siphonostoma plumosum. Von der äusseren oder schmäleren Hälfte der beschriebenen Hervorragungen oder Hautausvvüchse gehen mehrere sehr zarte und biegsame Röhren ab , die gleichfalls aus Haut bestehen , und von denen die der unteren Auswüchse sehr viel länger, als die der oberen sind. An dem freien Ende ist jede solche Röhre knopfförmig etwas angeschwollen, und besitzt hier eine kleine Grube, oder vielmehr wohl eine OefFnung; stärker aber noch ist sie in ihrem Verlaufe an einer Stelle angeschwol- len. Diese letztere Anschwellung ist spindelförmig oder urnenförmig, je nachdem sie sich verlängert oder verkürzt hat, was abwechselnd geschehen kann, und befindet sich an den Röhren der oberen Aus- wüchse, in der INähe von dem Ursprünge, dagegen an den Röhren der oberen Auswüchse in der Nähe von dem Ende derselben. Allem Anscheine nach dienen alle diese Röhren nicht etwa zum Ansaugen und Festhalten, oder wohl gar zum Fortkriechen, sondern zur Berei- tung des Schleimes, der in beträchdicher Menge den Wurm bedeckt. An dem vordersten Ringel des Körpers sind sännntliche Borsten bei- nahe gleich lang und etwas länger, als die des zweiten Ringels; auch konuneu sie in beträchtlich grosser Zahl vor, und sind so gestellt, dass Beiträge zur Fauna Norwegens. Würmer. 215 sie eine einzige Reihe bilden und dicht neben einander stehen. Diese Reihe aber setzt einen kurzen und an der einen Seite offenen Trich- ter zusammen, der mit dem weiteren Ende nach vorne gerichtet ist, gehört der oberen, der rechten und der linken Seite des Körpers an, und bildet für den Kopf gleichsam ein Dach, über das nur die Girren und die Tentakeln, wenn sie ausgestreckt worden sind, nach vorne etwas hinausragen. Die Hautbedeckung geht auch über die Bor- sten des vordersten Leibesringels herüber, und bildet für sie eine sehr breite Falte , in der sie alle eingeschlossen liegen. Der vordere Rand dieser Falte erscheint vielfach zerschlitzt, weil dieselbe für den äussersten Theil einer jeden Borste eine kurze, spitz auslaufende Scheide bildet, die übrigens wieder eben solche zarte Röhren aussendet, wie die oben beschriebenen seillichen Hautauswüchse oder Fussstummel. Noch wäre zu bemerken, dass die innere Platte jener Falte viel dün- ner als die äussere, und halb durchsichtig ist, so dass durch sie die Borsten, die in der Falte eingeschlossen liegen, ziemlich deutlich hin- durchschimmern. — Der Kopf mit seinen Girren und Tentakeln ist weiss, mit einer Beimischung von Grün; die Hautbedeckung der Lei- besringel aber ist allenthalben olivengrau. Fundort: Ghristiansund, an einer schlammigen Stelle des Meeres. Ich erhielt nur vier Exemplare, und habe diese nicht zerglie- dert; ich kann also auch nicht angeben, ob das Blut, wie bei der vo- rigen Art, grün ist. 95. SIPHONOSTOMA VILLOSLM n. sp. (Tab. XI. Fig. 11 u. 12.) S. corpore hreviori^ cute ubü/ue villosa j setis inferiorihus crassis, hrevihus, superioribus inulto tenuioribus et longioribus ^ cirris nume- rosis, parvis, in duos faseiculos dujeslis^ tentaculis multo latioribus. Die beiden schon beschriebenen Arten von Siphonostoma, wie auch Otto's Siphonostoma diptochaitus und Grube's Siphonostoma 2 IG H. Rathke, verrucosum, sind langgestreckte Würmer, und bestehen aus einer be- trächtlichen Anzahl von Ringeln. Es giebt aber auch noch Arten die- ser Gattung, deren Körper aus einer viel geringeren Zahl von Ringeln zusammengesetzt, und überhaupt im Verhältniss zu seiner Dicke nur kurz ist. Dahin gehören zwei von mir bei Norwegen gefundene Wür- mer und Dujardin's Chloraema Edwardsii, denn dass dieses letztere Thier ein Siphonostoma ist, geht aus der Beschreibung, die Duj ardin vom äusseren und inneren Baue desselben gegeben hat,*) hinreichend hervor. Uebrigens weichen einige von den in Rede stehenden kür- zeren Arten, so namentlich die von Duj ardin beschriebene, von den längeren Arten derselben Gattung auch dadurch ab, dass ihr Darm- canal nicht, wie bei jenen, länger als der Leib ist, und deshalb ein Paar Windungen macht, sondern ganz gerade durch den Leib hin- durchgeht. Bei Siphonostoma villosum aber verhält sich der Darm- canal in seinem Verlaufe wie bei Siphonostoma phimosum. Die grössten Exemplare von Siphonostoma villosum, die mir in die Hände gekommen sind, haben eine Länge von 9 Linien, und ihre grösste Dicke beträgt 2 Linien. Etwas vor seiner Mitte ist ihr Leib am dicksten, und \vird von da aus gegen beide Enden etwas dünner; die Enden aber selber sind stark abgestumpft. Die Bauchseite ist mehr platt als rund, die Rückenseite dagegen sehr convex. Der vor- derste Leibesringel lässt sich einigermaassen mit einem Napfe, oder einem ringförmigen, massig dicken Wulste vergleichen, und springt an der Rückenseite kaum etwas weiter vor, als an der Bauchseite. Aus diesem Napfe ragen nun zu Zeiten die kurzen und nur dünnen Girren und die Tentakeln hervor, indess zu anderen Zeiten die letzte- ren gänzlich , und die ersteren beinahe völlig in ihm verborgen sind. Die Zahl der Girren , die eine grünlich - weisse Farbe haben und z\Aei Büschel bilden, beträgt zwischen 30 bis 40. Die beiden Tentakeln *) Annales des sc, natiir. Scconde seric. Tom. XI. p. 288-90. Beiträge zur Fauna Norwegens. Würmer. 217 sind ähnlich geformt, wie bei den schon beschriebenen Arten, also von der Basis gegen die Spitze verschmälert, und an ihrer unteren Seite mit einer Längsfurche versehen, wenigstens dreimal so dick, als ein einzelner Cirrus, und weisslich von Farbe. Der Sipho, auf dem sie stehen, ist sehr kurz und allem Ansehen nach ganz einfach. Der Mund ist rimdUch. — Ausser dem beschriebenen napfförmigen Theile kom- men nur noch 22 Leibesringel vor. Mit Ausnahme des letzten besitzt ein jeder von diesen Ringeln, dicht an der Bauchseite, zwei kurze und dicke warzenförmige Hervorragungen der Haut, die für die beiden un- teren Borstenbündel bestimmt sind. Um die Basis einer jeden solchen Hervorragung sind elUche wenige schleimabsondernde Organe, von ähnlicher Art, gestellt, wie bei Siphonostoma vaginiferum: und zwar stehen dieselben meistens so, dass sie nur einen einfachen Kreis zusam- mensetzen. Gewöhnlich sind sie etwas länger, als die borstentragende Hervorragung selbst, alle aber sind in der Mitte stark angeschwollen, gegen beide Enden verschmächtigt , und an dem äusseren Ende mit einer kleinen knopfförmigen Verdickung versehen. In der Regel ha- ben sie die Form von Spindeln, zuweilen aber weitet sich an einigen der mittlere Theil so stark aus, dass er die Form einer Kugel annimmt. Aehnlich geformte, und auch beinahe eben so grosse Gebilde bedek- ken die ganze Rückenseite des Körpers, selbst die des vordersten und hintersten Piingels, stehen an dieser ganzen Seite sehr dicht beisam- men, und geben ihr ein rauhes, fast zottiges Aussehen.*) An der Bauchseite aber sind die Schleimorgane viel kleiner, haben die Form von kegelförmigen Papillen, und hängen schlaff herab. Uebrigens ist zwischen allen diesen Schleimorganen sowohl an der Bauchseite, als an der Rückenseite, die von einer dicken Epidermis bekleidete Haut nicht glatt, sondern hat ein sammetartiges Aussehen. — Die Borsten, ♦) Auch bei Chloraema Edwardsii koiutneii dergleichen Organe in grosser Zahl vor. Vol. XX. p. I. 28 21S H. Rathre, ' die in den schon erwähnten seitlichen Hervorrac^angen stehen, sind OD ' wenig zahh'eich, kurz, dick, ein wenig gekrümmt, und in sehr kur- zen Abstanden scheinbar gegüedert. Andere Borsten , die sehr zart, viel länger, und in ziemlich grossen Abständen scheinbar gegliedert sind, konnnen jederseits in einiger Entfernung von jenen Bündeln, und zwar oberhalb derselben, aus der Haut hervor, ohne dass aber für sie besondere Hervorragungen oder Verdickungen der Haut vor- handen wären. Auch sie stehen bündelweise in nur sehr geringer Zahl beisammen, und sind an allen Leibesringeln ziemlich gleich lang, doch an den hintersten nicht ganz so lang, wie an den übrigen. Aehn- liche lange und zarte Borsten bilden an dem vordersten Leibesringel auch die beiden unteren Bündel, von diesen aber ragt ein jedes aus einer nvu' kaum bemerkbaren Erhöhung der Haut hervor. — Die Farbe der Haut ist die des Eisenrostes, bei einigen Exemplaren geht sie mehr in Gelb, bei anderen in Roth über. Fundort: Molde. 9G. SIPH0N0ST03IA INHABILE n. sp. (Tab. XI. Fig. 13.) iS. corpore toroso tlolUformi ', ciitc verrucosa^ cirris sex (octo?) parvis ^ tentaculis paulo latioribus. Das einzige Exemplar, das ich von diesem Wurm erhalten habe, hat eine Länge von 10 Linien, und seine grösste Dicke beträgt l)cinahe 3 Linien. Das vordere Ende des Körpers ist abgestutzt, das hintere ab- gerundet. Das vordere Drittel des Körpers ist merklich dünner als die beiden übrigen, und an der Bauchseite abgeplattet, indess am übrigen Theile des Körpers diese Seite stark convex erscheint. Im Allgemei- nen hat der Wurm in seiner Form einige Aehnlichkeit mit den soge- nannten iassarligen Puppen mancher Insecten. Leibesringel zählte ich im Ganzen 22. Die Haut ist durch Warzen allenthalben so rauh gemacht, wie bei Siphonostoma plumosiim: nur sind dieselben ver- Beiträge zur Fauna Norwegens. Würmer. 219 hältnissmässig noch grösser, wenigstens an der Bauchseite. Ganz so, wie bei der vorigen Art, sind die Borsten alier vier Bündel des vor- dersten Leibesriugels seidenartig dünne, massig lang, und in nur ge- ringer Zahl vorhanden. An den übrigen Ringeln zeigen nur die der oberen Bündel dieselbe Beschaffenheit: denn die Borsten der unteren Bündel sind an ihnen allen nur sehr kurz, ziemüch dick und etwas gekrümmt, doch nicht eigenlüch hakenförmig. Ferner stecken die luiteren Borstenbündel in massig grossen, abgeplatteten, wulstartigen und durch einige Längsfurchen uneben gemachten Hervorragungen, indess für die oberen Bündel dergleichen Erhöhungen fehlen. Der innere Bau der Borsten verhält sich, wie bei der vorigen Art. — Aus dem vorderen Leibesringel, der an der Bauchseite vorne einen ziem- lich grossen Ausschnitt hat, ragen zwei nur massig grosse Tentakeln und einige wenige, nicht viel kleinere Girren hervor. DeutUch konnte ich nur sechs Girren gewahr werden : vielleicht aber mögen acht vor- kommen; das einzige Exemplar, das mir zu Händen gekommen war, mochte ich nicht beschädigen, um mir über die Zahl dieser Organe eine völlige Gewissheit zu verschafTen. — Die Hautfarbe ist oliven- orau. — Fundort: ein etwas schlammiger Meeresboden bei Mol de, 97. AMPHITRITE AURlCOiMA. Müller. (iSEHEis Belgica Pallas.) Eine ausführliche Beschreibung des äusseren und inneren Baues derselben habe ich in meinen Reisebemerkungen gegeben, die von der naturforschenden Gesellschaft zu Danzig bekannt gemacht wor- den sind. Es ist dieser Wurm an den Norwegischen Küsten sehr verbrei- tet und in manchen Gegenden recht häufig. *) *) Im äusseren und inneren Baue ihm selir ähnlich, aber viel grösser, ist ein bei Grön- land vorkommender Wurm, der noch nicht beschrieben ist, und den ich nach meinem 220 H. Rathre, 98. TEREBELLA CIRRATA Cuvier. (Nereis cirrata Linncs, huschigte ^mphitrtte Müller's). Ausführlich ist dieses Thier von 0. F. Müller beschrieben wor- den, *) doch nicht in allen Theilen auch ganz genau. Einige Zusätze zu jener Beschreibung dürften daher ^vohl nicht unzvveck massig sein. Diejenige Art übrigens, welche Montagu unter eben demselben Na- men aufgeführt hat,**) scheint von der Müller'schen bedeutend ver- schieden zu sein. Von den beiden halbmondförmigen, massig dicken Hautfaltens welche, wie Lippen, den eine Qucrspalle darstellenden und mehr nach unten, als nach vorne gerichteten Mund umgeben, ist die obere be- trächtlich grösser als die untere, und entspricht offenbar der bei den Amphitriten (Pectinarien) vorkommenden Ilautfalte, welche ich den Schirm genannt habe. Auch setzt sich dieselbe, wie bei den oben genannten Würmern, in eine schmälere i'alte oder Leiste fort, welche die Seitenränder und den oberen Rand des abgestutzten, massig gros- Freundc, Prof. Escliricht zu Kopenhagen, Amphitrite Eschricldn benennen niöclitc. Der Hauptunterschied liegt darin, dass bei ihm der Rand der scliinalen Falte, «elclie den Scheitel liiuten begrenzt, also liinter den beiden Kämmen von starken Borsten, welclie aus dem Scheitel liervorragen, ilire Lage hat, glatt ist, indcss bei A. auricoma der Rand dieser Falte in eine Reihe kleiner, dreieckiger Läppchen auslauft. Ferner ist der Körper nicht blos viel grösser, sondern auch im Verhältniss zu seiner Länge dicker als bei A. auricoma. Von den drei Exemplaren, die mir Professor Eschriclit schenkte, ist das eine 1 Zoll 5 Linien lang, und an dem vorderen Ende des Leibes 3^/2 Linien dick. Die Zahl der Leihesringel, dieForm des Schirms, die Zahl und Form der Kiemen, und auch der innere Bau verhalten sicli, wie bei der oben genannten Art. Das Gehäuse ist nur sehr wenig bogenförmig gekrümmt, läuft nach dem liinteren Ende nicht so stark verjüngt aus, wie bei A. auricoma, ist viel fesler als bei dieser Art, und besteht aus kleinen Quarzkörnern, von denen die meisten die Farbe eines dunklen Bernsteins haben, einige aber weiss, noch andere schwarz sind. *) Von Würmern des süssen und salzigen Wassers. S. ISS -193. ♦*) Transactions of tili; Liiinean sociely. Vol. XII. Parj. 342. Tab. 12. Fig. 1. Beiträge zur Fauna Norwegens. Würmer. 22 1 scn und schräge etwas nach hinten zurückliegenden Scheitels uingiebt, so dass dieser ringsum von einem Saume eingefasst ist. Die Tenta- keln aber stehen nicht, wie bei den Amphitriten, unter dem erwähn- ten Schirme zu beiden Seiten des Mundes, sondern dicht über dem- selben am Scheitel. Dieselben setzen zwei von einander getrennte Bündel zusammen, und haben eine sehr ungleiche Länge: die der Mittellinie des Scheitels am nächsten stehenden haben ungefähr die halbe Länge des Körpers, und sind überhaupt die grössten, die äus- sersten dagegen die kleinsten. Jedes Bündel besteht aus 18 bis 20 dergleichen Gebilden. Die zart gebauten und in drei Paaren vorkom- menden Kiemen sind an den drei Leibesringeln befestigt, welche zu- nächst auf den Kopf folgen , und lassen sich hinsichtlich ihrer form am besten mit Hirschgeweihen vergleichen, sind aber noch mehr ver- ästelt, als das Geweihe eines recht alten Hirsches, auch ist mitunter der Stamm von der einen oder anderen so unbedeutend , dass es scheint, als käme an einem Ringel mehr, als nur ein Paar vor. Der Ringel zählte ich an grösseren Fxemplaren gegen 70: doch sind die hinter- sten so schmal und so wenig von einander abgegrenzt, dass sie sich entweder nur schwer, oder auch gar nicht von einander unterschei- den lassen; die übrigen aber lassen sich nicht blos an der Bauchseite, sondern auch an der Rückenseite des Körpers deutlich unterscheiden, denn auch diese Seite ist gehörig gegUedert, also nicht, wie Müller, vermuthlich getäuscht durch Weingeist - Exemplare, angiebt, ganz glatt. Tiefer freilich sind die l'urchen an der Bauchseite, die viel dik- kcr, als die Rückenseite der Leibes wand ist, und zwischen ihnen springen die Ringel an jeuer stärker hervor, als an dieser. Beson- ders aber springt der dickere Thcil der Ringel an seinen Enden vor, und diese Hervorragungen, die in der vorderen Hälfte des Leibes rechts und links, ungefähr gleich weit von der Mittellinie des Rückens und Bauches entfernt liegen, je weiter nach hinten aber, desto mehr •222 H. Ratiiki;, nach unten rücken, bilden flache, kleine Warzen oder Fussslummel. Siebenzehn Paare von ihnen zeichnen sich vor den übrigen durch eine etwas bedeutendere Grösse aus, tragen Borstenbündcl, und gehören eben so vielen unmittelbar auf einander folgenden Ringeln an. Das vorderste Paar von Borstenbündeln gehört dem dritten Leibesringel an, und steht dicht unter dem hintersten Kiemenpaare. Jedes Bün- del besteht aus einer nur massig grossen Zahl von Borsten, und diese sind gelb gefärbt, metallisch glänzend, nicht gar lang und dick, ganz einfach gebaut, sehr spitz auslaufend, und gegen ihr Ende schwach gekrünnnt. Noch wäre zu erwähnen, dass ein jeder Ringel, mit Aus- nahme der hintersten, au der Rückenseite, wie an der Bauchseite, durch eine seichte Furche in eine vordere und hintere Hälfte gctheilt erscheint. — Die Röhren, in denen das Thier lebt, habe ich nicht zu sehen bekonunen. Meine grösslen Exemplare hatten eine Länge von etwas über 2 Zoll. Gefunden bei Molde und Christiansund, doch nur selten: Müller's Exemplare waren aus Island. 99. SABELLA OCTOCIRUATA Sars. Ausführlich beschrieben von Sars in seinem Werke: Beskrivel- ser og lotfUagelser over nogle merkelige eller nye Dgv. Bergen 18öö. Ein Paar Exemplare davun fand ich bei Molde. Wie schon Edwards in einer Note zu der neuen Ausgabe von Lamarck's System des animnux sans vertehres bemerkt hat, muss dieser Wurm von den schon früher bekannten Sabellen getrennt und als Typus einer neuen Gattung betrachtet werden. Der Körperbau ist ein ganz anderer, als bei den eigentlichen Sabellen. Einigermaas- sen nähert er sich dem Baue von Cirrutulus an, wenigstens hat er mit demselben mehr Aehnlichkeit, als mit dem der Sabellen. Meiner Mei- nung nach muss der in Piede stehende Wurm zu den Chätopoden ge- Beib'äge zur Fauna Norwegens. Würmer. 223 rechnet werden und auf Cirratulus folgen. Der vorderste Leibesrin- gel, der einen massig langen und abgestumpften Kegel darstellt, hat an der unteren Seite eine weite, längliche MundÖffimng, und an der oberen sechs ziemlich lange Girren von verschiedener Dicke. Der zweite trägt an seiner oberen Seite zwei dergleichen Girren. Von dem dritten scheint mir aber dasselbe angegeben werden zu können, we- nigstens fand ich bei dem einen Exemplar einen Ueberrest a on einem GiiTUs, Mit Ausnahme des vordersten und der zwei hintersten Rin- gel, besitzt ein jeder an jedweder Seite ein Paar Bündel von ziemlich langen, ganz einfachen, sehr zarten und überhaupt seidenartigen Bor- sten, von denen das eine in einiger Entfernung über dem anderen steht, aber keine eigentlichen Eussstummeln. — Edwards hat für diese Gattung von Würmern den Namen Sahellides vorgeschlagen. 100. SABELLA VOLUTACORNIS? (Tab. XII. Flg. 1-4.) (Ampiiituite Volutacorms Montagu?)*) Das grösste von meinen Exemplaren hat eine Länge von 4 Zoll, und lässt gegen 80 Leibesringel unterscheiden. Fünfundzwanzig ein- fach gefiederte Kiemen setzen je einen von den beiden, und an Grösse einander gleichen, Büscheln zusammen. Sowohl der Schaft, als auch die ziemlich langen Seitenblättchen einer jeden Kieme haben sich in einer horizontalen Ebene spiralförmig mehr oder weniger aufgerollt. Der Halskragen ist nach aussen umgebogen und an der Bauchseite des Wurmes tief eingeschnitten. Der Körper ist kaum merklich ab- geplattet. Jeder Ringel, mit Ausnahme des vordersten, welcher den Halskragen trägt, und den allerhintersten kleinsten, ist durch eine massig liefe Ringfurche in z\vei gleiche Hälften getheilt. Der Wech- sel der Borsten findet am neunten Leibesringel statt, und von diesem Körpertheile zieht sich ain Rücken, bis an das Ende des Leibes, eine *) Transact. of t/ie Linnean socieli/. Tom. VII. •224 H. Ratiike, schwache Längsfurche hin. An dem vordersten Ringel koniint jeder- seits nur ein einziges, an allen folgenden Ringeln aber ein oberes und ein unteres Borslenbündel vor. In dem Bündel des ersten, und den unteren Bündeln der sieben folgenden Piingel, fmdet man zweierlei Borsten, nämlich stärkere, die mit einer kleinen und abgerundeten, schaufeiförmigen Platte endigen (Fig. 1), und nocli einige etwas dün- nere und etwas längere, die in eine lange, dünne Spitze auslaufen, in einiger Entfernung von dieser aber, an einer kleinen Strecke, einen schmalen und dünnen Saum haben (Fig, 2). Die Borsten der oberen Bündel jener Ringel stehen in einer einfachen, senkrecht verlaufenden Reihe, ragen aus einem schmalen Hautwulste nur wenig hervor, sind ziemlich dick und lang, und endigen nnt einer umgebogenen schna- belförmigen Spitze (Fig. 3). An den folgenden Ringeln entsprechen diesen letzteren Borsten einfache Reihen kleiner, nur einmal, aber recht stark gekrümmter Haken, die nnt zwei an Grösse sehr unglei- chen Spitzen endigen, von denen die kleinere nach aussen von der grösseren hegt (Fig. 4). lieber diesen Hakenreihen stehen Bündel von eigentlichen Borsten, die den spitz auslaufenden Borsten der unteren Bündel der acht vorderen Ringel ähnlich sind. — Gegen das Ende verschmächtigt sich der Leib sehr stark und läuft in eine stumpfe Spitze aus. Farbe weiss mit vielen zinnoberrolhen Puncten. Fundort: Mol de. Ob das so eben beschriebene Thier mit Montagu's Amphitrite volutacornis einerlei ist, lässt sich für jetzt noch nicht mit Sicherheit entscheiden. Erst eine abermalige Untersuchung dieses bei Schott- land gefundenen Wurmes, bei welcher besonders auf den Wechsel der Borsten, wie auch auf die Form derselben und die Form der Ha- ken Rücksicht zu nehuien sein würde, wird darüber näheren Auf- schluss geben können. Zweifelhaft hat mich der Umstand gemacht, dass in der von Monlagu gegebenen Abbildung der Körper nicht Beitrüge zur Fauna Norwegens. Würmer. 225 blos verhältnissmässig noch einmal so dick erscheint, als ich ihn bei mehreren Exemplaren meines Wurmes gesehen habe, selbst wenn sich dieser sehr verkürzt hatte, sondern auch zum grösseren Theile kirschbraun, also ganz anders gefärbt ist. 101. SABELLA PENICILLüS Cuvier. (Tab.XII. Fig. 5-7.) (Tlbularia penicillus Müller.) Von diesem Wurme, der im dritten Theile der Zoologia Danica beschrieben und abgebildet ist, fand ich einige wenige Exemplare im Namsen-Fiorde, konnte aber keines davon unbeschädigt aus sei- ner Röhre herausziehen. Dieserhalb bin ich auch nicht im Stande, angeben zu können, an welchem Ringel der Wechsel der Borstenbün- del vorkommt, den Müller gar nicht beachtet hat. Nur das kann ich darüber anführen, dass ein solcher Wechsel in der That vorkommt, und recht weit vom Kopfende entfernt liegt. Am Rücken beginnt, in geraumer Entfernung vom Kopfende, eine Längsfurche, die aber nur äusserst schwach ist. Eine Ringfurche ist nur an den mittleren Rin- geln, und an diesen auch nur sehr schwach vorhanden. An allen Ringeln kommt jederseits ein Bündel von spitz auslaufenden Borsten vor, die an ihrem aus der Haut hervorragenden Theile an einer Seite einen massig breiten Saum haben, der aber nicht bis zu der Spitze hinreicht, und in seiner Mitte am breitesten ist (Fig. 7). Ausserdem befindet sich an den Ringeln jederseits eine Reihe von kleinen einfa- chen Haken , die wie ein Entenhals etwas gebogen sind (Fig. 6). In der vorderen kleinsten Hälfte des Körpers liegen diese Haken über, in der hinteren unter den Borstenbündeln. 102. SERRULA LIBERA Sars. Beschrieben von diesem Gelehrten in dem schon angeführten Werke. Einige Exemplare fand ich im Namsen-Fiorde. Vol. XX. p. I. 29 226 H. Rathke, CLYMENEIS nov. gen. (Tab. IX. Fig-. 10-14.) Am nächsten verwandt ist diese Gattung mit Sahellu und Chj- mene (Savigny's), oder hält viehnehr das Mittel zwischen beiden, unterscheidet sich aber von der ersteren besonders durch den Mangel von Kiemen am Kopfe, und von der letzteren hauptsächUch dadurch, dass der Leib hinten schmal und dünne ausläuft, also keinen trichter- förmigen Anhang hat, in dessen Mitte sich der After befände. Der Körper der einzigen Art, die ich gefunden habe, ist im Vcr- hältniss zu seiner Länge ziemlich dick, von der oberen und unteren Seite ein wenig zusammengedrückt, doch an beiden stark gewölbt; in seiner vordem Hälfte allenthalben ziemlich gleich breit und dick, in der hinteren gegen das Ende anfangs nur massig, zuletzt aber stär- ker und in der Art verjüngt, dass der Körper, wie ein Keil, mit einer schmalen Scheide endigt. — Das vordere Körperende ist abgestutzt, und besitzt in seiner Mitte eine kurze und massig dicke, kegelförmige Röhre, die in einen kleinen häutigen Trichter übergeht, der eine runde MundöfFnung umgiebt. Die obere, also die der Rückenseite entspre- chende Hälfte des Trichters ist etwas breiter und länger, als die untere (Fig. 10, 12 und 14, «); diese dagegen ist etwas dicker, doch eigent- lich nicht wulstförmig angeschwollen, wie es bei Clymene der Fall sein soll, und dem Anscheine nach an ihrem Rande mit einigen \veni- gen, äusserst zarten Girren besetzt, oder gleichsam gefranzt. Der vor- dere Rand des ersten Ringels oder Segmentes bildet rechts und links von dem Trichter einen massig dicken Wulst (Fig. 14, b), der gegen seine Enden immer dünner wird, und an seinem oberen Ende in einen kleinen blattförmigen Fortsatz von dreieckiger Form übergeht, der den Trichter von oben her zum Tlieil bedeckt, doch nicht über diesen hinausragt (Fig. 10 und 12, b). Ferner geht von dem ersten Leibesringel jederseits eine ziemlich breite, aber nur massig dicke Hautfalte nach vorne hin, deren Enden, wie der hintere Rand, mit Beitrüge zur Fauna Norivegens. fVürmer. 227 dem gedachten Ringel verwachsen shid, so dass die Falte mit dem übrigen Theile des Ringels eine nach vorne offene Tasche bildet (Fig. 10, 12 u. 14, c). An der Bauchseite liegen die Enden beider Taschen etwas von einander entfernt, an der Rückenseite aber stossen sie dicht zusammen. Auch setzt sich an der letzteren Seite eine jede nach vorne in einen kleinen dreieckigen Vorsprung fort (Fig. 10, d). An den übrigen Leibesringeln kommen statt jener breiten Falten zwei senk- recht herablaufende Wülste vor, die auf Querdurchschnitten dreieckig, und in der Mitte am dicksten sind, gegen die Enden aber immer dün- ner werden. In der nach aussen gekehrten oder freien Kante wur- zelt eine Menge in einer einfachen Reihe dicht gedrängt beisammen stehender Häkchen, die äusserst zart sind, aus einer gelblichen Horn- substanz bestehen, und die Form eines Schwanenhalses haben (Fig. 13). Ueberdiess kommen an jedem Leibesringel, die allerletzten ausgenom- men, zwei auf beide Seitenhälften vertheilte kleine Borstenbündel vor. Sie stehen an dem einen Ende der oben erwähnten Seitenwülste, in einer kleinen warzenförmigen Hervorragung, und die einzelnen gelb- lichen, an Länge aber sehr verschiedenen Borsten sind steif und zum gi'Össten Theile ziemlich dick, gegen ihr Ende aber abgeplattet und über- haupt so beschaffen, dass ihr äussersterTheil der Klinge eines gewöhnü- chen Staarmessers sehr ähnlich sein würde, wenn er nicht am Rücken bogenförmig etwas gekrümmt wäre (Fig. 11). In der hinteren Körper- hälfte haben die beschriebenen Wülste eine nur geringe Grösse, und sind um so kleiner, je weiter sie nach hinten hegen; in der vorderen aber sind sie beträchtlich gross. In der letzteren oder vorderen klei- neren Körperhälfte hegen die Seitenwülste der Ringel oberhalb ihrer Borstenbündel, in der hinteren Hälfte dagegen, in der sie kleiner sind, unterhalb ihrer Borstenbündel. Es kommt also in dieser Gattung ein eben solcher Wechsel der Borstenbündel vor, wie bei Sahella. Der After ist eine einfache Querspalte, am hinteren Ende des Leibes. 228 H. Rathke, Kiemen, Augen und Tentakeln fehlen. — Es bauen sich diese Thiere mit Hülfe eines Schleimes, den sie ausscheiden, aus dem Schlamme des Meeres eine ziemUch feste, und an beiden Enden offene Röhre, an der nur zufällig andere im Meere vorkommende Körperchen haften. Jiiagnosis. Corpus suhdepressum, xitroqiie latere toris triquetris transver- sis, anterioribus niulto muiorihus. Extrema pars anterior rettisa, utrimf/ue plicis diiahus, altera exteriore latiore, altera interiore cras- siore. Os in siphonis hrevis conoidei acumine, menibrana infundi- bulum adumbrunte cinctum. Extrema pars posterior attenuata, cii- neata. Apertura ani terminalis, transversa, bilabiata. Branchiae, ocidi, tentacula nulla. — Tubiilus utraque extremitate pervius, e linio confectus. 103. CLYMEINEIS STIG3I0SA. Das grösste von meinen Exemplaren hat eine Länge von 1 Zoll 2 Linien, und seine grösste Breite beträgt etwas über 1 % Linie. Rin- gel unterscheide ich an ihm 62, doch sind die allerhintcrsten nur sehr klein, und fliessen ganz ineinander, indess die übrigen durch massig tiefe Ringfurchen deutlich von einander geschieden sind. Dagegen konnnen bei einem anderen Exemplare, das beinahe eben so dick als jenes, aber nur 9 Linien lang ist, nur 43 Ringel vor. — Von Kiemen ist am Kopfe keine Spur. Die acht vordersten Ringel, von denen der erste als der Kopf betrachtet werden könnte, sind die grössten von allen, und ihre Querwülste, die ebenfalls eine ziemlich beträchtliche Grösse haben. Hegen über dem Borstenbündel. An den übrigen Rin- geln aber liegen die Querwülste unter den Borstenbündcln, haben eine viel geringere Grösse als jene vorderen, und zeigen sich um so klei- ner, je näher sie dem hinteren Ende des Leibes hegen. — An allen Ringeln, die allerhintersten oder kleinsten ausgenommen, ist auf der Beiträge zur Fauna Norwegens. Würmer. 229 Rückenseite der mittlere Theil durch zwei schwache Längsfurchen von den Seitentheilen geschieden , und bildet an jedem dieser Ringel gleichsam ein vierseitiges Schild. An den neun vorderen Ringeln ist dasselbe ungelheilt, an den übrigen aber durch eine sehr seichte und schmale Längsfurche, die über alle diese Ringel in der Mittellinie des Rückens ihren Verlauf macht, in zwei gleiche Seitenhälften getheilt. — Der After, der, wie schon erwähnt, als eine Querspalte an dem hinteren zugeschärften Ende des Leibes erscheint, ist ziemlich gross, geht über die ganze Breite dieses Endes, und liegt zwischen zwei, ein- ander in der Form gleichen, scharfrandigen Lippen, von denen die obere etwas dicker, als die untere ist. Kiemen, die bei Cltjmene in der Gegend des Afters vorkommen sollen, habe ich bei meinem Wurme weder äusserlich am Ai'ter, noch in der Nähe desselben, im Darme aullinden können. Er besitzt also nirgend Kiemen. Die Oberfläche der Haut ist glatt und die Epidermis weich, wie bei einer Molluske, weshalb sie auch nicht irisirt. Der Rüssel mit seinem Trichter, die Seitenfalten des Kopfes, und die Endspitze des Leibes sind weisslich. Im Uebrigen ist die Bauchseite schwach röthlich-gelb, die Rücken- seite bei einigen Exemplaren fuchsfarben, bei anderen biesterbraun; die Farben beider Seiten gehen aber allmälig ineinander über. Ueber- diess kommt eine Menge sehr kleiner und rundlicher, viel dunklerer Flecken vor, deren Farbe sich nach der Grundfarbe des Rückens richtet, und die im Allgemeinen so aussehen, als sei die Haut mit der Spitze einer "Itihenden Nadel verbrannt worden. Von diesem Aussehen habe ich denn auch den Beinamen für die eingefangene Species gewählt. Zwei von den gedachten Flecken kommen an den einander zugekehr- ten oberen Enden der beiden Seitenfalten des Kopfes vor, und liegen nahe bei einander; die übrigen befinden sich zu beiden Seiten des Körpers, je zwei auf einem Ringel, neben den Wärzchen, aus welchen die Borstenbündel hervorragen, und setzen zwei auf beide Seitenhälften 230 H. Rathre, vertheilte einfache Längsreihon zusammen. — Fundort: Christian - sund und Molde. 104. LUMBllICüS LINEATUS xMiiUeii? (Tab. XII. Fig. 8.) Bei Molde fand ich in dem Schlamme des Meeres mehrere Exemplare einer Art von Lumbricus, die höchstens 16 Linien lang waren, und deren Körper, im Verhältniss zu ihrer Länge, eine nur geringe Dicke hatte. Nach heiden Enden waren sie nur wenig ver- schmächtigt, doch etwas mehr nach dem hinteren, als nach dem vorde- ren. Die Farbe der Haut war ein schwaches Rosenroth, und am Rücken, wie am Bauche, schimmerte ein intensivrothes Gefäss klar hindurch. Die MvmdöfFnung ist unregehnässig dreieckig, die Unterlippe nur ein kurzer, doch dicker Querwulst; die OberUppe (oder Stirne?) ziemlich weit über die Mundöffnung vorspringend, gerade, ziemUch dick, und an ihrem Ende abgerundet. Ein Gürtel (clitelliim) ist nicht bemerk- bar. Der völlig drehrunde Körper ist deutlich gegliedert, und besteht aus ungefähr 80 Ringeln, die im Allgemeinen eben so lang, als breit sind. An den einzelnen Ringeln kommen jederseits einige wenige kurze, steife, und im Verhältniss zu ihrer Länge ziemlich dicke Bor- sten vor, die gegen ihr freies Ende bogenförmig ein wenig nach hin- ten gekrümmt sind, und vor demselben an der concaven Seite einen sehr kurzen und dünnen Zahn besitzen (Fig. 8). An den vorderen Ringeln stehen jederseits vier dergleichen Borsten in einer senkrecht gestellten Reihe; weiter nach hinten vermindert sich ihre Zahl bis auf zwei, und an den hintersten Ringeln scheinen sie ganz zu fehlen. Ueberdiess zeigt die Haut der vorderen Ringel jederseits eine schmale, senkrecht gestellte und massig lange Falte, aus der die Borsten hervor- ragen, weiter nach hinten aber fehlen dergleichen. Vielleicht ist die- ser Wurm identisch mit Müller's Lumbricus lineatus, der nach ihm in der Ostsee (bei Kopenhagen?) häufig verkommen soll. Beiträge zur Fauna Norwegens. Würmer. 231 105. BORLASIA STRIATA n. sp. ;! B. oculis 16 (auf 18? j; corpore gracili, suhdepresso^ striis lon- gitudlnalihus nigrescentihus et suhflavis alternantihiis . *) Eine ausführliche anatomische Beschreibung dieses Wurmes habe ich in den neuesten Schriften der naturforschenden Gesellschaft zu Danzig gegeben. Grossere Exemplare haben im zusammengezogenen Zustande die Dicke eines Rabenfederkieles, und eine Länge von beinahe einem Fusse, im ausgedehnten Zustande aber ungefähr eine viermal grössere Länge. Der Körper ist beinahe drehrund, nämlich an seiner oberen und unteren Seite nur massig abgeplattet, vorne stumpf abgerundet, in massiger Entfernung von seinem vorderen Ende am breitesten und dicksten, und nach hinten nur sehr allmälig verjüngt. Aus eini- ger Entfernung angesehen, scheint er ganz schwarz zu sein; näher aber betrachtet, bietet er hellere und dunklere Streifen dar, die ohne Unterbrechung von dem vorderen bis zu dem hinteren Ende des Kör- pers verlaufen, und nach hinten in ihrem Verlaufe allmälig schmäler werden. Die dunkleren Streifen haben eine viel grössere Breite als die helleren, und sind je nach den verschiedenen Individuen entweder rein schwarz, oder russschwarz, oder schwarzbraun, oder auch schwarz- grün. Die helleren Streifen dagegen sind weiss, mit einer mehr oder weniger grossen Beimischung von Ockergelb. Im Ganzen kommen 12 solche hellere Streifen vor, und einer von ihnen macht die Mittel- linie der Rückenseite, ein zweiter aber die Mittellinie der Bauchseite des Thieres aus. Doch haben nicht alle dieser letzteren Streifen eine gleiche Breite und Helligkeit. Am wenigsten ausgeprägt sind die der Bauchseite, zumal nach hinten hin, wo sie immer undeutlicher wer- den; ja, bei einigen Exemplaren sind sie überhaupt an der Bauchseite *) Verscliie(lei\e andere Arte« von Borlasia und Nemertes liat Johnston beschrieben in Jardines Maya-in of Zoolotjy and Bolany. Vol. 2. p. 529-538. 232 H. Ratiike, kaum merklich, und bei noch anderen fehlen sie sogar gänzlich. Ain heilsten dagegen ist der Streifen in der Mitte der Rückenseite, und der zweite jederseits nach aussen von ihm gelegene. Wo dieser letztere sich vorne endigen will, sieht man an dem vordersten Theile des Kör- pers, den man den Kopf nennen darf, eine massig lange Längsfurche, die gleichfalls noch weisslich gefärbt ist. Eben so gefärbt ist überdies das vordere Ende des Kopfes oder die Schnauze. An dem vorderen Ende des Körpers oder der Schnauze befindet sich bei der in Untersuchung stehenden, und auch bei anderen Arten von Borlasia, enie kleine, rundUche Oeffnung, die aber nicht, wie Johnston angiebt, der Mund ist, sondern eine andere Bedeutung hat, wie ich weiterhin noch näher angeben werde. Der Mund liegt eine geraume Strecke davon entfernt an der Bauchseite, und ist eine ver- hältnissmässig recht grosse Längsspalte, die von dem Thiere unter Umständen willkührlich in eine ellipsoidische oder beinahe rundliche Oeffnung umgewandelt werden kann. Umgeben ist diese Spalte von einer schw achen Aufwulstung der Hautbedeckung, aber Aveder ausser- lieh noch innerlich jjewaflfnet. — Ausser den beiden erwähnten Oeff- nungen kommt am Kopfe, und zwar an demjenigen Theile desselben, der zwischen ihnen liegt, rechts und Unks auf der Grenze zwischen der Bauchseite und Rückenseite eine kahnförmige Längsfurche vor, die noch etwas länger als die MundöfFnung ist, und eine massig grosse Tiefe hat. Sic kann willkührlich etwas erweitert und verengt, und dadurch abwechselnd flacher und tiefer gemacht werden. In ihr hat die Hautbedeckung eine etwas geringere Dicke, als in der Nachbar- schaft, und ist weisslich gefärbt; zu ihr al)er hin geht von dem Ge- hirne ein starkes Bündel von Nervenfasern. Ich möchte deshalb glau- ben, dass die gedachten Furchen ein Paar Sinneswerkzeuge andeu- ten, namentUch der Sitz eines schärferen Gefühles sind, als es die ganze übrige Oberfläche des Körpers gewähren kann. Saugwerkzeuge Beiträge zur Fauna Norwegeiis. Würmer. 233 sind sie wohl auf keinen Fall, denn einestheils sind sie zu flach für solche, und anderntheils habe ich niemals die in Untersuchung ste- hende, oder eine andere Art von Borlasia sich mit dem Kopfe irgend wo ansaugen gesehen. Ueber und vor einer jeden von diesen Fur- chen, theils in dem vorderen Ende der neisslichen Linie, die durch sie hindurchläuft, theils vor derselben in dem ganz weiss gefärbten Vorderkopfe, kommen 8 bis 9 sehr kleine, nur als Puncte erschei- nende schwarze Augen vor. Sie stehen in einer ziemlich geraden, schräge von vorne, und innen nach hinten und etwas nach aussen ver- laufenden Reihe, so dass die zwei Reihen der beiden Seitenhälften des Kopfes nach hinten ein wenig divergiren: doch sind die drei vorde- ren einer jeden Reihe von den folgenden durch einen etwas grösseren Zwischenraum getrennt, als die Zwischenräume zwischen ihnen selbst, und auch zwischen diesen übrigen betragen. — Aus der kleinen rund- lichen Oelfnung, die sich vor dem Munde, gerade am vorderen Ende des Kopfes befindet, kann ein dünner, cjlindrischer, weisser Rüssel hervorgestreckt werden. Es ist dies ein besonderer Canal, der über dem vorderen Theile des Darmcanales liegt, zum Theil wie ein Hand- schuhfinger aus- und eingestülpt werden kann, verhältnissmässig recht dicke muskulöse Wände besitzt, und auf seiner Schleimhaut unzäh- lige, dicht gedrängt stehende, sehr kleine und weiche kegelförmige Papillen besitzt. Meiner Meinung nach dient dieses Organ zum Ta- sten. — Der After, eine kleine rundliche Oeffnung, befindet sich am hinteren Ende des Körpers. Die Hautbedeckung ist im Allgemeinen ziemlich dick, und lässt, wenn sich der Wurm seiner Länge nach zusammengezogen hat, eine unzählbare, weit über 100 hinausgehende Menge von schwachen Ringlürcheu, also überhaupt eine Gliederung gewahr werden; hat sich der Körper aber ausgedehnt, so ist die Gliederung ganz unkennt- lich. Die Epidermis ist nur dünne und sehr weich, und lässt sich nicht Vol. XX. p. I. 30 234 H. Ratoke, in grösseren Stücken aljtrenuen. Von der Haut wird sehr viel Schleim abgesondert. Für die Erzeugung desselben sind wahrscheinlich be- sondere Drüsenbälge vorhanden. Fundort: Bei Molde und Christiansund ist dieser Wurm sehr häufig, und hält sich besonders da auf, wo viele Austern bei- sammen liegen, weshalb er mit diesen recht oft zusammen gefan- gen wird. 106. BORLASiA RÜFA n. sp. B. oculis sex j facie superiore convexa rufa, inferiore plana flavescente. Im massig contrahirten Zustande hat sie eine Länge von unge- fähr 2 Zoll, und ihre grösste Breite beträgt beinahe 2 Linien. Am breitesten ist sie in der Gegend, wo sich die Mundöflnung befindet, nach hinten verschmälert sich der Körper nur massig, und ist an sei- nem hinteren Ende abgerundet: das vordere Ende ist abgestutzt und ziemlich breit, die Pvückenseite stark gewölbt, die Bauchseite beinahe ganz platt, nämlich nur unbedeutend convex. Das Maul, das verhält- nissmässig weiter nach hinten liegt, als bei Borlasia striata, ist eine weite und überhaupt recht grosse Längsspalte. An der oberen Seite des Vorderkopfes (des über das Maul vorspringenden Theiles), befin- den sich sechs schwarze Punctaugen , die so gestellt sind , dass sie zu- sammen einen mit der Convexität nach vorne gekehrten Bugen be- schreiben, jederseits am Kopfe aber liegt eine massig lange Furche. Die Rückenseite ist einfarbig rothbraun, die Bauchseite gelblich-weiss, der vordere Rand des Kopfes, aus dem ein fadenförmiger Rüssel her- vorgestreckt werden kann, wie auch eine jede der erwähnten Fur- chen, rein weiss. — Fundort: Christiansund. 107. MECKELIA OLIVACEA n. sp.? Die Gattung Meckelia, die einige kiemenlose Anneliden in sich begreift, hat Leuckart in seiner Schrift: Breves animalium (/uortm- Beitrüge zur Fauna Noricegens. IVürmer. 235 dam niaxima ex parte marinoimm discriptiones (Heidelbergae 1828, pag.17} aufgestellt, und sie folgendermaassen charakterisirt : Corpore elongato, nudo, inermi, depresso, piano j capite indistincto ^ parte antica triangulariformi, foveola in utroffue margine instructa^ oris apertura infera ampla longitudinali, hilahiata. Es grenzt dieselbe zunächs an Borlasia, und unterscheidet sich von dieser, so weit sich nach dem äusseren Baue urtheilen lässt, hauptsächlich dadurch, dass der Körper, im Verhältniss zu seiner Länge, viel breiter und viel mehr abgeplattet ist, überhaupt aber in seinen Proportionen einige Aehn- lichkeit mit dem der Thiere aus der Gattung Ligula hat, — dass die obere und untere Seite des Körpers, wie gleichfalls bei eben diesen Thieren, rechts und links, beinahe unter einem spitzen Winkel zu- sammenkommen und fast einen scharfen Rand zusammensetzen, — und dass die Augen ganz fehlen. Wie bei Borlasia aber, so kommt auch bei Meckelia am Kopfe jederseits eine tiefe Längsfurche von massiger Länge vor (Leuckart's Foveola), ferner am vorderen Ende dessel- ben, oder doch in dessen Nähe, an der Bauchseite eine kleine rund- liche OefFnung für einen vorstreckbaren dünnen Rüssel, und in eini- ger Entfernung hinter dieser Oeflfnung ein sehr viel grösserer Mund. Eigentliche Lippen sind am Munde nicht vorhanden. Die einzige, und zwar bei Cette gefundene Species, die Leuk- kart gesehen hat, ist von ihm Meckelia somatotomus genannt wor- den, Aveil sie freiwillig an ihrer hinteren Hälfte nach und nach ein- zelne Theile oder Glieder des Köqjers abwarf, dadurch aber sich mehr und mehr zerstückelte und verstümmelte. Allein dieselbe Erscheinung habe ich auch bei zwei anderen Arten von Meckelia gesehen; wes- halb ich denn kein einziges Exemplar von ihnen vollständig erhalten konnte. Schon wenn ich sie aufasste, um sie aus dem Netze heraus- zunehmen, zerstückelten sie sich, indem ihr Körper an einer oder ei- nigen Stellen quer durchriss. Es scheint dies also eine Eigenthüm- 236 H. Rathke, lichkeit der ganzen Gattung zu sein, und es wird deshalb wohl der Name, den Leuckart der von ihm untersuchten Art (Meckelia corpore ligulaeformi, ohscure - cinereo, marginihiis albo-limhatis) beigelegt hat, nicht beibehalten werden können. Von der einen der beiden Arten, die ich an der Küste Norwe- gens fing, hatte die Haut zum grössten Theile eine einförmige Oliven- farbe, die zwar bei verschiedenen Exemplaren heller oder dunkler war, doch im Allgemeinen hell genannt werden konnte: die Seiten- ränder des Körpers aber, der dem Körper einer Lignfa zwar ähnlich gclbnnt, doch in der Mitle viel dicker war, zeigten sich in einer mas- sig grossen Breite weiss gefärbt, so dass demnach jene Olivenfarbe von zwei weissen Säumen eingelässt war. Gleichfalls waren die bei- den Längsfurchen des Kopfes, zu welchen jene Säume sich hin er- streckten, weiss gefärbt. Die Länge des grössten von mir gefunde- nen Exemplares betrug ungefähr 5 Zoll, die Breite desselben in eini- ger Entfernung von dem vorderen Ende des Körpers 4 Linien. We- gen dieser Aehnlichkeit in der Form, der Färinrng, und der Grösse zwischen dem von mir und dem von Leuckart gesehenen Thiere, dürfte es wohl noch die l'rage sein, ob beide nicht zu einer und der- selben Art gehören. — Eür eine künftige Beantwortung dieser Frage will ich daher noch über den von mir gefundenen Wurm angeben, dass die Längslürchen des Kopfes zwar nur schmal, doch beträchtlich tief sind, eine Gliederung des Körpers nur undeutlich zu erkennen ist, die Bauchseite fast platt, die Rückenseite schwach gewölbt ist, und die grösste Dicke in der Mittellinie des Körpers allenthalben ungefähr um das Dreifache von der Breite übertroffen wird. Eine zweite Avl, die ich gleichfalls bei Molde fand, zerstückelte sich noch mehr, als jene erstere. Ein Kopfende habe ich von ihr gar nicht zu sehen bekommen. Sie ist im Vcrhältniss zu ihrer Breite viel dicker als jene, luid auch dunkler gefärbt, besonders an der Bauch- Beiträge zur Fauna Nortvegens. Würmer. 237 Seite, wo kleine verwischste , bräunliche Flecken dicht bei einander stehen. Ein Mehreres bin ich ausser Stande über sie anzugeben. RAMPHOGORDIUS nov. gen. (Tab. XII. Fig. 16.) Dem Aeusseren nach haben die Thiere dieser neuen Gattung Aehnlichkeit mit Gordius und den langgestreckten Borlasien. Der Körper ist lang, sehr dünne, cylindrisch, nach hinten ganz allmälig verschniächtigt, und mit einer stumpfen, den After enthaltenden Spitze endigend, nach vorne aber nur wenig verschniächtigt. Das vordere stumpfe Ende des Körpers sendet zwei kleine, einen Schnabel dar- stellende Fortsätze aus, von denen der eine dicht über dem andern liegt. Der obere ist etwas breiter und dicker, wie auch ein wenig länger, als der untere; beide aber sind im Verhältniss zu ihrer Länge nur schmal, an den einander zugekehrten Seiten abgeplattet, an den abgekehrten convex, an der Spitze stumpf, stark nach unten umge- bogen, und von hautartiger Beschaffenheit. Zwischen ihnen befindet sich die Mundöffnug. Die ganze Oberfläche des Körpers sondert vie- len Schleim ab, und ist mit sehr dicht stehenden, zarten Ringfurchen versehen, so dass mithin der Körper ein geringeltes Aussehen hat. Die Epidermis ist weich und hängt mit den übrigen Schichten der Haut sehr fest zusammen. Kiemen, Fussstummel, Maxillen, beson- dere Sinneswerkzeuge und seitliche Gruben des Kopfes fehlen. Auch fehlt eine solche vor dem Munde gelegene OefFnung zum Durchlassen eines Rüssels, wie sie bei Borlasia und ßleckelia vorhanden ist. Von Geschlechtswerkzeugen habe ich bei einem Weingeistexemplare, das ich zergliederte, keine deutliche Spur erkennen können. Der Darm- canal, der bei diesem Exemplare allenthalben mit der Leibes wand im innigsten Zusammenhange zu stehen schien, ist ziemlich dickwandig, geht geradesweges durch den Leib hindurch, zeigt nirgend eine be- sondere Anschwellung, und ist in seinem vorderen Theile an seiner 238 II- Hatiike, ol)eren und unteren Seite der Ltinge nach rinnenförmig, etwas einge- buchtet, sonst aber an seiner inneren Fläche ganz glatt: weiterhin je- doch schlägt seine Schleimhaut mehrere Längsfalten, die einander ziemlich dicht anliegen. Das Bauchmark verhält sich wie bei Bor- lasia und Meckeliu, indem seine beiden Stränge weit aus einander liegen. Ueber die Form des Gehirns habe ich mir keine nähere Kennt- niss 'serschaffen können. 108. RAMPHOGORDILS LACTELS. Ich fand bei Molde ein vollständiges und ein zerstückeltes Exem- plar. Das erstere war im zusammengezogenen Zustande 8/2 Zoll lang und seine grösste Breite % Linien. Dass der schnabelförmige Fortsatz an dem dickeren Ende des Körpers in der That das vordere Körperende, nicht aber etwa ein Bruchende oder Fetzen eines zerris- senen Leibes war, glaube ich daraus schliessen zu dürfen, dass seine Ränder sich allenthalben, selbst nach angewandten starken VergrÖsse- rungen, glatt und eben zeigten. — Die Farbe dieses Thieres ist allent- halben ein reines jVIilch weiss. 109. TRISTOMA HAMATUM milii. (Tab. XII. Fig. 9-11.) Hiriido I/ippoglossi MiiWcr, Phylihie Ilippoglossi Oken, Er- topdella llippoglossi B 1 a i n v i 1 1 c. Tr. corpore ovato, postice latiori^ capite trianfjulari discreto; bothi'üs marginalibus subellipticis, oblif/uis; acetabulo basilari, linibo integro, subtus hainis quatuor armato. O. F. Müller hat von dieser Art im zweiten Theile deiZoolof/ia Danica eine kurze Beschreibung, und auf der 54sten Tafel vier Abbil- dungen gegeben, die im Ganzen naturgetreu sind. Nach ihm hat Nie- mand weiter neue Abbildungen davon geliefert, denn die beiden, welche v. Bär in diesen \ erhandlungen (Band XIII. Theil2) mitge- theilt hat, sind nur Copien der Müller'schen. Auch hat Niemand Beiträge zur Fauna Norwegens. Würmer. 239 weiter, so viel mir bekannt, das Thier nach eigener Anschauung be- schrieben, obgleich von Mehreren seiner gedacht worden ist. Daher konnte es denn geschehen, dass Die sing die Vermuthung aufstellte, es sei Hirudo Hippoglossi und sein Tristoma elongatum (ßär's Nitschia eletjans) wohl eine und dieselbe Art A^on WLirniern.*) Von diesem Thiere aber unterscheidet sich jenes, wie ich bei einer Verglei- chung beider ersehen habe, gar bedeutend, und es darf dasselbe als eine besondere Art von Tristoma angesehen werden. Das Folgende möge zu dieser Aeusserung die Belege abgeben. Der sehr platte Körper ist eiförmig, und geht an seinem schmä- leren Ende in den Kopf über. Die Seitenränder sind mitunter kaum merklich, zu einer anderen Zeit dagegen ziemlich stark in ihrer Mitte eingezogen, so jedoch, dass die Einbuchtung, im Vergleich zu ihrer Länge, jedenfalls nur seicht genannt werden darf. — Der Kopf ist im Verhältniss zum Ganzen nur klein, weit kleiner, als namentlich bei Tristoma elongatum , dreieckig, und an der einen, nach vorne ge- kehrten Ecke abgerundet. Die nur flachen Sauggruben, die, wie bei jenen, an der unteren Seite des Kopfes hart an den Seitenrändern des- selben liegen, divergircn zwar nach hinten, doch nicht so stark, wie bei jenen, sind im Verhältniss zu ihrer eigenen Länge etwas breiter, und in ihrer Mitte zwar ebenfalls, doch noch weniger als bei jenen, eingezogen. Wo der dreieckige Theil, der als Kopfsich darstellt, in den übrigen Theil des Thieres übergeht, ist zwischen beiden jederseits eine schwache Einbucht, und es ist der Anfang des letzteren Theiles beträchtlich breiter, als das Ende des ersteren. Die MundöfFnung be- findet sich nicht an jenem dreieckigen Theile, sondern in einiger Ent- fernung hinter ihm. Sie ist rundlich und wird von hinten her bei- *) Verliaiull. d. Leop. Carol. Akademie Bd. XVllI. S. 6. Unser College v. Bär, dem Diesing dieselbe Meinung zuschreibt, liat (am angef. Orte S. 676) nur geäussert; es könne wolU Hirudo Hippoglossi zu der Gattung Nitschia geliören. (240 II- HATnKE, nahe zur Hälfte von einer halbniondfönnigen, oder vielmehr beinahe herzförmigen Aufwulstung der Haut umgeben, die aus der Mitte ihres concaven oder vorderen Randes einen sehr kleinen, fast zungenför- mioen Fortsatz aussendet. Diesen l'ortsatz linde ich bei allen einjje- sammelten und in Weingeist aufbewahrten Exemplaren (denn im fri- schen Zustande habe ich das Thier nicht näher untersucht), bei kei- nem aber eine rüsselartige Ausstülpung. Die männliche Geschlechts- öffnung befindet sich in einiger Entfernung hinter dem Munde, doch etwas links hin. Noch weiter nach hinten, doch ebenfalls an der vor- deren Hälfte des Körpers, bemerkt man drei massig grosse, mehr oder wenicier ovale Auftreibunfren» der Bauchseite, die durch drei über dieser Seite liegende, blendend weiss gefärbte, und wahrscheinlich zu dem männlichen Geschlechtsapparate gehörige Organe hervorgebracht sind, und eine solche Lage haben, dass sich die eine in der Mittellinie des Körpers, die beiden anderen hinter jener, zu beiden Seiten der Mittellinie, befinden. — Das hintere Ende des Körpers zeigt einen wenig tiefen, aber ziemlich langen Ausschnitt. Dicht vor der Mitte des Ausschnittes ist der Saugnapf an der Bauchseite befestigt. Dieser hat eine ansehnliche Grösse und ist beinahe, doch nicht völlig, kreis- rund, denn hinten ist er ein wenig schmäler als vorne: auch lässt er an seinem hinteren Rande, in massig grosser Entfernung von seiner Mittellinie, und zwar zu beiden Seiten derselben, eine sehr kleine Bucht bemerken. An dem Rande des Saugnapfes zieht sich ein zar- ter Hautsaum hin, der vorne am breitesten ist, nach hinten aber sich allmälig verschmälert, und schon vor den beiden Buchten, deren ich so eben erwähnte, ganz verschwindet. Einschnitte kommen an dem Saume selbst nicht vor, wie namentlich bei Tristoma elongatum, \vohl aber sieht man an ihm, zumal an dem breiteren Theile dessel- ben, mit einander abwechselnd dünnere und etwas dickere Stellen, die strahlenförmig auslaufen. Auch der übrige oder grössere Theil Beiträge zur Fauna Norwegens. Würmer. 241 des Napfes hat nicht eine solclie beträchtliche Dicke und eine solche Steifigkeit, wie bei Tristoma elongatum. Ferner ist derselbe lange nicht so tief, wie bei dieser Art, sondern im Ganzen nur flach zu nen- nen. Am tiefsten aber ist er in seiner vorderen, kleineren Hälfte, nach hinten dagegen flacht er sich völlig ab. Ueberdiess bietet seine untere oder concave Fläche ein ganz anderes Aussehen dar, als bei Trist, elongatum. Weit vor dem Centrum dieser Fläche, gegenüber dem Anheftungspuncte des ganzen Napfes, welcher Punct weit aus- serhalb des Centrums des Napfes liegt, beginnen dicht neben einan- der zwei kleine Leisten und laufen von da aus nach hinten, indem sie mehr und mehr divergiren. Als Fortsetzungen dieser Leisten zei- gen sich zwei Doppelreihen kleiner, warzenförmiger Erhabenheiten, die divergirend zu den beiden Einschnitten am hinteren Rande des Napfes hinlaufen. Auf der Grenze aber, zwischen einer solchen Lei- ste und Reihe von Wärzchen, kommt ein kleiner harter, und aus Horn- gewebe bestehender Haken vor, der in der Form Aehnlichkeit mit einem Zahne der Natter hat, und mit seiner Spitze nach vorn gerich- tet ist. Noch zwei andere dergleichen, aber nur etwa halb so grosse Zähne, stehen dicht vor den beiden kleinen, schon erwähnten Buch- ten. In dem Räume zwischen den beiden Leisten und ihren Fort- setzungen, befinden sich viele, ohne besondere Regel hingestellte, kleine Erhöhungen. Eben dergleichen kleine warzenforaiige Erhöhungen kommen auch ausserhalb der Leisten und ihrer Fortsetzungen, in der hinteren grösseren Hälfte des Saugnapfes vor. Diese aber bilden, je nachdem das Thier grösser oder kleiner ist, 9 bis 11 Querreihen. Die erwähnten vier Haken hängen mit zwei harten, anscheinend knorpel- artigen und nur sehr dünnen Streifen zusammen, die in den oben erwähnten Leisten und deren Fortsetzungen eingeschlossen liegen. Mit Ausnahme der unteren l'läche des Saugnapfes ist die Ober- fläche des Thieres glatt. Die Haut ist weiss und halb durchsichtig, so Yol. XX. P. I. 31 232 H. Rathke, dass man bei dem lebenden Thiere die Eingeweide ziemlich deutlich durch sie hindurch schimmern sieht. — Die grössten Exemplare, die ich sah, waren mit dem Saugnapi" 9V2, ohne denselben, 8 Linien lang, und etwas hinter der Mitte des Körpers 5 Linien breit. Die klein- sten Exemplare hatten eine Länge von 3V2 Linien, zeigten al)er in der Form keine auffallende Abweichung von den grösseren. Aufenthalt: die Hautbedeckung von Pleuronectes Hippotjfossus. 110. OCTOBOTHRIUiM DIGITATLM n. sp. (Tab. XII. Fi"-. 12-15.) O. corpore ovato-lanceolato ^ ore transversa j acetabulis pedun- culatis. Die zu den Trematoden gehörige und der Gattung Polystonmm zunächst stehende Gattung Octobothrium, die Leuckart in dem schon früher erwähnten Werke aufgestellt hat, ist von ihm folgender- maassen charaktcrisirt worden: Trematoda corpore elonfjato, de- presso, piano j apeitura oris antica, infera, simplicij in utrof/ue partis corporis posficae latere acetahula suctoria quatuor. Als Ty- pus von ihr hat Leuckart ein Thier aufgeführt, das er an den Kie- men von Clupea Alosn fand, und das er Octobothrium lanceolatum genannt hat. Er beschreibt dasselbe wie folgt: Octoh. corpore antice attenuato, postice latiore, lanceolato ^ apertura oris longitudinali; acetabulis subpedunculatis j colore albido, in corporis marf/inibus ni- gricante. Die. Länge des Körpers soll 3 bis 4 Linien betragen. Eine andere Art aus dieser Gattung, die ich jetzt näher beschrei- ben will, habe ich an den Kiemen von Pleuronectes Hippoglossus gefunden. Die grössten Exemplare haben eine Länge von 1 Zoll, und ihre grösste Breite, die hinter der Mitte des Leibes hegt, beträgt 'IV2 Linien. Im Ganzen hat der platte und nur dünne Körper zwar eine ähnliche Form, wie bei der ersteren Art, insofern er nach vorne sich Beiträge zu?' Fauna Norwegens. Würmer. 243 sehr stark verschmälert, und mit einer abgestumpften Spitze endigt, nach hinten aber gegen die Haftorgane nur wenig schmäler wii^d; doch ist er gewöhnlich verhältnissmässig breiter (Fig. 12), seltener, dann nämlich, wenn er sich sehr ausgestreckt hat, eigentlich lanzettförmig (Fig. 15). üer hinterste Theil des Leibes, von dem die Haftorgane ausgehen, ist wieder etwas breiter, und an seinem Ende in der Mittellinie mit einem tiefen Einschnitte versehen, dadurch aber in zwei Seitenhälften ge- theilt. Von einer jeden solchen Seitenhälfte gehen vier massig lange, fingerförmige Fortsätze aus, deren jeder ein Haftorgan besitzt (Fig. 13), das zwar ähnlich, doch nicht ganz so beschaffen ist, wie bei dem von Nord mann beschriebenen Octohothrium Merlangi. *) Jeder Fort- satz nämlich besitzt an seinem abgestumpften Ende eine tiefe, und sowohl an ihrem massig scharfen Rande , als auch auf ihrer Fläche glatte Grube, deren Wandung sich so zusammenlegen kann, dass sie zwei Klappen bildet, die mit ihren Rändern einander ziemlich dicht anliegen. Die eine von diesen Klappen entspricht der Bauchseite, die andere, die ein wenig grösser ist, der Rückenseite des Thieres. In jeder aber liegt eine weingelbe, und, wie es scheint, aus Knorpelsub- stanz bestehende Platte, die an ihrer äusseren Fläche couvex, an der inneren concav (Fig. 14), an beiden aber mit Haut bekleidet ist. Ihr äusserer oder convexer Rand ist stark verdickt, ihr innerer oder fast gerader Rand massig dick , ihr mittlerer Theil dagegen , bis auf einen schmalen Streifen, nur sehr dimne. Dieser Streifen theilt die Platte in zwei ziemlich gleich grosse Hälften, geht von dem äusseren zum inneren Rande derselben hin, und springt mit einer scharfen Kante, sowohl an der äusseren, als inneren Fläche der Platte vor. Beide Platten grenzen mit ihrem inneren Rande dicht aneinander an. — Der Mund liegt an der Bauchseite, ganz nahe am vorderen Ende des Kör- pers, erscheint als eine nur kleine Grube, und ist unregelmässig rund- *) Mikrographische Beiträge zur Natargeechichte d. wirbellosen Thiere. Hft. 1. S. 78. - '244 H. Rathke, lieh, so nämlich, dass sein Querdurchmesser merklich grösser, als der gerade ist. Bei einer ziemlich grossen Anzahl von Exemplaren, die ich auf die Form des Mundes untersuchte, fand ich ohne Ausnahme die oben angegebene. — Das vordere Körperende, ein mittlerer, mas- sig breiter Streifen des Körpers, und die Haftorgane mit ihren Stielen, sind weisslich, die Seitentheile des Körpers aber aschgrau, doch bei einigen Exemplaren dunkler, bei anderen heller. — Die Eingeweide, namentlich verzweigte zarte Canäle in Menge, schimmern durch die an der Oberfläche glatte Haut recht stark hindurch. Der Darmcanal ist ähnlich beschaffen, wie ihn v. Nord mann bei Octohothrium Mer- langi gefunden hat, und zwischen den beiden Aesten desselben liegen die Geschlechtswerkzeuge. Aeussere Verhältnisse verhinderten mich, den Bau der Eingeweide an frischen Exemplaren genauer zu unter- suchen; es müsste aber leicht sein, sich davon an frischen Exempla- ren eine nähere Kenntniss verschaffen zu können. Zwei Sauggruben in der Nähe des Mundes, wie sie v. Nord mann bei Octobothrium lanceolatum und Octohothrium Scomhri gefunden hat, fehlen bei mei- ner Art, eben so auch zwei kleine bogenförmige Haken, wie sie bei Octohothrium Scomhri am hinleren Theile des Körpers vorkommen. PELTOGASTER nov. gen. An dem Hinterleibe zehnfüssiger Krebse habe ich zwei Arten von parasitischen Würmern gefunden, die meines Wissens bis jetzt noch nicht beschrieben sind. Der äussere und innere Bau dieser Thiere ist so eigenlhümlich, dass ich keine andere Gattung von bereits bekannten Würmern angeben kann, mit der sie eine nähere Verwandtschaft besäs- sen. Die Charakteristik der Gattung ktinnte folgendermaassen lauten: Corpus torosum., inarticulatum,. Alterum eins extremum in tu- hum brevem productum., ore umplo, orhiculari, inarmato terminatum. Procul ah ore acetabulum riyidum., cornetim, discoideuni. Beiträge zur Fauna Norwegens. Würmer. 245 Das Haftorgan steckt in der Hautbedeckung des Wohnthieres, und es sind diese Parasiten mittelst desselben in ihrem Wohnthiere gleichsam so eingewurzelt, dass sie sich gar nicht von der Stelle bewe- gen können. Ihre Nahrung beziehen sie nicht aus dem Thiere, auf dem sie festsitzen, sondern aus dem umgebenden Wasser. Nament- lich fand ich bei 2 Exemplaren der einen Art in dem weiten geräu- migen Magen mehrere Exemplare eines kleinen Amphipoden, den ich unter dem Namen Liriope pygmaea beschrieben habe. Obgleich dem- nach sich diese Würmer, hinsichtüch ihres Haftorganes, an die Tre- matoden anschliessen , so haben sie doch eine ganz andere Ernäh- rungsweise; auch ist ihr innerer Bau, den ich in dem anatomischen Theile meiner Reisebemerkungen (Schriften der naturforschenden Gesellschaft zu Danzig) ausführlich beschrieben habe, ein ganz ande- rer, als man ihn bis dahin bei Trematoden gefunden hat. Ich glaube daher auch, dass man den Peltogaster nicht wird zu dieser Gruppe von Würmern hinzurechnen dürfen. 111. PELTOGASTER PAGURI. (Tab. Xll. Fig. 17.) P. corpore ohlongo, tereti, ad alterutrum latus incurvatoj ace- tabulo hl medio venire. Man findet ihn auf dem Hinterleibe von Pagurus Bernhardus, doch verhältnissmässig nur selten, und zwar entweder einzeln, was der gewöhnlichere Fall ist, oder zwei beisammen. Er erreicht eine Länge von 6 Linien, bei einer Breite von 2% Linien, wird also, im Verhältniss zu dem Krebse, auf dem er sich angesiedelt hat, beträcht- lich gross, und bildet ein massig langgestrecktes und immer bogenför- mig etwas zusammengekrümmtes Oval. Einige Exemplare sind nach der rechten, andere nach der linken Seite gekrünnnt. Das dickere Ende des Körpers geht in eine kurze und weite Röhre über. Diese ist ziemlich dickwandig, an ihrer Mündung, die den Mund des Thie- 246 .»^umV'U .wvsjvH. Rathre, res ausmacht, und sich langsam erweitern und verengern kann, ge- wöhnlich nach aussen ein wenig umgebogen, und hier mit einem wel- lenförmig sehr flach ausgeschweiften und ziemlich dicken, doch nicht wulstig aufgetriebenen Rande versehen. Lippen aber und Girren konuncn bei ihm nicht vor. Auch fehlen ihm Augen und andere Sinneswerkzeuge. Die Epidermis ist allenthalben ziemlich dick, doch ganz farblos und durchsichtig, und lässt sich, wenn der Wurm einige Zeit in Wasser oder Weingeist gelegen hat, mit leichter Mühe von dem übrigen Theile der Hautbedeckung ablösen. Ungefähr in der Mitte der Länge des ovalen Körpers aber, und zwar an derjenigen Seite, welche als die Bauchseite angesehen werden darf, hat sich die Epidermis bedeutend stärker verdickt, und bildet hier beinahe für sich allein einen Napf, oder gleichsam ein kleines Schild von bern- steingelber oder auch von etwas bräunlicher Farbe. Es ist dieser Napf nur etwa zum vierten Theile so hoch und lange nicht so breit, als die beschriebene, den Mund enthaltende Röhre. Sein umgekrempter (umgebogener) Rand bildet einen ziemlich breiten und massig dicken Ring, der mehrere kurze, spitz auslaufende und strahlenförmig aus- gebreitete Lappen aussendet, und sammt diesen Lappen aus einem sehr festen Horngewebe besteht. Zur grösseren Befestigung des Na- pfes tlient ein massig breiter und an den Enden abgerundeter Strei- fen, oder eine Platte von Hornsubstanz, die gleichfalls als eine ver- dickte Stelle der Epidermis der Rauchwand betrachtet werden kann, beinahe halb so lang, als der ganze Wurm ist, und mit dem einen Ende nach vorne, mit dem andern nach hinten gekehrt liegt. Der dünnere Theil des Napfes ist mit dieser Platte verwachsen, so dass mithin dieselbe für die eigentliche Basis von jenem gelten kann. Mit dem Napfe, der übrigens nur eine Grube, mcht aber in seiner Tiefe auch eine wirkliche Oeffnimg enthält, ist der Wurm in der Leibes- wand des Pagurus festgewurzelt, indem in dieser selbst der Napf ein- Beiträge zur Fauna Norwegens. Würmer. 247 geschlossen und eingewachsen ist. Die Lagerung des Parasiten ist ohne Ausnahme von der Art, dass derselbe mit dem Munde nach dem Thorax seines Wohnthieres, also auch nach der Mündung desSchnek- kengehäuses hingekehrt ist, das sich dieses zur Behausung ausgesucht hat. — Die Röhre an dem dickeren Ende des Körpers ist immer weiss getarl)t; der übrige Theil des Körpers aber, mit Ausnahme jedoch des Napfes, hat nur bei jüngeren Individuen allenthalben eine weisse oder weisslichc Farbe, denn bei älteren bietet er eine Farbe dar, die als ein helles Kupferroth, mit einer schwachen Beimischung von Kar- min, erscheint; doch ist auch bei ihnen die Leibes wand selbst eigent- lich weisslich und halb durchsichtig, und jene rothe Farbe rührt nur von dem Fette der in grosser Menge vorkommenden Eier her, die allenthalben durch die Leibeswand hindurchschimmern. — Durch die weite Röhre, die den Mund enthält, und die vielleicht sich ihrer gan- zen Länge nach verengern und verschliessen kann, gelangt man in einen noch viel weiteren, ganz einfachen Schlauch, der bis an das Ende des Körpers reicht, hier blind geendigt ist, und gegen dieses Ende allmälig etwas enger wird, im Verhältniss aber zu dem ganzen Körper einen bedeutenden Umfang hat. Es ist derselbe das Verdauungs- organ, dient aber auch, wie bei den Actinien, zum Brüten der Eier. 112. PELTOGASTER CARCINI. (Tab.XII. Fijj. 18 u. 19.) P. corpore transversim elliptico, subdepresso ; acetabulo ort opposito . Schon in der Krimm fand ich vor mehreren Jahren an der un- teren Seite des Hinterleibes eines Carcinus Maenas eine Fleischmasse, die wie eine verhältnissmässig sehr grosse Geschwulst des Krebses aussah, üeber ihre wahre Natur aber konnte ich mir damals keine klare Ansicht verschaffen. Ein zweiter Fall der Art kam mir später in Norwegen vor, und zwar ebenfalls an einem Carcinus Maenas. 248 H. Rathke, Geleitet durch die Untersuchung des Peltogaster Paguri fand ich nun, dass diese zuweilen, doch nur sehr selten, an der weicheren unteren Seite des Hinterleibes von Carcmus Maenas sich zeigende geschwulst- artige Masse nichts anderes, als ein parasitisches Thier ist. Das zuletzt gefundene Exemplar hat eine Länge von 6, eine Breite von lOVz, und eine Dicke von 5 Linien, ist also viel breiter, als lang. Die beiden abgeplatteten Seiten sind massig stark convex, besonders die eine, die ich für den Rücken halte. Von diesen Seiten angese- hen, hat der Körper eine unregelmässig elliptische Form. Ein jeder von den beiden längeren Rändern ist in der Mitte ein wenig einge- buchtet. Aus der Bucht des einen Randes ragt eine sehr kurze, sich trichterförmig etwas erweiternde, massig dickwandige und ganz ein- fache Röhre hervor, die an ihrem Ende eine recht weite, den Mund des Thieres vorstellende Oeffnung hat, und nur aus Haut und Muskel- fasern besteht (Eig. 18 u. 19,«). Der diese OefTuung umgebende Rand kann sich erweitern und verengern, in welchem letzteren Falle er mehrere kleine Falten schlägt. Gegenüber dem Munde, in der Bucht des hinteren Körperrandes, findet sich mittelst einer ziemlich grossen Basis ein Napf befestigt, der etwas kleiner, als die Mundröhre ist, aus einem gelblichen Horngewebe besteht, und einen ganz glatten Rand, überhaupt aber in der Form eine Aehnlichkeit mit einem Gehäuse einer Patelle hat (Fig. 18, h). Napf und Mundröhre hegen nicht genau in der Mitte zwischen Rückenseite und Bauchseite, sondern mehr nach der letzteren hin; auch ist das Ende von beiden schräge abwärts (nach der Bauchseite) gekehrt. Die Epidermis ist ziemlich dick; die Farbe des ganzen Thieres gelb, nnt einem leichten Uebergange in Braun. — Der Parasit ist mittelst seines Napfes an der vorderen Hälfte des Hin- terleibes seines Wohnthieres befestigt, liegt zwischen der Brust und dem Hinterleibe desselben wie eingeklemmt, und hat sein Mundende Beitruge zur Fuiina Norwegens. IVürmer. 249 schräge nach vorne und unten gerichtet. — Eine Zergliederung habe ich nicht angestellt. Anhang. DORIS CANDIDA n. sp. (Tab. XII. Fig. 20 und 21.) Zum Schlüsse meiner Beschreibung norwegischer Thiere will ich noch eine Molluske aufführen, die im Allgemeinen den Bau einer Doris hat, sich aber von allen bekannten Arten dieser Gattung dadurch auszeichnet, dass der After und die Kiemen nicht an der hinteren, sondern an der vorderen Hälfte des Körpers liegen. Man könnte sie als den Typus einer Unterabtheilung der Gattung Doris ansehen, und dieser Abtheilung allenfalls den Namen Doridogone geben. Ich fand nur ein einziges Exemplar von ihr, und zwar bei Chri- stiansund. Die Länge desselben beträfet ein wenio[ über 5 Linien. Der Körper ist von den Seiten stark zusammengedrückt, und hat im Allgemeinen eine grössere Höhe als Breite. Am grössten ist die Höhe in der hinteren Hälfte, und fällt am Hintertheile so ab, dass dieser, von der Seite betrachtet, mit seinem Rande einen weitgespreitzten Bogen beschreibt. Nach vorne aber vermindert sich die Höhe des Körpers ganz allmälig. Der Fuss ist, im Verhältniss zu seiner Länge, nur mas- sig breit, und springt seitwärts etwas vor, so dass er rechts und links einen kleinen Wulst bildet. Die beiden GeschlechtsöfFuungen liegen auf der Spitze einer massig grossen Warze vor dem Mantel, an der rechten Seite des Leibes. Die beiden l^'ühlhörner sind ziemlich dick und stumpf abgerundet. Der After befindet sich am Rücken vor der Mitte des Körpers. Hinter ihm stehen keine Kiemen, auch nicht etwa derartige Blätter, wie bei Polycera. Vor ihm aber und zu den Sei- ten desselben sind fünf doppelt gefiederte, recht dicke, doch im Gan- zen nur massig grosse Kiemen angebracht. Die Zahl der Seitenblätt- Yol. XX. P. I. 32 250 II. Rathke, chen einer jeden Kieme ist nur geringe. — Am Mantel befinden sich massig grosse, doch nur wenig zahlreiche und weit von einander ent- fernte warzenförmige Hervorragungen. Diese sind schwach ocker- gelb gefärbt; der übrige Tbeil der Oberfläche des ganzen Thieres ist schneeweiss. Erklärung der Abbildungen. Tafel I. Fig. 1. Crossiirus vittaliis, stark vergrüssert und von der oberen Seite an- gesehen. Die EiertrauLen, die dieses Exemplar am Bauche trug, und die seit- wärts über den Leih etwas hervorragten, sind nicht ahgebildet worden. Fig. 2. Dasselbe Exemplar mit den beiden Eiertrauhen, von der Bauchseile. Fig. 3. Unteres Fiihlhorn desselben, noch stärker vergrössert. Fig. 4. Ein Gangbein desselben. Fig-. 5. Das vorderste oder Scheerenhein, von der inneren Seile ang-esehen. Fig. 6. Eine Kieme mit ihrem Deckel j der letztere ist zum Theil von der ersleren bedeckt. Fig. 7. Ein Kiemendeckel, für sich allein abgebildet; die den Rand dessel- ben umsjehenden Haare sind wei-selassen. Fig. 8. Lir'wpe pygmaeu, sehr stark vergrössert. Fig. 9. Zweites Bein derselben, noch stärker vergrössert. Fig. 10. Viertes Bein derselben. Fig. 11. Siebenies oder hinterstes Bein derselben. Fig. 12. Ein Afterbein eben desselben Amphipoden. Fig. 13. Ein ICmal vergrösserles Männchen des Phryxus Pagnri, von der oberen Seile angesehen. Die Beine sind unter dem Leihe völlig verborgen. Fig. 14. Das innere oder kleinere Fiihlhorn desselben. Fig. 115. Das äussere Fiihlhorn desselben, (die Grössenverhällnisse beider Fühlhörner sind mögliehst genau angedeutet). Fig. 16. Eine Larve von Phri/xus Hippolytes, sehr stark vergrössert. Fig. 17. Dieselbe Larve, von der Bauchseile angesehen. Beitrüge zur Fauna Norwegens. 251 Tafel II. Fig. 1. Ein Weibchen von Phryxus Hipjiolytes, das 8mal vergrössert dar- gestellt ist, von der Rückenseile angesehen, üeber den Kopf ragt ein Theil des grösseren Blattes der Brüthöhle hinaus; linkerseits sieht man, zum Theil bedeckt von den Beinen, die hinleren der linken Hälfte angehürigen Blätter der Brüthöhle. Die Beine des vordersten Paares sind neben dem Kopfe nach vorn vorgestreckt. Fig. 2. Dasselbe Exemplar, von der Bauchseite. Man bemerkt hier baupl- sächlicb das grösste Blatt der Brüthöhle. Rechts von diesem befinden sich die kleineren hinteren Biälter dieser Höhle, oder diejenigen, welche der linken Seilen- hälfte angehören. Hinter allen diesen Blättern aber bemerkt man zum Theil die Kiemen . Fig. 3. Ein Männchen von Phryxus Hippolytes, 16mal vergrössert. Die Beine sind nach aussen mehr oder weniger hervorgezogen worden; gewöhnlich sind sie unter dem Leibe versteckt. Fig. 4. Die stark vergrösscrte untere Seile des Kopfes von einem Weib- chen; a, das der linken Seilenhälfle des Kopfes angehorige Blatt der Brüthöhle; 6,6 das der rechten Seilenhälfle des ersten Ringels vom Thorax angehorige Blatt der Brüthöhle, wodurch dasjenige Blatt, welchem u entspricht, verdecktwird. Die vordere Hälfte des Kopfes ist nicht zu sehen, weil sie rückwärts aufgebogen ist. Fig. 3. Die noch stärker vergrösscrte unlere Seite des Kopfes von einem W^eibeben. 3Ian sieht hier auch die vordere Hälfte des Kopfes, an der sich die Lippe (o) und die Fühlhörner (6,r) befinden. Das vordere rechte Blatt der Brüt- höhle ist mit d bezeichnet, das ihm entsprechende linke aber entfernt worden. Fig. 6. Das zweite Bein des Weibchens. Fig. 7. Das hinterste Bein eben desselben Weibchens. Fig'. 8. Das vorderste Bein eines 3Iännchens. Fig. 9. Das sechste Bein desselben. Fig. 10. Die imtere Seite des Kopfes von einem Männchen; «, die Lippe; 6 und c, die Fühlhörner. Fig. 11. Ein 8mal vergrösserles Weibchen von Phryxus Paguri, so gelegt, dass man dessen Rückenseile übersieht. Von den Blällern der Brüthöhle springen einige über den Kopf nach vorne vor. 252 H. Uatiike, Fig'. 12. Dasselbe Thier, von der Bauehscile angeselieii. Von den Blättern der Brüthöhle kann man nur 4 Paare bemerken, die übrigen lieg'en unter den vor- dersten von den bier sichtbaren Paaren versteckt. Tafel III. Fig-. 1. Iphimedia ohesa. .^Z, Ansiebt eines weiblichen Exemplares von der linken Seite j das Ende des Rüssels liegt zwischen den beiden oberen Fühlhörnern versteckt 5 JS, dasselbe Exemplar, von der oberen Seite [männliche Exemplare sind am Thorax nicht völlige so dick]; am Ende des Körpers sieht man die 3 hin- tersten Paare von Afterbeinen, und zwischen ihnen den blattförmigen Anhang des Hinterleibes 5 C, linke Mandibel mit ihrem Palpus, von der äusseren Seile ange- sehen 5 D, das Ende derselben, stärker vcrgrössert und so gelegt, dass zum Theil seine hintere Seite und sein mit Zähnen versehener Fortsalz sichtbar geworden ist; E, linke Maxille mit ihrem Palpus, von der hinteren Seite angesehen; F, lin- kes erstes Kieferbein, mit seinem Anhange, gleichfalls von der hinteren Seite an- gesehen ; G, die beiden Kieferbeine des zweiten oder hinteren Paares, von ihrer vorderen Seite angesehen; der Palpus des linken ist so gelegt worden, dass man seine äussere Seite übersieht; der des rechten aber so, dass mehr sein vorderer Rand, als seine äussere Seile sichtbar geworden ist; zwischen den beiden Palpen befinden sich die 4 Blätter der bezeichneten Kieferbeine, von denen ein Paar das andere deckt; H, vorderstes Bein; I, die Scheere desselben, stärker vergrössert; K, das zweite Bein eines Weibchens; L, drittes Bein; M, ein kleiner Theil von der Geissei eines oberen Fühlhorns; N, siebentes Bein; O, viertes Afterbein; P, sechstes Afterhein; Q, blattartiger Anhang. (.4 und H sind viermal, C-Q noch stärker, doch verschiedentlieh stark vergrössert worden.) Fig. 2. Gummurus Siindevallii. A, Der Kopf ohne Fresswerkzeuge; B, zweites Bein; C, siebentes Bein; D, sechstes Afterbein; E, Anhänge des Hinterleibes. Alle diese Theile sind sechsmal vergrössert. Fig. 3. Gammarus angulosus. .^, Der Kopf ohne Fresswerkzeuge ; ß, ein kleiner Theil der Geissei eines Fühlhorns ; C, zweites Bein ; D. siebentes Bein ; E, hinterstes Afterbein; F, Anhang des Hinterleibes. Alle Theile, mit Ausnahme von B, sind sechsmal vergrössert Beiträge zur Fauna Norwegens. 253 Fig. 4. Gammarus Zebra. A, Das ganze Tbier, von der linken Seite au- gesehen 5 JB, die Palpe der Mandibel ; C, zweites Bein ; D, drittes Bein ; £', vier- tes Aflerheinj F, hinterstes Afterbein j G, Ende des Hinterleibes, mit dem linken Anbange desselben. A-E sind sechsmal, F und G stärker vergrössert. Tafel IV. Fast alle hier abgebildeten Theile sind sechsmal vergrössert. Bei denjenigen Theilen aber, die anders vergrössert abgebildet worden sind, habe ich auf der Tafel entweder die Zahl, um wie viel mal dies geschehen ist, zwischen Klammern einge- schlossen, beigesetzt, oder, wenn die Vergrösserung sehr stark ist, ein Kreuz. Fig\ 1. Gammarus Kröyeri. A, Kopf; jB, zweites Bein; C, siebentes Bein; D, letztes Afterbein; E, Anhänge des Hinterleibes. Fig. 2. Gammarus poecilui'us. A, Kopf; ß, zweites Bein; C, siebentes Bein ; 1>, letztes Afterbein. Fig. 3. Amphithoe tenuicornis. A, Kopf; B, zweites Bein; C, siebentes Bein; U, letztes Afterbein. Flg. 4. Amphithoe podoceroides. A, Kopf; B, zweites Bein ; C, siebentes Bein; D, hinterstes Afterbein; E, ein Thell von der Geissei eines oberen Fühl- horns; F, Anhang des Hinterleibes. Fig. 5. Amphithoe Prevostii. A, Kopf; B, zweites Bein eines erwachse- nen Männchens; C, siebentes Bein desselben; D, hinterstes Afterbein; E, zwei- tes Bein eines jüngeren Männchens. Fig. 6. Amphithoe norvegica. A, Kopf; B, zweites Bein; C, siebentes Bein; X>, letztes Afterbein ; J?, Anhang des Hinterleibes. Fig. 7. Gammarus anomalus. A, Der Kopf, dessen oberes Fühlhorn je- doch nicht vollständig ist ; jB, erstes Bein ; C, zweites Bein ; D, siebentes Bein ; E, hinterstes Afterbein. Fig. 8. Podocerus capillatus, männlichen Geschlechts. A, Kopf; B, zwei- tes Bein; C, siebentes Bein; D, hinterstes Afterbein. Fig. 9. Podocerus calcaratus. A. Kopf eines Männchens; B, zweites Bein desselben; C, siebentes Bein, eben desselben; D, zweites Bein eines Weibchens. 254 H. Rathke, Tafel V. (Fig. 1-10 betreffen die Nicothoe ^stuci , Flg-. 11-lS den Chondrucanthus Lopkii. ) Fig-. 1. Ein erwachsenes Weibchen von Nicothoe, 9mai vergrössert. Man übersieht hier die obere Seite des Körpers; a, der Kopf; b, b die Anhänge des Thorax; c,c die Eierschläuche. Fig. 2. Zweites Klammerorgan des Kopfes. Fig. 3. Drittes Klanimerorgan. Fig. 4. Zweites Bein. Fig. 5. a. Der Säugrüssel; 6, der vorderste Theil des Darnicanales. Fig. 6. Ein Theil des Körpers, von der unteren Seite angesehen ; a, ein Theil des vierten Ringels vom Thorax; b, der fünfte Ringel des Thorax, mit den beiden hintersten winzigen Beinen ; c, erster, und d, letzter Ringel des Hin- terleibes. Fig. 7. Ein aus dem Eierschlauehe einer Nicothoe genommener Embryo, der noch von einem Chorion umgeben war, von der Rückenseite angesehen. Fig. 8. Eine reifere Larve, die aus dem Eierschlauche eines anderen Exem- plares von Nicothoe genonmien worden war, gleichfalls von der Rückenseite. Fig. 9. Dieselbe Larve, von der Bauchseile. Fig. 10. y4, Eine Larve von der anderen Form, aus demselben Eierschlau- che, so gelegt, dass man ihre obere Seite übersieht. Fig. 10. JB, Dieselbe Larve, von der rechten Seile abgebildet. Fig. 11. Ein weibliches Exemplar von Chondracanthus Lophii, mit Eier- Irauben, viermal vergrössert. Die Ansicht ist von oben auf den Rücken, a. Der Kopf; b, Fühlhorn; c, c, erstes Paar von beinarligen Organen; d, d, zweites Paar von dergleichen Organen; e. Eiertrauben, die an den Körper kurz vor dem Ende desselben angeheftet sind. Fig. 12. Dasselbe Weibchen, sammt seinem Männchen, von der rechten Seite angesehen; a, oberes Fühlhorn; 6, unteres Fühlhorn, das in ein Klammer- organ verwandelt worden ist; c, Fresswerkzeuge; d, erstes beinarliges Organ; e, zweites beinartiges Organ; f, und g^, »inpaarige Auswüchse der Bauchwand; /i, Männchen. Beiträge zur Fauna Norwegens. "255 Fi»-. IJJ. Das sehr stark vergrösserle Männchen, von der rechten Seile an- gesehen ; a, oberes Fühlhorn; 6, unleres, In ein starkes Klammerorgan verwan- deltes Fühlhorn ; c, rüsselartiger Vorsprung des Mundes 3 d, Man Jihel ; e, Ma- xillej /, ein Klammerorgan, das die Bedeutung von einem Kieferfusse anderer Crustaceen hahen mag; g, und h, Beine; i, der eine von den beiden kleinen kegelförmigen Anhängen des Körpers. Fig. 14. Der vordere Körpertheil desselben Männchens, von oben angese- hen ; o, das untere, in ein Klammerorgan verwandelte Fühlhorn; 6, das obere Fühlhorn. Fig. 15. Der Darmcanal eines kurz vor der Untersuchung getödteten Weib- chens ; o, Speiseröhre; b, b, Magen; c, Darm. Fig. IG. Der stark vergrösserle Kopf eines Weibchens, von der unteren Seite angesehen ; a, oberes Fühlhorn ; b, unteres, in ein Klammerorgan verwan- deltes Fühlhorn; c, der kurze Rüssel mit der MundöfFnung; d, Maxille (die Man- diheln liegen im Rüssel versteckt) ; e, ein Klammerorgan, das einem Kieferfusse höherer Crustaceen zu entsprechen scheint. Fig. 17. Die Fresswerkzeuge der linken Seitenhälfte desselben Weibchens, für sich allein dargestellt und noch stärker vergrössert, wie sie sich unter dem 3Iikroskope darstellten, nachdem der Rüssel und seine nächste Umgebung vom Kopfe abgeschnitten und zwischen zwei Glasplatten etwas gepresst worden waren; a, Mandibel; 6, Maxille ; c, Taster der Maxille ; d, Klammerorgan. Fig. 18. Ein sehr kleiner Theil des einen Eierstockes, sehr stark vergrössert. Tafel VI. Fig. 1. Aega bicarinata, in natürlicher Grösse. Fig. 2. Der Kopf desselben Thieres, dreimal vergrössert, von der unteren Seite angesehen ; o, ein Vorsprung des Kopfes, an welchem die vorderen Fühl- hörner befestigt sind; 6, vorderes Fühlhorn ; c, hinteres Fühlhorn ; rf, Oberlippe; e, Mandibel ; /, Taster derselben ; g, vorderes Kieferbein ; h, hinteres Kiefer- bein; i, blattförmiger Anhang desselben. (Die Maxillen liegen ganz versteckt.) Fig. 3. Das rechte hintere Kieferbein, sechsmal vergrössert. Fig. 4. Das äusserste Glied dieses Theiles, noch stärker vergrössert; «, län- gerer, und 6, kürzerer Fortsalz desselben. 256 H- Ratuke, Fig". 5. Das rechte vordere Kieferbein, sechsmal vergrössert. Fig'. 6. Die rechte Maxille, sechsmal vergrössert. Fig. 7. Das spateiförmige und mit hakenartigen Zähnen hewaflnele Ende der Maxille, noch stärker vergrössert. Fig. 8. Die sechsmal vergrösserte rechte Mandihel, von der unteren (hinte- ren) Seite angesehen ; h, Taster derselben. Fig. 9. Eben derselbe Theil, von derjenigen Seite angesehen, welche er der linken Mandihel zugekehrt halte; b, Taster. Fig. 10. Das vorderste Bein der rechten Scitenhälflc, dreimal vergrössert. Fig. 11. Ein Theil des dritten Beines derselben Seitenhälfte, dreimal ver- grössert. Fig". 12. Das hinterste Bein derselben Seitenhälfte, eben so stark vergrössert. Fig. 13. Der dreimal vergrösserte rechte Anhang des Hinterleibes, von der unteren Seite angesehen; a,a, der Stamm; b, der äussere Ast; c, der innere Ast. Fig. 14. Ein Krystallkörper des Auges, sehr stark vcrg'rössert. Fig. 15. Einige Theile des IVervensystcms, von der oberen Seite angese- hen ; a, a, das Gehirn ; b, b, die Stämme der Sehnerven ; c, der JVcrve für das hintere oder grössere Fühlhorn; d. der Nerve für das innere Fühlhorn; e, der vorderste Theil des Bauchmarkes. Fig. 16. Darmcanal und männliche Geschicchtswerkzeuge von Acga bica- rinala , die zweimal vergrössert worden sind, von der oberen Seite angesehen ; a, Speiseröhre und erster Magen; b, zweiter Magen; c, Darm; rf, rl, Feltkör- per; e, e, Hoden; f,f, Samenleiter; g' g, Samenhiasen. Fig. 17. Darmcanal und weihliche Geschleehtswerkzeuge desselben Thieres, in natürlicher Grösse. Die Ansieht ist ebenfalls von der oberen Seite; a,b. und c. wie in der vorigen Figur; d. d, Eierstöcke; e, e, Eierleiter. Fig. 18. Ein einzelner Feltkörper (Leber) desselben Thieres, stark vergr. Fig. 19. ActJn'ia chtritta. im ausgestreckten Zustande, '2ma! vergrössert. Fig. 20. Sijmnculiis capilafus, ein und einhalbmal vergiössert. Fig. 21. Der Kopf und ein Theil des Halses, von demselben Thiere. Fig. 22. Ein Theil der Hautoberlläche, von der hinteren Hälfte des Rum- pfes desselben Tliieres. Beitrüge zur Fauna Norwegens. 257 Fig. 23. Einer von den AnLängen am Rumpfende eben desselben. Fig. 24. Holothuria Fusus, dreimal vergrössert. Fig. 25. Ein einzelner Tentakel dieses Thieres. Fig. 26. Ascidia echinata, 2mal vergrössert. Der Mantel ist der Länge nach in zwei Hälften getheilt worden ; die in ihm eingeschlossenen Theile aber sind unverletzt. Fi"'. 27. Die Mundöffnun"- derselben. Fig. 28. Ein einzelner Auswuchs des Mantels von diesem Thiere, von sei- ser nach aussen gekehrten Fläche angesehen. Tafel VII. Fig. l. A und B, der vordere und hintere Körperlheil von Halimede ve- nusta, von der oberen Seite, sehr stark vergrössert. Der Rüssel ist aus dem Munde ausgestülpt. Die Girren der Ruderplatten befinden sich in einem ausge- streckten Zustande. Fig. 2. Der Vordertheil desselben Thieres, von der unteren Seite, um die Oeffnung des Rüssels mit ihren Girren zu zeigen. Fig. 3. Eine Borste desselben Thieres. Fig. 4. Eine Ruderplatte eben desselben, von der hinteren Seite angesehen. Fig. 5. A und B, Vorder- und Hinterlheil der Ephesia gracilis, von der oberen Seite. FisT. 6. Eine Borste dieses Wurmes. Fig. 7. Ein Stück aus der 3Iitte des Körpers der Ephesia, von der linken Seite angesehen. Fig. 8. Ein senkrechter Durchschnitt durch die Mitte desselben Wurmes. Flg. 9. Vordertheil von Syllis tigerina, stark vergrössert. Fis". 10. Eine stark verg-rösserte Borste dieses Wurmes. Fig. 11. Ein Fussstummel eben desselben. Fig. 12. Vordertheil von Syllis cornuta. Fig. 13. Eine von den vorderen Ruderplatten der Nereis grandifolia. Fig. 14. Eine von den mittleren Ruderplalten eben desselben Thieres. Beide hier abgebildete Ruderplatten sind von ihrer hinteren Seite angesehen. Vol. XX. p. I. 33 258 *v,y-, H. Rathke, Tafel VIII. Fig-. 1. Der vorderste Körperthcll von Nercis pelagica, stark vergrössert. Fig. 2. Eine Ruderplattc von einem der mittleren Ringel derselben Species. Fig'. 3. Ein ganzer Kiefer derselben, so gestellt, dass theils die äussere, theils die innere Seite Aon ibni siebtbar geworden ist. Fig. 4. ]S'ereis Dumerilii, stark vergrössert. Fig. 5. Eine Ruderplatte derselben. Fig-. 6. Nereis Sarsii, stark vergrössert. Fig. 7. Eine Ruderplatte von einem der mittleren Ringel derselben. Fig. 8. Ein Kiefer eben derselben Art, so weit er aus dem Rüssel her- vorragte. Fig. 9. Der vordere, sehr stark vergrösserte Theil einer Aricia Mülleri, von der linken Seite angescben. Fig. 10. Der etwas weniger stark vergrösserte Vorderlheil desselben Wur- mes, von der oberen Seite angesebcn. Fig. II bis 15. Umrisse einzelner Ringel eben dieses Wurmes, von der hinteren Seite angesehen. Fig. 16. Querdurehschnitt eines aus der 3IItte des Körpers genommenen Ringels von Cirratulns borealis. Fig. 17. Oberer, und Fig. 18. unterer linker Fussstummel desselben Ringels, noch stärker ver- grössert. Fig. 19. Arenicola Bocchii. Fig. "20. Querdurchschnitt eines vorderen, und Fig. 21. eines mittleren Ringels von eben demselben Wurme. Fig. 22. Eine einzelne Kieme dieses Wurmes. Tafel IX. Fig. 1. Der vorderste Körpertheil von Sigalion Idunae, sehr stark ver- grössert. Die Ansicht ist von oben. Der Rüssel ist vorgestreckt. Fig. 2. Eine Ruderplatte dieses Wurmes, von der vorderen Seite an- gesehen. ' - HOi^illi« •|<>'U- , ijj Beitrüge zur Fauna Norwegens. 239 Fig. 3. Die äussere Hälfte dieser Platte, von der hinteren Seite angesehen. Die Borsten sind his auf eine in dem oberen Aste steckende entfernt worden. Die vor und hinter der Insertion dieser Borsten bemerkbaren Punete bezeichnen die Löcher, aus denen andere Borsten an der hinteren Seite des oberen Astes her- vorragten. Fig. 4. Querdurchschnitt eines Sigalion Idunae. Die zwei Hervorragun- gen an dem oberen Rande bezeichnen die Stellen, an denen "2 Elytra festsassen. Fig. 3-8. Verschiedene Borsten eben desselben Wurmes. Fig. 9. Eine Ruderplatte von Glycera alba; a, die Kieme j b, der obere, und c, der untere Cirrus. Fig. 10. Eine Clymeneis stigmosa, von der rechten Seite angesehen; a, der Trichter des 3Iundes ; b, dreieckiger, blattartiger Vorsprung des rechten Sei- tenwulstes vom ersten Leibesringel; c, die eine von den beiden Taschen dieses Ringels 5 rf, dreieckiger, blatlartigcr Vorsprung, den die äussere Wandung dieser Tasche nach oben und vorn aussendet. Fig. 11. Eine Borste dieses W^urmes. Fig. 12. Der Vordertheil desselben Thieres, von der oberen Seite angese- hen; a, b und c, wie in Fig. 10. Fig. 13. Einer von den Haken, die an fast allen Ringeln dieses Thieres senkrecht hcrablaufende Reihen zusammensetzen. Fig. 14. Vorderer Körperlheil der Clymeneis stigmosa, von der unteren Seite angeschen. Die äussere Wand der linken Tasche ist der Länge nach auf- geschnitten und zum Theil umgeklappt worden; o, b und c, wie in Fig. lOu. 12. Fig. 13. Scalibregma influtum, von der oberen Seite angesehen. Fig. IG. Die vordere Hälfte eines anderen Exemplares desselben Thieres, von der linken Seite angesehen. Fijr. 17. Eine Kieme dieses Wurmes nebst den Borstenbiindeln, die In der Nähe derselben stehen. Fig. 18-20. Verschiedene Ruderplatten desselben Thieres, von der hinte- ren Seite angesehen ; a, a, blattartige Theile der Ruderplatten ; 6, b, drüseuarlige Theile. Fig. 21. Drei Canäle aus einem solchen drüsenartigen Theile. H. Ratiike, Tafel X. Fig'. 1. Ammolrypane aulogaster, von der linken Seite angesehen ; IVijmal vergrössert. Fig. 2. A, das Kopfende; B, ein Stüek aus der 3Iitte desselben Wurmes, ebenfalls von der linken Seite angesehen, aber stärker vergrössert. Fig. 3. Einzelne Stücke desselben Wurmes, von der Bauchseite angesehen: .4, der vorderste Theil ; B, ein Mitlelstück ; C, der hinterste Theil. Fig. 4. Ammotrypune Vimacina, zweimal vergrössert. Fig, 5. A, der Vordertheil ; B, der Hinterlheil desselben Wurmes, stärker vergrössert, und von der Bauchseite angesehen. Fig. 6. Der Vordertheil desselben Wurmes, von der oberen Seite. Fig. 7. Der Hintertheil eben desselben W^urmes, von der linken Seite. Fig. 8. Derselbe Körpertheil, von der oberen Seite. Fig. 9. Ammotrißpune oestroides, zweimal Aergrössert von der linken Seite. Der Körper ist ziemlich stark ausgestreckt. Fig. 10. Der Hinterlheil eines anderen Exemplares desselben W^urmes, von der linken Seite, aber stärker vergrössert. Flg. 11. Das in Fig. 9 abgebildete Exemplar von der Bauchseite. Fig. 12. Der Hintertheil eines anderen Exemplares, das sich stark verkürzt hatte, in schräger Stellung, so dass die Bauchseite, und auch zum Theil, doch stark verkürzt, die linke Seite zu sehen ist. Der After Ist erweitert, daher das letzte Segment des Körpers so dick erscheint. . Fig. 13-18. Ammotri/pane oestroides; Fig. 19 und 20, Ammotrypane aulosiaster. Alle Abblldung-en sind vcr"Tösscrt. Fig. 13. Eine Ammotrypane oestroides, über dreimal Aergrössert, Aom Rücken her aufgeschnlllen j n, der Nervenstrang; I,i',i, der verdauende Canal, AA'elcber über dem Nervenstrang Hegt, liier aber etAvas zur Linken geschoben ist, um ihn sichtbar Averden zu lassen 5 /, der gewundene, eigentliche Darm; i', der weite gerade Theil, den ich für den Magen halte 5 J, die Speiseröhre, AA'elche durch drelDIssepImente an dlcLelbesAvandung befestigt wird 5 rf', d\ d\ die drei Dissepimente, welche die Speiseröhre umfassen ; li, die beiden Blasen, AAclclie als Hülfsorgane dem Speisecanal anhängen j m, die Reliie Aon Bilndsäcken, Avelche Beitrüge zur Fauna Norivegens. 261 seltHch an der Bauclifläclie des Thieres münden, bedeckt von schmalen, durch- sichtigen Querbinden ; der Ursprung- der letzteren ist links und rechts am Nerven- strang'j V'^, das RückengeRiss, mit einzelnen von ihm zu den Kiemen g^ehenden Aestenj F'\ Aeste des ersten Darm-Bauchgefässes. Fig'. 14. Das auf dem Nervenschlundring- aufliegende Ringgefass, mit dem aus ihm tretenden dicken GeHissstamm ; V", das Ringgefäss selbst; V^, das zu ihm tretende Rückengefäss ; F*', F", zwei Aeste oder die Enden der beiden Darm- Bauchgefässe ; g, das Gehirnganglion j d', der Pharynx (vor dem ersten Disse- piment gelegen) mit seinen Muskeln. Fig. 15. Einer der an der Seite der Bauchfläche gelegenen Blindsäcke (m); c, die über ihn und die benachbarte flache Rinne l der Längsmuskelschicht hin- wegsetzenden durchsichtigen Querbinden j F", Ast des rechten Darm-Bauchge- fasses ; ß^ der halbgefiederle Zweig desselben, welcher längs dem Blindsack ver- läuft. Die Forlsetzung des Astes selbst zeigt knotige Anschwellungen oder Aus- läufer; b, die Stelle, wo die Aeste der Gefasse V^, u. V'», die Muskelwand durch- bohren, um zur Kieme zu gehen j o, die zwischen dem Bündel der Rücken- und Bauchborsten gelegene Oefliiung, durch welche vermuthlich die Eier aus der Lei- beshöhle entweichen. Fig. 16. Dieselben Gefässäste, aus der weiter nach hinten liegenden Kör- perregion, wo es keine Blindsäcke mehr giebt; «. der für den Nervenstrang* be- stimmte Zweig des Astes V^, (der vom rechten Darm-Bauchgefäss herkommt); ß, die halbgcfiederlen, in einander übergehenden Seitenzweige desselben Astes; n, der Nervenstrang ; /, die flache Rinne in der Längsmuskelschicht. (Die Bor- stenbündel sind hier weggelassen.) Fig. 17. Eine der fadenförmigen Kiemen h, mit der in ihr Inneres führen- den Oeffnung o; d, das Bündel der Rückenborsten, welches in der natürlichen Lage, wie hier, vor ihr liegt; o', die dasselbe bewegenden 3Iuskeln. Fig. 18. Sehr stark vergrösserte Rückenborsten d, und Bauchborsten v. Fig. 19. Der Anfang des verdauenden Canals von Ammotrypune auloga- ster, (seillich betrachtet); n, der Nervenring, mit dem Nervenstrang; /, die Speiseröhre; i, der Darm; d\ d^, d^ die drei sie umgebenden und an die Körperwand befestigenden Disscpimente ; — h, das linke Hülfsorgan des Speise- 262 H. Ratiike, canals; / '', das freie Bauchgefüss mil paarigen, zu den Kiemen g^ehenden Aeslen; vd\ Gefassäsle, die entweder vom Rüekengefäss selbst, oder aus dessen Nähe her- kommen, und sieh zu den Kiemen begeben; T^'\ das Rückengefäss hinter den Ilülfsorganen des veidauendcn Canals (h), spindelförmig angeschwollen. Die punetirte Längslinie bezeiehnet die Gegend der Körperwandung, in wel- cher die Kiemen und Borslenbündcl sitzen. Tafel XI. Fig. 1. Siphonostoma pliimosum, von der linken Seite angesehen. Fig. 2. Der vordere Theil desselben Wurmes, von der unleren Seite; «,«, Tentakeln; ?», 6, Girren; c, die Unterlippe; fZ, derSipho; e,e, e. Borstenbündcl. Fig. 3. Siphonostoma vaginiferum, von der linken Seite. Die Rühren, die auf den Extremitäten oder Fussstummeln stehen, sind nicht abgehiidet worden, um das Uebrige nicht undeutlich zu machen : auch hätten sie ihrer Zartheit we- gen nur durch einzelne Striche angeutet werden können. Fig. 4. DerKopflheil desselben Wurmes, von der unteren Seite. Der Mund ist zusammengezogen und nur die untere Hälfte seines Randes zu sehen. Fig. 5. Der vordere Körpertheil eben desselben Wurmes, gleichfalls von der unteren Seite angesehen. Der Mund steht olfen. Fig. 6. Der Kopftiicll, noch stärker vergrösscrf, von der oberen Seite an- gesehen; o,«, die Tentakeln; b, eine hornige Platte, die am Kopfe Aorkommt. Flg. 7. Derselbe Theil, von der rechten Seite angesehen; a und 6, wie in der vorigen Figur; c, der von einem Wulste umgebene Mund. Fig. S. Einige von den Röhren, die auf den Extremitäten von Siphono- stoma vaginiferum stehen, sehr stark vergrössert ; A und B, sind von dem un- teren, C und D, von dem oberen Aste einer Extremität genommen. Fig. 9. Ein oberer Ast, und Fi"'. 10. ein unterer Ast einer solchen Extremität. Fig. 11. Ein vollständiges Exemplar eines Siphonostowu villosum, von der unleren Seile angesehen. Fig. 12. Der vordere Theil desselben Thicres, von der linken Seite ange- sehen. Fig. 13. Ein vollständiges Exemplar von Siphonostoma inhuhilc Beiträge zur Fauna Norwegens. .1 Jl '263 Fig-. 14. Ein Stück Haut der Ammotrypane limacina, von aussen gesehen ; d, das obere Borstenbündel, von einem halbmondförmigen Saume umgeben ; v, das untere Borstenbündel, desgleichen ; h, die Kiemen. Weiter nach vorne sind diese vorragenden Theile in der Zeichnung fortgelassen und blos die Oeffnungen für die Borstenbündel angegeben ; e, die seitliche Oeffnung, welche in die Leibes- hühio führt; o', die Oeffnung, durch welche die seitlichen, an der Körperwan- dung gelegenen Blindsäcke münden; o", Querreihen sehr feiner Oeffnungen, welche ebenfalls in die Leibeshöhle führen. Fig. 15. Ein Stück der Leibeswandung- von Ammotrypane aulogasfer; c, die durchsichtigen Querbinden, welche hier von der linken Seite des Körpers, über den Nervenstrang' hinwegsetzend, zur rechten laufen, und so die Sohle bil- den; /, die zarte Membran, welche die ganze Leibeshöhle auskleidet; in, die Längsmuskelschicht der Leiheswandung; 7 ', Aeste des Darmbauehgefässes. Tafel XIL Fig. 1-3. Verschiedene Borsten von Subella volulacornis. Fig. 4. Ein vollständiger horniger Haken dieses Thieres. Fig. 5. Ein Querdurchschnitt von Sabella penicillus. Fig. 6. Einer von den hornigen Haken, und Fig. 7. eine Borste eben desselben W^urmes. Fig. 8. Eine Borste A^on Lumhricus linealus, so weit sie aus der Haut her- vorragt. Fig. 9. Ein Tristoma hamatum, von der oberen Seite. Fig. 10. Vorderer Körperlheil desselben, von der unteren Seite. Fig. 11. Der Saugnapf desselben, von der unteren Seite. Fig. 12. Ein Oc/o6of/jr/o« f7/«77a?;/??j, im gewöhnlichen Zustande. Die An- sicht ist auf die untere Seite. Fig. 13. Ein einzelner, fingerförmiger Fortsatz von dem hinteren Theile die- ses Wurmes. Die beiden Seitenhälften oder Klappen des Saugnapfes liegen dicht aneinander. Fig. 14. Der knorpelartige Theil einer solchen Klappe, die für sich allein dargestellt worden, von der inneren Seite betrachtet. 264 H. Rathre, Beitrüge zur Fauna Norwegens. Flg;. 15. Ein anderes Exemplar von Octobothrium digitatum, im verlän- gerten Zustande. Fig. 16. Der vordere Körpertliell von Ramphogordius lacteus, sehr stark vergTösserl. Fig;. 17. Peltogaster Pagiiri, von der Bauchseite aug^esehen ; u, der trich- terförmige Thell des Körpers, in dem sich die Mundöffnung befindet; h, der napf- förmige, zum Festhallen dienende Theil ; c, c, eine in der Hauthedeckung liegende harte Platte, an der jener Napf befestigt ist. Fig. 18. Peltogaster Carcini, gleichfalls von der Bauchseite ; a, die Mund- öffnung; h, der Saugnapf. Fig. 19. Dasselbe Thier, von der vorderen Seite dargestellt, so dass man in den Mund desselben hineinsehen kann. Fig. 20. Doris Candida (3 mal vergrössert), von der rechten Seite. Fig. 21. Dasselbe Thier, von der oberen Seite angesehen. 264 b Nacliträgliclie Bemerkangeu. 1) Jbrst später, als diese Abhandlung geschrieben und zum Drucke abgesendet worden war, erhielt ich den dritten Theil von M. Edwards Eist. nat. des Crustaces. Bei der Durchsicht dessel- ben fand ich nun, dass Edwards schon einer Art von Idothea, die an den Küsten Neuhollands lebt, den Beinamen hrevicornis (oder viel- mehr, wie Edwards schreibt, hrevicorna) beigelegt hat. Ich muss also für die eine bei Norwegen vorkommende Art den gleichlautenden Namen, den ich für sie gewählt hatte, aufgeben. Ich möchte sie jetzt torosa benennen, wegen der gedrungenen, etwas plumpen Gestalt ihres Leibes und der Gliedmassen. Uebrigens aber findet in der Ge- stalt bei Männchen und Weibchen die Verschiedenheit statt, dass bei den letztern der Leib, im Verhältniss zu seiner Länge, allenthalben viel breiter, die Beine dagegen, im Verhältniss zu ihrer Länge, nicht un- bedeutend dünner sind, als bei den Männchen, bei welchen die Beine eine auffallend grosse Dicke haben. — Am nächsten verwandt ist diese Art mit Idothea pelayica, unterscheidet sich aber von ihr besonders dadurch, dass die äusseren Fühlhörner nur bis an das zweite Segment des Thorax hinreichen, nicht also über dasselbe etwas hinaussehen. Die inneren Fühlhörner reichen noch nicht bis auf die Mitte des vor- letzten Stammgliedes der äusseren. 2) Die Art von Idothea, die ich granulosa genannt habe, gehört mit der vorigen in dieselbe Abtheilung dieser Gattung. Bei beiden besieht der Hinterleib aus 3 völlig von einander geschiedenen Segmen- ten, und die Seitenfortsätze (Lames epimeriennes) des Thorax sind bei beiden recht gross, vierseitig, und erstrecken sich über die ganze Länge der Seguiente, denen sie angehören. Die inneren Fühlhörner reichen bei Idothea fjranulosa nur bis zu dem vorletzten Stammgliede der äusseren. •264 c 3) Eine dritte, von mir bei Christiansund gefundene, auf Seite 23 angeführte und daselbst unbestimmt gelassene Art von Idothea scheint mir jetzt Idothea pelagica zu sein: wenigstens passt auf sie völlig die Beschreibung, die Edwards von dieser Art gegeben hat. 4) Den auf Seite 81 aufgeführten Amphipoden, bei dem ich zwei- felhaft war, ob er nicht zu Amphithoc Prevostü gehöre, kann ich jetzt für eine neue Species ausgeben. Mag er nach dem treJBflichen schwe- dischen Zoologen Nilsso n den ISamen uämphithoe Nüssonn führen. £rrata. Zeile 2 muss stehen: Demnach statt: Dennoch I crrissn, st. crasso; , an St. in I viel St. nicht , Kiemen st. Kieme , n. genus st. n. sjt. , kürzer st. schmäler I die St. den , rudimentariue st. rudimentarii , sechs St. fünf , derselben st. denselben , und St. als (CJ st. iD) I dieses Amphipoden, von dem st. dieser Amphipode. von denen kürzer st. länger , diese st. dieser Verrichtung st. Vorrichtnng , lässt st. lassen noch einige st. nach einiger I der St. den jenem st. jenen , häutige st. häufige , hatte st. habe , borstenlos st. horstenlos aufstelle st. aufstellte praedita st. praedito , utteiniato st. (tltemmto I j\'enn'iles st. Memerles nntern st. obern Schneide st. Scheide diese st. dieser 19, 21 und 22 muss stehen: jenem st. jenen Auf Seite 33 in der untersten Zeile ist aus Versehen gesetzt worden: A.a.O. Tab. VI. Kig. 2. «talt: Beiträge zur Geschichte der Thierwelt. Erste Abthcihing. Tab. IV. Fig. 2. Auf Seite Ol ist in der 2ten Zeile von nnten das Wort und zu streichen. Seite 9 Zeile 2 10 12 2ö 16 29 2 34 7 35 22 37 10 38 14 41 4 48 22 58 8 58 28 78 19 84 2 88 7 88 26 99 20 105 27 109 9 109 26 120 17 131 13 133 6 151 15 166 23 168 2 181 20 182 22 214 25 226 15 231 20 239 19, Voixx.n IWj./. ¥ r V' il %^ n IL. '"'/l M 16. 13. Vi 15. N^^. /i//a//,/y.^/^_. 2^rAr. nisMi -jn/.jf. ^ 9. ^-2; *~-, Ä^ 10. ^^.u^.v v!' . _^ ^;,'^ V >^ VoixKn 'Jf,/y. M. I.e. i.n 1.F l-G 3 c^ ? FL. folXX/'l 7it/y. II. (\ fY\ \/ i\ (<.n rciu.uL K 7U.V iO.A ^^^ r- iO.P. r < > -y s^ >li» K . j3 ■-'S- Jt: V" .^ -- ''-i ^ÄÄ-öt^, I'L-.jr Yoi.xi.m. Vu6y/. 6. 1 ( J '■^-^ »»iV^j^ l H i ^'^.^ ^:^v ^ ^=-oti*^ 14. i—C 11 16. h ; ^ 7. / ii i-^ 1** ^ ^' /l? 25. ^fi. ^"^'z x''!^ 2Z 23. TT" VolILH. Trf/j. VE. i.A ^^ &{/j ■^ VolJX.fI. 'Mö . \ 'J/I. .J^^\ ^-. \ :(k Vol. XX fl Tc^.ir. VolXX.EI. 2P,l.X. 2.A 1. 3.A 5.A '(\ U. 12. B^iu^,iami,..^i.- t 1 ; rti>»v. . .^^, .'i^A. h.mÄ ^ * fi^- ■^ %<^ ,' ^;'' -•»T-«- ?/tfA*f ^t Grube dil C.E.Wibtr scuif. TolXX^RI. 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